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The Kingdom of Dreams and Madness – Studio Ghibli von innen

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Yume to kyôki no ôkoku

Von Matthias Holm

Dokumentation // Es ist immer noch schwer zu glauben, dass mit „Erinnerungen an Marnie“ für lange Zeit erst einmal der letzte Film aus dem traditionsreichen Studio Ghibli bereits in den hiesigen Regalen steht. Für die Fans gibt es nun aber Nachschub in Form der Dokumentation „The Kingdom of Dreams and Madness“.

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Hier entstehen Meisterwerke

Der Film verfolgt die Zeit während der Produktion von Hayao Miyazakis letztem Film „Wie der Wind sich hebt“. Es gibt Einblicke in das Leben der wichtigsten Mitarbeiter, wir bekommen von ihnen Kommentare zu etlichen Themen. Leider konzentriert sich Regisseurin Mami Sunada dabei sehr auf ihre Protagonisten – vom eigentlichen Arbeitsprozess der Entstehung eines Anime-Films bekommt man nur rudimentär etwas mit.

Hayao Miyazaki – ein sympathischer Pessimist

Interessant sind die Aussagen vom Meister Hayao Miyazaki persönlich. Während des Films bekommt man den Eindruck, der Kopf hinter Filmen wie „Prinzessin Mononoke“ sei – bei aller Sympathie – ein Pessimist, wenn er zum Beispiel über die Nachwirkungen des Tōhoku-Erdbebens 2011 und der damit einhergehenden Nuklearkatastrophe von Fukushima redet. An einer Stelle erwähnt er gar, er sei ein überholtes Model – Miyazaki mag das 21. Jahrhundert nicht, er ist ein Mann des 20. Jahrhunderts.

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Die Morgengymnastik darf nicht fehlen

Immer wieder gibt es schöne Momente zu beobachten. Am spaßigsten ist es, wenn bei einer Sitzung über die Stimme der Hauptfigur aus „Wie der Wind sich hebt“ diskutiert wird – und man eher zufällig auf „Evangelion“-Macher Hideaki Ano kommt. Oder aber die Auftritte der Studiokatze, die von allen Mitarbeitern stets gestreichelt wird und sich überall im Gebäude aufhalten darf.

Doku ohne Synchronfassung

Dabei ist vor allem der Schnitt bemerkenswert. Sunada präsentiert ihre Bilder bedächtig und ruhig, schafft es aber, durch kleinere Spielereien, wie das Zusammenschneiden gegensätzlicher Sequenzen, jederzeit einen hohen Unterhaltungsfaktor zu wahren. So liefert sie einen besseren Film ab als der ähnlich gelagerte „Jiro und das beste Sushi der Welt“. Einziger Wermutstropfen der Veröffentlichung: Der Film ist nicht synchronisiert worden, des Japanischen unkundige Zuschauer müssen auf die deutschen Untertitel zugreifen. „The Kingdom of Dreams and Madness“ ist zwar kein Ersatz für einen neuen Animationsfilm von Ghibli, bietet aber gute und aufschlussreiche Unterhaltung.

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Nach Fertigstellung eines Films knallen die Korken

Veröffentlichung: 27. Mai 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 118 Min. (Blu-ray), 113 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Yume to kyôki no ôkoku
JAP 2013
Regie: Mami Sunada
Drehbuch: Mami Sunada
Zusatzmaterial: Kurzfilm, Ushiko erkundet! Nur Blu-ray: 4-seitiges Coverpack, Schuber
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Universum Film

 

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Meine Nachbarn die Yamadas – Der japanische Alltag

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Hôhokekyo tonari no Yamada-kun

Von Matthias Holm

Anime-Familienkomödie // „Sperrig“ ist nicht unbedingt ein Wort, mit dem die Filme des Studios Ghibli häufig beschrieben werden. Selbst abstruse Werke wie „Pom Poko“ bieten durch ihr Aussehen und den Humor immer noch einen leichten Zugang. Doch interessanterweise ist „Meine Nachbarn die Yamadas“ von Isao Takahata („Die letzten Glühwürmchen“) genau das: sperrig.

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Familie Yamada

Üblicherweise gehört zu einer Rezension eine Zusammenfassung des Plots des besprochenen Films. In diesem Fall aber gibt es schlichtweg keinen. „Meine Nachbarn die Yamadas“ zeigt den Alltag einer japanischen Familie, vom Essen über das Einkaufen bis hin zum Baseball spielen mit dem Sohnemann, gelegentlich unterlegt mit Haikus des Dichters Matsuo Bashō.

Ein Batzen an japanischer Kultur

Regisseur Takahata webt viele japanische Gepflogenheiten in den Film. Dies ist dann auch der Grund, weshalb der Film nicht für jedermann geeignet ist. Wer sich nicht mal im Ansatz mit der japanischen Kultur auseinandergesetzt hat oder bestimmte Dinge kennt, der wird bei „Meine Nachbarn die Yamadas“ auf der Strecke bleiben.

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An diesem Bild ist alles merkwürdig

Die titelgebende Familie wird ganz nüchtern betrachtet, mit kleinen Auf und Abs und manchen humoristischen Übertreibungen. Wenn der Vater allerdings erzählt, er habe seine Tochter beim Bambus-Sammeln in einem Bambus gefunden, dann werden es wohl nur wenige Japan-affine Menschen verstehen – und diejenigen, die „Die Legende der Prinzessin Kaguya“ vom selben Regisseur gesehen haben.

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Gemeinsam durchs Leben …

Auch der Zeichenstil regt nicht unbedingt zum Staunen an. Im Gegensatz zu den farbenfrohen und genau gezeichneten Filmen – wie zum Beispiel „Porco Rosso“ – verwendet Takahata viele grobe Hintergründe, vor denen seine Figuren eher aussehen wie Skizzen – der Film wirkt wie die Wachsmal-Zeichnungen eines kleinen Kindes. Für Kenner des Genres ist das eine willkommene Abwechslung zu den ansonsten gängigen Zeichenstilen, auf den Rest der Zuschauer wird dies befremdlich wirken.

Für Fortgeschrittene

„Meine Nachbarn die Yamadas“ ist als Einstieg in die Welt der Animes nicht geeignet. Dafür setzt er zu viel Vorwissen voraus. Wer sich allerdings mehr mit Japan beschäftigt hat, wird hier wie bei fast allen anderen Ghibli-Filmen auch seinen Spaß haben. Ein Anime für Fortgeschrittene.

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… und durch die Kohlfelder

Veröffentlichung: 20. Mai 2016 als Blu-ray (Studio Ghibli Blu-ray Collection), 24. Juli 2015 als DVD (Special Edition), 2. Juni 2008 als DVD (Studio Ghibli DVD Collection)

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Hôhokekyo tonari no Yamada-kun
JAP 1999
Regie: Isao Takahata
Drehbuch: Isao Takahata, nach einem Manga von Hisaichi Ishii
Zusatzmaterial: Japanische Original-Trailer & TV-Spots, Promotion Filme, Storyboards zum kompletten Film (Bildergalerie), nur Blu-ray: 3 Postkarten (nur Erstauflage), NTV Special, Studio Ghibli Trailershow, 4-seitiges Coverpack, Schuber
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

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Szenenbilder & Packshots: © 2016 Universum Film

 

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Pom Poko – Wandelbare Hodensäcke

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Heisei tanuki gassen ponpoko

Von Matthias Holm

Anime-Märchen // Eine Ära geht zu Ende. Mit „Erinnerungen an Marnie“ erscheint im März der vorerst letzte Film von Studio Ghibli bei uns für das Heimkino. Es passt also perfekt, dass Universum jetzt die fehlenden Filme auf Blu-ray veröffentlicht. Während die großen Titel wie „Prinzessin Mononoke“ und „Chihiros Reise ins Zauberland“ bereits seit einiger Zeit erhältlich sind, kommen nun die unbekannten Titel in den Handel – einer davon ist Isao Takahatas „Pom Poko“.

Menschen gegen Marderhunde

Die Menschen in Tokio brauchen immer mehr Wohnraum und so wird mit der Zeit immer mehr Natur in den Außenbezirken bebaut. Allerdings wissen sie nicht, dass in den Wäldern eine Menge Marderhunde leben. Die sind gar nicht scharf drauf, ihren Lebensraum herzugeben, und versuchen mit allen Mitteln, ihr Revier zu verteidigen.

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Gonta ist bereit für den Kampf

Eines sollte man über „Pom Poko“ wissen – es ist einer der wohl merkwürdigsten Filme aus dem Studio Ghibli, gerade für diejenigen, die sich nicht mit japanischer Mythologie auskennen. Auf die wird nämlich immer wieder eingegangen, seien es Legenden wie die von Prinzessin Kaguya oder eben die Marderhunde.

Was man aus Hodensäcken alles machen kann

Den Legenden nach können sich die Tiere nach Belieben verwandeln – so sind sie in der Lage, den Menschen Streiche zu spielen. In „Pom Poko“ benutzen die Marderhunde, oder auch Tanuki, diese Fähigkeit, um die Bauarbeiten zu sabotieren. Dabei kommen auch immer wieder ihre übergroßen Hodensäcke zum Einsatz. Die können sich separat in andere Dinge verwandeln oder ausgebreitet als Trampolin und Gleitschirm dienen.

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Buddha bebaut Berge

Klingt albern? Ist es auch. Takahata scheint sich der Skurrilität seiner Hauptfiguren bewusst zu sein. So ist „Pom Poko“ kein Film, der sich durch eine besonders interessante Story auszeichnet. Das typische Motiv Mensch gegen Natur wird immer wieder aufgegriffen und gelegentlich schlägt der Film auch düstere Töne an. Aber viel mehr lebt der Film von seiner Optik.

Alt, aber hübsch

Takahata vermischt wild verschiedene Zeichenstile, was vor allem am Anfang verwirrend sein kann. Doch sobald man sich akklimatisiert hat, verzückt „Pom Poko“ immer wieder. Seien es einzelne Verwandlungen oder die häufig vorkommenden Massenszenen, selbst für heutige Verhältnisse ist der inzwischen 22 Jahre alte Film immer noch wunderschön. Highlight ist eine von den Marderhunden inszenierte Geisterparade, zu deren Beginn man sogar Kiki und Totoro aus anderen Studio-Ghibli-Produktionen entdecken kann

„Pom Poko“ ist kein Film für Jedermann. Dafür ist der Humor zu abgedreht und zu viel Vorwissen wird vorausgesetzt. Außerdem ist der Film auch nichts für kleinere Zuschauer – dafür sterben so viele der niedlichen Tierchen und das Ende ist zu bedrückend. Freunde japanischer Mythen oder Liebhaber hübscher Anime-Optik werden an „Pom Poko“ aber ihre Freude haben.

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Verwandlung will geübt sein

Veröffentlichung: 19. Februar 2016 als Blu-ray, 25. September 2015 als DVD

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Heisei tanuki gassen ponpoko
JAP 1994
Regie: Isao Takahata
Drehbuch: Isao Takahata
Zusatzmaterial: Storyboards zum kompletten Film, Japanische Original-Trailer, Studio Ghibli Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

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Fotos & Packshots: © 2015/2016 Universum Film

 
 

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