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Foxtrot Six – Indonesien dreht wieder auf

Foxtrot Six

Von Volker Schönenberger

SF-Actionthriller // Die globale Erwärmung als Aufhänger eines kernigen Actionfilms – warum nicht? In dem indonesischen Kracher „Foxtrot Six“ hat als Executive Producer (ausführender Produzent) sogar Mario Kassar seine Finger im Spiel, der diese Funktion immerhin auch bei den ersten drei „Rambo“-Filmen, dem zweiten bis vierten Teil der „Terminator“-Reihe, „Red Heat“, „Total Recall – Die totale Erinnerung“ „Universal Soldier“, „Stargate“ und anderen modernen Klassikern des Genres ausübte. Ein wenig Vorfreude ist somit berechtigt, zumal Actionfans bei der Nennung von Indonesien seit „The Raid“, „The Raid 2“ und „Headshot“ ohnehin hellhörig werden.

Große Liebe: Sari

Der Drehbuchautor und Regisseur Randy Korompis ist ungleich unerfahrener als Mario Kassar: „Foxtrot Six“ stellt sein Debüt dar. Nach einem Prolog im Hier und Heute springt die Handlung ins Jahr 2031. Die Auswirkungen des Klimawandels haben auf fatale Weise um sich gegriffen. Dürren und Naturkatastrophen haben die Lebensmittelpreise explodieren lassen. Fruchtbare Böden sind weltweit zur Mangelware geworden. Indonesien ist davon nicht betroffen, weshalb der Staat zur Supermacht aufgestiegen ist. Damit einher geht ein Höchstmaß an Korruption: Schamlos bereichern sich die Mächtigen der Regierungspartei „Piranas“ auf Kosten der hungernden Bevölkerung.

Attacke gegen die Rebellen

Der ehemalige Elitesoldat Angga (Oka Antara, „The Raid 2“) hat sich seinerzeit an der Revolution von „Piranas“ beteiligt, die Präsident Indra (Miller Khan) stürzte und den korrupten Präsidenten Barona (Willem Bevers) installierte. Angga hat es bis zum Abgeordneten gebracht. Seine große Liebe Sari Nirmala (Julie Estelle) war einst spurlos verschwunden, er glaubt sie tot. Auf einer konspirativen Sitzung schlägt Angga Präsident Barona und den Piranas-Vorständen einen Schlag gegen die Rebellenbewegung „Reform“ vor. Er erhält die Zusage, den Special-Ops-Einsatz selbst zu führen. Doch dann kommt alles ganz anders. Ehe Angga es sich versieht, ist er Teil der Rebellion geworden und trommelt seine alten Kampfgefährten Oggi (Verdi Solaiman), Bara (Rio Dewanto), Spec (Chicco Jerikho), Tino (Arifin Putra) und Ethan (Mike Lewis) zusammen. Können Barona und Piranas gestürzt werden?

Angga (M.) will das Piranas-Regime stürzen

Das politisch-gesellschaftliche Szenario ist als Hintergrund zügig etabliert, im Anschluss braucht es ein wenig, bis es mit einer furiosen Szene eines mit Speer bewehrten Kämpfers im ihn nahezu unsichtbar machenden Tarnmantel in die Vollen geht. Eine ungemein beeindruckende Sequenz, in deren Folge es erst einmal wieder etwas ruhiger vorangeht. Die Tempowechsel sind nicht immer stimmig geraten, nehmen dem Film Fahrt. Das lässt „Foxtrot Six“ aber im Gegenzug von einem reinen Actioner zum Actionthriller werden. Bemerkenswert, dass ein Actionfilm aus einem Land mit einer noch längst nicht vollständig aufgearbeiteten jüngeren Vergangenheit wie Indonesien solche gesellschaftlichen Themen aufgreift – das erfordert sicher mehr Mut als hierzulande. Wer sich dafür interessiert, sei auf die Dokus „The Act of Killing“ (2012) und „The Look of Silence“ (2014) verwiesen.

Futuristische Action

Aufgrund des Szenarios in der nahen Zukunft und einiger futuristischer Elemente wie dem erwähnten Tarnmantel und Kampfeinheiten im Mecha-Anzug kommt auch die Science-Fiction zu ihrem Recht. Die Action besteht aus einer Mischung aus Schusswechseln, Martial Arts und dem Einsatz von Hieb- und Stichwaffen. Das schmerzt einige Male beim Zuschauen doch sehr. Die titelgebenden „Foxtrot Six“ können und müssen jedenfalls einiges einstecken. Gestorben wird viel auf beiden Seiten.

Auf in den Kampf

Der Verschwörungs- und Gegenverschwörungs-Plot wirkt nicht unbedingt logisch und durchdacht, aber damit konnte ich gut leben. Der Seitenwechsel von Angga erfolgt recht unvermittelt, obgleich erwartbar, da er als zwar korrumpiert, aber doch im Kern nicht schlecht charakterisiert wird. Als Antagonist Wisnu macht Edward Akbar eine gute Figur. Einen großen Wermutstropfen bildet aber die Tatsache, dass Julie Estelle als Sari völlig verschenkt wird. Sie dient letztlich nur dem Zweck, Angga mit etwas (okay: reichlich) Melodram zu bestücken. Wer Estelle als „Hammer Girl“ in „The Raid 2“ gesehen hat, weiß, wozu die Gute fähig ist.

Auch unterhalb von „The Raid“ ist Raum

„The Raid“ und „The Raid 2“ bleiben auf dem Actionthron, an diese beiden Großtaten reicht „Foxtrot Six“ nicht heran. Aber darunter ist ja reichlich Platz für packende Produktionen, und zu denen gehört das Werk ohne Zweifel. Eine Midcredit-Szene deutet die Möglichkeit einer Fortsetzung an. Ich würde sie schauen.

Es geht erbittert zu

Veröffentlichung: 18. November 2021 als Video on Demand, 26. November 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Foxtrot Six
INDO/USA 2019
Regie: Randy Korompis
Drehbuch: Randy Korompis
Besetzung: Oka Antara, Verdi Solaiman, Chicco Jerikho, Rio Dewanto, Arifin Putra, Mike Lewis, Miller Khan, Edward Akbar, Julie Estelle, Norman R. Akyuwen, Cok Simbara, Godfred Orindeod, Willem Bevers, Aurélie Moeremans, Ario Prabowo
Zusatzmaterial: deutscher Trailer, Wendecover
Label: SquareOne Entertainment
Vertrieb: Leonine

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2021 SquareOne Entertainment

 

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Gewinnspiel: Valentine – The Dark Avenger – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Eine junge Kellnerin wird aufgrund ihrer Martial-Arts-Fähigkeiten von einem Filmregisseur zur Heldin seines Superheldenfilms erkoren. Zuvor gilt es, einige Schurken dingfest zu machen. Die Busch Media Group hat die indonesische Comic-Verfilmung „Valentine – The Dark Avenger“ (2017) kürzlich fürs Heimkino veröffentlicht und uns je eine Blu-ray und DVD zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 20. September 2020, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray bzw. DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Jens,
– Nico Kreisz.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Valentine – The Dark Avenger“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

 

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Valentine – The Dark Avenger: Auch Indonesien hat seine Superheldin

Valentine

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Ein Comic-Verlag, der zwecks Verfilmung seiner Kreationen eigens eine Filmproduktionsfirma gründet – das kennt man von Marvel Comics. Warum nicht dieses Erfolg versprechende Konzept übernehmen? Das dachte man sich offenbar auch beim indonesischen Skylar Comics und hob vor mehr als zehn Jahren Skylar Films aus der Taufe. Eine der erfolgreichen Comic-Heldinnen ist Valentine, die in der fiktiven Metropole Batavia City für Recht und Ordnung sorgt, 2017 in die indonesischen Kinos kam und nun hierzulande auf Blu-ray und DVD erscheint.

Srimaya, Bono und Wawan (v. l.) entwickeln gemeinsam …

Zur Handlung: Batavia City ächzt unter der Last des Verbrechens. Nun taucht auch noch der gnadenlose maskierte Superschurke Shadow auf der Bildfläche auf. An sich eine gute Zeit für Helden, doch der Filmemacher Bono (Matthew Settle) findet einfach keine Produzenten für seinen Actionstreifen um eine Superheldin. Also fasst er den Plan, das Projekt in Eigenproduktion umzusetzen. Seine Protagonistin findet er durch Zufall im Restaurant, wo er Zeuge wird, wie die Kellnerin Srimaya (Estelle Linden) ein paar üble Gesellen schlagkräftig in die Schranken weist.

Batavia Citys Schurken müssen zittern

Die junge Frau lässt sich zügig überreden, die Rolle von Valentine zu übernehmen. Als eine Art virales Marketing soll sie im Vorfeld der Dreharbeiten in Batavia City Schurken dingfest machen. Bonos Kumpel Wawan (Arie Dagienkz) kommt die Aufgabe zu, Srimaya ein Valentine-Kostüm zu schneidern, ihre Aktionen zu filmen und die Videos im Internet zu verbreiten. Bald gelingen Valentine einige Erfolge, sodass Bevölkerung und Medien auf sie aufmerksam werden. Und dann ist da natürlich noch Shadow …

… die Superheldin Valentine

„Valentine – The Dark Avenger“ geht weniger als Epigone des Marvel Cinematic Universe durch, sondern tritt eher in die Fußstapfen der Actionkomödie „Kick-Ass“ (2010) und ihrer 2013er-Fortsetzung „Kick-Ass 2“, ohne allerdings den Gewaltgrad der beiden zu erreichen. Action und Kampfeinlagen gibt es aber zur Genüge, sie sind nur vergleichsweise unblutig inszeniert worden.

Pencak Silat und Parkour

Gekämpft wird im indonesischen Martial-Arts-Stil Pencak Silat, der bereits in den Action-Granaten „The Raid“ (2011) und „The Raid 2“ (2014) zum Einsatz kam. Die schlagkräftigen Duelle sind ansprechend choreografiert, auch eine schöne Parkour-Einlage und eine Kleinbus-Verfolgungsjagd inklusive Schlägerei gibt es zu bewundern.

Es gilt, Halunken zu vermöbeln

Die beiden „Valentine“-Regisseure Ubay Fox und Agus Pestol fügen dem Superhelden-Sujet einen erfrischenden neuen Beitrag hinzu, der zwar nichts grundlegend Neues bietet, aber eigenständig genug geraten ist und auch eine Prise Tragik bereithält. Die Heldin ist grundsympathisch und bekommt es sogar mit ein paar toughen Gegnerinnen aus Shadows Entourage zu tun – ein angenehmer femininer Aspekt. Zum Finale kommt es sogar zu einer überraschenden kleinen Wendung, welche die Story passend abrundet.

Shadow wartet

„Kick-Ass“ und die beiden „The Raid“-Filme halte ich für deutlich stärker, aber „Valentine – The Dark Avenger“ macht Lust auf weitere Abenteuer der Titelheldin. Das ist nicht das Ende meiner Geschichte. Das ist erst der Anfang. Mit diesen Worten endet der Film. Ob ein Sequel in Vorbereitung ist, entzieht sich jedoch meiner Kenntnis. Welche Superheldenfilme jenseits des Marvel Cinematic Universe und des DC Extended Universe könnt Ihr empfehlen?

Veröffentlichung: 14. August 2020 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Englisch/Indonesisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Valentine
INDO 2017
Regie: Ubay Fox, Agus Pestol
Drehbuch: Beby Hasibuan
Besetzung: Estelle Linden, Matthew Settle, Arie Dagienkz, Ahmad Affandy, Sasky Aisyawara, Mega Carefansa, Indra Birowo, Marcell Domits
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos, Packshot & Trailer: © 2020 Busch Media Group

 
 

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