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James Bond 007 – Spectre: Der Held wird zum Mythos

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Spectre

Kinostart: 5. November 2015

Von Florian Schneider

Agenten-Abenteuer // Da ist er nun also, der voraussichtlich letzte Bond-Film mit Daniel Craig. Warum es meiner Meinung nach sogar mit Sicherheit sein letzter sein wird, sollte am Ende dieses Textes klar geworden sein.

Retrospektiv betrachtet ist mit „Spectre“ der große Masterplan hinter den vier Filmen klar zu erkennen, und es ist tatsächlich erstaunlich, wie klug diese Quadrologie, vor allem aus einer filmtheoretischen Perspektive, konzipiert ist und wie stimmig die einzelnen Teile aufeinander aufbauen.

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Wie immer unaufhaltbar: James Bond

Zum näheren Verständnis des Masterplans ein kurzgehaltener Exkurs in die Theorie der Genregeschichte:

Phase 1: Klassischer Genrefilm

Das Grundgerüst eines Filmgenres wird definiert, genrespezifische Handlungsmuster und Charaktere werden ausgearbeitet, eine genre-immanente Filmsprache etabliert sich.

Phase 2: Fortschreibung des klassischen Genrefilms

In dieser Phase finden die in Phase 1 gelernten Muster ihre Anwendung und erfahren erste Steigerungen und Radikalisierungen, etwa bezüglich einer Stereotypisierung der Charaktere oder einer Fokussierung auf bestimmte Handlungselemente.

Phase 3: Moderner Genrefilm

Zahlreiche Elemente des klassischen Genrefilms sind stark radikalisiert, Narration und Bildsprache unterliegen einer starken Selbstreflexion – der moderne Genrefilm ist in hohem Maße selbstreferenziell. Zahlreiche etablierte Handlungsmuster werden in übersteigerter Form dargeboten oder an ein historisches Ende gebracht, so zum Beispiel im Western beim Abgesang an den Wilden Westen und seinem klassischen Verständnis von Gut und Böse.

Phase 4: Postmoderner Genrefilm

Mit dem modernen Genrefilm ist die Fortschreibung der Genregeschichte an ein historisches Ende gekommen. Was in der postmodernen Phase geschieht, ist posthistorisch und damit mythisch, rein selbstreferenziell und oftmals stark ironisiert.

Wunderbarerweise arbeiten sich die Macher der letzten vier Bondfilme, also der Filme mit Daniel Craig als 007, beinahe sklavisch an diesem Schema ab.

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Ein Bond-Girl wie aus dem Bilderbuch: Madeleine Swann

„Casino Royale“ ist der Prototyp eines klassischen Agentenfilms. Als hätte es keinen Bond-Film vorher gegeben, wird unser Held als 007-Agent erst inthronisiert und von seiner Genre-Umgebung in seiner Handlungsweisen und charakterlich geprägt.
In „Ein Quantum Trost“ kennen wir diesen speziellen James Bond bereits, auch er selbst scheint zu wissen, was ihn im Lauf der Handlung erwartet. In Bezug auf die gesamte Serie ist „Ein Quantum Trost“ damit stereotyp und von den Filmen der Quadrologie damit vielleicht folgerichtig der einzige langweilige Stinker (vergleichbar mit den Dalton- und teilweise auch mit den Brosnan-Filmen in der Gesamtserie).

Mit „Skyfall“ an sich am Ende angelangt

„Skyfall“ hingegen führt die mit „Casino Royale“ begonnene Geschichte eigentlich schon an ihr Ende und setzt damit voraus, dass die lediglich mit „Ein Quantum Trost“ praktizierte Fortschreibung der klassischen Geschichten tatsächlich viel umfangreicher ist – was sie ja mit den Bond-Filmen vor der Ära „Craig“ im Bewusstsein der Zuschauer auch wirklich ist. Über diesen Umweg funktioniert das Bild eines in die Jahre gekommenen und müden Helden, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird und daran beinahe zugrunde geht.

Mit „Spectre“ in die Postmoderne

„Spectre“ wiederum hat diesen Abgesang bereits hinter sich: Bond ist jetzt postmoderner Mythos, die „Bond-Frau“ ist (Léa Seydoux) lediglich eine Art Zitat zahlreicher bisheriger Gespielinnen unseres Helden, Bösewicht Oberhauser (Christoph Waltz) ist natürlich eine Inkarnation des bekanntesten Superschurken, der wahren Nemesis Bonds: Ernst Stavro Blofeld. Auch wird in „Spectre“ die Geschichte James Bonds nicht einfach durch eine weitere Handlungsvariante fortgeschrieben (oder wiederholt), vielmehr ist die gesamte Handlung gespickt mit Zitaten etlicher Vorgängerfilme und damit eigentlich eine Collage aus bereits Geschehenem und Gesehenem.

Oberhauser = Blofeld

Das ist auf einer Metaebene durchaus amüsant, aber natürlich für einen eigenständigen Film nicht ausreichend. Deshalb gibt es auch in „Spectre“ eine Art eigener Geschichte, in der Blofeld alias Oberhauser mit seinem Verbrechersyndikat (S.P.E.C.T.R.E) nicht nur versucht, sich an James Bond zu rächen und ihn dabei auf perfide Weise zu töten, sondern eine Art Weltherrschaft anstrebt, indem er die Kontrolle über ein gemeinsames Computernetzwerk aller bedeutenden Geheimdienste zu erlangen versucht. Auch das Ende ist übrigens ein Zitat aus einem früheren Bond-Film – aus welchem genau, wird hier selbstverständlich nicht verraten.

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Superschurke: Blofeld alias Oberhauser

„Spectre“ ist hinsichtlich seiner Bedeutung für die Quadrologie und damit für die Bond-Reihe insgesamt ein äußerst intelligenter Vertreter seiner Zunft, der außerdem mit hohen Schauwerten und überdurchschnittlichen Darstellern zu überzeugen weiß.

Und wie geht es jetzt weiter? Mein nicht allzu gewagter Tipp: Die Konsequenzen, die sich durch die Ära Daniel Craig ergeben haben, nämlich, dass die Geschichte unseres Helden mit „Skyfall“ zu Ende erzählt und mit „Spectre“ final resümiert wurde, diese Konsequenzen werden geflissentlich ignoriert werden und es wird wieder heißen: „Mein Name ist Bond, James Bond.“

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Naomie Harris haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Ralph Fiennes und Christoph Waltz unter Schauspieler.

Länge: 148 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Spectre
GB/USA 2015
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: John Logan, Neal Purvis, Robert Wade, Jez Butterworth
Besetzung: Daniel Craig, Christoph Waltz, Léa Seydoux, Ralph Fiennes, Monica Bellucci, Naomie Harris, Ben Whishaw, Andrew Scott, Rory Kinnear, Jesper Christensen
Verleih: Sony Pictures Releasing GmbH

Copyright 2015 by Florian Schneider

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2015 Sony Pictures Releasing GmbH

 

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James Bond 007 – Simon über seine Favoriten (II)

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Der Agent mit der Lizenz zum Töten

Gastbeitrag von Simon Kyprianou

Agenten-Abenteuer // Heute geht es weiter mit meiner ganz subjektiven Würdigung meiner liebsten James-Bond-Filme.

„In tödlicher Mission“ („For Your Eyes Only“, 1981) allerdings ist zweifellos der beste Bond-Film mit Roger Moore, ein wahnwitziges, ultrabrachiales Action-Erlebnis. Ein Film der sich von Actionszene zu Actionszene, von Happening zu Happening hetzt, der zu Lande, zu Wasser, unter Wasser, auf Skiern in Eis und Schnee, an steilen Klippen immer nach der großen, ausladenden Geste strebt – alles muss größer, besser, gefährlicher und aufregender sein. Selten war ein James-Bond-Film mehr unvergessliche Attraktion, mehr schwindelerregendes Erlebnis.

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In tödlicher Mission: Roger Moore als Bond

Für John Glen war es die erste von fünf Regiearbeiten. Er inszeniert „In tödlicher Mission“ nach dem vorhergehenden quatschigen Weltraum-Irrsinn von „Moonraker – Streng geheim“ („Moonraker“, 1979) wieder wesentlich seriöser und vor allem in den hochkinetischen Action-Szenen, die von Alan Humes dynamischer Kamera wunderbar kompetent abgefilmt werden, sehr souverän. Roger Moore fühlt sich hier in der Rolle merklich wohler als je zuvor, erst in diesem Film wird er wirklich zu James Bond.

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In „Lizenz zum Töten“ („Licence to Kill“, 1989) zeigt sich deutlich, dass die Bond-Filme mit Timothy Dalton bereits das versucht haben, was die mit Daniel Craig Jahrzehnte später vollenden: die Motivation zu den Ereignissen auf das Innenleben der Figur zu richten, mit der Illusion vom exotischen und glamourösen Agentenleben zu brechen und die Reihe zu erden. „Lizenz zum Töten“ zeigt einen Amok laufenden, vor Wut berstenden James Bond, dessen Handeln längst nicht mehr durch den Staat institutionell überwacht werden kann. Das Monster wird von der Kette gelassen und John Glen lässt es toben und wüten in diesem Gewaltfilm.

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Lizenz zum Töten: Timothy Dalton – als Bond zu Unrecht nicht immer wohlgelitten

Es ist ein wüster, schmutziger Albtraum voller Folter, unverhohlenem Sadismus, Blut und Gore, der sich in der zweiten Hälfte zum tosenden Kampf zweier animalischer, in ihrem Ego ertrinkenden Männer ausweitet (Bond und sein von Robert Davi verkörperter Gegenspieler), während die gnadenlose südamerikanische Sonne Glens Bilder in gleißendes Licht taucht. Zum Ende mündet „Lizenz zum Töten“ in eine grandios geschnittene, beachtlich inszenierte Verfolgungsjagd, die den Film endgültig zum brachialsten und vielleicht auch ehrlichsten aller Bond-Filme veredelt.

Daniel Craig – als Bond ein Unsympath?

„Casino Royale“ (2006) ist ein wunderbarer Actionthriller und war für die Reihe bitter nötig, nach dem eher enttäuschenden Abschluss der Brosnan-Ära mit „Stirb an einem anderen Tag“ („Die Another Day“, 2002). Brosnan konnte der Bond Figur nie wirklich Ecken und Kanten verleihen, nie wirklich Tiefe geben, bei ihm war Bond nicht mehr als eine aalglatte Killermaschine. Daniel Craigs Interpretation der Figur ist von Anfang an die eines Unsympathen, der an seinem Ego und seinem Ehrgeiz zerbricht, also schon mal wesentlich interessanter.

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In „Casino Royale“ finden die Bond-Verkörperungen von George Lazenby und Timothy Dalton zusammen – sie werden dort zu einer Einheit. Der Film besitzt ausgemacht schöne, handwerklich beeindruckende, größtenteils handgemachte, hochkinetische Actionszenen, etwa die Sequenzen auf der Baustelle und dem Flugfeld. Im Casino, wo der Mittelteil des Films stattfindet, inszeniert Martin Campbell einen herrlich eleganten Paranoia-Thriller, in dem die Action in einer großartigen Kampfszene fast unangenehm körperlich wird. Das letzte Drittel will dann beinahe nicht richtig zum Film passen: ein sommerlicher, flirrender Fiebertraum in Venedig, sonderbar losgelöst vom Rest des Films, wo die Paranoia in den dunklen Gassen, ihren Höhepunkt findet. Am Ende fallen Häuser und Seelen in sich zusammen und zum ersten Mal seit „Im Geheimdienst ihrer Majestät“ („On Her Majesty’s Secret Service“, 1969) muss Bond wieder in seinen persönlichen Abgrund schauen.

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Casino Royale: Mit Daniel Craig (l.) zu einem neuen Bond-Hoch

Die Emanzipation des Bond-Girls, von der in der Filmkritik zum Start teilweise die Rede war, ist zwar nicht ganz falsch, aber natürlich nicht so konsequent, wie man sich das vielleicht wünschen würde. So kann Eva Green, die ganz wunderbar spielt, Bond die meiste Zeit über Paroli bieten, in den entscheidenden Momenten zwingt das Drehbuch sie dann aber doch zum Einknicken, macht sie zum trostbedürftigen, schwächelnden Charakter. Aber am Ende kann sie die Oberhand über den Film zurückerobern und Bond in einen Abgrund aus blinder Wut und quälender Ungewissheit stürzen – zwei Gefühle, die den folgenden „Ein Quantum Trost“ („Quantum of Solace“, 2008) prägen.

Gebt „Ein Quantum Trost” die Chance zum Wachsen!

„Ein Quantum Trost“ wurde von der Filmkritik und dem Publikum eher verhalten aufgenommen und gilt unter den bisher drei Bond-Filmen mit Daniel Craig als der am wenigsten gelungene. Dabei ist Marc Fosters („World War Z“) Ansatz nur konsequent. Nach dem Ende von „Casino Royale“ – der Bond als gebrochenen, vor allem aber zornigen Mann zurücklässt – schleudert uns Foster ohne Exposition ins Geschehen und liefert konsequente Bilder: schnelle Schnitte, eine ruhelos wackelnde Kamera, die Form kehrt Bonds Innerstes nach außen. Seine Ruhelosigkeit und sein Zorn schlagen sich in den fragilen, zerrissenen, vor Kinetik berstenden Bildern nieder. Ein Monster, das sich vor schäumender Wut überschlägt und die Welt um ihn herum dabei in Stücke reißt. Vielleicht war Fosters Ansatz zu eigenwillig für eine derart im Mainstream verankerte Filmreihe, hoffentlich wird man den Film in einigen Jahren aber doch noch zu schätzen lernen.

Bleibt ein Bond-Film, der meiner Ansicht nach als unterschätzter Beitrag der Reihe eine etwas umfangreichere Betrachtung verdient hat. Welcher mag das sein? Wer nicht schon drauf gekommen ist, erfährt es bei vnicornis, wo ich ihn ausführlich vorstelle.

Zum ersten Teil meiner Gedanken über meine Bond-Favoriten geht’s hier.

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Ein Quantum Trost: Gnadenlos und dennoch Mensch – Daniel Craig als Bond (r.)

Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 The James Bond Blu-ray Collection © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

 
 

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James Bond 007 – Simon über seine Favoriten (I)

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Der Agent mit der Lizenz zum Töten

Gastbeitrag von Simon Kyprianou

Agenten-Abenteuer // Das James-Bond-Franchise ist wohl eines der langlebigsten überhaupt. Jeder neue Bond-Film wird lange ersehnt, medial groß angekündigt, von der Wahl eines neuen Darstellers ganz zu schweigen, kurzum: Ein neuer Bond-Film ist ein Ereignis. Damit ist die Reihe auch zu einem Stück Zeitgeschichte geworden, zu einem gesellschaftlichen, politischen, technischen, modischen, ideologischen und kulturellen Spiegel der jeweiligen Zeit.

Immer wieder kommentieren, reflektieren oder kritisieren die Bond-Filme unbewusst, hier und da aber auch mal ganz bewusst das Zeitgeschehen. Mittlerweile umfasst die Reihe 23 offizielle Filme, „Spectre“, hat als Nr. 24 in Deutschland am 5. November Premiere in den Kinos. Das nehme ich mir zum Anlass, in zwei Teilen über meine Favoriten der Reihe zu berichten. Teilweise trifft es die auch von der breiten Masse als Klassiker der Reihe bewerteten Beiträge, ein paar vergessene oder unterschätzte Filme sind aber auch dabei. Jeder Bond-Darsteller ist mit mindestens einem Film vertreten – mit einer Ausnahme: Pierce Brosnan, der wohl uninteressanteste Bond-Schauspieler, der mit der Rolle am wenigsten anzufangen wusste.

Der Kalte Krieg – perfekter Tummelplatz für James Bond

Nach dem Ende des Kalten Krieges, der immer Nährboden für die Reihe geliefert hat, geriet das Franchise in der Brosnan-Ära ins Straucheln – zumindest rein qualitativ betrachtet; Erfolg beim Publikum war ja mehr oder weniger jedem Film beschieden. Mit Daniel Craig und einem veränderten Ansatz zur Figur fing sich Bond dann wieder. Zwar sind auch ein paar der Brosnan-Beiträge durchaus sehr sehenswert – „Der Morgen stirbt nie“ und „Die Welt ist nicht genug“ beispielsweise sind sicher gutes Actionkino –, aber auch sie fallen mit Blick auf das komplette Franchise doch eher hinter viele andere zurück.

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Goldfinger: Sean Connery – für viele der einzig wahre Bond

„Goldfinger“ (1964) mit Sean Connery ist nach den beiden Auftaktfilmen der erste „gefühlsechte“ James-Bond-Film. Am ersten Beitrag „James Bond 007 jagt Dr. No“ („Dr. No“, 1962) klebt trotz seiner unbestreitbaren Qualitäten spürbar der leicht unangenehme Charakter eines Pilotfilms. „Liebesgrüße aus Moskau“ („From Russia with Love“, 1963) war bereits um einiges besser, aber erst „Goldfinger“ hat alle ikonischen Inhaltsstoffe der Reihe in sich vereint und dient für den weiteren Verlauf der Reihe bis heute als eine Art Blaupause. Die Schurken – in den zwei Vorgängern waren sie noch ansatzweise geerdet – dürfen sich hier schamlos und exzessiv dem Irrsinn hingeben: der schwülstig fette Goldfinger (Gert Fröbe), der Fort Knox – ein Traum von Setdesign – erst in Nazi-Manier vergasen und dann auch noch mit einer „Atom-Maschine“ atomisieren will.

Welch Name für ein Bond-Girl: Pussy Galore

Jede Szene bleibt in Erinnerung, jede Szene versucht mit jeder Faser Happening und Attraktion zu sein. „Goldfinger“ ist bis zum Bersten aufgeladen mit Action, Erotik und vor allem schillerndem Wahnsinn. Honor Blackman als Bond-Girl mit dem unglaublichen Namen Pussy Galore (Bonds Reaktion: „I must be dreaming“) taucht erst im letzten Drittel auf, um den Film auf den letzten Metern mit ihrem Esprit zu veredeln. „Goldfinger“ ist schwülstiger Traum voller filmischem Protz und Prunk, voller zelebriertem Irrsinn und berauschendem Gigantismus. Vor allem die malerische Verfolgungsjagd auf den Schweizer Bergstraßen – paradoxerweise, aber mit durchaus betörender Wirkung, entschleunigt und malerisch – bleibt lange in Erinnerung.

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Der Spion, der mich liebte: Roger Moore hat’s auch drauf

„Der Spion, der mich liebte“ („The Spy Who Loved Me“, 1977) hat die vielleicht aufregendste Action-Eröffnung aller Bond-Filme, die mit einem wirklich atemberaubenden Ski-Stunt endet, einem Sprung in die Tiefe, einen Stunt den man so beeindruckend und schwindelerregend nie wieder gesehen hat. Der Rest des Films ist ein aufregender, entspannungspolitischer Flirt vor der Kulisse des Kalten Kriegs. „Der Spion der mich liebte“ ist ein sich langsam treibender Film, der seinen Protagonisten – James Bond (Roger Moore) und die russische Agentin (Barbara Bach), die ihn aus Rache töten will – durch gewohnt malerische Orte folgt und dabei zusieht, wie sie sich in ihrem gefährlichen Flirt genüsslich aneinander reiben. Das Finale in der riesigen, eindrucksvoll gestalteten U-Boot-Basis ist ganz fantastisch.

Zu meinen übrigen Bond-Favoriten in Teil 2 dieses Textes gelangt Ihr hier.

Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 The James Bond Blu-ray Collection © 2015 Danjaq, LLC and Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. TM Danjaq, LLC. All Rights Reserved.

 
 

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