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James Cameron (IV): Alita – Battle Angel: Mehr Schein als Sein?

Alita – Battle Angel

Kinostart: 14. Februar 2019

Von Philipp Ludwig

SF-Action // Ich gebe zu: Als ich die Einladung zur Pressevorführung von „Alita – Battle Angel“ in den virtuellen Händen meines E-Mail-Accounts hielt, war ich zunächst äußerst skeptisch. Braucht es wirklich den Auftakt zu einem weiteren pompösen Kino-Franchise? Ein weiterer Film, bei dem die spektakuläre visuelle Schöpfungskraft der Macherinnen und Macher im Vordergrund steht, während Story und Figuren meist nur lästiges Beiwerk darstellen? 3D-Wahn und IMAX-Fetischismus in Reinkultur? Ein neues Mammutprojekt unter Mitwirkung des Bombast-Filmemachers James Cameron? Den ich zwar für eine ganze Reihe von Filmen zutiefst schätze (ja, auch für „Titanic“), wohingegen mich „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ als ein meiner Meinung nach visuelles Blendwerk vollkommen kalt gelassen hat. Meine persönlichen Vorzeichen hätten also durchaus positiver sein können. Aber vielleicht ist es gerade dieser skeptischen Erwartungshaltung zu verdanken, dass ich mich von dem beeindruckenden Popcorn-Kino in Reinkultur durchaus mitreißen ließ, das uns „Alita – Battle Angel“ bietet. Oder habe ich mich schlussendlich eventuell doch bloß, entgegen meiner Grundsätze, von der visuellen Wucht der 200 Millionen Dollar schweren Manga-Verfilmung blenden lassen?

Cyber-Mediziner Dr. Ido macht auf dem Schrottplatz der „Iron City“ einen bemerkenswerten Fund

Das dem Film zugrundeliegende Setting ist wie aus einem dystopischen SF-Baukasten entnommen und bietet daher beste Voraussetzungen für ein interessantes Zukunftsszenario: Im 23. Jahrhundert hat ein massiver weltweiter Krieg stattgefunden, in welchem sich die Menschen der Erde und die menschlichen Kolonialisten vom Mars als Feinde gegenüberstanden. Nach einem Ereignis, dass von allen nur „The Fall“ genannt wird, erfolgte ein technologischer Absturz. In dessen Folge fielen sämtliche der mächtigen Himmelsstädte vom Himmel, die bis dahin über den Landschaften der Erde thronten.

A Tale of Two Cities

Nur eine dieser beeindruckenden Himmelsstädte blieb bestehen: Zalem. Unter der sich die gigantische Iron City in den Ruinen einer alten Metropole aus längst vergessenen Zeiten ausgebreitet hat. Während das abgeschottete Zalem zu einem Wohnort der Oberklasse wurde und für Außenstehende nahezu unerreichbar ist, wurde Iron City zum Sammelbecken sämtlicher Überlebender der Erde. Die fristen dort nun ein eher trauriges Dasein, besteht ihre Hauptaufgabe doch vor allem darin, Zalem mit den nötigen Rohstoffen zu versorgen. Selbst das Gesetz müssen sie in die eigenen Hände nehmen – in Form von freiberuflichen, rauen Jäger-Kriegern, die im Auftrag der „Firma“ aus Zalem Kopfgeldjägertätigkeiten übernehmen. Die bekannte Fabel von den gegensätzlichen Städten also, von arm und reich, von sprichwörtlich oben und unten.

„Alita – Battle Angel“ setzt im Jahr 2563 an, etwa 300 Jahre nach „The Fall“. Die Menschen in Iron City versuchen mit einer Vielzahl an Cyber-Erweiterungen, ihre körperlichen Fertigkeiten zu verstärken oder etwa Behinderungen und Missbildungen zu beseitigen. Dies hat nicht nur zur Folge, dass teils die aberwitzigsten, mitunter gemeingefährlichen Cyborg-Kreationen entstanden sind – die wertvollen technischen Erweiterungen rufen auch zahlreiche kriminelle Banden auf den Plan. So sind die technischen Erweiterungen für einen persönlich zwar empfehlenswert, um im harten Alltag von Iron City zu bestehen. Es empfiehlt sich jedoch auch dringend, stetig ein Auge nach denjenigen offenzuhalten, die einem die kostbaren Gadgets abluchsen wollen: den sogenannten Cyber-Jackern. Die gehen dabei gewiss nicht zimperlich vor. Einen weiteren Grund für die technischen Optimierungen stellt der populäre Sport Motorball dar – eine irre Kreuzung aus Gladiatorenwettkämpfen, American Football und Rollerderby, ohne Rücksicht auf Verluste. Mit freundlicher Reminiszenz an den dystopischen SF-Action-Klassiker „Rollerball“ (1975). Der Sport dient nicht nur der Unterhaltung der breiten Masse: Dem jährlichen Champion winkt zudem ein begehrtes Ticket nach Zalem.

Die unerreichbare Himmelsstadt Zalem – darunter: Iron City

Doch nicht alle nutzen die fortgeschrittene Cybertechnologie zur mitunter abstrusen Selbstoptimierung, bei der der reale Mensch im Cyborg häufig kaum noch zu erkennen ist. Der Cyber-Mediziner Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) etwa hilft mit Implantaten und Cyber-Prothesen, seinen Patienten verlorene Körperteile zu ersetzen oder andere Handicaps zu überwinden. Auf der Suche nach neuen Bauteilen macht er auf dem gigantischen Schrottplatz im Herzen von Iron City eines Tages einen folgenreichen Fund: Den Kern eines jugendlich anmutenden weiblichen Cyborgs, sprich, dessen Kopf.

Pinocchio im Science-Fiction-Gewand

In seinem privaten Labor stellt er zu seinem eigenen Erstaunen fest, dass dieser Kopf ein voll funktionsfähiges menschliches Gehirn enthält, und implantiert ihn auf den künstlichen Cyber-Körper, den er einst für seine gehbehinderte Tochter angefertigt hatte – diese hat tragischerweise keinen Bedarf mehr für ihren Ersatzkörper. Schnell baut Ido eine innige Beziehung zu dem von ihm gefundenen, sympathischen Cyborg-Mädchen (Rosa Salazar) auf, dass keinerlei Erinnerungen an ein früheres Leben zu haben scheint. Er tauft seine neueste Entdeckung daher passenderweise nach seiner verstorbenen Tochter: Alita.

Die Titelfigur Alita ist fortan auch unser Zugang zu der faszinierenden Welt dieses filmischen Spektakels. Ohne jede Erinnerung an ihre Herkunft oder ihr früheres Leben erkunden wir mit ihr gemeinsam die gefährliche und aufregende Welt von Iron City. Schon bald wird sich herausstellen, dass Alita nicht nur deutlich älter ist, als man annehmen könnte, sondern unter dem jugendlich-naiven, fast schon niedlichen Wesen mit dem warmen Herzen ganz andere Qualitäten stecken. Und die wecken Begehrlichkeiten einer ganzen Reihe übler Gestalten, sowohl in Iron City als auch aus Zalem. Der Titel „Alita – Battle Angel“ kommt in Bezug auf die Heldin gewiss nicht von ungefähr.

Populäre Manga-Reihe als Vorlage

Als Vorlage dient die populäre japanische Cyber-Punk Manga-Reihe „Battle Angel Alita“ (im Original „Gunnm“) von Yukito Kishiro. Seit 1990 erzählt dieser in mittlerweile knapp 30 Ausgaben die zahlreichen und umfangreichen Abenteuer seiner Titelheldin Alita in Iron City, Zalem und dem Weltall. Ende der Neunziger wurde auch der Erfolgsregisseur James Cameron auf die Reihe aufmerksam und sofort zu einem großen Fan. Ebenso entstand bei dem so leidenschaftlichen wie visionären Filmemacher natürlich direkt der Wunsch, diese Story auf die große Leinwand zu bringen. Schaut man sich darüber hinaus etwa Neill Blomkamps „Elysium“ (2013) an, so war Cameron offenbar nicht der einzige Filmemacher, der sich durch die Manga-Vorlage hat inspirieren lassen. Nur ist Alita dort kein jugendlich anmutender, weiblicher Cyborg, sondern Matt Damon.

Wie Vater und Tochter: Dr. Ido und seine Entdeckung Alita

Cameron, bekannt als detailversessener und penibler Arbeiter, stürzte sich direkt in die Arbeit. Er beauftragte Künstler, ihm Zeichnungen einer filmischen Version von Iron City anzufertigen. Ebenso verfasste er ein mehr als 600 Seiten umfassendes Manuskript, in dem er bis ins kleinste Detail das Leben in Iron City beschrieb. Alles sollte Sinn ergeben, die Technik, die gesellschaftlichen Strukturen. Auch zu den einzelnen Figuren fertigte er umfangreiche Dossiers an, damit diese zusätzlich an Leben gewinnen. In Zusammenarbeit mit Laeta Kalogridis („Shutter Island“), mit der er auch bei „Avatar“ zusammenarbeite, schrieb er ein Drehbuch. Doch trotz all der jahrelangen Arbeit – seine Vision umzusetzen, dazu fehlte Cameron offenbar stets die Zeit. Dies lag vor allem an seinem weiteren Herzensprojekt „Avatar“, dessen Fortsetzungen für ihn weiterhin höchste Priorität haben. Das Projekt „Alita – Battle Angel“ schien am Ende zu sein.

Kreative Freundschaft

Wäre da nicht Kult-Regisseur Robert Rodriguez („From Dusk Til Dawn“, „Sin City“) gewesen. Der pflegt seit Jahren eine enge Freundschaft mit Cameron, wie er jüngst im Interview in „Deadline – Das Filmmagazin“ bekräftigt (das Gespräch führte übrigens unser geschätzter „Die Nacht der lebenden Texte“-Kollege Leonhard Elias Lemke): „Wir kennen uns seit über 25 Jahren, sind schon lange Freunde, da wir aus der gleichen Ecke im Filmgeschäft kommen. (…) Eines Tages, als ich gerade am Schnitt von „Desperados“ saß, klopfte er an meine Haustür. Er hatte gehört, dass ich ein Avid zum Filmeschneiden in meinem Wohnzimmer hatte. Es war damals fast schon unerhört, dass ein Regisseur seinen Film selbst schnitt – noch dazu zu Hause. Ich bat ihn herein, er war total interessiert.“ In einem der zahlreichen Treffen und Gespräche mit Cameron kam auch das Thema „Alita“ zur Sprache, wollte Rodriguez, selbst Fan der Manga-Reihe, doch wissen, wann mit einem Film denn nun endlich mal zu rechnen sei. Da Cameron der Meinung war, es selbst wohl nicht mehr zu schaffen, bot er Rodriguez an, die Regie zu übernehmen. Dieser nahm dankend an und erweiterte die umfangreiche Vorarbeit seines Kumpels mit eigenen Ideen. Auch Cameron blieb als Produzent und kreativer Ideengeber weiter eng mit dem Projekt verbunden. In dem „Deadline“-Interview merkt Rodriguez zu dieser besonderen Zusammenarbeit seines bisher teuersten als Regisseur zu verantwortenden Films an: „Jim hat normalerweise die Einstellung, dass er lieber sein Drehbuch in der Schublade lässt, als es jemand anderem zu geben. Ich wusste also, dass ich mich unbedingt an seiner Vision, an seinen Ideen orientieren musste, sonst würde der Film nicht funktionieren. Er hat so klar geschrieben, dass es mir leichtfiel, mich ganz auf meinen Job als Regisseur zu konzentrieren und sein Drehbuch zu filmischem Leben zu erwecken. Natürlich würde der Film mit Jim als Regisseur noch mehr nach einem seiner Filme aussehen, aber er ist sehr überrascht, wie nah ich seiner persönlichen Vorstellung mit dem Film gekommen bin.“

Idos Ex-Frau Chiren hat ebenfalls ein Auge auf die mysteriöse Alita geworfen

So lassen sich in „Alita – Battle Angel“ die kreativen Einflüsse gleich zweier großer Könner erkennen, was dem Film definitiv zugutekommt – eine für Rodriguez typische, zünftige Bar-Keilerei inklusive. Überhaupt profitiert der Film insbesondere von der kohärenten Welt seiner umfangreichen Manga-Vorlage, die durch die Detailversessenheit der Vorarbeit James Camerons nochmals an Qualität gewinnt. Denn die Welt von Iron City weiß mit ihrer Liebe zum Detail absolut zu überzeugen. Lobenswert ist hierbei auch, dass für die Kulissen dieses Schmelztiegels auf Wunsch von Rodriguez eine größtenteils reale Requisitenstadt erbaut und nicht etwa ausschließlich auf die pure Macht des CGI vertraut wurde. Bei einem unter anderem so auf eine starke Visualität setzenden Film wie „Alita – Battle Angel“ wirkt dies zunächst etwas überraschend. Dem Film wird hierdurch aber erfolgreich zusätzliche Authentizität und Tiefe verliehen.

Manchmal ist weniger vielleicht mehr

Doch sind die umfangreiche Vorlage und die damit verbundene, mehr als solide kreative Basis interessanterweise auch eine der Ursachen für die unübersehbaren Schwächen des ansonsten beeindruckenden Films. Denn Cameron nahm sich bei seinem Projekt zum Ziel, für den Auftaktfilm einer auf mehrere Teile angelegten Filmreihe direkt die ersten vier Bände der Manga-Reihe in die Handlung zu integrieren. Bei einer Laufzeit von gerade einmal 122 Minuten ein ambitioniertes Vorhaben. Muss das breite Publikum ja nicht nur in eine umfangreiche, unbekannte Welt mit einer Vielzahl an Figuren eingeführt werden, sondern darüber hinaus auch eine hohe Zahl schicksalhafter Wendepunkte der Hauptfigur unterbringen. So entsteht aufgrund des vollgepackten Drehbuchs oft der Eindruck, der Film hetze von Ereignis zu Ereignis, von Szene zu Szene. Zeit zum Durchatmen bleibt so kaum. Zum Aufkommen von Langeweile aber natürlich auch nicht. Das ist jedoch insofern bedauerlich, denn wann immer „Alita – Battle Angel“ kurz davor ist, szenisch auch mal tiefer unter die Oberfläche zu gehen, nimmt er doch lieber eine dramaturgische Abkürzung in Form von knappen Dialog-Einzeilern oder schnell eingeschobenen Ereignissen, die fix zum nächsten Punkt der Handlung führen müssen.

So viel darf bereits verraten sein: Der Film endet mit einem deutlichen Schielen auf eine mehrteilige Reihe natürlich offen. Genau hier liegt der nächste Kritikpunkt: Die Offensichtlichkeit, mit der man die Botschaft „Fortsetzung folgt“ aufs Auge gedrückt bekommt, stört mitunter etwas. Hat die Tendenz zur lang angelegten Filmreihe in den vergangenen Jahren doch ein wenig überhandgenommen. Die Konkurrenz der populären TV-Serien scheint immer mehr Eindruck in der Filmwelt zu hinterlassen. Natürlich muss das kein Nachteil sein, denn es gibt ja eine Reihe ausgesprochen guter Mehrteiler. Doch liegen die meisten davon meiner Meinung nach einige Zeit zurück. Aber diese Selbstverständlichkeit, davon auszugehen, wir würden schon irgendwann die Fortsetzung schauen, weil wir wissen wollen, wie es weitergeht, finde ich schon etwas nervig. Gerade wenn man nicht weiß, wann dies denn sein wird und ob „Alita – Battle Angel“ überhaupt genügend Resonanz an den Kinokassen erfahren wird, um eine Fortsetzung zu ermöglichen. Dagegen wird man zum Abschluss mit dem Anblick eines längst verschollen geglaubten Hollywoodstars in der Rolle des großen, in Zalem lebenden Antagonisten Nova belohnt, den man bis dato im Film immer nur als mysteriösen Strippenzieher im Hintergrund vernommen hatte, ohne ihn zu Gesicht zu bekommen. Wer dies sein könnte, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht. Irgendwelche Tipps? Der Gewinner bekommt zur Belohnung ein Stück selbst gemachter Seife.

Ein Fest für Augen und Ohren

Die große Stärke von „Alita – Battle Angel“ ist auf jeden Fall die visuelle Gestaltung. Die Kombination von James Camerons Trickfirma Lightouse Entertainment mit den Kreativen der Troublemakerstudios von Robert Rodriguez kommt hier zur vollen Entfaltung. Denn nur mit realen Requisiten kann man eine zeitgemäße, technisch anspruchsvolle und publikumswirksame Manga-Verfilmung kaum gewährleisten. Und ich kann sagen, dass hier tricktechnisch beste Arbeit geleistet wurde, sieht der Film doch einfach phänomenal aus. Iron City, die variationsreichen Cyborg-Kreationen, die alles überthronende Stadt Zalem, die zahlreichen toll choreografierten Kämpfe, das imposante Ereignis Motorball – ein wahres Fest für die Augen. Und glücklicherweise nicht nur Mittel zum Zweck, entdeckt man in der Arbeit doch stets auch die Liebe daran. Insbesondere die Figur der Alita ist besonders gelungen, handelt es sich hier doch um eine digitalisierte, verjüngte Version der 33-jährigen Hauptdarstellerin Rosa Salazar. Große Manga-Kulleraugen inklusive. Die Künstlerinnen und Künstler von Lighthouse bewiesen hier nach „Avatar“ erneut ihr Können im Umgang mit Motion Capturing, und es ist erstaunlich zu sehen, welchen Fortschritt die Technik mittlerweile gemacht hat. Auch werden die 3D-Effekte hier tatsächlich mal sinnvoll eingesetzt. Ebenso lohnt es sich, den Film in einem IMAX-Kino anzuschauen, wurden doch etwa 40 Minuten des Films speziell dafür produziert. Und auch das imposante Sounddesign ist imstande, die Kinosessel gelegentlich in vibrierende Massagestühle zu verwandeln.

So viel Zeit muss sein: Entdeckt Alita im Cyber-Jacker Hugo die große Liebe?

Die Besetzung der Hauptfigur Alita vertraut Rodriguez mit Rosa Salazar einer Schauspielerin an, die einem größeren Publikum bisher wohl bestenfalls aus ihren Auftritten in zwei Filmen der „Maze Runner“-Trilogie bekannt sein dürfte. Mit 33 Jahren sollte „Alita – Battle Angel“ für sie nun das große Los zum Durchbruch sein. Sie macht aber auch einen wirklich phänomenalen Job. Schafft sie es doch nicht nur, ihrer Alita mit jugendlich-naiver, neugieriger und positiver Seele mit viel Herz Leben zu verleihen, sondern auch den körperlichen Aspekten der zahlreichen intensiven Kampfszenen gerecht zu werden. Hierfür nahm Salazar nicht nur monatelang Unterricht in verschiedenen Kampfsportarten, auch eine Reihe der Stunts übernahm sie selbst. Da sie dennoch über gleich neun verschiedene Stunt-Doubles verfügte, lässt sich vermutlich erahnen, dass es bei der Manga-Verfilmung ordentlich zur Sache geht. Ein weiteres neues Gesicht ist Keean Johnson, der als Alitas Love Interest, Cyber-Jacker Hugo, ebenfalls überzeugen kann. Ein unbeschriebenes Blatt im wahrsten Sinne des Wortes – hat er doch bislang nicht einmal einen eigenen Wikipedia-Eintrag. Das dürfte sich bald ändern.

Rodriguez dirigiert aber auch eine ganze Reihe bekannter Schauspielgrößen durch sein Werk, die mit einer gehörigen Portion Oscar-Glanz ausgestattet sind: Christoph Waltz (Oscars für „Inglourious Basterds“ und „Django Unchained“) gibt gewohnt souverän Alitas väterlichen Mentor Dr. Ido, der seine ganz eigenen Geheimnisse zu hüten pflegt. Er wurde Rodriguez übrigens von einem weiteren kongenialen Kumpel aus dem Filmbusiness ans Herz gelegt: Quentin Tarantino. Jennifer Connelly (prämiert für „A Beautiful Mind – Genie und Wahnsinn“) spielt dessen Ex-Frau Chiren, die ebenfalls ein erhöhtes Interesse an Alita entwickelt. Gleiches gilt für den zwielichtigen und mit besten Verbindungen zu Zalem ausgestatten Motorball-Macher Vector, dargestellt von Mahershala Ali (ausgezeichnet für „Moonlight“ und vielleicht auch bald für „Green Book – Eine besondere Freundschaft“). Schade nur, dass gerade die von Connelly und Ali verkörperten Figuren vergleichsweise wenig Screentime zugestanden bekommen und für zwei so ausgeprägte Talente der Schauspielkunst ein Stück weit zu blass konzipiert worden sind.

Alita betritt die Motorball-Arena

Der Rest des Casts ist wie für Rodriguez typisch mit einer Reihe von Genrestars besetzt, die mitunter auch gerne schon längere Zeit mal vom Radar verschwunden waren. Jackie Earle Haley („Watchmen – Die Wächter“) etwa verkörpert die von Antagonist Nova kontrollierte Cyborg-Monstrosität Grewishka, die unsere Protagonistin vor einige Herausforderungen stellen wird. Michelle Rodriguez („Avatar“) gibt einer wichtigen Persönlichkeit aus Alitas Vergangenheit ihr ebenfalls komplett digitalisiertes Gesicht. Und selbst Casper Van Dien („Starship Troopers“) darf sein Comeback in einer großen Kinoproduktion feiern. Und dann ist da natürlich noch der britische Rapper und Schauspieler Ed Skrein („Deadpool“) in der Rolle des Zapan, des am meisten gefürchteten Jäger-Kriegers von Iron City. Aufgrund seiner ausgeprägten Badass-Fertigkeiten übrigens auch die heimliche Lieblingsfigur des Regisseurs.

Ein bisschen Spaß muss sein

Trotz der kleineren Schwächen des etwas überladenen Drehbuchs, das sich gelegentlich im eigenen rasanten Erzähltempo selbst zu überholen scheint, sowie dem allzu offensichtlichen offenen Ende für weitere Fortsetzungen bietet „Alita – Battle Angel“ dennoch allerbeste Kino-Unterhaltung. Die Bildgewalt ist einfach fantastisch und die Liebe zum Detail überzeugt. Die gesunde Balance aus bombastischer, toll inszenierter Action-Sequenzen mit leiseren und sogar humorvollen Tönen stimmt ebenfalls. Insbesondere das aus der Manga-Vorlage entnommene Zukunftsszenario überzeugt mit seiner Stimmigkeit, wobei die kreativen Erweiterungen durch die Filmschaffenden unter Führung von Cameron und Rodriguez diesem sogar einen deutlichen Mehrwert verleihen. Dank der tollen 3D-Effekte erwacht die imposante Iron City mit tollen Kulissen und vielfältigem Figurenensemble jederzeit zum Leben. Und die Hauptfigur Alita muss man einfach gern haben als Mischung aus herzensgutem, liebem Mädchen und tödlicher Kampfmaschine. „Alita – Battle Angel“ ist also glücklicherweise nicht mehr Schein als sein, denn liegt hier unter der visuell beeindruckenden Fassade ein äußerst unterhaltsamer Film bereit – den man auf jeden Fall im Kino genießen sollte. Und wenn man dann, während man beispielsweise staunend das beeindruckende Motorball-Spektakel beobachtet, durch die Bässe des Sounddesigns in seinem Kinosessel durchgerüttelt wird – dann muss sich auch die noch so zarte Cineasten-Seele eingestehen, dass hin und wieder eine Portion guten alten Popcorn-Kinos ganz guttun kann. Es kann auch einfach mal Spaß machen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von James Cameron – auch seine Produktionen – sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jennifer Connelly unter Schauspielerinnen, Filme mit Mahershala Ali und Christoph Waltz in der Rubrik Schauspieler.

Brot und Spiele für das Volk: das äußerst brutale Spektakel Motorball

Länge: 122 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Alita – Battle Angel
KAN/ARG/USA 2019
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: James Cameron, Laeta Kalogridis, Robert Rodriguez, nach der Manga-Reihe „Gunnm“
Besetzung: Rosa Salazar, Christoph Waltz, Jennifer Connelly, Mahershala Ali, Ed Skrein, Keean Johnson, Michelle Rodriguez, Casper Van Dien, Jackie Earle Haley, Elle LaMont, Jeff Fahey, Eiza González, Derek Mears, Lana Condor, Sam Medina, Billy Blair, Alan Nguyen
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH

Copyright 2019 by Philipp Ludwig

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2019 Twentieth Century Fox

 

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Blood Diamond – Afrikanisches Leid à la Hollywood

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Blood Diamond

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Die Welt ist ein grausamer Ort, und Afrika macht da keine Ausnahme. Da werden Männern Hände abgehackt, damit sie nicht an den demokratischen Wahlen teilnehmen können. Jungen werden verschleppt und mit Gewalt und Gehirnwäsche zu Kindersoldaten erzogen, die kaltblütig Menschen abknallen. Und wofür? Macht und Mammon.

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Zwangsarbeiter Solomon hat einen riesigen Diamanten gefunden

Edward Zwicks „Blood Diamond“ folgt dem Pfad des Fischers Solomon Vandy (Djimon Hounsou), der in den Wirren des Bürgerkriegs in Sierra Leone von der Revolutionary United Front verschleppt und versklavt wird. Fortan muss er für den Warlord Captain Poison (David Harewood) in einer Mine Blutdiamanten suchen. Einen seiner Söhne wird die RUF bald zwangsrekrutieren und zum Killer machen. Als die Diamantenmine von Regierungstruppen gestürmt wird, wird Solomon mitsamt allen Arbeitern und Milizionären inhaftiert. Zuvor war es ihm allerdings gelungen, einen sehr großen Diamanten zu vergraben, den er gefunden hatte. Im Knast wird der Glücksritter und ehemalige Söldner Danny Archer (Leonardo DiCaprio) auf Solomon aufmerksam. Er war bei dem Versuch ertappt worden, Diamanten von Sierra Leone nach Liberia zu schmuggeln.

Journalistin als moralische Instanz

Als gutes Gewissen des Films fungiert die Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly). Sie und Danny Archer nehmen aus ganz unterschiedlichen Motiven Solomon in ihre Obhut: Danny ist scharf auf den Diamanten, Maddy will mehr über den Handel mit Blutdiamanten erfahren.

Solomons Schicksal und Maddys Menschenfreundlichkeit bringen Danny immerhin dazu, sein selbstsüchtiges Dasein zu überdenken. Keine Frage – das ist die Klaviatur von Moral und Gefühlen, auf der Hollywood gekonnt zu spielen versteht. Dabei ist der Soundtrack von ein paar Ausnahmen abgesehen glücklicherweise einigermaßen zurückhaltend eingesetzt. Und natürlich ist das poliertes Hochglanz-Starkino, obwohl das Thema mehr Dreck und Blut und Gnadenlosigkeit vertragen hätte. Auch die Action ist auf Blockbuster-Niveau, was man gut oder schlecht finden kann. Aber die beklemmenden Szenen entfalten ihre Wirkung, in manchen Sequenzen stellt sich ein Gefühl der Ausweglosigkeit ein. Und der Body Count ist hoch, phasenweise sterben die Menschen wie die Fliegen. Da verzeiht man auch das etwas pathetische Finale.

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Glücksritter Danny …

Starpower mit DiCaprio, Hounsou und Connelly

Die drei Stars spielen erwartungsgemäß überzeugend, wobei Jennifer Connellys recht eindimensionale Rolle die Oscar- und Golden-Globe-Preisträgerin („A Beautiful Mind“) nicht wirklich fordert. Mit Djimon Hounsous Figur des Fischers leidet man mit, seine Angst um die Familie ist jederzeit nachfühlbar. DiCaprio verleiht seiner Rolle die Facetten, die sie benötigt. Er erhielt dafür seine dritte Oscar-Nominierung – fünf als Schauspieler sind es bislang geworden, die jüngste für „The Revenant – Der Rückkehrer“. Auch Hounsou war für seine Rolle Oscar-nominiert – als Nebendarsteller, obwohl Solomon neben Danny im Film auf einer Höhe agiert. In drei technischen Kategorien gab es für „Blood Diamond“ ebenfalls Nominierungen: für den Schnitt, den Tonschnitt und die Tonmischung. Eine Trophäe sprang allerdings nicht dabei heraus.

Da der in Südafrika und Mosambik gedrehte „Blood Diamond“ als Action-Abenteuer angelegt ist, kommen die Machenschaften international agierender Diamantenhändler zwangsläufig zu kurz. Von dem skrupellosen Geschäftemacher Rupert Simmons, den Michael Sheen („The Damned United“) verkörpert, hätte man gern mehr erfahren, dafür war aber angesichts der ohnehin üppigen Länge von knapp zweieinhalb Stunden kein Raum mehr. Man kann dem Film vorwerfen, dass er seine bitteren Themen für Hollywood-Entertainment missbraucht – und der Vorwurf ist tatsächlich erhoben worden. Von einer anderen Blickrichtung aus hat „Blood Diamond“ aber den Handel mit Blutdiamanten und das Elend von Kindersoldaten ins Licht einer internationalen Öffentlichkeit gerückt. Handwerklich ist „Blood Diamond“ über jeden Zweifel erhaben, das politische Moment mag jede/r so bewerten, wie er/sie möchte. Großes Hollywood-Kino ist das so oder so.

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… jagt hinter Solomons Sohn her

Filmtipps zu Blutdiamanten und Kindersoldaten

Mit Blutdiamanten befasst sich auch der sehenswerte Kölner „Tatort: Blutdiamanten“, der im Januar 2006 erstmals im Ersten ausgestrahlt worden ist. 2008 entstand der französisch-belgisch-liberianische „Johnny Mad Dog“, in dem auf bedrückende Weise das Los von Kindersoldaten dargestellt wurde.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Connelly sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Leonardo DiCaprio unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 4. März 2012 als DVD im Steelbook, 19. September 2007 als Blu-ray, 13. Juni 2008 als 2-Disc Premium Edition DVD, 25. Mai 2007 als DVD und limited 2-Disc Edition DVD im Steelbook

Länge: 143 Min. (Blu-ray), 137 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Blood Diamond
USA 2006
Regie: Edward Zwick
Drehbuch: Charles Leavitt
Besetzung: Leonardo DiCaprio, Djimon Hounsou, Jennifer Connelly, Arnold Vosloo, Kagiso Kuypers, Michael Sheen, Benu Mabhena, David Harewood, Basil Wallace, Jimi Mistry, Ntare Guma Mbaho Mwine
Zusatzmaterial (Angaben für 2-DVD-Sets): Das Blut am Diamanten, Folge dem Weg eines Edelsteins bis ins Geschäft, Die Rolle des Archer – Leonardo DiCaprio und seine Filmfigur, Journalismus an der Front – Jennifer Connelly über weibliche Kriegsreporter, Die Belagerung von Freetown – Edward Zwick über eine der zentralen Szenen des Films, Musikvideo „Shine on ‘em“ von NAS, Audiokommentar von Regisseur Edward Zwick, US-Kinotrailer
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © Warner Home Video

 

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Dark City – Wie von Terry Gilliam und Franz Kafka gemeinsam ersonnen

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Dark City

Von Volker Schönenberger

Science-Fiction // Eine düstere Stadt in naher Zukunft; es ist Mitternacht. Schlagartig sinken die Menschen leblos zu Boden. Einige große Gestalten in dunklen Gewändern und mit fahlen Gesichtern schreiten durch die Straßen, fast scheint es, als schwebten sie. In einem Hotel-Badezimmer schreckt ein Mann (Rufus Sewell) in der Badewanne hoch. Das Telefon klingelt, ein Anrufer (Kiefer Sutherland) beschwört den Hotelgast, er müsse fliehen. In seinem Zimmer entdeckt der Mann eine Frauenleiche. Er erinnert sich an nichts, nicht einmal an seinen Namen. Knapp entkommt er drei jener großen Gestalten, der Fremden. Er findet heraus, dass sie übersinnliche Kräfte haben und die Menschen um Mitternacht in einen todesähnlichen Schlaf versetzen, um deren Erinnerungen und das gesamte Stadtbild zu manipulieren.

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Was weiß Dr. Schreber (vo. re.)?

Was ist real? Wie setzt sich die Wirklichkeit zusammen? Was ist Erkenntnis? Mit diesen und anderen Fragen rund ums menschliche Dasein befassten sich zum ausgehenden 20. Jahrhundert etliche Filme, allen voran der spektakuläre „Matrix“ (1999) von Andy und Larry (heute Lana) Wachowski. Im selben Jahr entstand „The Thirteenth Floor“, in dem Menschen in eine Computersimulation eindringen und mit den dort befindlichen virtuellen Charakteren interagieren können – bis sich herausstellt, dass ihre vermeintliche Realität auch nur eine Simulation ist. Ebenfalls 1999 drehte David Cronenberg „eXistenZ“ mit Jude Law und Jennifer Jason Leigh, in dem die Teilnehmer eines Computerspiels bald nicht mehr beurteilen können, ob sie sich in ihrer oder in einer virtuellen Realität befinden. Zu nennen ist auch der ein Jahr zuvor entstandene meisterhafte „The Truman Show“, in dem die von Jim Carrey verkörperte, nichts ahnende Titelfigur zwar nicht in einer virtuellen, wohl aber in einer künstlichen Realität existiert: einer um Truman herum erschaffenen Fernsehshow.

Inspiriert von „Brazil“ und „The Twilight Zone“

„Dark City“ kommt düster und verstörend daher und verwirrt gelegentlich etwas – was womöglich beabsichtigt war. Da finden sich Anleihen beim expressionistischen Kino der Weimarer Republik und dem Film noir. Die dystopische Vision könnte auch den Hirnwindungen von Terry Gilliam („Brazil“) entsprungen sein. Auch der Roman „Das Experiment“ der Strugatzki-Brüder diente ganz offensichtlich als Inspiration, sind dort doch ebenfalls die Bewohner einer Stadt allerlei mysteriösen Experimenten ausgesetzt. Aus diesen und anderen Inspirationen schuf Regisseur Alex Proyas – er selbst hat auch die Serie „The Twilight Zone“ als Einfluss genannt – visionäres Kino wie aus einem kafkaesken Albtraum.

Oscar-Preisträgerin Jennifer Connelly („A Beautiful Mind“) ist als Ehefrau – oder vermeintliche Ehefrau – von Rufus Sewells Figur zu sehen. Ein weiterer Oscar-Preisträger spielt den Ermittler Inspector Frank Bumstead: William Hurt („Der Kuss der Spinnenfrau“). Unter den Fremden schließlich findet sich Richard „Riff Raff“ O’Brian, der Schöpfer der „Rocky Horror Show“.

Elf Minuten mehr im Director’s Cut

Zehn Jahre nach dem Kinostart entstand der gut elf Minuten längere Director’s Cut. Ein augenfälliger Unterschied findet sich gleich zu Beginn: Proyas entfernte einen von Kiefer Sutherland eingesprochenen Monolog aus dem Off und eine Szene und platzierte sie in die spätere Handlung, um zu Beginn noch nicht zu viel zu offenbaren. Speziell der Monolog war ihm vom Studio aufgezwungen worden, Proyas war überhaupt nicht damit einverstanden, dass so früh so viel verraten wird.

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Einer der Fremden sucht Emma heim

Einige visuelle Effekte wurden modernisiert, zudem gibt es diverse völlig neue Szenen. Obgleich „Dark City“ auch in der Kinofassung ganz wunderbar funktioniert, ist die neue Version doch vorzuziehen. Umso unverständlicher, dass sie bei uns noch nicht auf Blu-ray und/oder DVD erschienen ist. Man muss auf Großbritannien oder die USA zurückgreifen – heute zum Glück kein Problem mehr.

Alex Proyas – von „The Crow“ zu „Gods of Egypt“

Alex Proyas verdiente sich seine ersten filmischen Sporen mit Kurzfilmen und Musikvideos – unter anderem für Sting und INXS. Sein Langfilm-Debüt „Spirits of the Air, Gremlins of the Clouds“ (1989) ist der Endzeit-Science-Fiction zuzurechnen. Breite Bekanntheit erlangte Proyas durch den Fantasy-Actionfilm „The Crow“ (1994), der Kultstatus erlangte – bedingt wohl auch durch den Unfalltod des Hauptdarstellers Brandon Lee während der Dreharbeiten. Nach „Dark City“ blieb Proyas der Science-Fiction treu: „I, Robot“ (2004) mit Will Smith entstand nach einer Vorlage von Isaac Asimov und thematisierte dessen Robotergesetze. Mit „Knowing – Die Zukunft endet jetzt“ mit Nicolas Cage inszenierte er 2009 einen weiteren, recht kruden Endzeitfilm, dessen esoterisch-kitschig vermittelte Botschaft nicht überall gut ankam. Er erzielte zwar ein ordentliches Einspielergebnis, dennoch war es für mehr als fünf Jahre die letzte Regiearbeit Proyas‘. Sein Fantasy-Abenteuer „Gods of Egypt“ mit Gerard Butler und erneut Rufus Sewell ist abgedreht, der deutsche Kinostart jüngst allerdings vom 25. Februar auf den 21. April verlegt worden – kein gutes Zeichen, aber warten wir’s ab.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Alex Proyas sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jennifer Connelly unter Schauspielerinnen, Filme mit Rufus Sewell in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 11. Mai 2012 als Blu-ray und DVD
Veröffentlichung Director’s Cut: 4. August 2008 als Blu-ray und DVD (GB), 29. Juli 2008 als Blu-ray und DVD (USA)

Länge: 111 Min. (Director’s Cut, Blu-ray), 100 Min. (Kinofassung, Blu-ray), 96 Min. (Kinofassung, DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch u. a.
Originaltitel: Dark City
AUS/USA 1998
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: Alex Proyas, Lem Dobbs, David S. Goyer
Besetzung: Rufus Sewell, Kiefer Sutherland, Jennifer Connelly, William Hurt, Richard O’Brien, Ian Richardson, Bruce Spence, Colin Friels, Melissa George, John Bluthal
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshot: © Warner Home Video

 

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