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The Lost Boys – Die Blutsauger von der Strandpromenade

The Lost Boys

Von Volker Schönenberger

Horror // Sonnenschein, ein Vergnügungspark – im kalifornischen Küstenstädtchen Santa Carla lässt es sich eigentlich gut leben. Wäre da nur nicht die Clique der Halbstarken um ihren Anführer David (Kiefer Sutherland), die auf Motorrädern die Gegend unsicher machen – und offenbar ein düsteres, gar tödliches Geheimnis hüten. Oder weshalb sonst wird Santa Carla auch als „Mordhauptstadt der Welt“ bezeichnet?

In diesen nur vermeintlich idyllischen Ort verschlägt es die Brüder Michael (Jason Patric) und Sam (Corey Haim), die mit ihrer Mutter Lucy Emerson (Dianne Wiest) nach Lucys Scheidung zum skurrilen Grandpa (Barnard Hughes) ziehen. Schnell gerät Michael in den Bann von David und dessen Kumpels, zumal er sich in die hübsche Star (Jami Gertz) verliebt. Anfangs ahnt er nicht, dass es sich bei der Clique um eine Bande Vampire handelt, die ihn zu einem der Ihren machen wollen. Kann Sam seinem älteren Bruder helfen? Mit seinen neuen Freunden Edgar und Alan Frog (Corey Feldman, Jamison Newlander) begibt er sich auf Vampirjagd.

80er-Jahre-Spektakel

Ah, die 80er – ein goldenes Jahrzehnt für Horrorfans. Viele damals entstandene Genrebeiträge genießen heute noch zu Recht einen hervorragenden Ruf, auch wenn manche der Filme arg in ihrer Zeit verhaftet sind. Die damals angesagten Klamotten und Frisuren haben eben ihren ganz eigenen – nun ja – Stil. Das gilt auch für „The Lost Boys“, speziell dessen Haarmode. Auch der Synthie-Score trägt das Seine dazu bei. Das ändert nichts daran, dass die mit ironischen Elementen angereicherte Blutsauger-Schauermär auch heute noch viel Freude bereitet. Zwar durchaus mit Respekt vor den Kreaturen der Nacht inszeniert, nimmt sich der Film doch nie zu ernst und entwickelt er sich im Verlauf zu einem höllischen Spektakel.

Entstanden im selben Jahr wie „Near Dark“

An den im selben Jahr unter der Regie der späteren Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow („Tödliches Kommando – The Hurt Locker“) entstandenen „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ kommen die verlorenen Jungs zwar nicht heran, trotzdem hat sich „The Lost Boys“ eine verdiente Anhängerschaft erarbeitet. Beide Produktionen weisen ein paar Parallelen auf, so die Ansiedlung im damaligen Hier und Heute sowie die Story um einen jungen Mann, den Vampire in ihre Reihen aufzunehmen versuchen.

Ursprünglich sollte Richard Donner Regie führen. Er drehte dann aber lieber „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“ und fungierte für „The Lost Boys“ als Executive Producer. Auf dem Regiestuhl landete Mary Lambert, die zuvor vornehmlich Musikvideos inszeniert hatte und später immerhin „Friedhof der Kuscheltiere“ drehte. Sie wurde aber vor Beginn der Dreharbeiten durch Joel Schumacher („Batman Forever“) ersetzt, der kurz zuvor mit „St. Elmo’s Fire – Die Leidenschaft brennt tief“ reüssiert hatte.

Oscar-Preisträgerin im Cast

Bemerkenswert, dass in einem solchen Genrefilm mit Dianne Wiest eine Schauspielerin mitwirkte, die im selben Jahr für ihre Nebenrolle in Woody Allens „Hannah und ihre Schwestern“ einen Oscar gewann. 1995 erhielt sie – ebenfalls unter Allens Regie – die Trophäe sogar ein zweites Mal: für „Bullets over Broadway“.

Gedreht wurde im kalifornischen Santa Cruz, das an sich auch als den Ort der Handlung bilden sollte. Weil die Stadtoberen sich aber angesichts der Bezeichnung als Mörderhauptstadt um das Image ihres Orts sorgten, wurde daraus letztlich das fiktive Santa Carla. Mit „Lost Boys 2 – The Tribe“ (2008) und „Lost Boys – The Thirst“ (2010) entstanden mehr als 20 Jahre später zwei Fortsetzungen als Direct-to-Video-Produktionen. In beiden tritt erneut Corey Feldman als Vampire jagender Edgar Frog auf, im zweiten auch Jamison Newlander als sein Buder Alan.

Veröffentlichung: 16. Oktober 2008 als Blu-ray, 12. September 2008 als 2-Disc Premium Edition DVD, 22. Oktober 2004 als 2-Disc Special Edition DVD, 11. Dezember 1998 als DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: The Lost Boys
USA 1987
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Jan Fischer, James Jeremias, Jeffrey Boam
Besetzung: Kiefer Sutherland, Jason Patric, Corey Haim, Corey Feldman, Dianne Wiest, Barnard Hughes, Edward Herrmann, Jami Gertz, Jamison Newlander
Zusatzmaterial: keine Angabe
Label/Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Packshot Blu-ray: © 2008 Warner Home Video

 
 

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Solarfighters – Auf Rollerskates durch die Endzeit-Wüste

Solarbabies

Von Volker Schönenberger

SF-Abenteuer // Die Erde hat mal wieder einen Atomkrieg überstanden, ihre Landschaft ist zu weiten Teilen zu einer Ödnis verkommen. Wer die spärlichen Wasservorräte kontrolliert, hat die Macht, und in diesem Fall ist das das sogenannte Protektorat. In Waisenhäusern werden neue Soldaten heranerzogen. Die dafür notwendigen körperlichen Fähigkeiten trainiert ihnen das Regime mit der Sportball Skateball an – einer Art Lacrosse auf Rollerskates.

Solarbaby Jason lässt sich nicht gern etwas sagen

Eins der Skateball-Teams nennt sich „Solarbabies“, seine Mitglieder um ihren Wortführer Jason (Jason Patric) und dessen Freundin Terra (Jami Gertz) scheren sich nicht allzu sehr um die strengen Regeln des Protektorats – anders als die regimetreuen „Scorpions“ um ihren bösartigen Anführer Gavial (Peter Kowanko). Der Waisenhausdirektor (Charles Durning) hat seine liebe Mühe damit, die aufsässigen Solarbabies vor der harten Hand des ruchlosen Protektorats-Offiziers Grock (Richard Jordan) zu schützen.

Grock ist unerbittlich

Hoffnung keimt auf, als der gehörlose junge Solarbabies-Spieler Daniel (Lukas Haas) eine sonderbare Kugel findet, die ihm sein Gehör schenkt und es regnen lassen kann – sogar in geschlossenen Räumen. Als der Einzelgänger Darstar (Adrian Pasdar) die Kugel an sich nimmt und in die Wüste flieht, verfolgen ihn die Solarbabies – und bald auch Häscher des Protektorats.

Mel Brooks’ Choreograf führt Regie

Auf Rollerskates durch die Wüste – auf so eine Idee konnte man wohl auch nur in den 80ern kommen. Klar im endzeitlichen Fahrwasser der „Mad Max“-Reihe verortet (auch „Rollerball“ von 1975 lässt grüßen), kommt „Solarfighters“ deutlich alberner daher. Der deutsche Verleih hätte es ruhig beim Originaltitel „Solarbabies“ belassen können, statt den Film martialisch in „Solarfighters“ umzutaufen. Die magische Kugel und die Rollerskates bleiben nicht die einzigen skurrilen Ideen. Die Geschichte macht auch vor einigen Klischees nicht Halt, mit feingeistigen Dialogen sollte niemand rechnen. Das missfiel nicht nur der zeitgenössischen Filmkritik, sondern auch dem Publikum.

Eine merkwürdige Kugel gibt den Solarbabies Rätsel auf …

Produzent Mel Brooks setzte seinen Choreografen Alan Johnson auf den Regiestuhl, der drei Jahre zuvor auch schon „Sein oder Nichtsein“ inszeniert hatte. Es blieben Johnsons einzige Regiearbeiten. Das mag am Misserfolg von „Solarfighters“ gelegen haben, der Brooks einige Millionen Dollar gekostet hat, die der Produzent dem Vernehmen nach erst über die Jahre über Heimkino-Auswertungen erwirtschaften konnte.

… und macht ihnen Freude

Jami Gertz und Jason Patric bildeten ein Jahr später in Joel Schumachers Vampirfilm „The Lost Boys“ ebenfalls ein Liebespaar. Dystopien mit jugendlichen Protagonisten haben dank der Die Tribute von Panem“-Reihe seit einigen Jahren Konjunktur. Der frühe Vertreter „Solarfighters“ bringt einen gehörigen Trashfaktor mit und kann mit den aktuellen Hochglanz-Produktionen nicht mithalten. Für einen launigen 80er-Filmabend reicht’s aber, sofern ausreichend Bier bereitgehalten wird und jeder Teilnehmer weiß, worauf er sich einlässt.

Darstar (vo. r.) hat sein Volk gefunden

Veröffentlichung: 25. September 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 91 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: Solarbabies
USA 1986
Regie: Alan Johnson
Drehbuch: Walon Green, Douglas Anthony Metrov
Besetzung: Richard Jordan, Jami Gertz, Jason Patric, Lukas Haas, James Le Gros, Peter DeLuise, Adrian Pasdar, Sarah Douglas, Charles Durning, Frank Converse, Peter Kowanko
Zusatzmaterial: deutscher und amerikanischer Kinotrailer, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2014 Koch Films

 

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