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Der dunkle Turm – Wird Stephen King begeistert sein?

The Dark Tower

Kinostart: 10. August 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Etliche Jahre in der Entwicklung, viele Regisseure, die angeblich den Stoff verfilmen sollten, sowie ein eigentlich fest stehender Hauptdarsteller, der dann aber doch ausgetauscht wurde – die Geschichte um die Verfilmung des „Der dunkle Turm“-Zyklus von Stephen King ist fast so lang wie die inzwischen acht Bücher selbst. Jetzt kommt eine Adaption in die Kinos, die mit Idris Elba und Matthew McConaughey in den Hauptrollen lockt. Nun gibt es zwei Herangehensweisen an diesen Film, doch vorerst die Geschichte.

“Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm“

Der junge Jake Chambers (Tom Taylor) ist nach dem Tod seines Vaters geplagt von Alpträumen einer entfernten Welt, in der ein unheimlicher Mann in schwarzer Kleidung (Matthew McConaughey) Kinder benutzt, um einen mächtigen dunklen Turm zum Einsturz zu bringen. Doch ein Revolvermann namens Roland (Idris Elba) ist hinter dem Mann in Schwarz her, um ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Leider merkt Jake recht schnell, dass seine Träume durchaus real sind, und so begibt er sich mit Roland auf die Jagd.

Roland streift durchs Land und sucht …

Ohne Vorwissen ist „Der dunkle Turm“ ein unterhaltsamer Actionfilm. Das fängt beim Design an. New York, wo Jake herkommt, mag jetzt nicht sonderlich spannend anzuschauen sein. Aber sobald es ihn in Rolands Welt verschlägt, gibt es viel zu sehen. Verfallene Freizeitparks in dichten Wäldern, staubige Wüsten, heruntergekommene Dörfer mit alten Maschinen. Die Verschmelzung von Technologie und einem postapokalyptischen Szenario passt gut zusammen.

Irgendwas fehlt da doch

Allerdings ergibt sich hier bereits ein Manko des Films. Man merkt, dass „Der dunkle Turm“ einen Kosmos aufbauen will. Doch wenn er diesen erklärt, wird dies meist in langweiligen Expositions-Dialogen getan, die nur im Skript stehen, um den Zuschauern ein paar Brocken an Informationen hinzuwerfen. Was es mit den Balken, die den Turm halten, auf sich hat, wer die Gehilfen des Mannes in Schwarz, der eigentlich auf den Namen Walter hört, sind, das alles wird gelegentlich angeschnitten – und dann fallen gelassen. Dazu passt es, dass man sich nach dem finalen Kampf, der absolut unbefriedigend ausfällt und viel zu schnell vorbeigeht, für ein festes Ende entschieden hat. Und es mag paradox klingen in einer Zeit, in der es vor Fortsetzungen und Franchises nur so wimmelt – aber der Mut, hier etwas Größeres aufzubauen, hätte dem Film gutgetan. Ständig hat man das Gefühl, dass etwas fehlt. Vielleicht wäre eine aufwändige Serie die bessere Wahl gewesen – das Budget dafür hätte man heutzutage wohl aufbringen können.

… den Mann in Schwarz

Die Figuren hingegen können sich nichts vorwerfen lassen – auch wenn das Drehbuch es sich manchmal zu einfach macht. Rolands Motivation ist die Rache an dem Mann, der seine Familie auf den Gewissen hat. Das ist simpel, aber effektiv. Der Mann in Schwarz hingegen ist einfach böse. Keine andere Charakter-Eigenschaft zeichnet ihn aus, als der Wunsch, die Apokalypse herbeizuführen. Und der Film wird auch nicht müde, diesen Punkt immer wieder zu betonen, sodass es bald langweilig wird. Schade um McConaughey, der ähnlich wie Jude Law in „King Arthur“ sichtlich Spaß an der Darstellung des Bösewichts hat.

Der junge Jake schließt sich dem Revolvermann an

Eine kleine Überraschung ist Tom Taylor. Jake ist als Identifikationsfigur für den Zuschauer wichtig, und es ist schön zu sehen, wie er vom schüchternen Jungen zu einer Art Ziehsohn des Revolvermanns wird – auch wenn sich seine Entwicklung ab einem bestimmten Punkt sehr gehetzt anfühlt. Rundum also ein solider Unterhaltungsfilm, der nebenbei noch einige nette Verweise auf weitere Stephen-King-Werke enthält.

Und nun: Gemecker

Und das führt zu der anderen Sichtweise: der der Kenner des Buchs. Die wissen nämlich, dass diese Anspielungen kein Zufall sind, was allerdings mit keiner Silbe erwähnt wird. Ganz schlimm wird das bei dem Grund, warum Jake so besonders ist. Da wird einfach frech aus einem anderen Roman Kings geklaut – welcher eine legendäre Verfilmung vorzuweisen hat –, ohne das unwissende Zuschauer ahnen können, warum das durchaus Sinn ergibt. Und das ist nur der Anfang der Probleme.

Es kommt zum Aufeinandertreffen

Mit Ausnahme von Jake sind die Figuren einfach keine Abbilder ihrer Buch-Pendants. Nun war wohl der Ansatz der Macher, den Film nach den Büchern spielen zu lassen, was dafür sorgt, dass die Figuren anders charakterisiert werden können. Allerdings sind sie dabei so weit weg von allem, was man in den ersten Bänden über sie gelernt hat, dass man sie auch komplett hätte austauschen können. Ja, Roland hat Rache-Gelüste, sie sind aber in den Romanen nie sein Motor, die Verteidigung des Turms steht an erster Stelle. Walter ist eigentlich ein Strippenzieher im Hintergrund, der seine Magie zur Manipulation anderer einsetzt, eine äußerst komplexe Figur – kein Abziehbild eines Schurken. Davon abgesehen ist er auch gar nicht der große Antagonist der Geschichte. Auf den gibt es im Film zwar Hinweise, aber es wird sich keine Zeit genommen, dies vernünftig zu erläutern.

Das Opus magnum von Stephen King

Wenn man weiß, was alles ausgelassen wurde und warum bestimmte Dinge sind, wie sie im Film dargestellt werden, ist es umso ärgerlicher, dass darauf nicht eingegangen wird. So gibt es beispielsweise einen Blick auf Maerlyns Regenbogen, mächtige magische Artefakte, von denen Walter sogar Gebrauch macht. Was aber das Besondere daran ist und warum diese Kugeln bestimmte Dinge können, bleibt unklar. Ja, es ist schwer, ein solches Mammutwerk in einen Film zu packen – aber warum versucht man es dann überhaupt erst und beraubt ein Werk von Stephen King seiner größten Stärke, der ausgeschmückten Erzählung seiner Welt? Das ist einfach nur ärgerlich.

Roland setzt seine Waffen ein

Wer also ohne vorherige Berührung mit dem Romanzyklus ins Kino geht, mag trotz diverser Abstriche seinen Spaß im Kino haben. Wer allerdings auch nur annähernd eine adäquate Umsetzung von Kings Opus magnum erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Zu welcher Kategorie man sich zählt, muss dabei jeder selber wissen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Stephen-King-Adaptionen sind in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet, Filme mit Matthew McConaughey in der Rubrik Schauspieler.

Weshalb will der Mann in Schwarz die Welt vernichten?

Länge: 95 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Dark Tower
USA 2017
Regie: Nikolaj Arcel
Drehbuch: Akiva Goldsman, Jeff Pinker, Anders Thomas Jensen, Nikolaj Arcel, nach den Romanen von Stephen King
Besetzung: Idris Elba, Matthew McConaughey, Tom Taylor, Katheryn Winnick, Jackie Earle Haley, Claudia Kim, Abbey Lee, Dennis Haysbert
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

 

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Ridley Scott (VI): Prometheus – Dunkle Zeichen: Der Erklärbär hat zugeschlagen

Prometheus

Von Simon Kyprianou

Science-Fiction // Nach Jean-Pierre Jeunets kontrovers aufgenommenen „Alien 4 – Wiedergeburt“ (1997) hat es 15 Jahre gedauert, bis sich auch Ridley Scott mit „Prometheus – Dunkle Zeichen“ wieder des Alien-Stoffs annahm – ganze 33 Jahre seit seinem originalen „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979). „Prometheus – Dunkle Zeichen“ versteht sich dabei als eher loses Prequel, auch zwischen den Ereignissen liegen 33 Jahre, nur eben in der anderen Richtung: „Alien“ spielt im Jahre 2122, „Prometheus – Dunkle Zeichen“ beginnt im Jahre 2089.

Die „Prometheus“ erreicht ihr Ziel

Die beiden Forscher Elisabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) finden in Höhlenzeichnungen von ganz unterschiedlicher Kulturen Hinweise auf eine bestimmte Sternenkonstellation. Ihre Vermutung: Auf einem in jenem System zu findenden Planeten sind die Schöpfer der Menschen zu finden. Der mysteriöse Tycoon Peter Weyland (Guy Pearce) finanziert die Forschungsreise, an der auch Weylands Ziehsohn, der Android David (Michael Fassbender), die undurchsichtige Top-Managerin Meredith Wickers (Charlize Theron) und der geerdete Captain Janek (Idris Elba) und dessen Crew teilnehmen.

Jahrelanger Kälteschlaf

Nach mehrjährigem Kälteschlaf im Raumschiff „Prometheus“ auf dem Planeten angekommen, findet das Team tatsächlich Spuren einer menschenähnlichen Kultur, aber die Schöpfer stellen sich als völlig anders beschaffen heraus, als sich das die Forscher erhofft haben. Die Suche nach dem Ursprung des Lebens wird unerwartet zu einem Kampf ums Überleben.

Elizabeth Shaw erkundet den Planeten

Lebten die früheren „Alien“-Filme, insbesondere natürlich der erste Teil, von ihrem kühlen, fremdartigen, seltsam sexuell aufgeladenen, abstrakten Schrecken, der sich in HR Gigers Designs verdichtete und auf Erklärungen völlig verzichtete, geht „Prometheus – Dunkle Zeichen“ den entgegengesetzten Weg: Ridley Scott versucht sich an einer rückwirkenden Erklärung seines Meisterwerks. Der Regisseur will die Leerstellen füllen, dem einst Mysteriösen eine sinnstiftende Mythologie überstülpen und, so scheint es, die eigentlichen Stärken seines früheren Films rückwirkend zunichtemachen. Folgerichtig bleiben nach „Prometheus – Dunkle Zeichen“ dann auch keine Leerstellen mehr bestehen, in deren Dunkelheit sich Angst ausbreiten kann, keine Fragen mehr offen, weder die nach dem Schöpfer der Menschen noch die nach dem Schöpfer der Aliens. Alles wird auserzählt und der Alien-Stoff verliert dabei seine fremdartige Faszination und seinen kühlen Schrecken.

Drehbuch von Damon Lindelof

Ohne diese öde Erklärbär-Mentalität wäre eine Schöpfungsgeschichte durchaus ansprechend denkbar, gerade weil das Drehbuch von Damon Lindelof stammt, der hinter fantastischen Serien wie „Lost“ und aktuell „The Leftovers“ steht, die ebenfalls dringliche Fragen nach der Conditio humana zum Inhalt haben, ohne dabei alles auserzählen zu wollen, ganz im Gegenteil.

Eine Entdeckung gibt Rätsel auf

Inszenatorisch ist „Prometheus – Dunkle Zeichen“ natürlich recht ansprechend, Ridley Scott hat ja stets den Ehrgeiz, seine Filme sehr visuell zu erzählen. Auch in „Prometheus – Dunkle Zeichen“ gelingen ihm einige interessante Bildkompositionen: Die Momente, in denen sich der Film voll und ganz dem körperlichen Horror und seiner quälenden Ungewissheit hingibt – die Abtreibungs-Szene beispielsweise – sind durchaus intensiv. Oder eine Szene am Ende des Films, in der einer der Schöpfer (Ian Whyte) in einem aggressiven erotischen Akt mit einem der Monster zu einem Alien verschmilzt.

Michael Fassbender als Androide

Michael Fassbender ist durchaus faszinierend als Androide David und wird glücklicherweise im neuen „Alien – Covenant“ erneut eine tragende Rolle spielen. Noomi Rapace, Charlize Theron und Idris Elba sind ebenfalls sehr gut: Generell sind die Figuren auch gut geschrieben, sie konnten sich mehr Geheimnisse und Uneindeutigkeiten bewahren als die Handlung.

Vom Raumschiff aus überwachen Meredith Vickers und Captain Janek den Erkundungstrupp

Bleibt zu hoffen, dass Scott mit „Alien – Covenant“ mehr zu den Wurzeln der Reihe zurückkehrt, zu absolutem Schrecken, bestehend aus der quälenden Ungewissheit über das abstrakte und unerbittlich wütende Fremde.

Woran ist dieses Wesen gestorben?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Ridley Scott sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Charlize Theron unter Schauspielerinnen, Filme mit Michael Fassbender und Guy Pearce in der Rubrik Schauspieler.

Der Androide David untersucht einen Kopf

Veröffentlichung: 25. Oktober 2013 als 3-Disc Edition (Blu-ray 3D, Blu-ray 2D, Bonus-Blu-ray), 7. Dezember 2012 als Teil der 5-Blu-ray- bzw. 7-DVD-Edition „Prometheus to Alien – Evolution“, als 4-Disc Collector’s Edition (Blu-ray 3D, Blu-ray 2D, Bonus-Blu-ray, DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 124 Min. (Blu-ray), 119 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Originaltitel: Prometheus
USA/GB 2012
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Jon Spaihts, Damon Lindelof
Besetzung: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Logan Marshall-Green, Idris Elba, Guy Pearce, Sean Harris, Rafe Spall, Emun Elliott, Benedict Wong
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2017 by Simon Kyprianou

Fotos & Packshots: © 2017 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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Bastille Day – Unterhaltung in Zeiten des Terrors

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Bastille Day

Von Andreas Eckenfels

Actionthriller // Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Der Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 gilt als Geburtsstunde der Französischen Revolution. Aus diesem Anlass wird jährlich an diesem Datum in Frankreich der Nationalfeiertag zelebriert. Für den Verleih Studiocanal erschien der 13. Juli 2016 also durchaus passend, um den in Paris spielenden Actionthriller „Bastille Day“ in die französischen Kinos zu bringen. Doch nur einen Tag nach dem Start wurde das Land ein weiteres Mal von einem schrecklichen Terroranschlag erschüttert: In Nizza fuhr ein 31-jähriger Tunesier mit einem Lkw auf einer Promenade in eine feiernde Menge und tötete 86 Menschen. Der IS bekannte sich zu der Tat. Traurige Erinnerungen an den 13. November 2015 wurden wach.

Michael Mason (Richard Madden, l.) verdient seinen Lebensunterhalt als Taschendieb.

Michael ist ein geübter Langfinger

Schon damals entschied der Verleih, dass der Kinostart wegen des Terroranschlags in Paris unter anderem in Großbritannien und Deutschland ein paar Monate nach hinten verlegt werden sollte. Nach dem Nizza-Attentat ließ Studiocanal alle Werbemaßnahmen für „Bastille Day“ in Frankreich entfernen. Nur innerhalb der Kinos waren noch Plakate zu finden. Der Verleih stellte den Lichtspielhäusern zunächst frei, ob sie den Film aus dem Programm nehmen wollten. Doch bereits ein paar Tage später wurde beschlossen, dass der Actionthriller doch komplett aus den französischen Kinos zurückgezogen wird.

Kein schlechtes Gewissen

Darf man sich vor diesem tragischen Hintergrund dennoch ohne schlechtes Gewissen von „Bastille Day“ unterhalten fühlen? Ja, darf man. Denn die Handlung unterscheidet sich maßgeblich von realen Ereignissen. Es gibt keine IS-Terroristen und die Bombe sollte ursprünglich in einem leeren Gebäude hochgehen – also niemanden töten, nur als Warnung dienen. Der Actionthriller mit Golden-Globe-Gewinner Idris Elba („Mandela – Der lange Weg zur Freiheit“) und „Game of Thrones“-Star Richard Madden hätte auch problemlos in einer anderen Metropole angesiedelt werden können. Aber dann hätte der Titel wahrscheinlich geändert werden müssen. „Independence Day“ war aber schon vergeben …

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Als vermeintlicher Attentäter ist Michael auf der Flucht

Michael Mason (Richard Madden) hält sich in Paris als Trickdieb über Wasser. Im Nu leert der Amerikaner unbemerkt die Taschen ahnungsloser Touristen. Doch an einem Abend hat er sich das falsche Opfer ausgesucht. Einer frustriert wirkenden und hektisch am Smartphone kommunizierenden Frau (Charlotte Le Bon) entwendet Michael fix die Tragetasche. Doch viel Wertvolles ist darin nicht zu finden. Der Langfinger macht sich noch einen Spaß daraus, an das klingelnde Handy aus der Tasche zu gehen. Aber dem wütenden Franzosen, der davon ausgeht, eine Zoe an der Leitung zu haben, antwortet er nicht. Also lässt er seine Beute in einer Ecke wieder fallen – und wenige Sekunden später macht es Bumm. Vier Menschen werden durch die Bombe getötet, die sich in der Tasche befand. Auf einmal ist Michael als vermeintlicher Attentäter der meistgesuchte Mann von ganz Paris.

Sean Briar (Idris Elba, l.) verhört Michael Mason (Richard Madden, r.)

CIA-Agent Briar (l.) glaubt bald an Michaels Unschuld

Der auf den Fall angesetzte CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) kann den Trickdieb schließlich fassen. Nach anfänglicher Skepsis glaubt er Michaels Unschuldsbeteuerungen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Zoe. Doch auch die eigentlichen Drahtzieher des verpatzten Bombenattentats wollen die gutgläubige Aktivistin finden.

Über den Dächern von Paris

Sein fieses Regiedebüt „Eden Lake“ (2008) ging durch Mark und Bein, in „Die Frau in Schwarz“ (2012) sorgte James Watkins für wohligen Grusel. Für sein drittes Werk drückte der Brite ordentlich aufs Tempo: Besonders in der ersten Hälfte geht es in „Bastille Day“ äußerst rasant zur Sache. Früher Höhepunkt ist eine Verfolgungsjagd über den Dächern von Paris, die auch bestens in einen weiteren „Bourne“-Teil gepasst hätte – inklusive Wackelkamera. Elba und Madden hatten sich für diese Szenen einem Extra-Stunttraining unterzogen. Dadurch wirkt das Ganze umso realistischer.

Zoe (Charlotte Le Bon) und Sean Briar (Idris Elba)

Kennt Zoe die wahren Drahtzieher hinter der Bombenexplosion?

Kurze Momente zum Luftholen gibt es immer dann, wenn Michael seine Künste als Langfinger demonstriert: Wie der Dieb dem verwunderten CIA-Agenten Briar kurzerhand den Inhalt seiner Geldbörse entwendet oder später in einer Bar eine Schlägerei initiiert, um an eine wichtige Information zu kommen, ist äußerst gewitzt inszeniert und wird von Madden charmant präsentiert. Gemeinsam mit dem kantigen Elba, der in den Actionszenen mit kompromissloser Härte vorgehen darf, bilden die beiden ein gut aufgelegtes Duo.

Falsche Fährten

„Bastille Day“ geht in der zweiten Häfte ein wenig die Puste aus und schlägt dann bis zum Finale bekannte Genrepfade ein. Dennoch muss man es den Autoren zugute halten, dass es ihnen gelingt, das Vorhaben der Bösewichte lange im Unklaren zu lassen. Dafür streuen die Täter zum Beispiel gezielt falsche Informationen in sozialen Netzwerken, um ihre Ziele zu erreichen. Durchaus clever und beängstigend zugleich.

In Großbritannien wurde „Bastille Day“ für die Heimkinoauswertung in „The Take“ umbenannt. Klar, dass man bei diesem Titel sofort an „96 Hours – Taken“ denken muss. An den Liam-Neeson-Kracher kommt Watkins Werk zwar nicht ganz heran, aber „Bastille Day“ kann sich dennoch mühelos ins obere Drittel der Actionthriller einreihen, die eine bestimmte Stadt als Schauplatz haben.

BDay_D15_298.CR2 Bastille Day directed by james Watkins with Idris Elba, Richard Madden, Charlotte Le Bon, Kelly Riley, Jose Garcia...

Briar kennt keine Kompromisse

Veröffentlichung: 27. Oktober 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Bastille Day
Alternativtitel: The Take
F/GB/USA 2016
Regie: James Watkins
Drehbuch: Andrew Baldwin, John Hodge
Besetzung: Idris Elba, Richard Madden, Charlotte Le Bon, Kelly Reilly, José Garcia, Anatol Yusef, Jorge Leon Martinez
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer, Wendecover
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Fotos, Trailer & Packshot: © 2016 Studiocanal Home Entertainment

 

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