RSS

Schlagwort-Archive: Jim Jarmusch

Jim Jarmusch (III): The Dead Don’t Die – Zombies in Starbesetzung

The Dead Don’t Die

Kinostart: 13. Juni 2019

Von Anja Rohde

Horror(komödie) // Was haben dieses Blog und der neue Film von Jim Jarmusch gemeinsam? Beide Macher nutzten George Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“ als Inspiration! Volker Schönenberger lässt beim Titel seines Weblogs keine Zweifel daran, welches Filmgenre er gut leiden mag und welcher Film ihn da wohl besonders beeindruckte, und auch Jim Jarmusch scheint diesen Zombie-Klassiker nicht nur einmal gesehen zu haben, so viele nette kleine Reminiszenzen finden sich in seinem aktuellen Werk.

Jim Jarmusch und Zombies – funktioniert!

Eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann der in allen Genres beheimatete Jarmusch sich endlich Zombies annehmen würde. Nach dem psychedelischen Western „Dead Man“, dem Samurai-Gangsterdrama „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“, dem existentialistischen „Limits of Control“, dem Liebesfilm „Broken Flowers“ und dem sensationellen Vampirfilm „Only Lovers Left Alive“ dürfen nun Horden von Untoten durch einen Jarmusch-Film wanken.

Da kommen sie aus ihren Gräbern

Warum? Weil die Menschen durch „Polar Fracking“ die Erde kaputt gemacht haben. Da sich die Erdachse verschoben hat, wird es erst nicht dunkel, dann drehen die Haustiere durch, und als es doch endlich Nacht wird, erheben sich die Toten aus ihren Gräbern. Das ist physikalisch schwer erklärbar, aber welcher Zombiefilm liefert schon eine logische Begründung für das Phänomen? Dass die Menschheit selbst an ihrem Unglück schuld ist, welcher Art auch immer es sein mag, das jedenfalls steht ja wohl außer Frage.

Lieblingslied der jungen Frau in der Mitte: „The Dead Don’t Die“

Im Moment der Katastrophe befinden wir uns in Centerville. Diese Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, besteht aus einer langen Straße mit den wichtigsten Einrichtungen (ein Diner, ein Werkzeugladen, eine Tankstelle, ein Motel) und wird bewacht von einem Polizeitrio, welches sich ein Einraumbüro teilt, in das die Gefängniszellen locker eingebaut sind. So richtig viel zu tun gibt’s nicht, mal ist ein Streit zu schlichten, mal eine Tote aufzubewahren (in einer der Zellen), bis die Bestatterin Zeit hat.

Wie tötet man Untote?

Schnell überschlagen sich die Ereignisse, denn mit einer Zombie-Epidemie war nicht zu rechnen. Polizist Ronald Peterson (Adam Driver) ist schnell klar, dass es nichts anderes sein kann und dass die Sache bestimmt nicht gut ausgehen wird (ein Satz, den er mantramäßig den ganzen Film über wiederholen wird – ob er wohl recht behält?); sein Chef Cliff Robertson (Bill Murray) ist erst skeptisch, dann aber Bill-Murray-mäßig stoisch und unerschrocken. Mindy Morrison (Chloë Sevigny) gibt den unglücklichen und überforderten Gegenpart, schlägt sich aber wacker.

Farmer Miller sucht seine Tiere

Denn natürlich muss die Polizei das Städtchen beschützen, und natürlich weiß Peterson, was zu tun ist: Kopf ab! Hierbei zeigt sich eine erste Spezialität der Jarmuschschen Zombies: Da er sie laut eigener Aussage „bloodless and fluidless“ haben wollte, entweicht nur eine kleine Wolke schwarzer Rauch aus ihren abgetrennten Torsi.

„Kill the Head!“

Noch schöner ist allerdings die Idee, allen Zombies einen eigenen Charakter mitzugeben, indem sie mit dem Wunsch nach etwas, das ihnen auch im Leben viel bedeutete, zum Leben erwachen. Das kann ihr Lieblingsgetränk sein (bei dem einen Kaffee, bei der anderen Chardonnay) oder auch die Suche nach WLAN – und bei dieser Sorte Zombies sieht man gleich, dass sich Jarmusch an echten Menschen orientieren konnte. Wer kennt sie nicht, die Leute, die mit stierem Blick auf ihr Smartphone durch die Straßen schlurfen und den Rest um sich herum vergessen? „We’re all attached to things in the material world and we’re all zombies in one form or another — it’s not a huge stretch that we would yearn for those exact same things if we were re-animated.“ (Carter Logan, der zusammen mit Jarmusch in der Band „SQÜRL“ spielt, die für den Soundtrack dieses Films verantwortlich zeichnet.)

Iggy Pop – Zombie der Herzen

Ein besonderer Blick lohnt sich bei einem der beiden Kaffeezombies. Wer den Trailer gesehen und freudig festgestellt hat „Iggy Pop als Zombie! Was für eine sensationelle Besetzung!“, wartet sehnsüchtig auf den ersten Auftritt – und denkt vielleicht, na, den musste man wohl gar nicht sehr herrichten. Weit gefehlt! Zwar wurde seine Frisur laut Produktionsnotizen weitesgehend unangetastet gelassen, und auch das Make-up ging wohl recht flott von der Hand, nur ein paar Verkrustungen und Melierungen wurden aufgemalt, aber Jarmusch bemerkte: „Iggy looks too healthy to be a zombie, you need to rough him up“. Und so bekam der sehnige, jung gebliebende Körper ein Latex-Airbrush, um alt und tot zu wirken. Umso herrlicher, ihn dann auf der Suche nach Kaffee ins Diner wanken und sich das Zeug kannenweise ins Gesicht schütten zu sehen.

Die Frisur sitzt: Iggy Pop

Der andere Kaffeezombie ist übrigens Sara Driver, die wir als Production Managerin der ersten Jarmusch-Filme „Permanent Vacation“ und „Stranger Than Paradise“ kennen. Die Liste der Promis in kleinen Rollen hört damit nicht auf. Eszter Balint, das zauberhafte Teenagermädchen aus „Stranger Than Paradise“ spielt die Wirtin des Diners. RZA vom Wu-Tang Clan gibt den UPS-, nein WuPS-Fahrer, und Teenie-Star Selena Gomez ist die jugendliche Touristin, die, verzeiht mir den Spoiler, auch als abgeschlagener Zombiekopf noch gut aussieht.

Staraufgebot bis zum Abwinken

Wer möchte nicht in einem Jarmusch-Film mitspielen? Mit einem derart beeindruckenden Cast musste der Film einfach gut werden. Dass Bill Murray jeden Film aufwertet, braucht man gar nicht zu erwähnen. Ähnlich ist es mit Tilda Swinton, die allerdings im Gegensatz zu Murray, der ja doch immer sehr ähnliche, lakonische Rollen gibt, wieder etwas völlig Neues aus dem Hut zaubert: Bestatterin Zelda Winston ist freundlich, aber extrem seltsam – was ihre Umgebung einfach damit erklärt, dass sie Schottin sei. Ach so. Warum sie allerdings überirdisch gut mit dem Samuraischwert umgehen kann, darf an dieser Stelle nicht verraten werden.

Aufmerksam und weise: Hermit Bob

Steve Buscemi! Wie viele Kotzbrocken hat der schon gespielt, und nun kommt ein neuer hinzu. Als rassistischer, polemischer Farmer mit „Keep America White Again“-Baseballkappe überzeugt er ebenso wie Tom Waits, der mit zunehmendem Alter ein immer besserer, weil immer kauzigerer Schauspieler wird. Sein „Hermit Bob“ lebt im Wald und beobachtet das Geschehen in Centerville mit Abstand – und Weisheit. Seine Erzählstimme bleibt im Gedächtnis.

Centerville und andere Nettigkeiten

Hallo Musikfans, klingelt’s beim Namen „Centerville“? Genau. Im Musikfilm „200 Motels“ über das Tourleben einer Rockband beschreibt Frank Zappa den Ort Centerville, durch den sie auf ihrer Fahrt kommen, als „A Real Nice Place to Raise Your Kids Up“, und als Hommage platziert Jarmusch den Slogan „A Real Nice Place“ auf dem Ortsschild von Centerville. Nice!

Zelda kann mit einem Schwerthieb mehrere Zombies niederstrecken

Der Titelsong „The Dead Don’t Die“ des traditionellen US-Countrysängers Sturgill Simpson begleitet uns durch den Film. Er läuft im Radio, die CD gibt’s in der Tanke zu kaufen, und dann läuft er erneut im Auto. Dafür gibt es Gründe … Und auch hier gibt es eine zauberhafte Anekdote: Der Zombie, der „Guitar!“ murmelnd sein Saiteninstrument hinter sich her zieht, wird natürlich von Simpson verkörpert.

„Having already appeared in what I consider to be the greatest zombie movie of all time, ,Zombieland‘, I felt like ,The Dead Don’t Die‘ could almost typecast me. Maybe I’ll become synonymous with the zombie horror genre!“ (Bill Murray, mit Chloë Sevigny und Adam Driver)

Besonderen Spaß machen einige Textpassagen auf der Metaebene, die hier nicht zitiert werden sollen, um selbigen nicht zu verderben. Einfach selbst gucken und freuen!

Sinn und Unsinn

Einige Kritiken, die man im Netz schon über „The Dead Don’t Die“ finden kann, fragen nach dem Sinn des Films. Da kann man sich diverse schöne Sachen ausdenken: der Gesellschaft den Spiegel vorhalten, allgemein die Lage der Nation Amerika, vielleicht auch zeigen, dass es Menschen gibt, die auch in der größten Katastrophe nicht den Humor verlieren. In den Produktionsnotizen ist zu lesen, der Film wolle die inhaltliche Interpretation komplett dem Publikum überlassen – warum auch nicht, schließlich funktionieren viele Kunstwerke so. Und ganz vielleicht hatten Jim Jarmusch und sein illustres Team auch einfach Bock drauf, einen guten Zombiefilm zu drehen. Das ist gelungen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Jarmusch sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Tilda Swinton unter Schauspielerinnen, Filme mit Steve Buscemi, Adam Driver und Bill Murray in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 103 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: The Dead Don’t Die
USA/SWE 2019
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Besetzung: Bill Murray, Tilda Swinton, Adam Driver, Chloë Sevigny, Steve Buscemi, Tom Waits, Iggy Pop, Selena Gomez, Danny Glover, Rosie Perez, RZA, Caleb Landry Jones, Austin Butler, Eszter Balint, Carol Kane
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Anja Rohde

Filmplakate & Trailer: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH, Szenenfotos: © 2019 Image Eleven Productions, Inc.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2019/06/10 in Film, Kino, Rezensionen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Jim Jarmusch (II): Paterson – Die Schönheit des Banalen

Paterson

Von Simon Kyprianou

Beauty seduces us to attention, for the fragility of life, it seduces us to tenderness. (Christoph Hochhäusler in einer Laudatio auf die Regisseurin Claire Denis)

Melodram // Jim Jarmusch ist ein bewundernswert konsequenter Filmemacher: Seit seinem ersten Film „Permanent Vacation“ (1980) hat er seinen postmodernen Stil konsequent beibehalten, weiterentwickelt und in seinem neuesten Film „Paterson“, so scheint es, abermals radikalisiert. Die Postmoderne, deren Theorien – kurz gesagt – von einer Welt aus willkürlichen, nicht zusammenfügbaren, gleichwertigen Fragmenten ausgehen, bildet Jarmusch in „Paterson“ konsequent ab: Wir sehen sieben Tage im Leben des Busfahrers und Poeten Paterson (Adam Driver, „Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht“), der in Paterson in New Jersey nordwestlich von New York City wohnt. Jeder Tag verläuft mehr oder weniger gleich, jeden Morgen schwebt Jarmuschs Kamera immer gleich über dem Bett von Paterson und seiner Frau Laura (Golshifteh Farahani). Jeder Tag ist gleich, gleich bedeutend beziehungsweise gleich unbedeutend, jeden Tag trifft Paterson die selben Leute und tut die selben Dinge. Tagsüber fährt er Bus, in seiner Mittagspause schreibt er, abends geht er mit dem Hund seiner Frau spazieren und stattet seiner Lieblingsbar einen Besuch ab, wo er mit Barmann Doc (Barry Shabaka Henley) plaudert.

Paterson steuert seinen Bus durch Paterson …

Jarmusch verzichtet völlig auf den Anspruch eine Geschichte im herkömmlichen Sinne zu erzählen. Kein sinnstiftendes Zeichensystem verweist auf irgendwelche größeren Zusammenhänge, das Geschehen verweist nur auf sich selbst.

Der Dichter und die Schönheit

Patersons Gedichte haben Alltäglichkeiten und Banalitäten zum Inhalt, eines davon handelt beispielsweise von Streichholzschachteln. Durch Patersons genauen Blick aber erheben seine Gedichte jene vermeintlichen Banalitäten, indem sie den Blick auf eine ihnen anhaftende verborgene Schönheit freistellen. So funktioniert dann auch der Film – es ist wirklich ein äußerst schöner Film, womöglich Jarmuschs schönster – der durch den intimen und aufmerksamen Blick auf eine vermeintlich banale Woche, voller vermeintlich banaler Ereignisse, Momente äußerster Zärtlichkeit und Schönheit freilegt. Er schaut die Dinge nicht nur an, es scheint als schauten die Dinge auch zurück, sozusagen. Paterson sucht überall nach Schönheit und findet sie in Streichholzschachteln und Menschen, die zum Rhythmus einer Waschmaschine rappen, und kleinen Mädchen, die Geschichten schreiben. Und so ist sozusagen auch der Film auf der Suche nach der Schönheit.

… lebt mit seiner Frau Laura …

Auch wenn mir nicht alle Regiearbeiten von Jarmusch zusagen, die postmoderne Ironie, die oft nur ins Leere mündet, mich oft langweilt (nicht nur bei Jarmusch, auch bei anderen postmodernen Filmemachern) – die Konsequenz von „Paterson“ hat mir gefallen. Es ist ein bescheidener Film, ein selbstsicherer Film, ein zärtlicher und intimer Film, mit dem Jarmusch spät in seiner Karriere die Höhe seiner Kunst erreicht hat.

… ein geruhsames Leben …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Jarmusch sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Adam Driver in der Rubrik Schauspieler.

… und führt den Hund Gassi

Veröffentlichung: 9. Juni 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 113 Min. (Blu-ray), 118 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Paterson
USA/F/D 2016
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Besetzung: Adam Driver, Golshifteh Farahani, Nellie, Rizwan Manji, Barry Shabaka Henley, Trev Parham, Troy T. Parham, Brian McCarthy, Frank Harts, Method Man,
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2017 Weltkino Filmverleih GmbH Universum Film

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Jim Jarmusch (I): Ghost Dog – Der Weg des Samurai – Mit fernöstlichem Kodex im Dienst der Mafia

Jim_Jarmusch_Complete-Cover GhostDog_DVD-D-1

Heute beginnt bei „Die Nacht der lebenden Texte“ eine Reihe über Jim Jarmusch. Ohne Anspruch auf ein vollständiges Abdecken seiner Filmografie und in loser zeitlicher Abfolge werden verschiedene Autoren Jarmuschs Regiearbeiten einer Betrachtung unterziehen.

Ghost Dog – The Way of the Samurai

Gastrezension von Simon Kyprianou

Krimidrama // Am Anfang von Jim Jarmuschs „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ hören wir RZAs „Samurai Showdown“ und sehen dazu eine einsame Taube über dreckige Randbezirke einer kaputten Stadt fliegen: Hinterhöfe, Parkplätze, dunkle Gassen. Die Taube landet auf dem Dach eines Hochhauses, dort lebt Ghost Dog (Forest Withaker) allein in einem kleinen Bretterverschlag. Er ist ein Samurai im Dienst seines Meisters Louie (John Tormey), der ihm einst das Leben rettete.

Allein gegen die Mafia

Er ist ein Profikiller für die italienische Mafia und lebt streng nach den Regeln des „Hagakure“, des Ehrenkodex der Samurai. Eines Tages geht ein Auftrag schief und die Mafia veranstaltet eine Hetzjagd auf Ghost Dog. Bis der zurückschlägt.

GhostDog_005-1

In einem kleinen Mädchen im Park findet Ghost Dog eine Freundin

Jarmusch mag die Außenseiter

Der Ghost Dog ist eine jener typischen Außenseiterfiguren von Jarmusch, ein Mensch, der an der Gesellschaft vorbeilebt und irgendwann unweigerlich mit ihr kollidiert. „Ghost Dog – Der Weg des Samurai“ ist ein Film über das Verschmelzen; das Verschmelzen der Kulturen: HipHop-Beats, fernöstliche Ideologie, italienische Mafia, ein französischer Eisverkäufer. Es ist ein Film über eine Welt, die durch ihre Vielseitigkeit und Vielfältigkeit zersplittert ist und die Jarmusch wieder zusammenzusetzen versucht. Dabei zeigt der Regisseur mit bitterer Ironie, wie ähnlich sich all die gesellschaftlichen Gruppen doch sind, ohne es zu wissen.

Eine dreckige Trash-Welt

Es ist auch ein postmoderner Film über die Verschmelzung der Genres, die Verschmelzung des Kinos. Wir sehen die stoische Tristesse eines Jean-Pierre Melville, dazu die großartige Musik des Wu-Tang-Clans, Elemente des Kung-Fu- und des amerikanischen Gangsterkinos, alles verpackt in einem dreckigen Trash-Universum. Jarmusch arbeitet exzessiv mit Überblendungen. Nichts ist mehr voneinander getrennt, alles verschmilzt, die Welten gehen ineinander über, alles ist unklar.

GhostDog_004-1

Ghost Dog – ein einsamer Wolf

Souveräne Vorstellung von Forest Whitaker

Der Regisseur folgt Ghost Dog mit beobachtendem Blick, erforscht seine Kultur kommentarlos, die positiven wie auch die negativen Seiten. Dabei vertraut er ganz auf das sanftmütige Spiel von Forest Whitaker. Am Ende sind beinah alle Figuren tot, gefallen im Krieg der Kulturen und Ideologien, die Verschmelzung ist gescheitert. Es ist das bittere Ende eines großartigen Films.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Jarmusch sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Forest Whitaker in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 11. Dezember 2014 als Blu-ray in der Box „Jim Jarmusch – The Complete Collection“, 10. Oktober 2000 als DVD

Länge: 116 Min. (Blu-ray), 111 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch (auf DVD nicht ausblendbar)
Originaltitel: Ghost Dog – The Way of the Samurai
F/D/USA/JAP 1999
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Besetzung: Forest Whitaker, Henry Silva, John Tormey, Cliff Gorman, Richard Portnow, Tricia Vessey, Victor Argo, Damon Whitaker
Zusatzmaterial: Trailer, Reel X – deleted Scenes, Musikvideo: „Cakes“ (Kool G Rap feat. The RZA)
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2014 Studiocanal Home Entertainment

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: