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Gangland – Cops unter Beschuss: Wenn Polizisten morden

Gang Related

Von Volker Schönenberger

Thriller // Einmal mehr bietet ein deutscher Filmtitel Anlass zur Kritik: „Gangland – Cops unter Beschuss“ deutet einen Plot an, in welchem Polizisten in einem von kriminellen Gangs kontrollierten Gebiet in eine ausweglose Situation geraten. Der Originaltitel passt erheblich besser, da die korrupten und mörderischen Polizisten ihre Taten als „Gang Related“ (Bandenkriminalität) zu den Akten legen.

Kriminell und mörderisch: die Detectives Divinci und Rodriguez

Diese kriminellen Cops – das sind Detective Franklin „Frank“ Divinci (James Belushi) und Detective Jacob „Jake“ Rodriguez (Tupac Shakur), die ihren Dienst tun und ihr Unwesen treiben. Beide brauchen Geld: Frank träumt von einem Leben auf Hawaii, Jake steht bei einem Kredithai mit Spielschulden in der Kreide. Mit fingierten Drogengeschäften locken die beiden reihenweise Dealer in die Falle und legen sie um. Die dafür erforderlichen Drogen und Waffen entnehmen sie leihweise der polizeilichen Asservatenkammer.

Mord an einem Kollegen

Der Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht: Eines ihrer Opfer entpuppt sich als Undercover-Agent der DEA. Die US-Drogenbehörde ist aufgrund von dessen verdeckten Ermittlungen auch bereits auf die Mordserie unter Dealern aufmerksam geworden. Um aus der Schusslinie zu kommen, versuchen Frank und Jake auf Teufel komm raus, den Mord an dem DEA-Mann einem Unschuldigen in die Schuhe zu schieben. Dabei treffen sie eine unglückliche und falsche Entscheidung nach der anderen.

Die beiden Cops suchen einen Sündenbock

Als renommierter Strafverteidiger tritt James Earl Jones („Die große weiße Hoffnung“) in Erscheinung. In einer zentralen Nebenrolle als vom Leben gebeutelter Obdachloser Joe Doe ist Dennis Quaid („The Day After Tomorrow“) zu sehen, den ich zuvor gar nicht mit derlei Rollen in Verbindung gebracht habe, der seine Sache aber ausgesprochen gut macht und dem Thriller eine gute Portion Drama hinzufügt.

Gedreht in Los Angeles, doch der Handlungsort bleibt vage

„Gang Related“ hat Stil und wartet mit pulsierender urbaner Spannung auf, während wir verfolgen, wie sich die beiden kriminellen Cops beim Versuch, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, immer weiter reinreiten. Dass die beiden Protagonisten – trotz Skrupel bei Jake – keine Sympathieträger sind, gleicht besagter Joe Doe locker aus. Sein tragisches Schicksal liefert die nötige Bindung an eine Figur. Umso entspannter und gespannter können wir uns Frank und Jake zuwenden und verfolgen, was die beiden im Großstadtdschungel anrichten. Mit vorzüglichem Produktionsdesign samt düsterer und verregneter Straßenschluchten lebt der Thriller von seiner Neo-Noir-Atmosphäre. Gedreht wurde in Los Angeles, aber unter Verzicht auf Lokalkolorit. Der Handlungsort wird nie genannt und bleibt vage – eine gute Entscheidung, das lässt „Gang Related“ ein wenig mythisch wirken. Dazu trägt auch der weitgehende Verzicht auf grelle Farben bei. Die vorherrschende Kolorierung mit vielen Braun- und Grautönen gibt dem Werk sogar etwas Nähe zum klassischen Film noir. Ein vier Monate nach den Hauptereignissen angesiedelter Epilog wirkte auf mich etwas herangeklatscht, das Finale hätte ich mir runder gewünscht. Aber vielleicht bin ich da auch geschmäcklerisch.

An den Kinokassen ein Flop

Bei der zeitgenössischen Kritik und dem Publikum kam der Thriller offenbar nicht allzu gut an. Mir unbegreiflich, womöglich mit einer Übersättigung an Cop- und Buddy-Actionthrillern in den ausgehenden 90er-Jahren zu erklären.

Der 1954 in Chicago geborene James Belushi hatte seine größte Zeit in den 1980er-Jahren. Am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben ist mir seine Rolle als Arnold Schwarzeneggers Sidekick in Walter Hills Buddy-Actionkomödie „Red Heat“ (1988). 1986 war der kleine Bruder von John Belushi („Blues Brothers“) im Kino in Oliver Stones Politthriller „Salvador“ und dem Grusical „Der kleine Horrorladen“ von Frank Oz zu sehen. Zu seinen bekanntesten Rollen zählt die als auf den Hund gekommener Cop in „Mein Partner mit der kalten Schnauze“ (1989), ein Part, den er auch in den beiden Sequels ausfüllte. Seit jeher auch fürs Fernsehen tätig, macht dies seit den 90ern den Großteil seiner Engagements aus. Sein bislang letzter Auftritt in einer größeren Kinoproduktion war eine Nebenrolle in Roman Polanskis Krimidrama „Der Ghostwriter“ (2010).

Die Schlinge zieht sich zu – was tun?

Für den Rapper Tupac Shakur markierte „Gang Related“ seinen letzten Auftritt auf der Kinoleinwand. Er starb am 13. September 1996 im Alter von 25 Jahren in Las Vegas an den Folgen mehrerer Schussverletzungen, die er sechs Tage zuvor erlitten hatte. Bis heute konnte kein Täter des Anschlags ermittelt werden. Die Dreharbeiten zu dem Actionkrimi lagen wenige Monate zurück, der Film wurde daraufhin ihm gewidmet.

Mediabook mit Blu-ray und DVD

Regisseur und Drehbuchautor Jim Kouf („Im Tresor ist die Hölle los“) hat lediglich vier Kinofilme und zwei Folgen der Serie „Grimm“ inszeniert. „Gangland – Cops unter Beschuss“ stellt seine bekannteste und wohl auch beste Arbeit dar. Zwei üble Typen in den Fesseln ihrer eigenen Taten – das ist wunderbares Neo-Noir-Kino und hier in Deutschland völlig unverdient bislang viel zu sehr unter dem Radar gelaufen. Aufgrund des Misserfolgs an den US-Kinokassen kam der Thriller hierzulande gar nicht erst in die Kinos, sondern erschien direkt auf VHS, wo er ein kümmerliches Dasein fristete. Das hat sich nun mit dem Mediabook von justbridge entertainment glücklicherweise geändert – parallel hat das Label den Film auch auf DVD veröffentlicht. Die Bildqualität gefällt mir gut, beim Ton die deutsche Synchronisation besser als die Original-Tonspur. Für das Booklet des Mediabooks beauftragte justbridge mit Christoph N. Kellerbach einen erfahrenen Autor, dessen Text die Edition erwartungsgemäß aufwertet. Bedauerlicherweise finden sich auf den Discs weder deutsche noch englische Untertitel – einziger Makel einer ansonsten gelungenen Veröffentlichung.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dennis Quaid haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. November 2020 als 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD) und DVD

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Gang Related
USA 1997
Regie: Jim Kouf
Drehbuch: Jim Kouf
Besetzung: James Belushi,Tupac Shakur, Lela Rochon, Dennis Quaid, James Earl Jones, David Paymer, Wendy Crewson, Gary Cole, Terrence Carson, Brad Greenquist, James Handy, Kool Moe Dee, Victor Love, Robert LaSardo, Perry Anzilotti
Zusatzmaterial Mediabook: Featurette „The Shining Soul of Tupac Shakur“ (9:26 Min.), Originaltrailer, 20-seitiges Booklet mit einem Text von Christoph N. Kellerbach
Zusatzmaterial DVD: Wendecover
Label: justbridge entertainment
Vertrieb: Rought Trade Distribution

Copyright 2020 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & unterer Packshot: © 2020 justbridge entertainment

 

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Thief – Der Einzelgänger: Der amerikanische Traum im Verbrechen

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Thief

Von Simon Kyprianou

If somebody asked me, “What’s ‘Thief’ to you?” To me, it’s a left-extensionalist critique of corporate capitalism. That’s what „Thief“ is. What is interesting is that no critics in the US got that, no critics in the UK got it. Every critic in France got it when the film came it. It was like this crazy kind of cultural litmus test or something. (Michael Mann)

Actionkrimi // Frank (James Caan) ist ein professioneller Dieb, der nach einer ganzen Zeit im Gefängnis von einem normalen Leben und einer Familie träumt. Er lernt Jessie (Tuesday Weld) kennen, mit der er auch zusammenkommt – zum Familienglück fehlt nur noch ein Baby. Da kann Leo (Robert Prosky) Abhilfe schaffen. Der Chef einer Verbrecherorganisation wirbt Frank für seine Organisation an und verspricht ihm dafür profitablere Jobs und ein Baby vom Schwarzmarkt. Frank bereitet derweil einen großen Raub vor. Zu spät bemerkt er, dass der Deal mit Leo seine Tücken hat.

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Frank arbeitet als Einbrecher in Chicago

„Thief“ wirkt nicht wie der Film eines Debütanten, man merkt ihm Michael Manns vorher im Fernsehen gesammelte Erfahrung an: Es ist ein absolut stilsicherer und selbstbewusster Film, der schon ahnen lässt in welche Richtung Michael Manns Kino gehen wird, ein Kino dem Farben, Formen, Körper und Texturen von Film zu Film immer wichtiger wurden, ein Kino, das bereit war, dafür alles andere hintenanzustellen. Michael Mann hat mal gesagt, er drehe so gern und so oft in der Nacht, weil er dann die volle Kontrolle über das Bild habe, und Johnnie To („Drug War“, „Vengeance“, „Election“), ein mit Mann in vielerlei Hinsicht seelenverwandter Regisseur, hat genau das einmal wunderschön auf den Punkt gebracht: In the day, God controls the light. At night, I control it.

Schon in „Thief“ die typischen Elemente Michael Manns

Die einzelgängerischen Protagonisten, heimatlos und einsam, die sich aber doch nach Geborgenheit und Liebe sehnen, die von ihrer Professionalität erstickt werden, verdammt zum Scheitern, und immer wieder die Szenen am Meer, der Blick der Kamera über das Wasser in die Ferne, und auch immer wieder die blinkenden, gleißenden Lichter einer Großstadt in der Nacht, die sich überall spiegeln und brechen – all das sieht man später immer wieder in Manns Kino: episch ausgebreitet in „Heat“, auf kleinstem Raum und Zeit komprimiert in „Collateral“, in einen vagen digitalen Fiebertraum verwandelt in „Miami Vice“. Aber so roh, unmittelbar und auf den Punkt gebracht wie in „Thief“ war es nie mehr.

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Als er Jessie kennenlernt, wünschen sich die beiden sehnlichst ein Kind

Wer Michael Manns Kino nun aber Kälte vorwirft, der liegt falsch. Die Kälte umhüllt seine Filme nur oberflächlich, wie die gefühllose Oberfläche seiner Figuren sie kalt und schroff wirken lässt, unter der die Ängste, Träume und die Sehnsüchte aber kochen. Die Zärtlichkeit von Manns Kino schlägt sich immer wieder an die Oberfläche, in der herzzerreißend schönen Szene im chinesischen Restaurant beispielsweise. Und nicht umsonst endet der von Gefühlen nur so durchzogene „Miami Vice“ mit einer Metal-Version von Phil Collins‘ „In the Air Tonight“.

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Da kann Leo helfen

Auch musikalisch war Michael Manns Kino immer exquisit: Trevor Jones‘ herrlicher Soundtrack zu „Der letzte Mohikaner“, Moby und Brian Eno auf dem „Heat“-Soundtrack, Sam Cooke bei „Ali“, ganz fantastisch ist besonders die Audioslave-Szene in „Collateral“. Mit „Tangerine Dream“ entschied sich Mann bei „Thief“ ganz bewusst gegen den ursprünglich von ihm angedachten Blues-Soundtrack und für einen modernen Elektro-Sound, den er auch exzessiv verwendet. Bei der fast schon tänzerischen Schießerei am Ende des Films wird „Thief“ zu den Klängen von „Tangerine Dream“ beinahe zu einer Art Action-Musical.

Endlich eine adäquate Edition bei uns – und dann gleich Referenz

Für die Veröffentlichung von OFDb Filmworks war es höchste Zeit, bisher war „Thief“ in Deutschland nur auf einer miserablen DVD mit dem alten deutschen Verleihtitel „Der Einzelgänger“ erhältlich, die eine scheußliche Bildqualität hatte. In den vergangenen Jahren kamen im Ausland erstklassige Editionen heraus, in den USA wurde „Thief“ von der Criterion Collection veröffentlicht, in England von Arrow Video.

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Für Leo erledigt Frank einen Bruch

Man kann konstatieren, dass der aktuellen OFDb-Filmworks-Veröffentlichung keine andere das Wasser reichen kann. Der Film liegt in allen drei verfügbaren Versionen vor – Mann hat über die Jahre abgesehen von der Kinofassung zwei weitere Schnittfassungen erstellt. Das Bild der Blu-rays ist fantastisch, die Box sieht sehr edel aus, dazu gibt es einen aufschlussreichen Essay und einen Audiokommentar von Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Obendrein liegt ein kleines Filmposter bei. Natürlich ist die Box auch gespickt mit Extras: Interviews, Auftritte in Fernsehshows, Analysen des Films, ein Audiokommentar von Michael Mann und James Caan, um einige zu nennen. Der Soundtrack wäre natürlich noch eine schöne Beilage gewesen, aber das ist Meckerei auf hohem Niveau. Wem die Box zu teuer ist, der kann wohl bald auf eine weniger aufwändige und günstigere Alternative zurückgreifen, weil OFDb Filmworks den Film dem Vernehmen nach auch in herkömmlichen Versionen vertreiben wird. Die Veröffentlichung hat im Übrigen etwas Kritik aufgrund der Tonhöhe der deutschen Synchronisation auf sich gezogen. Das Label hat dazu Stellung bezogen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Michael Mann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit James Caan unter Schauspieler.

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Nicht alles läuft wie geplant

Veröffentlichung: 11. März 2016 als limitierte und nummerierte 5-Disc Ultimate Edition (2 Blu-rays, 3 DVDs), 4. Dezember 2006 als DVD

Länge: 125 Min. (Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Thief
USA 1981
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann, nach dem Roman „The Home Invaders“ von Frank Hohimer
Besetzung: James Caan, Tuesday Weld, Willie Nelson, James Belushi, Dennis Farina
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann und Hauptdarsteller James Caan, Audiokommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, isolierte Musik- und Effektspur bei der Kinofassung, „The Directors – Michael Mann“ (Dokumentation über den Filmemacher), „Stolen Dreams“ (neues Interview mit James Caan), „Hollywood USA – James Caan“ (Episode der französischen TV-Serie „Ciné regards“ über den Schauspieler James Caan, die kurz nach Abschluss der Dreharbeiten des Films entstand), „The Art of the Heist“ (ausführliche Analyse des Films mit Schriftsteller und Kritiker F. X. Feeney), Kinotrailer, Booklet mit einem Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, gefaltetes Filmposter
Vertrieb: OFDb Filmworks

Copyright 2016 by Simon Kyprianou

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Fotos & Produktabbildung: © 2016 OFDb Filmworks

 
 

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Red Heat – Wer möchte Arnie nicht als Buddy haben?

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Red Heat

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Zwei ungleiche Typen raufen sich für eine Aufgabe zusammen. Das Subgenre der Buddy Movies erfreut sich besonders im Bereich der Thriller, Krimis und Actionfilme großer Beliebtheit. Mel Gibson und Danny Glover in der „Lethal Weapon“-Reihe, Nick Nolte und Eddie Murphy in „Nur 48 Stunden“, Michael J. Fox und James Woods in „Auf die harte Tour“, Sylvester Stallone und Kurt Russell in „Tango & Cash“, Will Smith und Martin Lawrence in „Bad Boys – Harte Jungs“, Jackie Chan und Chris Tucker in „Rush Hour“ – die Liste lässt sich beliebig verlängern. Die beiden stahlharten Profis Riggs und Murtaugh aus der „Lethal Weapon“-Reihe sind meine Favoriten, aber gleich danach kommen schon Captain Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger) und Detective-Sergeant Art Ridzik (James Belushi).

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Böser Bube: Viktor Rosta (3. v. l.)

Arnie nackig im Schnee

Schon der Anfang verheißt großen Actionspaß: Captain Ivan Danko (Arnold Schwarzenegger) von der Moskauer Polizei marschiert nahezu nackt in eine Sauna, bekommt einen heißen Stein in die Hand gedrückt und zettelt eine zünftige Keilerei im Schnee an. Danko jagt den georgischen Drogenboss Viktor Rosta (Ed O’Ross), doch der setzt sich in die USA ab, wo er in Chicago verhaftet wird. Danko reist hinterher, um Rosta in die Sowjetunion zu überführen, doch der Verbrecher kann entkommen. Nun muss sich der linientreue sowjetische Polizist mit seinem großspurigen Chicagoer Kollegen Ridzik arrangieren. Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Jagd nach Rosta.

Der Sowjet-Cop und der US-Bulle

Widerspruch zwecklos: „Red Heat“ ist klasse! Was Walter Hill da an pointierten Dialogen, Witz und knallharter Action zusammengerührt hat, ist ein über die volle Laufzeit höchst unterhaltsamer Culture Clash der polizeilichen Art. In Nebenrollen sind zudem Laurence Fishburne als überkorrekter Polizist und Gina Gershon als Rostas Freundin gern gesehene Gesichter.

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Danko (r.) lenkt, doch Ridzik reißt das Steuer herum

Unter Omnibus tut’s Schwarzenegger nicht

Mag sich der Actionfilm seit den 80er-Jahren auch aufgrund neuer Schnitttechniken, überbordender Spezialeffekte und übertriebener Soundtrack-Untermalung weiterentwickelt haben, einem Klassiker wie „Red Heat“ kann all das nichts anhaben, der bringt heute ebenso viel Spaß wie 1988. Wenn zum Finale die Omnibusse gegeneinander antreten, kann sich manch ein heutiger Actionfilmer warm anziehen.

Walter Hill!

Walter Hill hat das Actionkino der späten 70er- und der 80er-Jahre mitgeprägt und verkörpert Old School im allerbesten Sinne. Überzeugt euch selbst davon!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Walter Hill haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Gina Gershon unter Schauspielerinnen, Filme mit Laurence Fishburne und Arnold Schwarzenegger in der Rubrik Schauspieler.

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Auch ein Omnibus sollte sich nicht mit einer Lokomotive anlegen

Veröffentlichung: 6. Mai 2010 als Blu-ray, 21. November 2000 als DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch
Originaltitel: Red Heat
USA 1988
Regie: Walter Hill
Drehbuch: Walter Hill, Harry Kleiner, Troy Kennedy-Martin
Besetzung: Arnold Schwarzenegger, James Belushi, Peter Boyle, Ed O’Ross, Laurence Fishburne, Gina Gershon, Pruitt Taylor Vince, Brion James, Richard Bright
Zusatzmaterial Blu-ray: Arnold Schwarzenegger – Der Mann, der Hollywood auf den Arm nahm, Der politische Hintergrund von „Red Heat“, Trailer, Wendecover
Zusatzmaterial DVD: Originaltrailer, Making-of: „Action! “, „Schwarzenegger in Russia“, „Arnold & Jim: Buddy Piece“, „The Actor’s Perspective“
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

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Uhrentausch zum Abschied

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2000/2010 Studiocanal Home Entertainment

 
 

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