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Runaway Train – Express in die Hölle: Rasende Flucht auf dem Gleis

Runaway Train

Von Simon Kyprianou

Actionthriller // Verbrecher Oscar „Manny“ Manheim (John Voight) ist unter den Häftlingen im Stonehaven Hochsicherheitsgefängnis eine Art Märtyrer. Speziell der junge Häftling Buck McGeehy (Eric Roberts) schaut zu ihm auf, buhlt um seine Gunst und seine Freundschaft. Mannys Aufbegehren gegen den tyrannischen Gefängnisdirektor Ranken (John P. Ryan), der ihn drei Jahre lang in Einzelhaft hat absitzen lassen, gibt den Mitgefangenen Hoffnung. Den ständigen Entwürdigungen Rankens und dessen menschenunwürdigem Gefängnis setzt Manny eine ungebrochene Widerständigkeit entgegen, die ihn für seine Mitgefangenen zu einem Symbol der Hoffnung gemacht hat. Nachdem Manny erfolgreich gegen die Jahre währende Einzelhaft geklagt hat, plant er umgehend die Flucht. Rankens Drohung, ein Ausbruchsversuch werde Mannys Tod bedeuten, spornt den Häftling dabei erst recht an.

Manny (r.) und Buck sind aus dem Gefängnis ausgebrochen

Widerwillig nimmt Manny Buck bei seiner Flucht mit, weil er dessen Hilfe beim Ausbruch braucht. Nach einem Marsch durch die Schneewüste von Alaska erreichen die beiden einen Bahnhof und besteigen unbemerkt einen der Züge – den mit der größten, bulligsten Lokomotive, der Manny wie schicksalhaft anzieht. Eben jenem Schicksal fällt dann auch der Fahrer des Zugs zum Opfer, der beim Losrollen an einem Herzanfall sterbend aus der Lok fällt, der Zug mit den Ausbrechern fährt führerlos davon (Zufallskrämer mögen sich daran stören). Nach und nach werden sich Manny und Buck ihrer misslichen Lage bewusst, versuchen von ihrem hinteren Wagen nach vorn zur Lock zu klettern und treffen dabei auf Sara (Rebecca De Mornay), eine Zugarbeiterin, mit deren Hilfe sie den Zug stoppen wollen.

Hervorragende Stunts am Zug

Andrey Konchalovskiy („Tango und Cash“) schneidet im Folgenden zwischen der Einsatzzentrale der Eisenbahn-Gesellschaft und dem Treiben im Zug hin und her, sodass der Film gern mit Tony Scotts „Unstoppable“ oder Jan de Bonts „Speed“ verglichen wird, aber diese Vergleiche treffen nicht unbedingt zu: Es geht dem russischen Regisseur nicht wirklich um technische Lösungsansätze und deren Ausführung wie Scott und auch nicht wirklich um die zerstörerische Dynamik des außer Kontrolle geratenen, riesenhaften Fahrzeuges, was sowohl bei „Speed“ als auch bei „Unstoppable“ wesentlich ist. Konchalovskiy benutzt dieses Szenario eher als Rahmen, innerhalb dessen er von der Verzweiflung seiner Figuren adäquat erzählen kann. „Runaway Train“ ist natürlich trotzdem ein hervorragender Actionfilm, auch wenn es nicht allzu viel Action gibt – die aber ist wunderbar geschnitten und die Stunts am fahrenden Zug beeindrucken.

Ihr überdimensionales Fluchtfahrzeug gerät außer Kontrolle

John Voight ist sensationell, er spielt seine Figur als Mensch, von dem nichts mehr übrig ist, man sieht nur noch den Wahnsinn in seinem Blick schimmern, ein Mensch reduziert auf seine Instinkte, alle Gefühle sind ihm über die Zeit ausgetrieben worden. Und deswegen kann sich Voight bei seiner Darstellung auch nur auf seinen Körper verlassen: Man sieht ihn nackt, wie er sich mit Fett einreibt, mit Folie umwickelt, wie er durch Abwasserkanäle voller Scheiße kriecht, wie er in eisigem Wasser schwimmt, im Schneetreiben von Waggon zu Waggon springt und man sieht, wie sein Körper dabei immer mehr kaputtgeht und dennoch allen Widrigkeiten trotzt. Trotz dieser Widerständigkeit arbeitet Voigt immer die tiefe Verletztheit seiner Figur heraus, die erst vom Leben zu dem verformt und entstellt wurde, was sie ist. Bei Eric Roberts’ Figur Buck sieht man in der zweiten Filmhälfte nur noch die blanke Angst in den Augen flackern, seine Überheblichkeit und Großspurigkeit von Anfang sind am Ende völlig von ihm abgefallen, wie paralysiert kauert er still am Boden, verzweifelt verschlungen in die ebenso verängstige Sara.

Der folgende Absatz enthält Spoiler

Und dann sitzen sie für ein paar großartige Filmminuten lang alle drei erschöpft und still gemeinsam am Boden des Waggons, halten sich gegenseitig fest und warten auf das Entgleisen des Zugs und auf ihren Tod. Während Buck und Sara den Tod fürchten, sehnt Manny ihn geradezu entgegen, weil er für ihn der Befreiung gleichkommt, die er sucht. Und so sind die letzten Bilder des Films auch eine Höllenfahrt: Die Lok rast ins Chaos, man kann ihr nur noch – wie Buck und Sara – fassungslos hinterherblicken, wie sie langsam im weißen Schneerauschen unsichtbar wird, während Manny dem Tod mit kaltem Stolz ins Auge blickt, nachdem er in einem Akt der Freundschaft seine Freunde gerettet hat. Für ihn ist es ein würdevolles und zugleich niederschmetterndes Ende, damit aber wohl adäquat für eine so problematische und ambivalente Figur wie Manny. Überhaupt ist es ein ergreifender Film, der die Figuren in dem gemeinsamen Überlebenswillen eint – und darin, sich so viel ihrer Würde zu bewahren, wie sie können.

Ab hier wieder spoilerfrei

Das Originaldrehbuch stammt von Akira Kurosawa, der sich an einem realen Vorfall eines außer Kontrolle geratenen Zuges orientierte. Es sollte sein erster in Amerika realisierter Film und gleichzeitig sein erster Farbfilm werden, aber die Produktion kam nicht zustande. Für Andrey Konchalovskiy wurde Kurosawas Drehbuch von Paul Zindel und Edward Bunker überarbeitet. Man merkt dem Film auch an, dass er kein rein „westlicher“ Film ist. Sowohl der Regisseur als auch der Originaldrehbuchautor Kurosawa geben dem Film eine europäische beziehungsweise asiatische Note. Konchalovskiy hatte in den USA nie eine große Karriere – außer „Runaway Train“ hat er noch den vergnüglichen „Tango und Cash“ und das schöne Roadmovie „Homer und Eddie“ inszeniert. Letztes Jahr feierte er mit seinem neuen Film „Paradies“ erneut Erfolge.

Mit der Hilfe von Zugarbeiterin Sara wollen sie den Zug wieder unter Kontrolle bringen

Die 2006 veröffentlichte DVD ist längst vergriffen, umso schöner, dass es nun eine Neuauflage von capelight pictures gibt, und das auch noch als limitiertes Mediabook mit Blu-ray und DVD in bewährter Qualität. Zwei Covermotive stehen zur Auswahl, zudem behält das Label seine moderate Mediabook-Preispolitik bei und veröffentlicht „Runaway Train – Express in die Hölle“ für Mediabook-Verschmäher parallel auch als DVD. Einen lesenswerten Text zu „Runaway Train – Express in die Hölle“ hat auch Christoph auf seinem Blog „Fluxkompensator“ veröffentlicht.

Dazu müssen sie zur Lokomotive klettern

Veröffentlichung: 4. Dezember 2017 als 2-Disc Limited Collector’s Edition (Blu-ray & DVD, zwei Covervarianten) und DVD, 4. Dezember 2006 als DVD (20th Century Foy Home Entertainment)

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Runaway Train
USA 1985
Regie: Andrey Konchalovskiy
Drehbuch: Djordje Milicevic, Paul Zindel, Edward Bunker, Akira Kurosawa
Besetzung: Jon Voight, Eric Roberts, Rebecca De Mornay, Kyle T. Heffner, John P. Ryan, T. K. Carter, Kenneth McMillan
Zusatzmaterial: „Vom Schauspieler zum Flüchtling“: Interview mit
Jon Voight, „Süß und wild“: Interview mit Eric Roberts, Originaltrailer, nur Mediabook: „Ausgepowert“: Interview mit Regisseur Andrey Konchalovskiy, „Die Ruhe vor dem Chaos“: Interview mit Kyle T. Heffner
Label: capelight pictures
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2017 Al!ve AG / capelight pictures

 

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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Ich packe meinen Koffer

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Fantastic Beasts and Where to Find Them

Kinostart: 17. November 2016

Von Matthias Holm

Fantasy // Fünf Jahre sind vergangen, seit mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ der letzte Film über den berühmtesten Zauberlehrling der Welt in die Kinos kam. Doch die Film-Welt wäre nicht die, die sie ist, gäbe es nicht Schlupflöcher, um mit den bekannten und erfolgreichen Franchises noch mehr Inhalte zu produzieren und Geld zu scheffeln. So mag es kaum jemanden verwundert haben, als ein Film zu „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ angekündigt wurde.

FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM

An Englishman in New York

Das Buch umfasst allerdings in der deutschen Übersetzung lediglich 64 Seiten und ist wie ein Schulbuch aufgebaut, mit Erklärungen zu den verschiedenen Wesen, die in der Welt der Zauberer leben. So setzte sich die Autorin J. K. Rowling höchstpersönlich an den Schreibtisch und verfasste aus dieser Vorlage ein Drehbuch, in dem der Autor des Nachschlagewerks für Zauberschüler aus aller Welt die Hauptrolle inne hat – Newt Scamander (Eddie Redmayne).

Mit dem Koffer durch New York

Newt ist nicht im uns bekannten England des Harry Potter unterwegs, sondern im New York des Jahres 1926. Und er reist nicht allein: Bei ihm ist ein Koffer voller magischer Tierwesen. Diese werden von den Zauberern häufig als gefährlich wahrgenommen, doch Newt Scamander hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Wesen zu erforschen und zu verstehen. Durch eine Verwechslung trifft er auf den Nicht-Zauberer – oder Muggle, wie es in England heißt – Jacob Kowalski (Dan Fogler) und die ehemalige magische Polizistin Porpentina Goldstein (Katherine Waterston).

FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM

Tina unterstützt Newt

Unglücklicherweise hat Jacob einen Blick in Newts Koffer geworfen, soass einige der darin hausenden Kreaturen entwischt sind. Doch die kleine Gruppe muss sich nicht nur damit herumschlagen: Die amerikanische Zauberer-Gemeinschaft und ihr oberster Ermittler Percival Graves (Colin Farrell) stehen der Zucht von magischen Tieren äußerst skeptisch gegenüber. Zu allem Überfluss versucht die fanatische Mary Lou (Samatha Morton) mit ihren Kindern, die Welt davon zu überzeugen, dass es Hexen und Zauberer wirklich gibt.

FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM

Präsidentin Picquery und der zwielichtige Graves

Rowling hat aus ihrem schmalen Buch eine Menge herausgeholt. Die Geschichte ist nicht minder komplex als in den großen literarischen Vorlagen, auch wenn bestimmte Gegebenheiten während des Films sehr praktisch für den übergreifenden Plot wirken. Voll zu Geltung kommt vor allem Rowlings Stärke, viele Themen nur kurz anzuschneiden, woraus ein riesiges Universum mit viel Interpretationsspielraum erwächst. Immer wieder werden bestimmte Geschehnisse angesprochen oder erwähnt, die den Fan aufhorchen lassen, oder sogar völlig neue Informationen liefern. Gerade der letztgenannte Punkt ist ein großer Bonus für „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“.

Frei vom Zwang der Bücher

Denn anders als bei den „Harry Potter“-Filmen können sich die Macher kreativ in diesem Franchise austoben, ohne einem vorgeschriebenen Pfad zu folgen. Dabei sorgt Regisseur David Yates dafür, dass sich alles nach „Harry Potter“ anfühlt – immerhin saß er bereits bei den letzten vier Filmen der Hauptreihe auf dem Regiestuhl. Doch etwas abseits wird viel freier mit dem Stoff umgegangen: Komponist James Newton Howard lehnt sich bei seiner Arbeit zwar an den kongenialen Stücken von John Williams an, versetzt diese aber immer wieder mit thematisch passenden Jazz-Klängen. Auch die Geschichte fühlt sich, trotz eines überlangen Finales und den angesprochenen praktischen Zufällen, frisch und neu, aber nie fremd an. Getragen wird das alles durch einen schüchtern-verhuschten Eddie Redmayne als sympathische Hauptfigur, dem jedoch Dan Fogler als nicht-magischer Sidekick das eine oder andere Mal die Show stiehlt.

FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM

Jacob ist mit der Gesamtsituation überfordert

Das Highlight bilden aber tatsächlich die titelgebenden Tierwesen. Früh sorgt ein Niffler, ein maulwurfsartiges Tier mit einer Vorliebe für glänzende und glitzernde Gegenstände, in einer Bank für die ersten Höhepunkte. Und sobald man den Protagonisten das erste Mal in den Koffer von Newt Scamander folgt, will man dort so schnell nicht mehr raus. Überall gibt es kleine Sachen zu entdecken, etwa winzige Insekten und übergroße Mistkäfer. Und sobald die großen Kreaturen auf den Plan treten, muss man vor der Abteilung für Computereffekte den Hut ziehen. Alle Tierwesen haben etwas Majestätisches an sich und bleiben nachhaltig in Erinnerung. Schade nur, dass diese Abschnitte jedes Mal so kurz sind, will man doch viel mehr das Innere des Koffers erkunden als ins graue New York zurückzukehren.

Schön, dass es dich gibt

Vermutlich hat niemand diesen Film gebraucht. Und dennoch ist es eine Wohltat, dass es ihn gibt. Denn auch wenn mit dem Harry-Potter-Theaterstück „The Cursed Child“ das nominell achte Buch hierzulande erhältlich ist, ist es toll zu sehen, was J. K. Rowling aus dem Stoff auf der Leinwand alles herausholen kann. So ist es zu verkraften, dass aus „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ wieder ein fünf Filme umspannendes Franchise gebaut werden soll. Der Grundstein wurde mit diesem Film gelegt und daraus lassen sich viele tolle, neue Geschichten erzählen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Johnny Depp und Eddie Redmayne sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM

Der Niffler sorgt für Ärger

Länge: 133 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them
GB/USA 2016
Regie: David Yates
Drehbuch: J. K. Rowling, nach ihrer eigenen Vorlage
Besetzung: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler, Alison Sudol, Samantha Morton, Colin Farrell, Carmen Ejogo, Ezra Miller, Jon Voight, Johnny Depp
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

Copyright 2016 by Matthias Holm

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2016 Warner Bros. Ent. All Rights Reserved.
Harry Potter and Fantastic Beasts Publishing Rights © JKR.

 
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Verfasst von - 2016/11/16 in Film, Kino, Rezensionen

 

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Geschwindigkeitsrausch mit Abstrichen: Getaway

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Gastrezension von Simon Kyprianou

Action // Der Plot von Courtney Solomons neuem Film „Getaway“ ist hauchdünn, nicht viel mehr als ein loses Gerüst, an dem sich der Film entlanghangelt. Es geht um einen Driver (Ethan Hawke), der mit der Hilfe eines jungen Computercracks (Selena Gomez) und einem getunten und mit Kameras ausgestatteten Ford Mustang für einen Verbrecher (John Voight) allerlei halsbrecherische Aufträge übernehmen muss – ständig unter der Beobachtung des Bösewichts. Der Schurke hat die Frau des Drivers entführt und kann ihn so unter Druck setzen.

Ethan Hawke ist wie immer gut, nur merkt man ihm hier die Unterforderung stark an, Selena Gomez ist mäßig und wurde zu Recht für die Goldene Himbeere nominiert. Klar, man sollte „Getaway“ nicht mit Sam Peckinpahs Klassiker von 1972 mit Steve McQueen verwechseln. Selbstverständlich kann man „Getaway“ Phrasen wie „platt“, „unsinnig“, „geistlos“ und „konstruiert“ nachwerfen und so wurde er auch von der Filmkritik größtenteils verrissen und floppte an den Kinokassen – man muss schon sagen: ein wenig zu Unrecht.

Mit dem Plot und der Charakterisierung der Figuren hält sich Courtney Solomon in seiner dritten Regiearbeit nach „Dungeons & Dragons“ (2000) und „Der Fluch der Betsy Bell“ (2005) nicht lange auf. Es gibt keine Exposition oder dergleichen, es geht einzig und allein um die Action, die halsbrecherischen Verfolgungsjagden durch die Straßen von Sofia (Bulgarien). Nicht einen Moment lang versucht der Film mehr zu sein als ein bloßer Actionfilm, nur darauf ist er konzentriert. Geschickt bindet er die Go-Pro-POV-Kameras, die vor allem bei den Verfolgungsjagten genutzt werden, in sein narratives Konzept ein und legitimisiert so deren Verwendung.

Getaway-4

Überall wo der Driver langkommt, regiert das Chaos

„Getaway“ ist ein Film, der sich nie entschleunigt, der niemals zur Ruhe kommt, der praktisch ohne Pause atemberaubende, höchst destruktive Verfolgungsjagten (beinahe) ohne computergenerierte Effekte inszeniert. Ein Film voller aufregender Kinetik und ungewohnt wilder Dynamik. Ein schöner Höhepunkt des gelungenen Konzepts ist eine lange schnittlose Verfolgungsszene gegen Ende des Films. „Getaway“ lässt einen durch seine ungebändigte Schnelligkeit doch staunen, so einen schönen Geschwindigkeitsrausch sieht man selten.

All das kann natürlich nicht über die großen und offensichtlichen Schwächen des Films hinwegtäuschen, aber es kann sie ein wenig relativieren und so bleibt „Getaway“ in seiner Gesamtheit trotz allem ein vornehmlich visuell interessanter Genrefilm für Freunde des Car-Chase- und Actionkinos.

Zur Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s hier.

Veröffentlichung: 25. April als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
USA/BUL 2013
Regie: Courtney Solomon
Drehbuch: Sean Finegan, Gregg Maxwell Parker
Besetzung: Ethan Hawke, Selena Gomez, Jon Voight, Rebecca Budig
Zusatzmaterial: B-Roll, Interviews, Featurettes
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Foto & Packshot: © 2014 Universum Film / Wild Bunch Germany

 

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