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Schlagwort-Archive: Jim Caviezel

Gewinnspiel: 3 x Der schmale Grat als Blu-ray – 2 x im Steelbook, 1 x im Mediabook

Verlosung

Terrence Malicks „Der schmale Grat“ („The Thin Red Line“) von 1998 gehört zu meinen absoluten Favoriten im Genre der Kriegsfilme, getoppt vielleicht nur von Francis Ford Coppolas gewaltigem „Apocalypse Now“ (1979). FilmConfect Home Entertainment hat uns von dem zwischen meditativ und actionhaltig schwankenden Zweiter-Weltkriegs-Drama drei Blu-rays zur Verfügung gestellt, zwei davon im schmucken Futurepak (wer mir den Unterschied zum Steelbook erklären kann – immer gern), eine im Mediabook. Drei wertige Preise, Grund genug, damit die Gewinnspiel-Saison 2019 einzuläuten. Dafür im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner ein herzlicher Dank ans Label!

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Weil die zur Auslosung kommenden Gewinne so schön sind, ist diesmal wieder etwas mehr zu tun als gewöhnlich, Ihr müsst nämlich per Kommentar unter diesem Gewinnspiel einige Fragen beantworten, und zwar korrekt, wobei euch ein Fehlschuss in Form einer falschen Antwort gewährt sei. Wer des Lesens mächtig ist und meine Rezension des Films durchforstet, sollte damit keine Schwierigkeiten haben, ausnahmslos alle Antworten sind dort zu finden. Dafür habt Ihr Zeit bis Sonntag, 13. Januar 2019, 22 Uhr. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – damit niemand von vorherigen Kommentaren abschreibt, werden alle Antworten erst nach Ende der Abgabefrist freigeschaltet.

Hier die Fragen; von den ersten acht müssen sieben korrekt beantwortet werden, die neunte dient meiner Information, woher Ihr kommt:

1. Wie lautet der Name der Insel, die zum Schauplatz der kriegerischen Ereignisse in „Der schmale Grat“ wird?

2. Wie lautet der Name der Schützenkompanie, die bei der Erstürmung der Insel zum Kanonenfutter wird?

3. Wie heißen die beiden Stars der A-Liga, die sich bei der Besetzung des Films mit Minirollen begnügten, um nur ja endlich mit diesem legendären Regisseur drehen zu dürfen?

4. Wie heißen die beiden Schauspieler, deren Szenen dem Vernehmen nach der Schere zum Opfer fielen?

5. In den 1950er-Jahren entstand ein Kriegsfilm-Klassiker nach einer Vorlage desselben Autors, der auch die Vorlage zu „Der schmale Grat“ verfasst hatte. Wie lautet der Titel des Films?

6. Für wie viele Oscars wurde „Der schmale Grat“ 1999 nominiert?

7. Welchem Film unterlag das Kriegsdrama in der Oscar-Kategorie „Bester Film“?

8. Bei den Oscars unterlegen, aber immerhin gewann „Der schmale Grat“ 1999 einen der weltweit bedeutendsten Filmpreise auf Festivalebene. Welchen?

9. Wie seid Ihr auf dieses Gewinnspiel oder überhaupt auf „Die Nacht der lebenden Texte“ gestoßen? Falls Ihr von Facebook kommt, interessieren mich auch die Filmgruppen, in denen Ihr Mitglied seid (etwas genauer bitte als „Bin in der Horrorgruppe“ oder „Aus der Facebook-Filmgruppe“ – ich bin bei Facebook Mitglied in diversen Filmgruppen und Horrorfilmgruppen). Wenn Ihr sicher seid, dass wir einander kennen, und sei es nur über das Gesichtsbuch, äußert das einfach!

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf das Mediabook bzw. das Futurepak. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (und sind im Lostopf gelandet, sofern nicht anders erwähnt):

01. Maik Gießler (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
02. Jens
03. Luisa Neudert
04. Rico Lemberger
05. Lilly
06. Oliver Maey
07. Frank Schlumm (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
08. Andreas H.
09. Melanie Wehrmann
10. Christoph Leo
11. Thomas
12. Samara
13. Katharina Stranz (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, die Spezifizierung dann irrtümlich als Antwort 2 geliefert, sodass die zweite Frage falsch beantwortet ist, dennoch im Lostopf)
14. Thomas Schmidt
15. michael
16. Dennis Reichenbach
17. Philipp Mourner
18. Wulf Brandt (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
19. Thomas Oeller

Für die Verzögerung bei der Auslosung und Bekanntgabe der Gewinner/innen bitte ich um Nachsicht. Nu aber. Gewonnen haben

– Lilly das Mediabook,
– Frank Schlumm ein Steelbook,
– Thomas Schmidt das zweite Steelbook.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Menno, die beiden Gewinner des Steelbooks haben weder auf die Antwort unter ihrem Kommentar noch auf meine zwei Benachrichtigungen per E-Mail reagiert. Aber wer nicht will, der hat schon, dann freuen sich zwei andere. Und das sind Thomas Oeller und Katharina Stranz. Herzlichen Glückwunsch! Auch Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Der schmale Grat“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

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Gewinnspiel: The Ballad of Lefty Brown – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Prima, dass das manchmal zu Ende erzählt scheinende Westerngenre auch heute noch sehenswerte Vertreter hervorbringt, selbst wenn sie nicht immer den Weg auf die große Leinwand schaffen. „The Ballad of Lefty Brown“ mit Bill Pullman und Jim Caviezel ist ein solcher Fall. Die EuroVideo Medien GmbH hat uns davon eine Blu-ray und eine DVD zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Philipps Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 17. Juni 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Fallen euch keine Antworten ein, so schreibt das einfach hin. Obendrein solltet Ihr es erwähnen, wenn Ihr keinen Blu-ray-Player habt. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf ihren Gewinn. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– die Blu-ray: Kevin Portz,
– die DVD: Manuela Christy Schuld.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „The Ballad of Lefty Brown“ findet Ihr auch hier.

 

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The Ballad of Lefty Brown – Mit dem Taugenichts auf Rachefeldzug

The Ballad of Lefty Brown

Von Philipp Ludwig

Western // Nach seinem Regie- und Drehbuchdebüt „Dead Man’s Burden“ (2012) bleibt der Independentfilmer Jared Moshé dem Westerngenre treu, und auch bei „The Ballad of Lefty Brown“ fungiert er wieder als Autor und Regisseur in Personalunion. Dank erhöhter finanzieller Mittel schickt er mit Bill Pullman an der Spitze eine durchaus beachtliche Schauspielerriege ins klassische Western-Szenario des Rachefeldzugs. Leider blieb dem unterhaltsamen Western in Deutschland der Auftritt auf der großen Leinwand versagt, was vor allem aufgrund der wunderschön in Szene gesetzten weiten Landschaften Montanas mehr als nur schade ist. In den USA hatte das Werk im Herbst 2017 zunächst auf einem Pay-TV-Sender Premiere gefeiert, bevor es auch dort nur in einigen ausgewählten Kinos zu sehen war.

Seit über 40 Jahren steht Lefty Brown (r.) seinem Boss und Freund Edward Johnson loyal zur Seite

Die Handlung ist schnell erzählt und bietet mit Ausnahme der Wahl einer auf den ersten Blick äußerst schrulligen Hauptfigur als zentraler (Anti-)Held wenige Überraschungen im Rahmen des Plots einer klassischen Western-Rachegeschichte: Der 63-jährige Lefty Brown (wunderbar verkörpert von Bill Pullman) ist seit über 40 Jahren als mehr oder weniger fähiger Handlanger quasi nur als eine Art Anhängsel des früheren Revolverhelden und Stars diverser Wildwest-Groschenromane Edward Johnson (Peter Fonda) bekannt, der im Alter als Farmer tätig und frisch zum Senator von Montana ernannt worden ist. Zeit seines Lebens anscheinend nur dank Johnsons Ruhm durchs Leben getragen, wird der unauffällige und stets leicht trottelig wirkende Taugenichts Lefty von niemandem so wirklich ernst genommen.

Ein Gewehr wird zu Grabe getragen

Als eines Tages, kurz vor Johnsons Abreise nach Washington, drei Pferde von dessen Farm vermisst werden, macht sich dieser höchstpersönlich auf den Weg, den Dieben zu folgen, und natürlich ist auch die treue Seele Lefty mit von der Partie. Die Jagd endet tragisch: Frank Baines (Dan Anderson), der Anführer der Pferdediebe, erschießt den Senator heimtückisch aus dem Hinterhalt. Johnsons Witwe Laura (Kathy Baker) macht anschließend unfairerweise Lefty für den Tod ihres Mannes verantwortlich, konnte er doch seinen vermeintlich einzigen Zweck nicht erfüllen, Johnson zu beschützen. Voll der Scham und des Zorns sowie mit dem Anspruch, nun endlich einmal selbst die Initiative zu übernehmen, verspricht er am eigens notdürftig ausgehobenen „Grab“ der berühmten Flinte seines langjährigen Freundes, diesen zu rächen, und macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Unfreiwillige Hilfe erhält Lefty dabei vom jugendlichen Möchtegern-Revolverhelden Jeremiah (Diego Josef), einem großen Fan besagter Western-Groschenromane, den er unterwegs aufgabelt. Zu den beiden gesellt sich ein ehemaliger Weggefährte aus der früheren Bande Leftys und Johnsons, der mittlerweile als Marshal tätige Tom Harrah (Tommy Flanagan). Der sorgt sich in erster Linie vor allem um die Sicherheit des unbeholfenen Leftys. Dann ist da noch der zum Gouverneur Montanas aufgestiegene James Bierce (Jim Caviezel), dessen Motive vorerst undurchsichtig bleiben.

Welche Ziele verfolgen Gouverneur Bierce (l.) und Marshal Harrah?

Dank beeindruckender Kameraarbeit, die die weiten Landschaften Montanas in vielen wunderschönen Bildern einfängt, des stimmungs- und gefühlvollen, von H. Scott Salinas hervorragend komponierten Soundtracks und der detailgetreuen und authentischen Ausstattung von Kostümen über Gebäude bis hin zu den Waffen gelingt es Moshé durchweg, ein nahezu perfektes Western-Feeling zu erschaffen. Star des Films ist dennoch ganz eindeutig dessen stets etwas unbeholfen und schrullig wirkende, jedoch durch und durch liebenswürdige Hauptfigur Lefty Brown. Dessen Darsteller Bill Pullman schien beim Dreh in wirklich allerbester Schauspielerlaune gewesen zu sein, gelingt es ihm doch, den umfangreichen Charaktereigenschaften seiner außerordentlich wandlungsreichen und ambivalenten Figur sehr ansehnlich und unterhaltsam Leben einzuhauchen. So könnte etwa Lefty Browns gegenüber dem jungen Jeremiah geäußerter Ratschlag „Hör zu Junge, es macht keinen Sinn, sich den Kopf über etwas zu zerbrechen, was wir nicht wissen“ den auch im fortgeschrittenen Stadium des Abenteuers hin und wieder durchblitzenden ursprünglichen Charakter des zuvor stets eher in den hinteren Reihen agierenden Protagonisten kaum besser beschreiben. Dennoch ist Leftys inneres Ringen zwischen Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit einerseits und der Verletzlichkeit durch den oft zu ertragenden Spott andererseits gerade zu Beginn dank Pullmans gefühlvollen und facettenreichen Spiels geradezu physisch zu greifen. Das schafft von Beginn an eine breite Basis für ein empathisches Sehvergnügen, da wir uns als Zuschauer selbst doch wahrscheinlich eher mit dem sympathischen Mann aus der zweiten Reihe identifizieren können statt mit strahlenden Revolverhelden, fiesen Schurken oder harten Männern des Gesetzes. Somit wird Leftys Wandlung vom passiven Nichtsnutz zum aktiven Helden der Geschichte zu einem der zentralen Motive des Films und einer für uns selbst unmittelbar nachvollziehbaren Geschichte.

Das Coming of Age eines Seniors

Denn „The Ballad of Lefty Brown“ erzählt mit seinem gewählten Szenario des Rachefeldzuges nicht nur eine der klassischen Westerngeschichten schlechthin, sondern weist auch zahlreiche Eigenschaften des Coming-of-Age-Films auf. Nur ist der Protagonist hier kein jugendlicher Heißsporn auf dem mühsamen Weg in die Welt des Erwachsenseins, sondern es handelt sich um einen Mann Anfang 60, der unvermittelt ohne Daseinsberechtigung und behütete Existenz als Assistent eines vermeintlich viel größeren und angeseheneren Mannes zurechtkommen und daher plötzlich, genau wie ein angehender Erwachsener, seinen Platz in der Welt finden muss. So war er etwa zuvor noch zu den Nachwuchs-Cowboys ins Nebenhaus der Farm abgeschoben, die allesamt mehr Spott denn Anerkennung für den alten Recken übrig haben, und auch die Ehefrau/Witwe seines Gönners hat nur wenig für den alten Kauz übrig. Ebenso wie seine alten Weggefährten Harrah und Bierce, die es als Marshal bzw. Gouverneur ebenso wie der verstorbene Johnson als designierter Senator allesamt deutlich weiter im Leben gebracht haben als der stets belächelte Lefty, der auch in den populären Groschenromanen über die zahlreichen Abenteuer seiner früheren Bande bedauernswerterweise (und wie sich herausstellen soll zu Unrecht) nicht ein einziges Mal Erwähnung findet.

Ist Lefty zu Beginn noch im Duell mit einem einfachen Zaunpfahl unterlegen …

Auf seiner Suche nach Rache wandelt er sich nicht nur vom scheinbar unnützen Feigling etwa zum Beschützer des jungen Jeremiah, sondern er wächst darüber hinaus zunehmend über sich hinaus und zeigt später mitunter deutlich mehr Mut und Verstand als etwa Tom Harrah, der sich zunächst eigentlich aufmachte, Lefty vor dem Scheitern in der Bewältigung einer seine Fähigkeiten übersteigenden Aufgabe zu retten. Und auch ein später angezetteltes Komplott, das Lefty plötzlich als angeblichen Mörder Johnsons in Bedrängnis bringt, lässt diesen nicht verzagen, sondern ihn stattdessen noch mehr in seiner Suche nach den Hintermännern des zunehmend komplex erscheinenden Mordes zu bestärken. Die Geschichte der Wandlung vom Niemand zum Held nimmt hier erst so richtig an Fahrt auf und entwickelt sich zur klassischen Heldenreise.

Ordentlich Blei in der Luft

Auch wenn sich Moshé in seiner Erzählung sehr auf seine Hauptfigur und dessen charakterliche Entwicklung fokussiert, so erwartet uns dennoch kein in erster Linie auf die Aspekte des Dramas ausgerichteter Neo-Western wie beispielsweise der außerordentlich sehenswerte „Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“ (2007) und der ebenfalls nicht zu verachtende „The Homesman“ (2014). Denn auch die dem Western ursprünglich gern innewohnende Action kommt keinesfalls zu kurz – in den zahlreichen spannend und ansehnlich choreografierten Schusswechseln liegt ordentlich Blei in der Luft. Der immer wieder aufblitzende, insbesondere der mitunter tragikomischen Figur des Lefty Brown zu verdankende Humor täuscht nicht über die grundsätzliche Brutalität und Härte des Films hinweg. Gerade den Auswirkungen von Schussverletzungen wird Moshé dabei etwa in der cineastischen Inszenierung schonungslos gerecht.

… so entdeckt er im Laufe seines Rachefeldzugs zunehmend den Revolverhelden in sich

Narrativ und dramaturgisch bietet der durchaus ansehnliche und unterhaltsame Western hingegen kaum Überraschungen, viele der vermeintlich als überraschend erhofften Plot-Twists sind mitunter recht vorhersehbar, was gerade notorischen und insbesondere Western-erfahrenen Vielguckerinnen und -guckern auffallen dürfte. Und so gut und detailliert etwa die Darstellung der Hauptfigur getroffen und so unterhaltsam und empathisch dessen Wandlung vom Feigling zum Helden dargestellt wurde, die meisten der anderen Figuren kommen mitunter doch etwas holzschnittartig und blass daher, was aber keineswegs an den durchweg guten Darstellern und Darstellerinnen liegt. Das bleiben jedoch die einzigen Wermutstropfen des Films, dank der hervorragenden Bilder, der stimmigen Western-Atmosphäre, dem großartigen Bill Pullman sowie einer eines Western durchaus würdigen und angemessenen Prise Kugelhagel ist „The Ballad of Lefty Brown“ für jeden Liebhaber des Genres nur zu empfehlen. Ein Stück weit entspricht Moshé als großer Westernfan somit auch den von ihm im Film zitierten Groschenromanen Jeremiahs mit den Abenteuergeschichten der alten Bande Edward Johnsons und Lefty Browns. Da diese den Fakten sowie den wahren Charaktereigenschaften der Akteure auch nicht immer so ganz gerecht zu werden scheinen, nehmen sie durch deren Überzeichnung und Verherrlichung eine Art selbstreferenziellen Bezug zum Film selbst ein. Denn so wirkt neben dem alkoholabhängigen und aufbrausenden Gesetzesvertreter Harrah, dem naiven, jugendlichen Bengel Jeremiah, dem zwielichtigen Lokalpolitiker Bierce, dem strahlenden und heroisch überhöhten Westernhelden im Ruhestand Johnson, der toughen Witwe und Farmersfrau Laura sowie dem durch und durch fiesen Schurken Baines die Hauptfigur Lefty noch wie die realste Person des gesamten Ensembles. Aufgrund der erkennbaren Klischeebeladenheit einer Vielzahl der Nebencharaktere (oder besser gesagt: sämtlicher Nebencharaktere) und der mitunter doch etwas überzogenen und ein Stück weit auch zu häufigen (jedoch durchaus ansehnlichen) Nutzung des Stilmittels der Schießerei wirkt „The Ballad of Lefty Brown“ somit in seiner gelegentlichen Überzeichnung des Wilden Westens selbst ein Stück weit wie ein filmgewordener Wildwest-Groschenroman. Glücklicherweise wie ein sehenswerter. Welche Western unseres noch jungen Jahrtausends könnt Ihr empfehlen?

Western-Bösewicht wie aus dem Genre-Handbuch entsprungen: Pferdedieb Frank Baines verspricht bleihaltige Luft

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jim Caviezel und Bill Pullman sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

„It’s a wild, wild west …“

Veröffentlichung: 24. Mai 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 107 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: The Ballad of Lefty Brown
USA 2017
Regie: Jared Moshé
Drehbuch: Jared Moshé
Musik: H. Scott Salinas
Besetzung: Bill Pullman, Peter Fonda, Jim Caviezel, Tommy Flanagan, Diego Josef, Stephen Alan Seder, Kathy Baker, Joseph Lee Anderson, Lewis Pullman, Adam O’Byrne, Dillinger Steele, Michael Spears
Zusatzmaterial: Wendecover
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2018 by Philipp Ludwig
Fotos & Packshot: © 2018 EuroVideo Medien GmbH

 
 

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