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Godzilla II – King of the Monsters: Ist er das wirklich?

Godzilla – King of the Monsters

Kinostart: 30. Mai 2019

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Action // Erinnert ihr euch an die Szene am Ende der Credits von „Kong – Skull Island“ (2017)? Die Höhlenmalereien der Monster Godzilla, King Ghidorah, Mothra und Rodan weckten bei vielen Kaijū-Fans höchste Erwartungen an den nächsten Abstecher ins MonsterVerse. Das Film-Universum der US-Produktionsfirmen Warner Bros. und Legendary Pictures in Verbindung mit den japanischen Tōhō-Studios, den Schöpfern von Godzilla & Co., hatte 2014 mit „Godzilla“ einen fulminanten Start hingelegt. Löst der dritte Teil die Hoffnungen der Fans ein?

Dr. Emma Russell will das „Orca“ einsetzen …

Die Fanbedienung ist jedenfalls gegeben, die vier genannten Riesenkreaturen treten eindrucksvoll in Erscheinung – und bei ihnen bleibt es nicht, so viel sei verraten. Dieselbe Monster-Quartett-Konstellation hat es bereits 1964 im japanischen „Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah“ gegeben, aber natürlich stellt „Godzilla II – King of the Monsters“ kein Remake dar. Die Handlung setzt fünf Jahre nach den Ereignissen von „Godzilla“ (2014) ein. Die kryptozoologische Agentur Monarch hat die Kontrolle über diverse an verschiedenen weltweit verteilten Standorten aufgefundene Monster übernommen, muss sich aber heftigen Debatten stellen – die Angst vor den Titanen genannten riesigen Kreaturen und ihrer Zerstörungsgewalt ist so groß, dass viele sie trotz Godzillas damaliger Rettungstat lieber allesamt getötet sehen wollen. Übernimmt das Militär die Aufgabe? Bevor diese Frage geklärt werden kann, tritt Colonel Alan Jonah (Charles Dance, Tywin Lannister aus „Game of Thrones“) auf den Plan, Anführer einer Gruppe von Öko-Terroristen, der seine ganz eigenen Pläne mit den Titanen hat. Dafür benötigt er das „Orca“, ein von den Ex-Eheleuten Dr. Emma und Dr. Mark Russell (Vera Farmiga, Kyle Chandler) entwickeltes Gerät, das mittels bioakustischer Sonar-Technologie Kommunikation mit den Giganten ermöglicht, sogar ihre Kontrolle. Jonah dringt mit seinem Trupp in einen Monarch-Stützpunkt ein und bringt das „Orca“, Dr. Emma Russell und die halbwüchsige Madison Russell (Millie Bobby Brown, „Stranger Things“) in seine Gewalt – die Tochter der Russells dient ihm anscheinend als Geisel und Faustpfand. Die übrigen Monarch-Mitarbeiter vor Ort werden allesamt erschossen. Bald darauf trifft Godzilla erstmals auf das mächtige dreiköpfige Wesen King Ghidorah.

… und gerät in die Fänge von Öko-Terrorist Alan Jonah

Wie in „Godzilla“ sehen wir die Monstren vornehmlich bei Schmuddelwetter und des Abends oder Nachts über die Erde stapfen oder fliegen. Ein paar mehr klare Ansichten bei Tageslicht und Sonnenschein hätte ich mir gewünscht, das dürfte heutzutage an sich kein Problem sein. Angesichts der technischen Perfektion zahlreicher Hollywood-Blockbuster aus diversen Franchises stellt sich bei mir mittlerweile kaum noch ein Wow-Effekt ein, an den Tricks und der CGI von „Godzilla II – King of the Monsters“ gibt es erwartungsgemäß nichts auszusetzen. Wenn ein Monster gegen das andere kämpft und dabei Städte zu Trümmerhaufen werden, können wir das durchaus beeindruckend nennen. Die Szenerien geraten auch übersichtlich genug, sodass die Zuschauerinnen und Zuschauer stets im Bilde sind, welche Kreatur gerade die Oberhand hat.

Nicht kleckern, sondern klotzen

Story und Drehbuch tun das, was in „Nicht kleckern, sondern klotzen“-Filmen von ihnen verlangt wird: Sie treiben das Geschehen von einer bombastischen Actionszene zur nächsten. Zwischendurch menschelt es stark, erst recht, wenn Verluste zu beklagen sind. Aus „Godzilla“ treffen wir wieder auf den Wissenschaftler Dr. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe) und seine Assistentin Vivienne Graham (Sally Hawkins). David Strathairn tritt erneut als Admiral William Stenz in Erscheinung. Neu dabei sind Aisha Hinds als kampfstarke Colonel Diane Foster, die ein militärisches Einsatzkommando von Monarch leitet, das die Wissenschaftler beschützen soll. Auch die weitere Besetzung besteht aus zum Teil namhaften Darstellerinnen und Darstellern, dementsprechend bekommen wir überzeugende Schauspielkunst geboten, die aber zwangsläufig nicht unbedingt im Fokus steht.

Gebannte Erwartung: Wird Godzilla angreifen?

Etwas geärgert habe ich mich über die von Vera Farmiga verkörperte Wissenschaftlerin Emma Russell: Obwohl sie als empathische und warmherzige, wenn auch schwer traumatisierte Frau charakterisiert wird, trifft sie Entscheidungen, die fatale Konsequenzen haben, was ihr stets bewusst ist. Um Spoiler zu vermeiden, erläutere ich das nicht weiter, nur so viel: Diese Entscheidungen treiben die Handlung maßgeblich voran und lösen Ereignisse von großer Tragweite aus. Das hätte man meiner Ansicht nach besser aufziehen können als anhand einer zwiespältig skizzierten Protagonistin. Etwas plump gerät auch die Botschaft vom durch Menschenhand gestörten Gleichgewicht der Natur.

Oder will er nur spielen?

Reden wir über Logik und Löcher – nein, lassen wir das. Wir wissen doch alle, dass diese Art Film gewisse diesbezügliche Defizite mit sich bringt. Das kann man bedauerlich finden und solche Produktionen deshalb meiden oder als gegeben hinnehmen und tolerieren. Sucht euch am besten selbst aus, welche Haltung euch besser gefällt! Die FSK-12-Freigabe geht natürlich völlig in Ordnung. Gestorben wird zwar in Massen, das aber unblutig und in der Regel nicht auf der Leinwand. Filme wie dieser sollen und müssen aufgrund ihrer immensen Kosten eben auch jugendliches Publikum ins Kino bringen, tatsächlich werden diese Produktionen ja sogar ganz besonders für junge Leute als Zielgruppe gedreht. Logisch, dass man sich das Geschäft nicht mit zu viel Gewalt und damit hoher Altersfreigabe verderben will.

King Ghidorah jedenfalls ist garstig

Dritter Film des MonsterVerse, dritter Regisseur: Mit Michael Dougherty übernahm ein recht unbeschriebenes Blatt die Aufgabe, in seiner Regisseurs-Filmografie stehen als Kinofilme lediglich „Trick ’r Treat – Die Nacht der Schrecken“ (2007) und „Krampus“ (2015) zu Buche. Allerdings hatten Gareth Edwards („Godzilla“) und Jordan Vogt-Roberts („Kong – Skull Island“) zuvor auch nicht gerade zahlreiche Referenzen zu bieten. Dougherty schrieb gemeinsam mit Zach Shields auch das Drehbuch zu „Godzilla II – King of the Monsters“. Die Insel Skull Island wird übrigens mehrfach kurz genannt, was die Brücke zu „Kong – Skull Island“ schlägt. Wer 2014 von Gareth Edwards’ Reboot „Godzilla“ angetan war und sich auch für „Kong – Skull Island“ erwärmen konnte, wird dem dritten Teil des MonsterVerse zweifellos ebenfalls viel abgewinnen können, am Ende womöglich sogar begeistert sein.

Bald kommt „Godzilla vs. Kong“

Wie das mit gigantomanischen Franchises wie diesem so ist: Kaum kommt der eine Film ins Kino, lechzen alle bereits nach dem nächsten. „Godzilla vs. Kong“ ist abgedreht und befindet sich in der Postproduktionsphase, und erneut hat sich ein neues Gesicht auf den Regiestuhl gesetzt: Adam Wingard, bekannt für „You’re Next“ (2011), „The Guest“ (2014) und „Blair Witch“ (2016). Der Titel deutet an, dass es zum gewaltigen Aufeinandertreffen der beiden Monster aus den zwei Vorgängern kommt – darauf hoffen sowieso viele.

Dr. Serizawa (r.) und seine Assistentin Vivienne Graham wollen den Tod der Titanen verhindern

Ich bin kein Kinogänger, der zum Filmenende gern den gesamten Abspann bis zur letzten Zeile aussitzt, auch wenn die Credits seit Jahren oft in recht hoher Geschwindigkeit abgespielt werden – ohnehin viel zu hoch, um alles zu lesen, hehe. Um meine Leserinnen und Leser ins Bild zu setzen, habe ich das diesmal aber auf mich genommen, und siehe da: Tatsächlich folgt – leider ganz am Ende – eine Szene, die einen Ausblick bietet auf – worauf eigentlich? Mit „Godzilla vs. Kong“ hat das Gezeigte jedenfalls nichts zu tun, sofern dessen Titel den Fokus der Handlung korrekt abbildet. Lugt da am Ende etwa schon Teil 5 des MonsterVerse hervor? Wir werden sehen …

Auch Rodan mischt mit

Abschließend ein Lektüretipp: Für die aktuelle Ausgabe von „Deadline – Das Filmmagazin“ hat „Die Nacht der lebenden Texte“- Autor Leonhard Elias Lemke sowohl die Titelgeschichte über „Godzilla II – King of the Monsters“ verfasst als auch ein Interview mit Regisseur Michael Dougherty geführt. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vera Farmiga und Sally Hawkins sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Kyle Chandler und Ken Watanabe unter Schauspieler.

Es kommt zum Clash of the Titans

Länge: 132 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Godzilla – King of the Monsters
USA/JPN 2019
Regie: Michael Dougherty
Drehbuch: Michael Dougherty, Zach Shields
Besetzung: Kyle Chandler, Vera Farmiga, Millie Bobby Brown, Ken Watanabe, Ziyi Zhang, Bradley Whitford, Sally Hawkins, Charles Dance, Thomas Middleditch, Aisha Hinds, O’Shea Jackson Jr., David Strathairn
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. and Legendary Pictures Productions, LLC

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2019/05/29 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster – Godzilla und die kiffende Kaulquappe

Gojira tai Hedora

Von Andreas Eckenfels

SF-Abenteuer // Japan stinkt zum Himmel: Die voranschreitende Umweltverschutzung der Industrienation ist besonderes an den Gewässern erkennbar. Aus einer dieser dickflüssigen, blubbernden Brühen hat ein alter Mann einen seltsamen Fisch aus dem Wasser gezogen, den er sogleich Dr. Yano (Akira Yamauchi) zu Untersuchungszwecken vorbeibringt. In den Nachrichten wird derweil über ein mysteriöses Ungetüm mit roten Augen berichtet, welches im Meer ganze Schiffe zerlegt. Als die Bedrohung immer größer wird, weiß Dr. Yanos kleiner Sohn Ken (Hiroyuki Kawase), dass nur noch einer helfen kann: Godzilla! Kurze Zeit später taucht Kens geschuppter, riesiger Held auch tatsächlich auf und nimmt den Kampf gegen das böse Kaulquappenmonster Hydrox auf.

Ist es ein U-Boot oder ein Ungeheuer?

Wieder einmal können wir über den deutschen Kinotitel aus den 70er-Jahren den Kopf schütteln. Natürlich greift hier keinesfalls der von Mary Shelley erdachte Wissenschaftler Dr. Frankenstein ins Geschehen ein, noch bekommt es Godzilla mit mehreren Teufelsmonstern zu tun. Sein einziger Gegner ist Hydrox, der im japanischen Original passender Hedora genannt wird, was so viel wie „Schlamm“ oder „Schlick“ bedeutet.

Von der Atombombe zur Umweltverschmutzung

Das elfte „Godzilla“-Abenteuer aus den berühmten Tōhō-Studios zählt ohne Frage zu einem der bizarrsten Teile der langlebigen Kaijū-Reihe. Dies beginnt bereits damit, dass der Film mit einer bunten Titelsequenz in bester James-Bond-Manier beginnt. Darin singt Schauspielerin Kaiko Mari vor der Großaufnahme einer wabernden Lavalampe und Bildern verschmutzter Gewässer über den Verlust von Flora und Fauna und die nötige Rettung der Erde. Während im Ur-„Godzilla“ von 1954 noch recht subtil vor den Gefahren der Atombombe gewarnt wurde, zieht sich der pädagogische Anspruch und ein damit verbundener erhobener Zeigefinger zum Thema Umweltverschmutzung in „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ recht unverhohlen durch den gesamten Film. Passend zur Rückbesinnung auf die Natur wird auch der Hippiebewegung ein wenig Raum geboten. In einer fast psychedelisch anmutenden Discoszene, in der Mari erneut ihren Ohrwurm zum Besten gibt, wirft sich ein junger Mann eine Substanz ein, von der er Wahnvorstellungen bekommt: Die wie in Trance tanzenden Gäste tragen auf einmal Fischköpfe auf dem Hals. Später musizieren die Hippies auch am Lagerfeuer unter freiem Himmel. Dann macht das Ungetüm sie platt.

Godzilla geht in die Luft

Godzilla, der bei seinem ersten Auftritt wie ein Western-Held vor der aufgehenden, roten Sonne dem Publikum als Retter in der Not stolz entgegenstapft, bekommt es diesmal mit einem ebenbürtigen, aber ungewöhnlichen Gegner zu tun: Das Monster Hedora – wir bleiben mal beim Originalnamen – entpuppt sich nach Dr. Yanos Nachforschungen als Ausgeburt der zunehmenden Umweltverschmutzung des Landes. Es besteht zum Großteil aus kristallisiertem Kohlenstoff und ernährt sich von Industrieabfällen. Besonders skurril sind die Szenen, in denen sich das Riesenvieh über die rauchenden Schornsteine der Industrieanlagen hängt und tief einatmet. Dabei stellt sich heraus: Rauchen gefährdet bei Hedora keineswegs die Gesundheit und hemmt auch nicht sein Wachstum. Im Gegenteil: Das kiffende Kaulquappenmonster wird immer größer, nimmt verschiedene Formen an und kann sich so zunächst nur im Wasser, später aber auch an Land und in der Luft fortbewegen – und massive Zerstörungen durch giftigen Schlamm oder ätzende Gase anrichten. Um den Feind zu besiegen, muss Godzilla nicht nur mit den Menschen kooperieren, sondern auch erstmals dank seines Hitzestrahls abheben und dem Biest hinterherfliegen!

Dr. Yano (l.) wurde von Hydrox schwer verletzt

Regisseur und Drehbuchautor Yoshimitsu Banno (1931–2017) arbeitete zuvor unter anderem als Assistent von Akira Kurosawa. Welche Zielgruppe er mit dieser Ansammlung abgefahrener Ideen im Hinterkopf hatte, wird nicht ganz klar. Einerseits wird die Handlung immer wieder durch kurze Zeichentrick-Sequenzen unterbrochen, bei dem jedes Kind versteht, welche Bedrohung von der Umweltverschmutzung ausgeht. Andererseits geht es auch für Kaijū-Verhältnisse relativ brutal zur Sache, wenn die menschlichen Opfer, die Hedora bei seinen Verwüstungen hinterlässt, recht deutlich gezeigt werden. Aufgrund der zahlreichen überraschenden Momente zählt „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ jedenfalls zu den unterhaltsamsten „Godzilla“-Abenteuern.

Monster und Schöpfer werden verbannt

Produzent Tomoyuki Tanaka (1910–1997), der während des Drehs im Krankenhaus lag, zeigte sich von dem Endergebnis allerdings überhaupt nicht begeistert. Er soll dermaßen sauer gewesen sein, dass er entschied, dass Yoshimitsu Banno zu Tanakas Lebzeiten keinen weiteren Teil der Reihe drehen dufte. Somit fiel Bannos geplante Fortsetzung ins Wasser, die in Afrika angesiedelt werden sollte. Ironischerweise konnte sich Yoshimitsu Banno einige Jahre nach Tanakas Tod die Rechte an „Godzilla“ sichern und war somit auch bei der neuen Hollywood-Variante von Gareth Edwards und deren Sequel „Godzilla II – King of the Monsters“, das am 30. Mai in den Kinos startet, als ausführender Produzent beteiligt.

Hedora alias Hydrox sorgt in Japan für dicke Luft

Das Monster Hedora ereilte ein ähnliches Schicksal wie sein Schöpfer Yoshimitsu Banno: Es wurde nahezu verbannt. Nach „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ gab es mit ihm erst mehr als 30 Jahre später ein einziges, denkbar kurzes Wiedersehen in „Godzilla – Final Wars“ (2004). Immerhin konnte sich Schauspieler Kenpachiro Satsuma, der in Hedoras Kostüm sein Debüt für die Tōhō-Studios feierte, für weitere Aufgaben empfehlen. Besonders während der Heisei-Ära durfte Satsuma auch regelmäßig als Godzilla einen großen Auftritt hinlegen.

Die 2015 als Teil 10 der „Kaiju Classics“ von Anolis Entertainment veröffentlichte Doppel-DVD im sogenannten Star Metalpak ist längst vergriffen und gesucht. Umso schöner für die vielen deutschen Kaijū-Fans, dass es Anolis gelungen ist, „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ nun auch für eine deutsche Blu-ray zu lizenzieren. Das gilt auch für „Frankenstein und die Ungeheuer aus dem Meer“ und „Frankensteins Höllenbrut“ – das Label hat alle drei Filme als Blu-ray im Softcase herausgebracht. Sammler der Reihe können nun endlich ihren Gutschein fürs HD-Upgrade einsetzen, den Anolis seinerzeit den Star Metalpaks beigelegt hatte. „Mothra bedroht die Welt“ ist kürzlich sogar gleich in der schmucken Blechdose mit Blu-ray und DVD erschienen. So loben wir uns das.

Zu Wasser, zu Land und in der Luft: Godzilla nimmt den Kampf auf

Die Anolis-Entertainment-Reihe „Kaiju Classics“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgeführt. Lesenswerte Texte zu „Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster“ finden sich auch im „Filmforum Bremen“ und auf dem Fluxkompensator.

Veröffentlichung: 14. Dezember 2018 als Blu-ray, 6. Februar 2015 als 2-DVD-Edition im auf 1.500 Exemplare limitierten Star Metalpak als Nr. 10 der Reihe „Kaiju Classics“

Länge: 85 Min. (Blu-ray), 82 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Gojira tai Hedora
JAP 1971
Regie: Yoshimitsu Banno
Drehbuch: Yoshimitsu Banno, Takeshi Kimura (als Kaoru Mabuchi)
Besetzung: Akira Yamauchi, Toshie Kimura, Hiroyuki Kawase, Toshio Shiba, Keiko Mari, Yoshio Yoshida, Haruo Suzuki, Yoshio Katsube
Zusatzmaterial Blu-ray: Trailer, Wendecover
Zusatzmaterial DVD: Audiokommentare von Jörg Buttgereit und Bodo Traber, Thorsten Rosemann und Florian Bahr, Interview mit Yoshimitsu Banno, Werberatschläge, Trailer, Bildergalerie u. a., 20-seitiges Booklet mit einem Text von Ingo Strecker
Label/Vertrieb: Anolis Entertainment GmbH

Copyright 2019 by Andreas Eckenfels

Szenenfotos: © 2019 Anolis Entertainment GmbH

 
 

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Outrage Coda – Otomos Schwanengesang

Outrage Coda

Von Volker Schönenberger

Gangsterdrama // Fünf Jahre, nachdem das Sanno-kai-Syndikat zerschlagen und der Hanabishi-kai-Organisation einverleibt wurde, lebt Otomo (Takeshi Kitano) in Südkorea, wo er für den dortigen Paten auf der Insel Jeju tätig ist. Als der renitente Yakuza Hanada (Pierre Taki) vom Hanabishi-Clan in einem Hotel zwei Prostituierte verprügelt, die seine Wünsche nicht erfüllen wollen, beginnt damit eine neue Spirale der Gewalt. Statt eine Entschädigung zu zahlen, lässt Hanada ein Mitglied des koreanischen Clans ermorden. In der Folge entbrennt in Japan ein Machtkampf in der Unterwelt, der Otomo schließlich wieder zurück in seine Heimat führt. Das wiederum bekommt etlichen dortigen Gangstern gar nicht gut.

Eskalation unter Gangstern

Mit „Outrage Coda“ beendet Drehbuchautor, Regisseur, Hauptdarsteller und Japan-Superstar Takeshi Kitano seine 2010 mit „Outrage“ begonnene und zwei Jahre später mit „Outrage Beyond“ fortgesetzte Trilogie. Er nimmt besonders die zweifelhafte „Ehre“ der japanischen Gangster aufs Korn. Bei all ihren schmutzigen Geschäften und ohne jede Hemmung ausgeführten Morden müssen sich die Herren Verbrecher ihre Moral doch arg zurechtbiegen. Und gemordet wird nach eher ruhigem Auftakt viel in „Outrage Coda“. Besonders Otomo zeigt einmal mehr etlichen Kontrahenten, wo der Hammer hängt.

Die Bosse beraten sich

Mit Detective Shigeta (Yutaka Matsushige) taucht auch ein nicht korrumpierbarer Polizist auf. Ihm sind allerdings die Hände gebunden, und er ist letztlich zu ehrbar, um Otomo und den anderen Gangstern auf Augenhöhe zu begegnen, was seine Figur schwach erscheinen lässt und damit letztlich wenig bedeutend macht. Die Figur des Yakuza Hanada hätte das Zeug zu einem starken Antagonisten Otomos gehabt, aber danach stand Takeshi Kitano offenbar nicht der Sinn. Anfangs gibt sich Hanada zwar großmäulig und unantastbar, aber letztlich hat er nicht viel zu sagen und entpuppt sich als kleine Wurst. Otomos Urgewalt ist ohnehin niemand gewachsen. Es dürfte kein Zufall sein, dass ausgerechnet dieser Schurke Kitano zu einer Trilogie veranlasst hat – er spielt ihn mit Verve und hat den Gangster auf eine krude Weise sicher ins Herz geschlossen. „Outrage Coda“ reicht insgesamt nicht ganz an die beiden Vorgänger heran, schließt die Trilogie um Otomo aber würdig ab.

Otomo greift ein

Mal erleidet einer der Bosse einen Wutausbruch aufgrund der Unfähigkeit seiner Untergebenen, mal geht es eher lakonisch zu – bis dann irgendjemand eine Waffe zieht und die Gewalt explodiert. Nicht immer halten die großen Gangster dabei das Heft sicher in der Hand. Große Bosse, mittlere Führungsriege, kleine Handlanger – es fällt nicht immer leicht, den Überblick zu behalten, wenn die Gangster ihre Intrigen spinnen, Eskalationen zu vermeiden zu versuchen oder sie herbeiführen. Das Booklet des Mediabooks von „Outrage Coda“ hilft da nicht weiter, da es keinen Essay zum Film enthält, sondern einen Text über die Geschichte des Yakuza-Films – auch gut. Mangels geeigneten Zusatzmaterials über den Film entschied sich capelight pictures zum wiederholten Mal, einer Takeshi-Kitano-Veröffentlichung gleich einen ganzen Film als Bonus beizulegen: Kitanos Komödie „Getting any?“ („Minnâ-yatteruka!“) von 1994. Ein schönes Extra. Wer darauf verzichten kann und die beiden Vorgängerfilme noch nicht im Regal stehen hat, ist mit der „Outrage Trilogie“ gut bedient, die mit allen drei Filmen auf Blu-ray im Digipack daherkommt.

Leichen pflastern seinen Weg

Die beiden Vorgängerfilme ebenfalls zu sichten und zu rezensieren, war zeitlich leider nicht möglich, daher verweisen wir auf Christoph vom „Fluxkompensator“, der dies sowohl für „Outrage“ als auch für „Outrage Beyond“ erledigt hat. Und selbstverständlich hat er auch einen Text zu „Outrage Coda“ beigesteuert. Das hat das Filmforum Bremen bereits vor einiger Zeit erledigt.

Der alternde Otomo befindet sich am Scheideweg

Veröffentlichung: 14. September 2018 als 3-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray, DVD & Bonus-Blu-ray), als Blu-ray in der „Outrage Trilogy“-Box und DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Japanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Outrage Coda
JAP 2017
Regie: Takeshi Kitano
Drehbuch: Takeshi Kitano
Besetzung: Takeshi Kitano, Toshiyuki Nishida, Tatsuo Nadaka, Ken Misuishi, Ikuji Nakamura, Yutaka Matsushige, Ren Osugi, Hiro Honda, Hiroyuki Ikeuchi
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, nur Mediabook: Blu-ray mit Takeshi Kitanos Komödie „Getting any?“, Booklet
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Szenenfotos: © 2018 capelight pictures

 

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