RSS

Schlagwort-Archive: Independence Day

Independence Day – Wiederkehr: Nur noch kurz die Welt zerstören

Independence_Day-2-Plakat

Independence Day – Resurgence

Kinostart: 14. Juli 2016

Von Andreas Eckenfels

SF-Action // Roland Emmerich kann einem schon leid tun: Den Titel „Master of Desaster“ wird er wohl nie loswerden. Wie auch, wenn alle seine Arbeiten außerhalb des Katastrophenfilmgenres gnadenlos floppen? Nach dem Misserfolg seines Shakespeare-Dramas „Anonymous“, wurde zuletzt 2015 „Stonewall“ von der Kritik zerrissen – kaum ein Zuschauer wollte sein Drama über die Anfänge der Schwulenbewegung sehen. Also heißt es für Emmerich doch zurück zu dem, was er am besten kann: es auf der Leinwand ordentlich krachen lassen.

Independence_Day-2-1

Nicht nur London bekommt die Zerstörungswut der außerirdischen Invasoren zu spüren

Wie es die fünf Drehbuchautoren wollen, hat der Alien-Angriff von 1996 immerhin eine gute Sache zur Folge gehabt: Es herrscht Weltfrieden auf Erden. Die außerirdischen Technologien wurden zudem ausgiebig zum Wohlstand der Menschheit eingesetzt. Der Mond ist kolonialisiert, ein Abwehrsystem gegen Eindringlinge aus dem All installiert worden. Dumm nur, dass pünktlich zu den Feierlichkeiten des 20. Jahrestags der Weltenrettung alles über den Haufen geworfen wird: Die bösen Aliens sind wieder da. Alte und neue Helden ziehen vereint in den Kampf.

Asien kracht auf London

Stolze zwanzig Jahre ist es her, dass „Independence Day“ zum Blockbuster des Jahres avancierte und Hauptdarsteller Will Smith zum Superstar aufstieg. Noch länger hätte man mit der lang geplanten Fortsetzung allerdings kaum warten dürfen. Sieht man das finale Ergebnis, hätte man sich den zweiten Teil nach all den Jahren auch sparen können. Im heutigen Kinozeitalter braucht kein US-Präsident mehr heroisch in den Kampfjet zu steigen, um den Aliens persönlich den Hintern zu versohlen. Diese Aufgabe haben inzwischen Superhelden übernommen. Thor, Hulk oder Captain America heißen die Helden, die heutzutage die Erde vor der drohenden Zerstörung durch außerirdische Lebensformen beschützen.

Independence_Day-2-2

Levinson kennt sich mit Aliens inzwischen bestens aus

Demzufolge wirken Emmerichs Untergangsvisionen in der „Independence Day“-Fortsetzung arg beliebig. Klar, sehen seine CGI-Zerstörungsorgien wieder mal spektakulär aus – unter anderem hebt das riesige Alien-Raumschiff, welches mit einer Spannweite von 5000 Kilometern bedrohlich einen Großteil des Planeten Erde verdunkelt, bei seiner Landung kurz mal den gesamten asiatischen Kontinent aus dem Meer und lässt ihn auf London krachen. Aber ein wirklicher „Wow“-Effekt bleibt in diesen Szenen aus. Zurzeit ist die digitale Inszenierung des Weltuntergangs eben im Kino allgegenwärtig.

Will Smith wird schmerzlich vermisst

Ob es wirklich seine horrenden Gagenforderungen waren, weshalb Will Smith als Captain Steven Hiller nicht in „Independence Day – Wiederkehr“ mitmachen durfte? Das sei dahingestellt. Er wird im Sequel auf jeden Fall schmerzlich vermisst. Keiner der neuen Jungstars verfügt über seinen schlagkräftigen Charme. Ausgerechnet Jessie T. Usher bekommt als sein Filmsohn nicht viel mehr zu tun als über den Unfalltod seines Vaters zu trauern und ein paar Aliens abzuballern. Für Usher sind Smiths Fußstapfen mehr als zu groß.

Independence_Day-2-3

Jake macht sich kampfbereit

Liam Hemsworth hingegen versprüht als eigensinniger Kampfpilot Jake Morrison wenigstens ein wenig Heldenmut. Aber im Grunde verharrt der Australier in seinen bewährten Rollenmustern, welche er auch in der „Die Tribute von Panem“-Reihe präsentiert hat. „It Follows“-Schönheit Maika Monroe ersetzt zudem Mae Whitman als Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Whitmore. Sie bemüht sich redlich, ihre Figur bleibt aber wie alle anderen ebenfalls eindimensional und klischeebeladen.

Independence_Day-2-4

Ex-US-Präsident Whitmore wird doch nicht erneut in den Kampfjet steigen, oder?

Wenn Smith mit seinen coolen Sprüchen fehlt, müssen die Altstars Judd Hirsch und Jeff Goldblum als stets grantelndes Vater-Sohn-Gespann doppelte Arbeit leisten. Gemeinsam mit dem eigentlich nach dem ersten Teil für tot geglaubten Brent „Data“ Spiner als Dr. Okun sorgen sie mit selbstironischen Sprüchen für ein paar Schmunzler. Aus dem Originalcast sind in der Fortsetzung ansonsten noch Bill Pullman, Vivica A. Fox, John Storey und der im Dezember 2015 verstorbene Robert Loggia in kleineren und größeren Rollen vertreten. Wenigstens der Nostalgiefaktor funktioniert bei „Independence Day – Wiederkehr“.

Kommt ein dritter Teil?

Der unspektakulären Handlung mit zahlreichen Logiklöchern hilft dies allerdings nicht viel weiter. Zwar werden jetzt einige sagen, dass Story und Figurenzeichnung bei einem Emmerich-Film doch eigentlich zweitrangig sind. Aber selbst bei einem Popcorn-Sommer-Blockbuster darf man da doch etwas mehr erwarten. In „2012“ und „The Day After Tomorrow“ hat das doch auch passabel funktioniert.

Wenigstens ist das große Finale gelungen. Das Design der Alien-Königin sieht ziemlich gut aus. Zudem wird eine interessante Ausgangslage für einen potenziellen dritten Teil gelegt. Falls dann der „Master of Desaster“ wieder zur alten Form zurückfinden sollte, darf es auch gern weniger als zwanzig Jahre bis zur nächsten Alien-Invasion dauern.

Independence_Day-2-5

Dr. Okun ist nach zwanzig Jahren im Koma wieder topfit – nur der Friseur hatte keine Zeit für ihn

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roland Emmerich sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jeff Goldblum und Bill Pullman unter Schauspieler.

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Independence Day – Resurgence
USA 2016
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Nicolas Wright, James A. Woods, Dean Devlin, Roland Emmerich, James Vanderbilt
Besetzung: Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Maika Monroe, Jessie T. Usher, Bill Pullman, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Charlotte Gainsbourg
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Battleforce – Angriff der Alienkrieger: Mockbuster-Fans aller Länder, vereinigt euch!

Battleforce-Cover

Independence Daysaster

Von Volker Schönenberger

SF-Action // Ein sonniger 4. Juli, eine US-Kleinstadt bereitet sich auf die Feier des Unabhängigkeitstags und den Besuch von Präsident Sam Garcette (Tom Everett Scott) vor. Dazu kommt es nicht – riesige, Bohrern ähnliche Objekte schrauben sich aus der Erde, gleichzeitig entern unbekannte Fluggeräte den Luftraum der Vereinigten Staaten, später erfahren wir: den der gesamten Erde. Garcettes Helikopter wird abgeschossen, der Präsident kann sich mit Müh und Not retten. Er schlägt sich zu einem abgelegenen Farmhaus durch. Dort hausen glücklicherweise der talentierte Blogger und Hacker Todd (Iain Belcher), der alsbald seine technisch nicht minder begabte Freundin Leni (Grace Sherman) zu Hilfe holt. Können die beiden Garcette mit seinem Stab in Verbindung setzen, bevor der inkompetente Vizepräsident Brubaker (Garwin Sandford) alles in den Sand setzt?

Battleforce-16

Riesen-Jo-Jos greifen an

Da das hochgerüstete Militär gegen die technisch überlegenen Angreifer keine Chance hat, obliegt es einer kleinen Gruppe von Normalos, den Invasoren Einhalt zu gebieten. Nun gut, es sind nur Halb-Normalos: Feuerwehrmann Pete Garcette (Ryan Merriman) ist der Bruder des Präsidenten, zudem hat er dessen Sohn Andrew (Keenan Tracey) dabei. Dann ist da noch Celia Lehman (Emily Holmes), die sich beruflich ohnehin mit der Suche nach außerirdischer Intelligenz befasst, sowie Eliza (Andrea Brooks), die sich für Physik interessiert. Das prädestiniert den kleinen Trupp geradezu, eine Waffe gegen die Eindringlinge zu finden.

Schauen wir auf den Originaltitel: „Independence Daysaster“. An welchen Blockbuster von Mitte der 90er-Jahre erinnert dieses billige Wortspiel nur? Kleiner Tipp: Er beginnt mit „Independence“ und endet mit „Day“. Dass riesige Objekte aus der Erde emporwachsen, erinnert wohl auch nur rein zufällig an Steven Spielbergs „Krieg der Welten“. An sich ist für Mockbuster wie diesen die Billigproduktions-Schmiede „The Asylum“ zuständig. Die wäscht ihre Hände aber ausnahmsweise in Unschuld. Als Produktionsfirma zeichnet „Independence Day Productions“ aus Kanada verantwortlich. Deren visuelle Effekte sind immerhin in Hochglanz – bei „The Asylum“ sieht ja vieles schwammig und unscharf aus.

Battleforce-03

Die Invasoren verwüsten die Städte

Es ist offenbar eine Auftragsarbeit für den US-Fernsehsender Syfy, der sich im Trash-Sektor mittlerweile einen Namen gemacht hat. Ob das ein guter oder schlechter Name ist, sei dahingestellt. „Sharknado“ und ähnlicher Müll hat ja seine Fans.

Story, Action, Dramaturgie, Schauspiel, Tricks, Soundtrack – an einem Streifen wie diesem ist alles billig. Trash nennt sich das, Müll eben. Kann man sich „Battleforce – Angriff der Alienkrieger“ schöntrinken? Natürlich kann man das, wie man sich vieles schöntrinken kann. Alkohol ist nicht immer keine Lösung. Aber bevor über „Die Nacht der lebenden Texte“ ein Shitstorm der Koalition „Anonyme Alkoholiker meet Straight Edge“ hereinbricht: Man lade sich einige Freunde ein, setze eine große Kanne Kamillentee auf und reiche etwas Blätterteig-Gebäck – schon steht dem cineastischen Filmgenuss einer außerirdischen Invasion nichts mehr im Weg.

Veröffentlichung: 9. Januar 2014 als Blu-ray, 3D Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Independence Daysaster
KAN 2013
Regie: W. D. Hogan
Drehbuch: Sydney Roper, Rudy Thauberger
Besetzung: Andrea Brooks, Emily Holmes, Ryan Merriman, Casey Dubois, Jill Teed
Zusatzmaterial: Trailer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2014 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2014 Tiberius Film

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: