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Jerzee goes Crowdfunding

Würde Enthusiasmus belohnt werden, so hätte die Hamburger Sängerin Jerzee längst einen Plattenvertrag unterschrieben, internationale Charterfolge gefeiert oder zumindest ihr kommendes Album veröffentlicht. Nun – was die ersten beiden Varianten angeht, kann man ihr als einzelner Sympathisant mit ihrer kecken Mischung aus Rock, Folk, Pop und Dancefloor nur viel Erfolg wünschen. Bei der Veröffentlichung des neuen Albums hingegen gibt es eine ganz konkrete Möglichkeit, Jerzee zu unterstützen: Das Stichwort lautet Crowdfunding.

It’s only Rock ’n’ Roll, but It Needs Your Help

Schwarmfinanzierung – wie stellt Jerzee das an? Sie hat über den deutschen Bereich der internationalen Indiegogo-Plattform eine eigene Kampagne erstellt und sammelt darüber Geld. „It’s only Rock ’n’ Roll, but It Needs Your Help“ – so hat sie die Kampagne in Anlehnung an ihren Song „It’s only Rock’n’ Roll but It Feels Like Love“ genannt. Je nach Höhe des Betrags erhält jeder Unterstützer eine Gegenleistung:

– 1 Euro – My Small Help: Single als Download,
– 10 Euro – Starter: Album als Download,
– 20 Euro – Must Have: Album als CD-Digipack mit Booklet, dazu 2013er-EP „Jerzee & Dad“,
– 40 Euro – Music Lover: Must Have Package plus Album als 12-Inch-Vinyl-LP,
– 60 Euro – Follower: Must Have Package plus signiertes Jerzee-T-Shirt,
– 80 Euro – Fan: Music Lover Package plus signiertes Jerzee-T-Shirt,
– 100 Euro – Believer: Fan Package plus signierte Drumsticks,
– 200 Euro – Supporter: Believer Package plus Nennung im Booklet und Erwähnung in Jerzees Social-Media-Kanälen.

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Bald mit neuem Album: Jerzee

Genauere Informationen finden sich auf der Kampagnenseite. Die Teilnahme ist selbsterklärend. In den kommenden Tagen und Wochen bis zum Ende der Kampagne wird es die eine oder andere zusätzliche Preisstufe geben.

Schön und gut, aber was geschieht, wenn das gesteckte Ziel von 4.500 Euro nicht erreicht wird? Dazu Jerzee: „Selbst wenn das Geld nicht zusammenkommt, werden wir alles daran setzen, CDs, T-Shirts etc. für alle herzustellen, die sich beteiligt haben. Eigentlich steht außer Frage, dass das Album erscheint. Die 4.500 Euro würden uns die Veröffentlichung enorm erleichtern.“ Schlimmstenfalls würden alle ihr Geld zurückerhalten. „Aber da das Album inklusive Single schon aufgenommen ist, denke ich, dass wir das nicht zulassen werden.“ Die Sängerin ergänzt, in Deutschland sei Crowdfunding eher schwierig, aber noch sei Zeit und die Zahl ihrer Unterstützer wachse stetig.

Schaut man sich die bisherigen Unterstützer an, entdeckt man immerhin einen 100-Euro-Believer und zwei 200-Euro-Supporter. Den meisten reicht aktuell offenbar die CD, aber Jerzee ist ohnehin für jede Unterstützung dankbar.

Über Jerzees neues Album und ihre Liebe zur Musik berichten wir andernorts. Die Kampagne endet am Donnerstag, 22. August. Derzeit sind bereits mehr als 1300 Euro zusammengekommen, es ist also noch Luft nach oben, damit Jerzees ansteckender Enthusiasmus im Oktober zu einer knackigen Album-Veröffentlichung führen kann.

Zur Kampagne bei Indiegogo geht’s auch hier.

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Video: © Heiko Gentsch / Frank Radtke
Foto: © Frank Radtke

 
 

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Von Hamburg nach Nashville ist nur ein Katzensprung – Jerzee produziert neues Album

Es ist nur Rock ’n’ Roll, aber es fühlt sich wie Liebe an. „It’s only Rock ’n’ Roll but It Feels Like Love“ – so lautet der Titel eines Songs von Jerzee aus Hamburg, so lautet der Titel ihres neuen Albums, das die Hamburger Sängerin im Oktober veröffentlichen will. Dabei bedient sie sich der Methode des Crowdfunding – eine Online-Kampagne soll die letzte Finanzierungslücke schließen. Diese Kampagne erläutern wir an anderer Stelle.

Für das Album gelang es Jerzee, mit Jeff Silverman einen renommierten Produzenten ins Boot zu holen, der das Album derzeit in Nashville/Tennessee abmischt. Silverman hat den US-Rockstar Rick Springfield produziert und u. a. mit Boyz II Men, Paula Abdul, Prince, Richard Marx und Barbara Streisand zusammengearbeitet. Er glaubt fest an Jerzee und ihre Vision: „Mit ihr kann man nicht nur wunderbar zusammenarbeiten, sie ist obendrein eine sehr talentierte Künstlerin.“ Er sei fest davon überzeugt, dass sie internationale Aufmerksamkeit erhalten könne und prognostiziert ihrer Karriere einen tollen Schub.

Lady Gaga als Inspiration

Zuspruch erhielt Jerzee obendrein von der exzentrischen Künstlerin Lady Gaga, neben Bruce Springsteen eins ihrer großen Idole. Vor einiger Zeit hatte die Hamburgerin Gelegenheit, sich mit Lady Gaga zu unterhalten: „Sie hat mich eindringlich gebeten, mir meine Liebe zur Musik nicht vom Geschäft kaputt machen zu lassen.“

Jerzees Debüt „It’s Me“ stammt von 2008, ein Jahr später gab’s die EP „Face II Face“, vor wenigen Monaten mit „Jerzee and Dad Unplugged“ eine weitere EP, auf der die in Friedland in Mecklenburg-Vorpommern geborene Hamburger Sängerin tatsächlich mit ihrem Vater zu hören ist. Wir haben Jerzee ein paar Fragen gestellt:

In deinen Konzerten erzählst du vor dem Song „It’s Me“ gern, was er bedeutet: dass du dein Ding machst und keine Besserwisser brauchst. Kannst du das etwas erläutern?

Wie Herr Springsteen zu sagen pflegt: Songs und ihre Bedeutung verändern sich mit der Zeit. Am Anfang muss man sich erst entwickeln, stark werden und seinen Weg finden. Es gibt immer Menschen, die einen lenken wollen oder gleich runtermachen. So war’s, als ich den Song geschrieben habe. Mittlerweile habe ich in dem Geschäft schon so viel erlebt, dass mich der Song daran erinnert, mir treu zu bleiben und auf meine innere Stimme zu hören. Hätte ich das immer getan, wir hätten viel Geld und Energie gespart. Tief im Innern weiß man vieles genau – und doch lässt man sich oft vom Weg abbringen. Das habe ich im vergangenen Jahr mit einigen Produzenten erlebt. In der Hoffnung auf Erfolg bin ich etwas von meinem Weg abgerückt und Kompromisse eingegangen. Aber das passt nicht zu mir und meiner Musik.

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Jerzee rockt

Im vergangenen Jahr bist du voller Enthusiasmus nach Australien aufgebrochen und hast dort diverse Songs aufgenommen. Was ist daraus geworden?

Leider nichts. Falsche Versprechungen und Egomanen überall. In diesem Geschäft hat man mit vielen Egos zu tun. Du kannst Glück haben und gleich Leute treffen, die an dich glauben und dir helfen, du kannst aber auch Leute treffen, die alles über sich behaupten, aber nix auf die Reihe kriegen – Schnacker halt. Trotzdem habe ich down under viel gelernt: über mich, übers Geschäft, über Studioarbeit und darüber, was es heißt, auf sein Herz zu hören.

Habt Ihr die in Australien aufgenommenen Songs hier in Deutschland neu eingespielt?

Wir haben alles noch einmal gemacht, sonst würde irgendjemand am Ende nachträglich Ansprüche stellen. Die kommen immer alle aus ihren Löchern, wenn sie was riechen. Wir waren Anfang Juni hier in Hamburg im „48 Volt Studio“ und haben mit Philipp Salm aufgenommen. Ein Genie und toller Mensch! Einige Tonpuren sind in Nashville entstanden.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Jeff Silverman?

Über Umwege. Für die in Australien aufgenommenen Songs habe ich eine Plattenfirma in den USA gefunden, mit denen hat Jeff zusammengearbeitet. Wir haben uns sofort gut verstanden. Mit den anderen hat es nicht so geklappt und ich habe mich zusammen mit meinem Management entschieden, wieder alles allein zu machen. Nur Jeff ist geblieben, nun arbeiten wir zusammen. Wir sind einfach auf einer Wellenlänge.

Was können wir vom neuen Album stilistisch erwarten? Sind den Fans außer dem Titelsong „It’s only Rock ’n’ Roll But It Feels Like Love“ auch andere Songs bereits bekannt?

Wir haben alles neu aufgenommen. Auch „It’s only Rock and Roll …“, der klingt jetzt auch wie Rock ’n’ Roll. Klar – live spiele ich einige Songs schon lange. Aber sie werden auch hier in neuem Gewand auftauchen: Es wird wieder erdiger. Nachdem die letzte Single sehr poppig war, kommt jetzt der Mix aus Pop mit viel mehr Rock und Folk – aber sehr modern gehalten. Ich liebe Popmusik, ich liebe Lady Gaga, aber ich mag es in meiner Musik authentisch und versuche, einen guten Weg zu finden, das zu verbinden. Jeff versteht das sehr gut.

Welche Musiker werden außer dir auf dem Album zu hören sein?

Die Band ist sozusagen eine deutsch-amerikanische Kooperation mit etwas Nostalgie. Musiker wie Tobias Galitzien, Jochen Fels und Henrik Decker gehören seit den Anfangstagen zu meiner Besetzung. Alex Notch ist als großartiger Drummer seit etwa anderthalb Jahren dabei und gehört auch live zur Kernbesetzung. Fabian Lange und Andreas Schlesinger gehören zu den Musikern, die immer wieder gern für Jerzee arbeiten. Tyler Reese ist ein großes Talent an der Gitarre. Er kommt aus Fredericksburg/Virgina. Tyler spielt unter anderem für ein ebenso junges amerikanische Rocktalent: Dustin Walker (supported by Rick Springfield). Dave Flint ist ein einzigartiger Akustikgitarrist aus Nashville/Tennessee und Tim Lorsch ist als Violonist und Cellist für Musiker wie Kris Kristofferson, Kenny Chesney, Keith Urban, Percy Sledge, Lucinda Williams ebenso wie Jeff Silverman eine amerikanische Größe.

Bruce Springsteen als Einfluss ist klar. Von welchen Künstlern holst du dir weitere Inspirationen? Was ziehst du dir von ihnen?

Die Frage ist sooo schwer. Ich mag ja so viel. Ich mag alles, was mein Herz berührt. Springsteen – klar. Der wird immer meine große musikalische Liebe bleiben. Er ist einfach grandios, und dass er mich jedes Mal erkennt, freut mich natürlich immer sehr (Jerzee besucht viele Springsteen-Konzerte und steht dort vorzugsweise in der ersten Reihe, Anm. des Bloggers). Der Mann hat Charme. Aber Lady Gaga liebe ich genauso. Es ist gar nicht mal ihre Musik, es ist sie und es ist die Message, die sie rüberbringt: die Kraft und Motivation, der Mut und das Glück, die Energie, die sie ausstrahlt. Als ich sie backstage treffen durfte, hat sich all das bestätigt, was ich empfunden habe. Darüber hinaus natürlich The Gaslight Anthem, Beth Hart, Lissie, Rammstein, REM, Katy Perry, P!nk, Casper, Jessie J, Alter Bridge, KT Tunstall, Jennifer Rostock und so viele mehr.

Ich nehme mir auf den Konzerten und von den Songs die Magie – das, was eben nur Musik kann. Sie kann trösten, helfen, dich glücklich machen. Es gibt für jede Lebenslage Musik. Wenn in einem Konzert das Licht ausgeht und eins meiner Idole auf die Bühne kommt, ist alles vergessen – wie kurze Ferien. Manchmal renne ich wochenlang mit einem Grinsen herum. Es ist nur Rock ’n’ Roll, aber es fühlt sich wie Liebe an.

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Selbstinszenierung gehört dazu

Man kennt dich als exzessive Konzertgängerin. Dass etliche, auch persönliche Begegnungen mit dem Boss dir viel bedeuten, ist kein Geheimnis. Welche Konzertbesuche anderer Künstler haben dich nachhaltig beeindruckt? Womit?

Oh ja – da gab’s ein richtiges Erwachen: Rammstein 2009 in Hamburg. Ich hätte vorher mit meinem Blut unterschrieben, dass ich das furchtbar finde, aber es kam ganz anders. Ich bekam die Karte geschenkt, bin zufällig in die erste Reihe gerutscht und habe den ultimativen Flash erlebt. Sowas hatte ich noch nie gesehen und diese Erfahrung hat meinen Horizont erweitert. Seitdem bin ich viel offener geworden und schaue mir Sachen erst an, bevor ich meckere. Zu allem Überfluss wurde ich auch noch in den Backstage-Bereich eingeladen und habe bis vier Uhr morgens mit Rammstein getrunken und getanzt. Wahnsinn war das. Seitdem gehe ich so oft wie möglich zu ihnen. Aber auch sonst nehme ich so viele Konzerte mit, wie ich finanziell und zeitlich nur schaffe.

Wenn man sich ein wenig mit dir und deiner Musik beschäftigt, bemerkt man sehr schnell, dass dich dein Ehemann Heiko sehr unterstützt. Er ist auch in deinem Management, nicht wahr? Wie steht er zu dem großen Engagement, das du für deine musikalische Laufbahn zeigst?

Heiko zeigt meist mehr Engagement als ich. Manchmal habe ich das Gefühl, dass er davon genauso träumt wie ich. Es ist unser gemeinsamer Traum geworden. Er macht das Management, die Homepage, Verhandlungen – alles eigentlich. Heiko schreibt Songtexte, zum Beispiel für „For a Little While“ und „Far Away“. Er kennt mich halt genau, deshalb kann er in meinem Sinne Texte schreiben. Manchmal fällt es ihm schwer, Jerzee von Bianca zu trennen. Eigentlich geht es immer darum, auch privat, wir arbeiten eigentlich ständig daran. Das ist gerade unser Leben.

Eine Laufbahn als Sängerin ohne den Rückhalt der Musikindustrie in Gestalt der großen Konzerne ist zwangsläufig mit Rückschlägen verbunden. Aber Jerzee gibt sich kämpferisch: „Ich habe mich oft gefragt: Wenn ich alles, was ich heute weiß, vorher gewusst hätte, hätte ich mich trotzdem auf diesen Weg begeben? Die Antwort ist ja! Die Antwort ist ,It’s only Rock ’n’ Roll but It Feels Like Love.’“ Freuen wir uns auf ein kämpferisches Album voller Hingabe.

Jerzees Band:

Drums, Percussion: Alex Notch
Guitar: Andreas Schlesinger
Keyboard („Run und Give Me Love“): Henrik Decker
Bass („Run und Give Me Love“): Jochen Fels
Bass: Fabian Lange
Piano: Tobias Galitzien
Additional Keyboards: Jeff Silverman
Lead Guitar (nur „It’s Only Rock ’n’ Roll But It Feels Like Love“): Tyler Reese
Acoustic Guitar: Dave Flint
Cello, Strings: Tim Lorsch

Jerzees Crowdfunding-Kampagne findet sich auch hier. Zum Kennenlernen ihrer Musik eignet sich ihr YouTube-Kanal vorzüglich.

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Video: © Heiko Gentsch / Frank Radtke
Fotos: © Frank Radtke

 
 

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