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Nomads – Tod aus dem Nichts: Von Arnold Schwarzenegger empfohlen

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Von Andreas Eckenfels

Horrorthriller // Die Ärztin Dr. Eileen Flax (Lesley-Anne Down) wird im Aufenthaltsraum eines Krankenhauses in Los Angeles aus dem Schlaf gerissen: Ein verletzter Patient, der nur Französisch spricht und offensichtlich dem Wahnsinn verfallen ist, benötigt ihre Aufmerksamkeit. Doch bevor sie ihn ausreichend behandeln kann, flüstert er ihr etwas ins Ohr, beißt kräftig in ihren Hals – und stirbt.

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Dr. Eileen Flax untersucht den völlig verwirrten Pommier

Fortan wird Eileen von seltsamen Visionen geplagt, in denen sie auf die letzten Tage ihres verstorbenen Patienten zurückblicken kann. Es handelte sich um den renommierten französischen Anthropologen Jean Charles Pommier (Pierce Brosnan), der nach Los Angeles gezogen war, um an der UCLA eine Stelle anzutreten. Doch böse Geister eines ausgestorbenen Stammes verfolgten den Wissenschaftler durch die Straßen der Großstadt und trieben ihn schließlich in den Tod. Gemeinsam mit Pommiers Frau (Anna Maria Monticelli) versucht Eileen, dem Fluch der „Nomads“ auf den Grund zu gehen.

Düsterer Psychotrip mit Gitarrenriffs

Das Erstlingswerk des späteren „Stirb langsam“-Regisseurs John McTiernan ist ein düsterer Psychotrip in verstörenden Bildern. Die originelle Story stammt ebenfalls aus der Feder des Regisseurs und lässt bereits erahnen, dass McTiernan schon damals ein gutes Händchen für gezielten Spannungsaufbau hatte. Pierce Brosnan, Mitte der 80er Star der TV-Serie „Remington Steele“, feiert in „Nomads – Tod aus dem Nichts“ mit französischem Akzent – zumindest in der Originalversion – ein gelungenes Debüt in seiner ersten Kinohauptrolle.

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Der Anthropologe wird von seltsamen Gestalten verfolgt …

Bei den ständigen Perspektivwechseln zwischen Gegenwart und Vergangenheit verliert man ab und an den Überblick. Auch der Soundtrack von Bill Conti und Gitarrist Ted Nugent ist nicht immer stimmig. Wenn sich ein weiblicher „Nomad“ vor Pommiers Kameralinse in lasziven Posen zu Gitarrenriffs ablichten lässt, ist dies wohl auch dem Zeitgeist der 80er-Jahre geschuldet. Hier werden McTiernans Wurzeln als Werbefilmer offensichtlich.

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… die ihn zunehmend in den Wahnsinn treiben

Wer auf eine Erklärung der ständigen Halluzinationen der Protagonisten hofft und warum die Geister ausgerechnet die Gestalt von kuttentragenden Gang-Mitgliedern annehmen, wird enttäuscht werden. Auch das überraschende Ende hinterlässt viele Fragezeichen. Doch die offenen Fragen, die einige Interpretationen zulassen, trugen zusammen mit der mystisch angehauchten Story dazu bei, dass „Nomads – Tod aus dem Nichts“ durchaus von einigen Horrorfans kultisch verehrt wird.

Beginn einer Hollywood-Karriere

„Nomads – Tod aus dem Nichts“ lebt hauptsächlich von seiner Atmosphäre, von der auch Arnold Schwarzenegger begeistert war. Nach Sichtung des Mysterythrillers schlug Arnie den Produzenten McTiernan als Regisseur für „Predator“ vor. Der Beginn einer Hollywood-Karriere, die nach einigen Blockbustern für den Regisseur allerdings ein jähes Ende nahm. McTiernan wurde 2006 aufgrund einer Falschaussage gegenüber dem FBI zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt. Er soll einen Detektiv angeheuert haben, um einen Filmproduzenten abzuhören. Nachdem McTiernan 2013 nach etlichen Berufungsverfahren schließlich für knapp zehn Monate hinter Gittern musste, saß er bis April 2014 seine Reststrafe in Hausarrest inklusive elektrischer Fußfessel ab. Es ist mehr als fraglich, ob der Mann hinter „Stirb langsam“, „Jagd auf Roter Oktober“ und „Last Action Hero“ je wieder in die Filmindustrie zurückkehren wird.

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Welches Geheimnis steckt hinter den „Nomads“?

Umso schöner, dass McTiernans Debütfilm nun auch hierzulande erscheint. Für die Veröffentlichung von Koch Films wurde „Nomads – Tod aus dem Nichts“ neu geprüft. Erst am 28. April 2016 stufte die FSK den Film auf eine Freigabe ab 16 herunter. Wundert euch also nicht über das oben verwendete Vorabcover mit FSK-18-Logo. Der Horrorthriller mit Mystery-Elementen (wahlweise Mysterythriller mit Horror-Elementen) ist jetzt jugendfrei erhältlich.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Pierce Brosnan sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 12. Mai 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 92 Min. (Blu-ray), 88 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch
Originaltitel: Nomads
USA 1986
Regie: John McTiernan
Drehbuch: John McTiernan
Besetzung: Pierce Brosnan, Lesley-Anne Down, Anna Maria Monticelli, Adam Ant, Mary Wonorov, Héctor Mercado, Frank Doubleday
Zusatzmaterial: Interviews, Trailer, Radiospot
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2016 Koch Films

 

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Stirb langsam – Weihnachtliche Action in Perfektion

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Die Hard

Gastrezension von Simon Kyprianou

Actionthriller // An Weihnachten kommt der New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) nach Los Angeles, wo seine Ex-Frau Holly (Bonnie Bedelia) und seine Kinder mittlerweile wohnen. Er besucht sie auf ihrer Arbeit im Nakatomi-Plaza. Doch Terroristen, angeführt von Hans Gruber (Alan Rickman) stürmen das Gebäude.

Ein Normalo räumt auf

Im Gegensatz zu Hünen wie Arnold Schwarzenegger, Sylvester Stallone, Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren stand Bruce Willis im Action-Kino immer für das Proletariat. Aufgrund seines durchschnittliches Aussehens, seines schütteren Haars und seiner gewöhnlichen Statur verkörpert er keine Männlichkeits-Utopie, keine Sehnsuchtsvorstellung, sondern den Held des normalen Bürgers. Er ist ein duchschnittlicher Normalo ohne besondere Fähigkeiten.

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McClane lässt sich nicht unterkriegen

Damit spielt „Stirb Langsam“, denn der Film lässt Willis niemals die Oberhand gewinnen, lässt Willis niemals selbstbewusst sein, er ist ständig überfordert und verzweifelt. Wir sehen seinen Körper mehr und mehr kaputtgehen, Scherben zerschneiden seine Füße, Schläge malträtieren sein Gesicht und dann schluchzt er kurz vor Filmende blutüberströmt, in sich zusammengesunken in sein Walkie Talkie, wie sehr er seine Frau liebt.

John McClane ist ein gewöhnlicher Niemand, ein Jedermann, der durch puren Zufall in eine Ausnahmesituation gekommen ist, die seine Fähigkeiten eigentlich übersteigt. Gerade diese Bodenständigkeit ging allerdings besonders in den letzten beiden Fortsetzungen verloren.

Kampf um die Liebe

Auch sonst ist „Stirb Langsam“ natürlich ein Film für die Arbeiterklasse. Man muss sich nur anschauen, wie argwöhnisch und distanziert McTiernan die snobistischen Anwälte im Gegensatz zu John McClane inszeniert. Dazu kann man „Stirb Langsam“ als Allegorie auf die brutale und fragile Liebe gelesen werden, denn all die Gewalt, all die Strapazen dienen am Ende doch nur dazu, wieder mit seiner Frau vereint zu sein, können als Kampf um das Bestehen der Liebe gelesen werden.

John McTiernan lässt sich am Anfang lange Zeit um den Schauplatz darzustellen. Er führt die Figuren und ihre Beziehungen ein, baut bedächtig Spannung auf, bevor er die Action losbrechen lässt, die sich mal beinah kammerspielartig und mal brachial und gewalttätig in dem Hochhauskomplex entlädt, in dem alle Figuren gefangen sind.

Deutsche Terroristen – dem deutschen Publikum nicht zumutbar?

In der Original-Sprachfassung handelt es sich bei den Eindringlingen um deutsche Terroristen, deren Deutsch allerdings – mit Verlaub – zu wünschen übrig lässt. Für die deutsche Synchronisation machte man aus ihnen kurzerhand europäische Kriminelle.

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Auge in Auge mit Gruber (r.)

Einfach gesagt, ist „Stirb Langsam“ ein perfekter, zeitloser und stilbildender Actionthriller, der zusammen mit dem ein Jahr zuvor in die Kinos gekommenen „Lethal Weapon – Zwei stahlharte Profis“ das Actiongenre der folgenden Dekade prägte. Als alljährlicher Weihnachtsfilm mit dem berühmten Ausspruch „Yippi-ya-yay, Schweinebacke“ ist er längst in die Popkultur eingegangen – im Original heißt es übrigens „Yippee-ki-yay, motherfucker“.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Alan Rickman und/oder Bruce Willis sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. März 2013 als Blu-ray, 28. Juni 2013 als Teil der Blu-ray- bzw. DVD-Box „Stirb langsam 1–5 “, 1. Oktober 2010 als Teil der Blu-ray-Box „Stirb langsam Quadrilogy“ mit den Teilen 2 bis 4, 1. Februar 2007 als DVD

Länge: 132 Min. (Blu-ray), 127 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, nur Blu-ray: Französisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Originaltitel: Die Hard
USA 1988
Regie: John McTiernan
Drehbuch: Jeb Stuart, Steven E. de Souza, nach einem Roman von Roderick Thorp
Besetzung: Bruce Willis, Alan Rickman, Bonnie Bedelia, Reginald VelJohnson, Alexander Godunov, William Atherton, Paul Gleason, Hart Bochner, Al Leong, Robert Davi
Zusatzmaterial (Ang. nur für Blu-ray): Trailer „Stirb Langsam 2“, „Stirb Langsam – Jetzt erst recht“, „Stirb Langsam 4.0“, „Aliens vs. Predator“, The Newscasts, interaktive Bildergalerie, Cinefex Article, American Cinematographer Article, YHE Script, 3 Trailer, 7 TV-Spots
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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