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Die Bestimmung – Allegiant: Trilogie in vier Akten

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The Divergent Series – Allegiant

Kinostart: 17. März 2016

Von Iris Janke

SF-Abenteuer // Es hätte so schön sein können … Der erste Teil der dystopischen Trilogie „Die Bestimmung“ – Divergent“ kam 2014 ins Kino und überraschte ganz im Stil von „Die Tribute von Panem“. Damals wurde Protagonistin Tris (Shailene Woodley) als „Unbestimmte“ zur jugendlichen Heldin. Sie sprang auf fahrende Züge – und wieder runter. Sie hüpfte von Dächern und zeigte, dass nicht nur Jennifer Lawrence in „Die Tribute von Panem“ als Heldin aller Teenie-Mädchen und fast ebenso vieler Teenie-Jungs eine gute Figur machen kann.

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Lieben einander und kämpfen Seite an Seite: Four und Tris

Nach dem zweiten Teil „Die Bestimmung – Insurgent“ im Jahr 2015 kommt jetzt der dritte Teil der Bestseller-Jugendbuchtrilogie von Veronica Roth ins Kino. Wer mit diesem dritten Film-Teil des deutschen Regisseurs Robert Schwentke („R.I.P.D.“, „Die Bestimmung – Insurgent“) bereits mit einem krönenden Abschluss gerechnet hat, hat sich allerdings zu früh gefreut. Ganz den Vorbildern letzter Teile in Jugendbuch-Reihen („Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“, „Twilight“) folgend, ist auch der letzte Part von „Die Bestimmung“ in zwei Teile aufgeteilt.

Raus aus Chicago

Dabei ist der Inhalt schnell erzählt: Die Regierung der Stadt Chicago ist gestürzt, das System mit der Unterteilung der Bevölkerung in Fraktionen zusammengebrochen. Tris’ Freund und Mitstreiter Four (Theo James), ihre Freundin Christina (Zoë Kravitz), Buder Caleb (Ansel Elgort), der wankelmütige Peter (Miles Teller) und Tori (Maggie Q) fliehen und versuchen, die monströse Mauer zu überwinden, die die teilweise zerstörte Stadt umschließt. Doch entgegen allen Erwartungen, hinter der Grenzanlage endlich Frieden und eine neue Heimat zu finden, wartet dort auf Tris und ihre Freunde eine neue schockierende Welt …

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Durchsetzungsfähig: Fours‘ Mutter Evelyn

Zu offensichtlich ist – trotz glatter, zuweilen zugegeben auch ansprechender Film-Optik –, dass anscheinend lediglich versucht wurde, einfach das Doppelte an Gewinn aus der filmischen Umsetzung des dritten und damit letzten Buches zu pressen. Der erste Part dieses dritten Teils krankt besonders daran, dass die Story zu sehr ausgewalzt wurde, an den Haaren herbeigezogen und arg vorhersehbar wirkt. Eine eher düstere und damit attraktivere Variante hätte vermutlich eine erneute Verpflichtung von Neil Burger gebracht, der als Regisseur des ersten Teils „Die Bestimmung – Divergent“ eben jene Film-Finsternis nicht hat vermissen lassen.

Die Darsteller reißen’s nicht raus

Selbst das Darstellerteam um die zweifellos gute und erneut unaufdringlich agierende Hauptdarstellerin Shailene Woodley vermag da nicht viel zu reißen: Im Film-Team der Jugendidentifikationsfiguren kämpfen erneut der sicher nicht nur von Tris angeschmachtete Schönling Four (Theo James), Zoë Kravitz als Tris’ Freundin Christina und Ansel Elgort als Tris’ Buder Caleb. Das Film-Team „Eltern-Generation“ bilden diesmal Allzweckwaffe Jeff Daniels (zuletzt in „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ und „Steve Jobs“) als Anführer David und erneut Naomi Watts („The Impossible“) als Fours Mutter Evelyn sowie Octavia Spencer als Amite-Anführerin Johanna. Retten können leider selbst diese Routiniers den beinahe überflüssigen ersten Part vom letzten Teil der „Bestimmungs“-Saga nicht.

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Tris wandelt sich von der Amazone zur Kämpferin im kleinen Weißen

Insgesamt also eine durchaus beachtliche Darstellerriege, die sich eigentlich nicht verstecken müsste und die keineswegs schuld daran ist, dass dieser Teil eher enttäuscht. Trotzdem, um der um den vierten Teil künstlich erweiterten Film-Trilogie ihren hoffentlich würdigen Abschluss zu geben, werden sich die Fans vermutlich auch den letzten Teil geben oder auch gönnen – einfach der Vollständigkeit halber. „Die Bestimmung – Ascendant“ ist für den Juni 2017 angekündigt.

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Erst wohltätig, dann egoistisch: der undurchsichtige David

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Octavia Spencer sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt.

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Divergent Series – Allegiant
USA 2016
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Noah Oppenheim, Adam Cooper, Bill Collage, nach einem Roman von Veronica Roth
Besetzung: Shailene Woodley, Zoë Kravitz, Naomi Watts, Jeff Daniels, Miles Teller, Octavia Spencer, Maggie Q, Ansel Elgort, Jonny Weston, Bill Skarsgård, Ray Stevenson
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2016 by Iris Janke

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

 

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Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein: Von schwarz-weißem Serien-Idyll in die bunte Realität

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Pleasantville

Fantasykomödie // In Pleasantville ist die Welt noch in Ordnung. Den Spielern der Schulmannschaft gelingt beim Basketball jeder Korbwurf. Jugendliche gehen beim Rendezvous nicht weiter als bis zum Händchenhalten. Doppelbetten sind unbekannt. Bei konstant 23 Grad Celsius scheint jeden Tag die Sonne, und die Feuerwehr rückt höchstens mal aus, um eine Katze vom Baum zu retten.

Pleasantville ist ein Paradies – kein Wunder, denn es existiert nur im Fernsehen und ist die Lieblingsserie von Teenager David (Tobey Maguire). In der Schule ein Außenseiter, genießt er es, sich aus einer 90er-Jahre-Realität ins schwarz-weiße Pleasantville von 1958 zu versetzen. Als David und seine Schwester Jennifer (Reese Witherspoon) eines Tages beim Streit um den Fernseher die Fernbedienung zerstören, taucht wie gerufen ein TV-Techniker auf und gibt ihnen eine neue.

Per Fernbedienung ins TV gebeamt

Die hat es in sich: Kaum betätigt, landen David und Jennifer in Pleasantville – als Bud und Mary Sue Parker, Kinder von George und Betty Parker (William H. Macy, Joan Allen). Nun müssen die Geschwister in der fremdartigen schwarz-weißen Umgebung am Seriengeschehen teilnehmen. Gut, dass David alias Bud alle Folgen auswendig kennt.

Doch mit ihren modernen Ansichten bringen die zwei das unschuldig-naive Pleasantville gehörig durcheinander – und bald auch Farbe ins Spiel. Das geht nicht lange gut. So beginnen Diffamierungen gegen Bürger, die anders sind, etwa Mr. Johnson (Jeff Daniels), der seine Liebe zur farbigen Malerei entdeckt.

Regiedebüt vom Gary Ross

„Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ markiert das Regiedebüt von Gary Ross. 2003 inszenierte er in „Seabiscuit – Mit dem Willen zum Erfolg“ ebenfalls mit Tobey Maguire die Geschichte des berühmten Rennpferds, 2012 startete er mit „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ ein Erfolgs-Franchise, saß jedoch bei den folgenden Teilen nicht mehr auf dem Regiestuhl.

Im Visier von Kommunistenjägers McCarthy

Mit seinem Erstling verarbeitete Ross auch Erfahrungen seines Vaters: Arthur Ross, selbst Drehbuchautor (darunter „Brubaker“), geriet als Liberaler in den 50er-Jahren in die Mühlen der Kommunistenhatz des republikanischen Senators Joseph McCarthy. „Ich wuchs mit dieser Erinnerung auf: Man kann in einer vermeintlich sicheren, offenen Umgebung leben und dennoch Repressalien zum Opfer fallen“, so Gary Ross.

„Pleasantville – Zu schön, um wahr zu sein“ ist famos besetzt, tricktechnisch perfekt, märchenhaft, komisch, satirisch, nachdenklich, bewegend – einfach ein wunderschöner Film.

Veröffentlichung: 2. Dezember 2011 als DVD

Länge: 119 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Spanisch
Untertitel: Dänisch, Spanisch, Norwegisch, Schwedisch, Finnisch, Hebräisch
Originaltitel: Pleasantville
USA 1998
Regie: Gary Ross
Drehbuch: Gary Ross
Besetzung: Tobey Maguire, Reese Witherspoon, Joan Allen, William H. Macy, Jeff Daniels, J. T. Walsh
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2011 Warner Home Video

 

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