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Im Netz der Versuchung – Wenn ein Thunfisch dich zum Wahnsinn treibt

Serenity

Von Philipp Ludwig

Thriller // Matthew McConaughey hat ein Problem: Nachdem er, durch einen geschickten Wechsel im Rollenrepertoire, in den vergangenen Jahren zwar erfolgreich sein Image als RomCom-Darsteller schlechthin – das dem gutaussehenden Texaner nicht nur Lob und Anerkennung, sondern mitunter auch eine gehörige Portion Häme einbrachte – ablegen konnte, scheint er zuletzt dieses glückliche Händchen für gute Filmstoffe ein wenig verloren zu haben. Oder, um in der Metaphorik seines neuesten Fehlgriffs „Im Netz der Versuchung“ zu bleiben: Der letzte große Fang lässt, nach mittlerweile erlangten Oscar-Ehren (2014 für seine Hauptrolle in „Dallas Buyers Club“) und weiterer, allseits gefeierter, darstellerischer Leistungen in Werken wie „Interstellar“ und der Serie „True Detective“ (beide 2014), nun doch schon etwas länger auf sich warten.

Baker Dill – ein lässiger und geheimnisvoller Einzelgänger

In dem wilden Genre-Mix von Steven Knight („No Turning Back“) gibt er den geheimnisvollen Eigenbrötler Baker Dill. Dieser lebt seit einigen Jahren zurückgezogen auf dem karibisch anmutenden Insel-Idyll Plymouth Island, gelegen vor der Küste von Florida. Über seine Vergangenheit ist herzlich wenig bekannt, Dill ist nicht wirklich als gesellige Plaudertasche in aller Munde. Seine sozialen Kontakte beschränken sich vielmehr auf regelmäßige Besuche der einzigen Bar der Insel sowie bei seiner Liebhaberin Constance (Diane Lane, „Untreu“) und seinem Geschäftspartner Luke (Djimon Hounsou, „Blood Diamond“). Mit Luke bietet der leidenschaftliche Angler auf seinem kleinen Boot Angeltrips für gutverdienende Touristen an. Ein Geschäft, das allerdings mehr schlecht als recht zu laufen scheint. Denn wirklich zu interessieren scheint Dill sich vor allem für eine andere Angelegenheit: die Ergreifung eines riesenhaften Thunfisches, der ihm bereits wiederholt vom Haken entwischt ist und von ihm zunächst nur ehrfurchtsvoll das „Biest“ genannt wird.

Hier lässt es sich aushalten: Dill macht es sich im Inselparadies gemütlich

Und so würden seine Tage auf Plymouth Island wohl in einem immer gleichen Rhythmus aus zahlreichen Drinks, erotischen Stelldicheins und auslaugenden Angeltouren auf dem Meer ablaufen, würde da nicht eines Tages seine Ex Karen (Anne Hathaway, „Ocean’s 8“), auf der Matte stehen. Diese ist mittlerweile seit Jahren mit dem zwielichtigen wie äußerst erfolgreichen Geschäftsmann Frank Ziriakis (Jason Clarke, „Friedhof der Kuscheltiere“) liiert und hat dessen Trinksucht sowie Ausbrüche häuslicher Gewalt ein für allemal satt. Für die stolze Belohnung von zehn Millionen US-Dollar bittet sie Baker um Hilfe. Er könnte doch, bei einem gemeinsamen Angelausflug mit ihrem ebenfalls angereisten, heißspornigen und dabei vermutlich sowieso wieder betrunkenen Ehemann, diesen auf dem offenen Meer einfach „verschwinden“ lassen. Dill würde seine Verflossene gern direkt wieder zum Teufel schicken, wäre da nicht ihr gemeinsamer Sohn, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Und der scheint besonders unter den Spannungen zwischen der Mutter und dem neuen Stiefvater zu leiden und hat sich in eine Welt aus Computerspielen zurückgezogen. Was wird der vom Thunfisch besessene Baker tun? Wird er seine manische Jagd nach dem „Biest“ zurückstellen, um seinem Sohn zuliebe der verflossenen Liebe bei ihrem unmoralischen Unterfangen zu helfen?

Hommage oder Parodie?

Mit dem Auftreten von Anne Hathaway beginnt bei „Im Netz der Versuchung“ dann leider auch langsam der rapide Verfall des Niveaus im fortan zunehmend abstrusen Plot-Verlauf. Allerdings ohne dies nun an ihrer Person festmachen zu wollen und somit in die ungerechtfertigten wie völlig überzogenen, im Netz stets tobenden Hasstiraden gegen die eigentlich tolle und sympathische Darstellerin einzustimmen. Die Schwächen liegen vielmehr in dem ab diesem Zeitpunkt völlig einfallslosen und thematisch überladenen Skript des Regisseurs Knight. Umso auffallender wird dieser Niveauabfall, da sein Werk eigentlich recht solide beginnt und somit bis hierhin zumindest die Erwartungen auf ein halbwegs ansprechendes Filmerlebnis wecken konnte. Gerade die sonnige Urlaubsatmosphäre des Inselparadieses Plymouth Island ist anfangs hervorragend in Szene gesetzt, ebenso weiß McConaughey als eigenbrötlerischer Angelrowdy durchaus zu überzeugen. Auch wenn seine Figur des Baker Dill von Beginn an bereits stets, wie alle Figuren, leicht überzeichnet wirkt und daher auch gut zu dem Darsteller, der stets mit einem latenten Hang zum Overacting ausgestattet ist, zu passen scheint.

Wird Baker Dill auf das unmoralische Angebot seiner Ex eingehen?

Ebenso wird zu Beginn eine grundsolide Thriller-Atmosphäre im Stile alter Film-noir-Streifen geschaffen, dank passender musikalischer Untermalung, regnerischen Nachtszenen und dem wenig sozialen Antihelden Dill. Der Regisseur spielt hier also bewusst mit etablierten Genrekonventionen, die dann in der Figur von Hathaways Karen als geheimnisvolle Femme fatale ihren ersten klischeebeladenen Höhepunkt finden. Funktioniert der Film bis dahin noch als halbwegs gelungene Hommage an den Glanz eines mittlerweile in die Jahre gekommenen Genres und kann durch die hierbei hervorgerufenen Nostalgiewerte durchaus punkten, so kippt er durch die zunehmend überzeichneten Figuren und wirren Story schnell unfreiwillig ins parodistische – dies gilt insbesondere für den von Clarke verkörperten Ziriakis als Karikatur eines Antagonisten. Aufgrund des schnellen Verlaufs der Handlung im ersten Drittel und im Angesicht der daher noch ausstehenden Restlaufzeit des Films wird aufmerksamen Zuschauerinnen und Zuschauern beim Schauen vermutlich schnell die Ahnung befallen, dass dies noch längst nicht alles sein könnte. Leider wird man damit dann auch recht behalten, womit das eigentliche Problem des Films erst so richtig beginnt.

Käpt’n Ahab trifft „Inception“ trifft „Black Mirror“

Der knapp 60-jährige Brite Steven Knight hat sich als Drehbuchautor für tolle Erfolgsserien wie beispielsweise „Peaky Blinders“ (seit 2013) sowie beeindruckende Thriller wie David Cronenbergs „Tödliche Versprechen – Eastern Promises“ (2007) mit Viggo Mortensen und Naomi Watts durchaus einen Namen in der Branche gemacht. Darüber hinaus ist er in seiner Heimat als Miterfinder der britischen Variante von „Wer wird Millionär?“ bekannt, einen Lebenslaufeintrag, den auch nicht jeder für sich verbuchen kann. Ein weiterer Fun Fact am Rande ist, dass er damals im Vorfeld ebenfalls einen Drehbuchentwurf zu dem Film „Shutter Island“, auf Grundlage des gleichnamigen Romans von Dennis Lehane, verfasst hat, für den Film aus dem Jahre 2010 wurde schlussendlich aber das Drehbuch von Laeta Kalogridis verwendet. Die mit „Im Netz der Versuchung“ gezeigte Vorliebe für die Genres Thriller und Film noir kommt also nicht von ungefähr – zum dritten Mal nahm er dafür auch auf dem Regiestuhl Platz.

Oder steht für den Neuzeit-Käpt’n Ahab die Thunfischjagd weiterhin im Vordergrund?

Ebenso ist offensichtlich, dass sich der britische Regisseur von einer Fülle an verschiedensten Werken hat beeinflussen lassen. Neben der inszenatorischen Orientierung an gängigen Thriller-Klassikern ist dies inhaltlich vor allem an einer ganzen Reihe an philosophischen und gesellschaftspolitischen Themen zu beobachten, mit denen sich „Im Netz der Versuchung“ nach dem Auftreten von Karen und dem ersten großen Plot-Twist beschäftigt. Um Spoiler zu vermeiden, gehe ich hier nicht näher ins Detail; erwähnt sei, dass sich Knight in seinem filmischen Diskurs elementarer philosophischer Fragen wie Realität, persönlicher Identität und Moral widmet, wie sie etwa bei „Inception“ (2010) und „Elysium“ (2013) bereits deutlich ansprechender vollzogen wurden. Zudem sei hier an dieser Stelle, in Bezug auf die Grenze zwischen Realität und Einbildung, einmal auf den wunderbaren und viel zu wenig beachteten Film „Mr. Nobody“ (2010) mit Jared Leto verwiesen. Knight scheint somit auch ein wenig den Versuch zu unternehmen, auf den Zug des Zeitgeistes aufzuspringen, der in den vergangenen Jahren durch philosophisch angehauchte Erfolgsserien wie „Black Mirror“ (seit 2011) massiv geprägt wurde.

Die Gefahr der Küchentisch-Philosophie

Philosophische Diskurse und Filme schließen sich ganz sicher nicht aus. Ganz im Gegenteil, das Medium Film bietet hervorragende Möglichkeiten, um philosophische Gedankenexperimente kreativ und anschaulich durchzuspielen, wie eine ganze Reihe an Beispielen, auch neben den zuvor genannten, beweist. Allerdings birgt das auch die Gefahr, schnell ins Reich der Küchentisch-Philosophie oder den Nonsens-Bereich abzudriften, wenn dem Gezeigten zumindest ein Mindestmaß an intellektuellem Tiefgang und die nötige Leidenschaft fehlt. „Im Netz der Versuchung“ spielt leider eindeutig in dieser Kategorie. So fehlt dem Film, durch den Ideenklau bei einer Reihe anderer Werke, nicht nur die kreative Originalität, als Zuschauerin oder Zuschauer fühlt man sich ob der plump vorgetragen thematischen Diskurse auch schnell ein wenig veräppelt. Dazu werden einem die einzelnen thematischen Verweise und Metaphern dann doch zu sehr quasi mit dem Holzhammer eingeprügelt. Auch sind die Plot-Twists nur wenig überraschend, wenn man halbwegs filmaffin ist. Die Richtung, in die sich der Plot von „Im Netz der Versuchung“ nach etwa einem Drittel entwickelt, lässt sich leider bereits meilenweit gegen den Wind riechen. Nun mag man selbstverständlich entgegnen: Es ist ja nur ein Film und kein philosophisches Seminar – der soll mich unterhalten und gut ist. Dem wäre im Prinzip auch nichts entgegenzusetzen, würde „Im Netz der Versuchung“ nicht auch an dieser Stelle schlussendlich auf beinahe ganzer Linie scheitern. Denn trotz des relativ guten Beginns und der vielen Plot-Twists sowie philosophischen und metaphorischen Einschübe ist der Film inhaltlich zwar mehr als gut gefüllt, kommt aber doch nur selten wirklich mal in Fahrt. Zu sehr dreht er sich dafür gerade im Mittelteil schier endlos um sich selbst und die zentralen Fragen – Baker Dills Thunfisch-Obsession; der Frage, ob er seiner Ex helfen wird; sowie seine zunehmend wahnsinnig anmutenden Überlegungen zur Unterscheidung zwischen Wahn und Realität.

Mode-Clown, Gangster und fieser Trunkenbold in Personalunion: Frank Ziriakis

Bemerkenswert ist dagegen, mit welcher Vehemenz wenigstens die Darsteller ernsthaft und mit vollem Einsatz ihr Ding durchziehen – und das trotz der zahlreichen Logiklöcher, ins Nichts verlaufender Handlungsstränge und platter Figuren (wofür der spätere Handlungsverlauf zwar eine logische Begründung liefern möchte, die dann aber auch nicht mehr viel helfen kann). Man kommt tatsächlich nicht umhin, sich gelegentlich an Tommy Wiseaus „Meilenstein“ „The Room“ (2003) zu erinnern, dem „besten schlechtesten Film aller Zeiten“: Figuren tauchen urplötzlich auf und werden später nie wieder gesehen, Themen und Ereignisse werden angesprochen oder gezeigt und nicht weiter berücksichtigt. Man bekommt den Eindruck, Knight hätte ein wenig zu viel gewollt und am Ende selbst den Überblick über sein Werk verloren. Im Gegensatz zum erwähnten Kulthit von Wiseau gibt es bei „Im Netz der Versuchung“ allerdings so gar keinen Grund zum Schmunzeln. Denn das Ding wird fernab jeder Selbstironie von allen Beteiligten gewissenhaft durchgezogen. Dabei könnte gerade der zunehmend mürrisch agierende Baker Dill durchaus als Analogie zu seinem Darsteller interpretiert werden, der sich ebenso wie seine Figur zunehmend zu fragen scheint, wo er hier eigentlich reingeraten ist. Schade ist auch, dass tolle Darstellerinnen und Darsteller wie Diane Lane und Djimon Hounsou zu nahezu komplett unnützen Nebenfiguren degradiert werden. Einzig Jason Clarkes Fiesling Ziriakis passt mit seiner Volltrunkenheit ins Bild, wäre ein entsprechender Alkoholkonsum am Set doch vielleicht nicht die schlechteste Lösung gewesen, das ganze Wirrwarr halbwegs angemessen über die Bühne zu bringen.

Schicksal: Ladenhüter

Technisch ist an der dieser Rezension zugrundeliegenden Blu-ray nichts auszusetzen, Bild und Ton sind zumindest hervorragend. So kann man sich wenigstens an den schönen Bildern der fiktiven Plymouth Island erfreuen, ebenso an dem schönen und stimmigen Soundtrack von Benjamin Wallfisch. Auch das Bonusmaterial erfüllt mit Interviews der Beteiligten und B-Roll den minimalen Standard für heutige Veröffentlichungen. Dennoch kann man für „Im Netz der Versuchung“ definitiv keine Kauf- oder Leihempfehlung aussprechen. Aufgrund der inhaltlichen und inszenatorischen Mängel wird dem bereits an den Kinokassen gefloppten Film (der dort nur knapp die Hälfte seiner Produktionskosten von 25 Millionen US-Dollar einspielen konnte) wohl auch in den Kaufregalen und den letzten, noch verbliebenen Videotheken ein Schicksal als Staubfänger blühen. Da hilft leider auch keine Starbesetzung.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jason Clarke und Matthew McConaughey sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Wenn Figur und Darsteller gemeinsam grübeln: Wo bin ich hier nur hineingeraten?

Veröffentlichung: 13. September 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 103 Min. (DVD), 106 Min. (Blu-ray)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Serenity
USA 2019
Regie: Steven Knight
Drehbuch: Steven Knight
Besetzung: Matthew McConaughey, Anne Hathaway, Djimon Hounsou, Jason Clarke, Diane Lane, Jeremy Strong
Zusatzmaterial: Interviews, B-Roll
Label/Vertrieb: Universum Film

Copyright 2019 by Philipp Ludwig

Szenenfotos, Trailer & Packshot: © 2019 Universum Film

 

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Friedhof der Kuscheltiere (2019) – Wie viele Leben hat eine Katze?

Pet Sematary

Kinostart: 4. April 2019

Von Volker Schönenberger

Horror // Es wird so sein wie bei vielen Neuverfilmungen: Manche Fans von Mary Lamberts 1989er-Regiearbeit „Friedhof der Kuscheltiere“ lassen darauf als Klassiker nichts kommen und werden deshalb der erneuten Umsetzung von Stephen Kings Romanvorlage nichts abgewinnen können. Andere, die für den Horror-Zeitgeist und die Optik der späten 80er-Jahre nur ein müdes Lächeln übrig haben und modernen Sehgewohnheiten frönen, werden womöglich begeistert sein. Wer zu differenzierter Betrachtung in der Lage ist, kann allerdings an beiden Versionen seine Freude haben, so viel sei schon hier verraten (und natürlich kann man an beiden Versionen kritikwürdige Aspekte finden). Klar ist: Die modernisierte Fassung des Regisseurs-Duos Kevin Kölsch und Dennis Widmyer („Starry Eyes“) bietet im Fahrwasser von „Es“ (2017) Mainstream-Horror, der insbesondere Fans von Franchises wie „Conjuring – Die Heimsuchung“ und „Insidious“ gefallen kann. Wer auf der Suche nach dem nächsten extremen Terrorfilm ist, möge weitersuchen.

Von Haustieren und Kuscheltieren

Beiden Filmen kann nicht angelastet werden, dass „Pet“ fälschlicherweise als „Kuscheltier“ übersetzt wurde – dafür trägt der deutsche Verleger des Romans die Verantwortung. Zu seiner Entschuldigung sei angeführt, dass sich „Friedhof der Haustiere“ deutlich unspektakulärer liest. Angemerkt sei, dass meine letzte Lektüre des Romans ewig lange zurückliegt und auch meine jüngste Sichtung der Erstverfilmung sicher nicht in diesem Jahrtausend war. Aber ich vertrete ohnehin die Haltung, dass auch eine Literaturverfilmung erstmal nur für sich funktionieren muss und nicht verpflichtet ist, die Vorlage „adäquat“ umzusetzen, was immer das bedeuten mag. Und dass ein Remake angetan ist, den Status der Erstverfilmung als Klassiker anzukratzen, wie manche Remake-Verächter anscheinend glauben – ein absurder Gedanke.

Der Eingang zum „Pet Sematary“

Zur Story: Familie Creed hat dem Stress der Großstadt Boston Adieu gesagt und zieht ins beschauliche Ludlow im ländlichen Maine. Dort hat Louis Creed (Jason Clarke) eine Stelle als Arzt der Universität angeboten bekommen und angenommen. Er und seine Frau Rachel (Amy Seimetz) haben ein ansehnliches Haus erworben. Dort donnern zwar häufig schwere Trucks die Straße entlang, das riesige Grundstück inklusive großem Waldgebiet entzückt die Familie aber sehr. Im Gehölz entdeckt Tochter Ellie (Jeté Laurence) einen eigentümlichen Friedhof, auf dem offenbar nur Haustiere begraben liegen, wie ihr der alte und verwitwete Nachbar Jud Crandall (John Lithgow) erklärt. Passend dazu findet sich in kindlicher und fehlerhafter Schrift die Bezeichnung PET SEMATARY auf einem Holzschild (den deutschen Trailern nach zu schließen, wird auf hiesigen Kinoleinwänden FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE ohne Fehler auf dem Schild zu lesen sein).

Familie Creed richtet sich behaglich ein

Schnell hat sich die Familie inklusive Ellies kleinem Bruder Gage (Hugo und Lucas Lavoie) und Hauskatze Church eingelebt, doch ein gutes Stück hinter dem Friedhof der Haustiere, abgetrennt durch eine nur mühsam überwindbare Barrikade aus Stämmen, Ästen und Geröll, befindet sich eine weitere Grabstätte – und die hütet ein düsteres Geheimnis. Steht das Gebiet unter dem bösartigen Einfluss des Wendigo, jener Kreatur aus der indianischen Mythologie?

Ellie erkundet den Haustierfriedhof

Ein dräuender Score trägt dazu bei, die Spannungsschraube in die Höhe zu drehen, obwohl die gelegentlichen Jump-Scares etwas vorhersehbar daherkommen – einige Szenen lassen erahnen, dass wir uns in wenigen Momenten erschrecken sollen. Ebenfalls erahnen lässt sich drohendes Unheil, das nennt sich Suspense und ist in diesem Fall überaus effektiv inszeniert. Wir ahnen ein sich ankündigendes Unheil, erst recht, wenn wir Romanvorlage oder Erstverfilmung kennen, doch wann und wie genau es eintreten wird, erfahren wir erst bei Eintritt des tragischen oder bösartigen Ereignisses. Das macht eine große Qualität von „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019) aus. Schauspielerisch bewegt sich all das auf anständigem Niveau, auch die Thematisierung eines Kindheitstraumas von Rachel Creed.

Louis (r.) lässt sich von Nachbar Jud …

Da sich die Regisseure in vielen Aspekten gegenüber dem Roman werktreu zeigen, sind Parallelen zur Erstverfilmung unausweichlich. Der tödlich verunglückte Student Victor Pascow (Obssa Ahmed) sei genannt, der Louis Creed immer wieder als mahnende Vision erscheint. Teilweise zitiert die Neuverfilmung die 1989er-Version sehr deutlich, um dann doch einen Schlenker zu machen – als Stichworte seien das Skalpell und der Truck genannt, doch mehr will ich nicht verraten. Später schlägt der Film dann ganz andere Wege ein als sein Vorgänger, er hält somit auch für Kenner der ersten Umsetzung einige Überraschungen bereit. Eine zentrale Änderung gegenüber der Romanvorlage ergibt sogar absolut Sinn – wer anderswo zu viel gelesen oder gar die Trailer geschaut hat, weiß bereits, was ich meine, dennoch will ich nicht zu viel verraten. Fans der Vorlage haben bereits ungehalten reagiert, Stephen King selbst allerdings sieht das Ganze gelassen, wie man bei – Vorsicht, dort hat’s Spoiler! – IndieWire nachlesen kann. Jedenfalls bereitet das konsequente Finale erst recht Freude.

Remake oder Neuverfilmung?

Haben wir es mit einer Neuverfilmung oder mit einem Remake zu tun? Moment – ist das nicht dasselbe? Wer so denkt, muss aufpassen, dass ihm in Filmforen oder Social-Media-Filmgruppen nicht schlaue Leute über den Mund fahren. Für die gilt eine Neuverfilmung nämlich nur dann als Remake, wenn es sich nicht um eine Literaturverfilmung handelt, sondern die Erstverfilmung auf einem Originaldrehbuch beruht. Hä? Ganz recht, da gibt es feine Unterschiede, die mir in einer Diskussion um den Vergleich zweier Verfilmungen einer Story aber akademisch erscheinen. Wer sie anbringt, hat zwar genau genommen recht, sollte dies aber zuvor mit einem „Klugscheißmodus an“ ankündigen. Insofern mag das zwar eigentlich auch für beide Adaptionen dieses Stephen-King-Romans gelten, hier ist es aber so, dass die Zitate der ersten Adaption derart deutlich ausfallen, dass es meines Erachtens völlig gerechtfertigt ist, von einem Remake zu sprechen oder zu schreiben. Dass beide Versionen Unterschiede aufweisen, ist davon unbenommen.

… tiefer in den Wald führen

Bleibt die Frage: Braucht’s dieses Remake? Gegenfrage: Welchen neuen Horrorfilm braucht das Genre schon wirklich? Zu viele innovationsarme Produktionen kommen jährlich auf den Markt, da schadet ein weiterer nicht. Und Innovationen hat „Friedhof der Kuscheltiere“ (2019) in der Tat nicht zu bieten. Aber er ist auf professionellem Niveau fesselnd inszeniert. Gebraucht hätte ich ihn nicht unbedingt, habe mich jedoch anständig unterhalten gefühlt. Einigen Genrefans fehlt bei der 1989er-Version das gewisse Etwas, völlig in Ordnung, wenn sie sich auf die Neuverfilmung freuen. Vorab äußerten andere bereits ihre Enttäuschung über die FSK-16-Freigabe, die Gorehounds andeutet, wenig extremen Terror und kaum heftige Gewaltexzesse erwarten zu können. Mit dieser Vermutung liegen sie zwar richtig, aber lasst Mainstream-Horror wie diesen dann doch einfach links liegen! Er soll ein vielköpfiges Publikum ins Kino locken, nur logisch, dass die Produzenten den Gewaltgrad eher im Hinblick auf eine niedrigere Altersfreigabe ausrichteten. Wer damit und mit der mangelnden Originalität keine Probleme hat, darf sich auf eine gelungene filmische Modernisierung des Bestsellers von Stephen King freuen. Sie bringt das Genre nicht voran, fügt ihm aber auch keinen Schaden zu.

Ellie merkt: Katze Church hat sich verändert

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Stephen-King-Adaptionen sind in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet, Filme mit Jason Clarke und John Lithgow in der Rubrik Schauspieler. Zu Lucas Knabes Rezension der ersten Verfilmung geht es auch hier.

Ob Louis weiß, was er tut?

Länge: 101 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Pet Sematary
USA 2019
Regie: Kevin Kölsch, Dennis Widmyer
Drehbuch: Matt Greenberg, Jeff Buhler, nach einem Roman von Stephen King
Besetzung: Jason Clarke, John Lithgow, Amy Seimetz, Jeté Laurence, Obssa Ahmed, Hugo & Lucas Lavoie, Sonia Maria Chirila
Verleih: Paramount Pictures Germany

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Filmplakate &, Szenenfotos: © 2019 Paramount Pictures Germany

 
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Verfasst von - 2019/04/01 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Winchester – Das Haus der Verdammten: Willkommen in der Geisterherberge

Winchester

Von Philipp Ludwig

Horrordrama // Amerika,1906: Eigentlich wollte der bekannte Psychologe Dr. Eric Price (Jason Clarke, „Everest“) ein Sabbatical einlegen. Den Tod seiner geliebten Ehefrau Ruby (Laura Brent) hat er nicht wirklich verkraftet, sodass er seine Trauer nun mit Laudanum, Whiskey und der Gesellschaft von Huren zu betäuben versucht. Das nächtliche Auftragsgesuch eines Anwalts der berühmten Winchester Repeating Arms Company kann er dann allerdings doch nicht ausschlagen. Verspricht ihm die üppige Belohnung nicht nur Schuldenfreiheit, am Ende dürfte auch eine ganze Menge Geld für noch mehr Laudanum, Alkohol und leichte Mädchen übrig bleiben.

Witwer Dr. Eric Price betreibt Trauerbewältigung auf eigene Art

Der Auftrag lautet: eine professionelle Einschätzung der psychischen Verfassung von Sarah Winchester (Helen Mirren, „The Queen“). Als Witwe von William Winchester hat diese nicht nur dessen beachtliches Vermögen geerbt – sie wurde auch zur Mehrheitseignerin der von ihm gegründeten, berühmten Waffenfirma. Einige hohe Herrschaften in der Führungsetage sehen nun die Gelegenheit gekommen, die Kontrolle über die lukrative Firma zu erlangen. Hat sich Sarah doch auf ein Anwesen in der Nähe San Franciscos zurückgezogen – das Winchester House, das sie in stetiger Arbeit Tag und Nacht schier end- wie scheinbar auch planlos erweitern lässt. Sie glaubt, die wütenden Seelen der zahlreichen von Winchester-Waffen Getöteten würden sie als Geister heimsuchen, und unternimmt daher den Versuch, diese in speziell für sie hergerichteten Räumen zu beherbergen und so gut es geht zu besänftigen. Aber ist sie tatsächlich ein Medium dieser unruhigen wie wütenden Seelen oder, aufgrund ihrer Schuldgefühle für ihren auf Tod und Verderben basierenden Reichtum, dem Wahnsinn verfallen?

Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist

Auf dem Anwesen angekommen, dauert es einige Zeit, bis der Psychologe seine Patientin erstmalig treffen kann. Zunächst wird er von einer Reihe anderer dort lebender Menschen nicht nur in die Eigenheiten des imposanten und höchst verworrenen Gebäudes eingeführt, sondern vor allem auch auf die charakterlichen Besonderheiten der Millionenerbin vorbereitet: ihrer ebenfalls verwitweten Nichte Marian (Sarah Snook) mit ihrem Sohn Henry; dem emsigen Bauleiter John Hansen (Angus Sampson) sowie dem geheimnisvollen Butler Ben (Eamon Farren). Price machen aber zunächst eher die strengen Regeln der Hausherrin zu schaffen: kein Alkohol vor dem Abendessen und vor allem: kein Laudanum mehr! Ebenso scheint ihn der stetige, auch nachts nicht abklingende Baulärm mehr um den Verstand zu bringen, als es die ersten geisterhaften Erscheinungen zu erreichen vermögen – tut er diese doch zunächst als Nachwirkungen seines vorherigen Drogenkonsums ab. Doch im Laufe der Zeit muss er feststellen, das sowohl er als auch seine eigenwillige Patientin und Gastgeberin weniger verrückt zu sein scheinen als zunächst angenommen. Und wie es aussieht droht ausgerechnet jetzt ein besonders bösartiger und hartnäckiger Geist, sich in dem Anwesen einzunisten.

Trotzdem macht sich der Psychologe auf den Weg zu dem imposanten Anwesen

„Winchester – Das Haus der Verdammten“ basiert zum Teil auf wahren Begebenheiten. So hat es nicht nur die Hauptfigur der Sarah Winchester tatsächlich gegeben, sondern auch das imposante Anwesen – es kann im kalifornischen San José besichtigt werden. Dieses zunächst gerade einmal acht Zimmer umfassende, Gebäude wurde von der Witwe des Erfinders des Repetiergewehres in jahrelanger Arbeit nach eigenen Entwürfen umfangreich umgestaltet. So entstanden bis zu ihrem Tod 1922 im Alter von 82 Jahren mehrere hundert Zimmer, auf sieben Etagen verteilt. Etliche Treppen und Türen führen ins Nichts, Gänge enden unvermittelt, auch Fenster innerhalb des Hauses sind zu bemerken. Die Vermutungen, warum sie diese scheinbar planlose Ansammlung an Zimmern, Fluren und Treppen erschuf, gehen allerdings auseinander. So wird einerseits ihre durch Trauer bedingte Depression als Begründung herangezogen, verlor Sarah Winchester kurz nach ihrem Mann doch auch die gemeinsame Tochter, noch im Säuglingsalter. Andererseits bestehen Gerüchte, sie hätte tatsächlich geglaubt, von den Geistern der Winchester-Todesopfer heimgesucht zu werden, deren rastlosen Seelen sie in dem Anwesen eine Art Zufluchtsort spenden wollte. Als unbestritten gilt, dass die bodenständige Witwe aufgrund ihres durch menschliches Leid begründeten Vermögens, schwere Schuldgefühle plagten.

Sarah Winchester – Medium für rastlose Seelen oder dem Wahnsinn verfallen?

Verantwortlich für die filmische Umsetzung dieser faszinierenden und mit viel Grusel-Potenzial versehenen Vorlage sind die australisch-deutschen Zwillingsbrüder Peter und Michael Spierig. Als „The Spierig Brothers“ konnten diese bereits einige Erfahrungen im Horrorgenre sammeln, sowohl als Regisseure wie auch Drehbuchautoren – etwa mit dem Vampirfilm „Daybreakers“ (2009) mit Ethan Hawke in der Hauptrolle, ebenso wie mit „Jigsaw“, als ihren persönlichen Beitrag für die meiner Meinung nach vollkommen überflüssige „Saw“-Filmreihe.

Tolle Vorlage – mäßige Umsetzung

Trotzdem gelingt es den Zwillingsbrüdern leider nicht, aus der spannenden historischen Vorlage in „Winchester“ mehr zu machen als einen höchstens (aber immerhin) grundsoliden Gruselstreifen. Gerade die Vorgeschichte um Sarah Winchester wie auch das Anwesen hätte deutlich mehr zu bieten gehabt. Ebenso etwa das Potenzial, das die zahlreichen, durch Winchester-Waffen Getöteten als unendlicher Quell toller Geistergeschichten geboten hätten – die dann im Film aber leider lediglich als gruseliges Hintergrundrauschen wie auch als Mittel mehr oder minder einfallsreicher Jump-Scares herhalten müssen. Ebenso kommt „Winchester – Das Haus der Verdammten“ trotz einiger vielversprechender Ansätze nie in Fahrt. Was nach dem durchaus gelungenen, einführenden Spannungsaufbau in der ersten Hälfte umso enttäuschender ist.

Dr. Price und seine Patientin, wahlweise: Gastgeberin

Eine gelungene Grusel-Atmosphäre können die Spierig Brothers auf alle Fälle kreieren. Sowohl das Sounddesign mit allerlei Stöhnen, Krächzen und Knarzen als auch die stimmige musikalische Untermalung – von Peter Spierig selbst komponiert – werden einem Spukhausfilm absolut gerecht. Auch die gelegentlich eingeschobenen, obligatorischen Jump-Scares sind weitgehend gut gemacht und sitzen im Timing. Sie sind zwar mitunter etwas vorhersehbar, für leicht Erschreckbare wie mich aber absolut ausreichend. Den Puls von Horrorprofis werden sie dagegen wohl weniger zum Rasen bringen. Ebenso ist das Anwesen gerade zu Beginn fulminant in Szene gesetzt worden, auch wenn die offensichtlich erkennbaren CGI-Effekte mitunter etwas nerven können.

Auch Sarahs Nichte Marian will den mysteriösen Geschehnissen auf den Grund gehen

Besonders schade ist aber vor allem tatsächlich, dass „Winchester“ sein Potenzial für einen wirklich tollen Gruselfilm nie wirklich ausschöpfen kann und dieses nach dem durchaus guten Start ab etwa der Hälfte des Films zunehmend in den Sand gesetzt wurde. Wird zunächst noch stetig Spannung erzeugt und für ausreichend Gruselgefühl gesorgt, während wir zusammen mit Dr. Price das Anwesen erkunden und die von Sarah kontaktierten Geister kennenlernen, so verliert sich die Handlung zunehmend in Vorhersehbarkeiten und Belanglosigkeiten, um am Ende in einem ziemlich einfallslosen und simpel gehaltenen Finale zu gipfeln, das den Möglichkeiten der Vorlage erst recht nicht gerecht wird. Sonderlich innovativ ist der Film darüber hinaus auch nicht, dafür wird sich leider etwas zu oft auf altbewährte Tricks des Genres verlassen.

Selbst eine Oscar-Gewinnerin hilft nur bedingt

Erstaunlich, dass sich eine großartige Schauspielerin wie Helen Mirren für einen derartig durchschnittlichen Film hergegeben hat. Ebenso der Australier Jason Clarke, der in den vergangenen Jahren zunehmend auf sich aufmerksam machen konnte. Ihnen ist es dann auch in erster Linie zu verdanken, dass der Film wenigstens seinen Standard des Mittelmaßes halten kann – nicht auszudenken, wären sie durch weniger talentierte Darstellerinnen und Darsteller ersetzt worden. So präsentiert Mirren eine tolle Darstellung ihrer interessanten und außergewöhnlichen Figur Sarah, hin- und hergerissen zwischen Trauer, Schuld und Sühne, die sich auch von den unheimlichen Geisterkontakten kaum aus der Ruhe bringen lässt. Auch Clarke überzeugt als vom Schicksal gebeutelter Psychiater, der zwischen Alkohol- und Drogenkonsum und seiner persönlichen Gier zunehmend ein Interesse an Sarah und den Geschehnissen im Haus entwickelt. Der sich übrigens selbst, gegenüber einem Bildnis seiner verstorbenen Frau, als einen „Betrüger“ bezeichnet – leider nur ein weiterer vielversprechender Handlungsstrang, der ins Leere verläuft.

Die Geister, die ich rief …

Interessant finde ich persönlich die moralische Komponente des Films und die hier aufgeworfene Frage nach Schuld und Sühne. Sarah Winchester muss stellvertretend für ihren Mann mit den tragischen Folgen von dessen Arbeit klarkommen. Die ethische Frage nach den Möglichkeiten eines Lebens in Saus und Braus, insbesondere in Bezug auf das Zustandekommen der Grundlage für eben dieses Leben, finde ich auf jeden Fall spannend. Auch ich würde es begrüßen, würden all die Waffenproduzenten und -händler dieser Welt, ebenso wie etwa Auto- oder Tabakindustrielle, Massentierhalter, Braunkohleunternehmer oder Bad Banker von den Geistern der von ihnen Geschädigten heimgesucht werden. Das wäre doch mal gerecht und auch ein Stück weit schön. Ja, ich gebe zu, auch ich habe manchmal so eine gewisse, bösartige Seite an mir. Aber eigentlich bin ich ein ganz netter Kerl.

Die Schatten der Vergangenheit plagen Sarah

Ein Urteil über „Winchester – Das Haus der Verdammten“ zu fällen, ist also nicht ganz einfach. Das Horrordrama ist weder sonderlich schlecht noch besonders gut. Dank der soliden Gruselatmosphäre und ein paar gelungener Schreckmomente wird er zumindest gelegentlichen Horrorzuschauern wie mir etwas mehr zu bieten haben als den wahren Genrecracks. Diese wird der Film wohl noch weniger vom Hocker hauen, hat er dafür in seiner Durchschnittlichkeit doch einfach zu wenig innovative und vor allem einfallsreiche Ideen zu bieten. Ein klassischer Fall also von „Kann man mal gucken, muss man aber nicht.“ Schade – bei der Story und der Besetzung wäre mehr drin gewesen, wie zumindest in Ansätzen zwischendurch immer mal wieder zu erkennen ist.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Helen Mirren sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Jason Clarke unter Schauspieler.

Kann Price den Überblick behalten?

Veröffentlichung: 31. August 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 109 Min. (Blu-ray), 105 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Winchester
Alternativtitel: Winchester – The House that Ghosts Build
AUS/USA 2018
Regie: Michael und Peter Spierig
Drehbuch: Tom Vaughan, Michael und Peter Spierig
Besetzung: Helen Mirren, Jason Clarke, Sarah Snook, Finn Scicluna-O’Prey, Angus Sampson, Laura Brent, Tyler Coppin, Eamon Farren, Bruce Spence, Emm Wiseman
Zusatzmaterial: Making-of, Interviews
Label/Vertrieb: splendid film

Copyright 2018 by Philipp Ludwig

Fotos & Packshot: © 2018 splendid film

 
 

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