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Sinister 2 – Achtung, spielende Kinder! Gesichter des Todes

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Sinister 2

Kinostart: 17. September 2015

Gastrezension von Andreas Eckenfels

Horror // Der erste Teil war 2012 ein Überraschungshit: „Sinister – Wenn Du ihn siehst, bist Du schon verloren“ spielte weltweit knapp 80 Millionen US-Dollar ein. Durch seine Verwendung von grobkörnigen Found-Footage-Filmen und durch Hauptdarsteller Ethan Hawke umspielte den schleichenden Grusler von Scott Derrickson ein gewisses Independent-Flair.

Dylan ist bereits in den Fängen von Bughuuls Geisterkindern

Found Footage bedeutete in diesem Fall nicht Wackelkamera als Stilmittel wie etwa bei „Blair Witch Project“, sondern der Begriff wurde im herkömmlichen Sinne verwendet: Ethan Hawke fand eine Kiste mit 8-Milimeter-Filmrollen mit grausigem Inhalt, die er auf einem alten Projektor abspielte. Außerdem entfachte „Sinister“ den Mythos eines Dämons mit dem Namen Bughuul, der seine Kraft durch Kinderseelen erlangt.

Bughuul und seine Geisterkinder

Vor ihrem gewalttätigen Mann Clint (Lea Coco) hat sich Courtney (Shannyn Sossamon) mit ihren Zwillingssöhnen Dylan (Robert Sloan) und Zach (Dartanian Sloan) in ein abgeschiedenes Landhaus geflüchtet. Doch dort lauert ein viel gefährlicheres Ungetüm: Bughuul versucht nachts mit den Horrorfilmen seiner Geisterkinder von Dylan Besitz zu ergreifen. Ex-Deputy So & So (James Ransone) greift ein, um dem Dämon den Hahn abzudrehen.

So & So will Courtney helfen …

In der Fortsetzung sind von der ursprünglichen Besetzung nur noch James Ransone und Dämonendarsteller Nick King dabei. Scott Derrickson schrieb diesmal lediglich das Drehbuch und ließ sich dabei von der Stephen-King-Geschichte „Die Kinder des Zorns“ beeinflussen. Den Regiestuhl überließ er dem Iren Ciarán Foy, der mit dem unterschwelligen „Citadel – Wo das Böse wohnt“ schon Horror-Erfahrung vorweisen kann.

Tödliche Krokodile und Ratten

Derrickson befand, dass in der Fortsetzung den kleinen Amateurfilmchen ein größerer Platz als im ersten Teil eingeräumt werden müsse. Immerhin stellen diese das Alleinstellungsmerkmal der Reihe dar. Und diese „Mordsfilme“ haben es wahrlich in sich. Da wird einer Familie, die über einem See gefesselt mit den Köpfen nach unten hängt, von Krokodilen der Kopf abgebissen. Auch recht böse ist eine Szene in einer Kirche, wo ebenfalls eine Familie wehrlos einer Horde von hungrigen Ratten ausgeliefert ist. Die Horrorfetzen werden diesmal im grieseligen 16-Milimeter-Format präsentiert, der Ton stammt von einem kratzenden Grammophon. Da dürften auch geübte Gruselfans ein mulmiges Gefühl im Magen bekommen. Zudem wird man unweigerlich an die Pseudo-Snuff-Filme aus der „Gesichter des Todes“-Reihe erinnert.

… und macht dabei eine grausige Entdeckung

Doch während die Amateurfilme durchaus eine bedrohliche Atmosphäre erzeugen, bleibt die sonstige Handlung recht frei von Überraschungen. Ein paar verheißungsvolle Geräusche hier, ein paar kleine Schockeffekte da. Bughuul versprüht nicht mehr so viel Grusel wie noch in Teil eins – das Geheimnis um das Böse wurde ja bereits gelüftet.

Einzig die Kinder, die im Keller des Hauses mit einer beängstigenden Faszination die 16-Milimeter-Filme in sich aufsaugen, sorgen für etwas zusätzliche Gänsehaut. Ziemlich ärgerlich ist dagegen das seltsame Finale in einem Maisfeld, das einige Fragen einfach ausspart, etwa, wie der kleine Dylan bitte schön ganz allein ein paar Erwachsene an große Holzkreuze fesseln kann.

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Dylan wird von mörderischen Visionen geplagt

Länge: 97 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Sinister 2
USA 2015
Regie: Ciarán Foy
Drehbuch: Scott Derrickson, C. Robert Cargill
Besetzung: James Ransone, Shannyn Sossamon, Robert Sloan, Dartanian Sloan, Lea Coco, Tate Ellington, John Beastley
Verleih: Wild Bunch Germany / Central Film

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Wild Bunch Germany / Central Film

 

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The Timber – Vorbild Sergio Corbucci

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The Timber

Gastrezension von Simon Kyprianou

Western // Jebediah Seagrave ist der Chef einer Goldsucher-Verbrecherbande, die in den Bergen ihr Unwesen treibt. Auf seine Fersen setzen sich zwei ungewöhnliche Kopfgeldjäger: seine beiden Söhne Samuel (Josh Peck) und Wyatt (James Ransone), die Jebediah verlassen hatte, als sie noch Kinder waren. Die beiden verschuldeten Brüder wollen mit dem Kopfgeld ihr Haus vor der Bank retten. Samuel ist zudem gerade erst Vater geworden und muss seine Frau Lisa (Elisa Lasowski) und sein Kind versorgen. So machen sich Samuel und Wyatt auf die gefährliche Reise in die Berge.

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Wyatt ahnt, dass es keine leichte Mission wird

Mit „The Timber“ knüpft Regisseur Anthony O’Brian inhaltlich an ein großes Vorbild an: an Sergio Corbuccis hintersinnige Kapitalismus-Kritik „Leichen pflastern seinen Weg“ von 1968. Wie Corbucci nutzt O’Brian das Motiv des Schnees, das die Landschaft in einen apokalyptischen, menschenfeindlichen Elendsort verwandelt. Dieser Ort steht sinnbildlich für das Verbrechen, die Gier und den Hass, der die Welt umhüllt. Wie bei Corbucci gibt es ein Terror-System, das sich im ungestraften Rausch der Gewalt befindet und dabei die kleinen Leute reihenweise leiden lässt.

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Prompt wird’s auch schon gefährlich

Von bestechender Schönheit sind die großartigen Bilder, die die verschneite Welt zu einer hypnotischen Eishölle werden lassen. Was den während eines harten Winters in Rumänien entstandenen Film aber trotz seiner ohnehin knappen 85 Minuten ausbremst, ist seine holprige Dramaturgie, die Gedanken, Beziehungen und Motive oft unwirsch abbricht und nicht zu Ende führt. Es ist die Narration, an der „Timber“ immer wieder zerbricht.

Sehr gut gelingt es O’Brian aber, die kalte Welt der Goldgräberei und das karge Überleben im ewigen Winter zu zeigen. Die Figuren bleiben geheimnisvoll, unnahbar, sie und überhaupt der Film wirken unwirsch, kalt und hart. Die Schauspieler unterstützen das, spielen rau und aggressiv.

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Die eiskalte Landschaft macht es den Menschen schwer

Anzusiedeln ist der teilweise durchwachsene aber jedenfalls interessante „The Timber“ irgendwo zwischen den Naturhöllen von Werner Herzog und den Ideologiefilmen von Sergio Corbucci. O’Brian hat mit „Timber“ erst sein zweites Werk vorgelegt. Von ihm dürfen wir noch einiges erwarten.

Veröffentlichung: 27. Februar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Timber
USA 2015
Regie: Anthony O’Brien
Drehbuch: Steve Allrich, Anthony O’Brien, Colin Ossiander
Besetzung: James Ransone, Elisa Lasowski, Mark Caven, David Bailie, Attila Árpa, Shaun O’Hagan, Josh Peck, Elisa Lasowski, William Gaunt
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer
Vertrieb: WVG Medien GmbH

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Mit Jebediah ist nicht gut Kirschen essen

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 WVG Medien GmbH

 

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