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Justice League – And Justice for All

Justice League

Kinostart: 16. November 2017

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Die erste richtig große Hürde für das große Superheldenuniversum von DC. 2013 mit „Man of Steel“ gestartet, konnten die Recken rund um den Mann aus Stahl ihren Kino-Konkurrenten von Marvel nicht das Wasser reichen. Auch wenn „Wonder Woman“ dieses Jahr ein erstes Ausrufezeichen war, die heiß erwarteten „Batman v Superman – Dawn of Justice“ und Suicide Squad“ waren keine guten Filme – auch wenn sie einiges an Geld eingespielt haben. Nun soll das Team-up bekannter Comic-Helden dem DC Extended Universe einen weiteren Sprung nach vorn verschaffen.

Diana und Bruce sammeln Rekruten

Die Welt ist in großer Gefahr. Nach den Ereignissen aus „Batman v Superman“ sieht der finstere Steppenwolf (Ciarán Hinds) seine Zeit gekommen. Er will die Erde zu einem Abbild seines Heimatplaneten machen und so alle Lebewesen unterjochen. Gegen diesen übermächtigen Feind kommt niemand allein an. So müssen Batman / Bruce Wayne (Ben Affleck) und Wonder Woman / Diana Prince (Gal Gadot) ein Team aus Superhelden zusammenstellen. Dabei treffen sie auf den Herrscher der Meere Aquaman (Jason Momoa), den enorm schnellen Flash / Barry Allen (Ezra Miller) und einen Cyborg (Ray Fisher), der früher auf den Namen Victor Stone hörte. Doch kann diese bunt zusammengewürfelte Truppe den Außerirdischen besiegen?

Joss Whedon unterstützt Zack Snyder

„Justice League“ ist einer der besseren Filme aus dem DCEU, so viel sei zur Beruhigung gesagt. Seine bewegte Geschichte merkt man dem Film allerdings schon an. Nach einem tragischen Vorfall in der Familie zog sich Regisseur Zack Snyder zurück. Seinen Job in der Postproduktion übernahm Joss Whedon, der bereits den „Avengers“ seinen Stempel aufdrückte und auch hier einige Nachdrehs anberaumte. Diese beiden Männer haben unterschiedliche Herangehensweisen an die Superheldenstoffe, die nun beide im Film zu finden sind. Snyders Zeitlupen-Ästhetik mit pathetischen Dialogen passen allerdings besser als erwartet zu Whedons trockenem Humor, sodass Anhänger beider Lager zufrieden sein dürften.

Flash ist blitzschnell

Sein größtes Problem hat „Justice League“ bei den Figuren. Der Film muss drei Figuren etablieren, die den Nicht-Comic-Lesern höchstens aus dem Fernsehen bekannt sind. Und auch wenn Cyborg, Flash und Aquaman durchaus schöne Auftritte spendiert bekommen – ein richtiges Gespür für ihre Charaktere bekommt man nie. Hier ist Flash als überforderter Teenie noch am einfachsten zuzuordnen. Man freut sich förmlich, altbekannte Gesichter zu sehen, auch wenn sowohl Batman als auch Wonder Woman in dem Ensemble untergehen.

Ist das jetzt die Justice League?

So geht das Team-up dann auch gehörig baden. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sich jetzt gerade die Justice League geformt hat. Gerade das Finale wirkt sehr aufgeteilt, nicht wie eine homogene Teamleistung. Das ist schade, gibt es doch bei allen gute Ansätze. Aber darüber geht der Film eben nie hinaus.

Cyborg ist zum Kampf bereit

Auch die Geschichte selbst ist absolut uninspiriert. Bösewicht will die Welt erobern, benötigt dafür besondere Objekte und so weiter und so fort. Es gibt den einen oder anderen Haken, der geschlagen wird und noch nicht aus den Trailern ersichtlich war – man hat wohl aus dem negativen Feedback zu „Batman v Superman“ und „Suicide Squad“ gelernt –, doch das reicht nicht, um von den blassen Figuren abzulenken. Gerade Steppenwolf als Antagonist ist lediglich dazu da, um Prügel auszuteilen oder einzustecken, mehr Szenen sind ihm nicht gegönnt.

Immerhin kein völliges Desaster

„Justice League“ krankt an zu vielen Dingen, um den Film wirklich als gut zu bezeichnen. Dennoch ist er kein völliges Desaster. Es gibt schöne Fan-Service-Momente, wie das Einspielen der alten Batman- oder Superman-Melodie, das CGI ist nicht ganz so schlimm wie nach den Trailern vermutet und hin und wieder darf sogar ein flotter Spruch losgelassen werden. Doch am Ende macht das den Film einfach nur egal – was vielleicht schlimmer ist, als wenn er schlecht wäre.

Aquaman, Herr der Meere

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Zack Snyder sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Amy Adams und/oder Jeremy Irons unter Schauspielerinnen bzw. Schauspieler.

Die Justice League vereint

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Justice League
USA 2017
Regie: Zack Synder
Drehbuch: Chris Terrino, Zack Snyder, Joss Whedon
Besetzung: Ben Affleck, Gal Gadot, Jason Momoa, Henry Cavill, Amy Adams, Connie Nielsen, Robin Wright, Ezra Miller, Ray Fisher, Ciarán Hinds, Diane Lane, Jeremy Irons, J. K. Simmons, Jesse Eisenberg, David Thewlis, Billy Crudup, Amber Heard, Joe Morton
Verleih: Warner Bros. Entertainment GmbH

Copyright 2017 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Warner Bros. Entertainment GmbH

 

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The Cabin in the Woods – Hütten-Horror auf die Spitze getrieben

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The Cabin in the Woods

Von Matthias Holm

Horror // Um eine Sache von vornherein klarzustellen: Niemand sollte den folgenden Text lesen, bevor man „The Cabin in the Woods“ gesehen hat. Da ich mich hier an einem Interpretationsansatz versuche, ist die zuvor erfolgte Sichtung Voraussetzung, weil Ihr euch ansonsten dank einiger Spoiler in meinem Text um einige Überraschungen bringt. Davon ganz abgesehen, ist es ein fantastischer Horror-Film, den man unbedingt gesehen haben sollte. Also minimiert dieses Fenster, schiebt euch den Film rein und kommt später wieder.

Fertig? Dann los.

College-Kids + Hütte im Wald = gar nicht gut

Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick wie ein absolut generischer Horrorfilm: Eine Gruppe von College-Studenten macht in der titelgebenden entlegenen Hütte im Wald Urlaub. An einem feucht-fröhlichen Abend finden die hübschen jungen Leute einen geheimen Keller, voll mit merkwürdigen Artefakten. Als Dana (Kristen Connolly) eine bestimmte Stelle aus einem Tagebuch zitiert, erhebt sich plötzlich eine Zombiefamilie aus ihren Gräbern und fängt an, die Gruppe zu dezimieren.

Doch etwas ist von Anfang an anders als in üblichen Backwoods-Horrorstreifen: Immer wieder werden Szenen eingestreut, die Wissenschaftler zeigen. Von einem unterirdischen Komplex aus überwachen sie das Geschehen auf Schritt und Tritt und scheinen dabei einen Plan zu verfolgen.

From left to right: Curt (Chris Hemsworth), Holden (Jesse Williams), Jules (Anna Hutchison), Marty (Fran Kranz) and Dana (Kristen Connolly) in THE CABIN IN THE WOODS.

Noch leben alle Studenten

Bleiben wir vorerst auf der offensichtlichen Ebene. „The Cabin in the Woods“ ist ein hervorragend geschriebener Horrorfilm mit stark humoristischem Einschlag – kein Wunder, hat Drew Goddard das Drehbuch doch gemeinsam mit „Avengers“-Mastermind Joss Whedon verfasst. Dabei kommen beide Seiten nicht zu kurz: Sobald die Zombie-Redneck-Folter-Familie – etwas komplett anderes als gewöhnliche Zombies – Jagd auf ihre Opfer macht, fliegen ordentlich die Fetzen. Zuvor sorgen vor allem Marty (Fran Kranz) – der Drogenkonsument und obligatorische Außenseiter der Gruppe – und die Wissenschaftler Sitterson (Richard Jenkins) und Hadley (Bradley Whitford) für gut gesetzte Witze, die nur im ersten Augenblick absurd wirken. Wenn dann im so blutigen wie exzessiven Finale im geheimen Forschungslabor beide Teile ineinandergreifen, steht einer ausgelassenen Horrorparty nichts mehr im Wege. Doch der Film bietet viel mehr.

Drew Goddard, der vor „The Cabin in the Woods“ unter anderem als Drehbuchschreiber für die Whedon-Serien „Buffy“ und „Angel“, sowie dem Found-Footage-Film „Cloverfield“ in Erscheinung trat, ist mit seinem Regiedebüt ein kleines Meisterstück gelungen. Denn man muss gar nicht allzu genau hinsehen, um zu merken, dass es bei „The Cabin in the Woods“ nicht um das bloße Widerkäuen abgestandener Klischees geht. Wir haben es vielmehr mit einem Meta-Kommentar zu tun, der nicht nur das Horrorgenre reflektiert, sondern auch dessen Konsumenten.

Die Realität Horrorfilm

Wer sich in der Realität von „The Cabin in the Woods“ befindet, lebt in einem Horrorfilm. Das bestätigen die Figuren selbst, an einer Stelle sagt die Chemikerin Lin (Amy Acker), die Monster seien nicht aus Albträumen entsprungen, sondern der Grund, weswegen man überhaupt Albträume hat – in dieser Welt sind Monster real. Dabei gibt es eine Regel – und nun spoilere ich massiv:

Denkt dran: Wer hier ohne vorherige Sichtung des Films weiterliest, ist selbst schuld!

Damit die sogenannten „Alten“ nicht wieder auferstehen und die Welt zerstören, muss die Menschheit regelmäßig Opfer bringen. Dafür sind die angesprochenen Wissenschaftler zuständig, wobei jedes Land eine eigene Abteilung hat. Das Ritual der Opferung in den USA, dem die Zuschauer beiwohnen, folgt dabei der Regel, dass die Opfer in einer bestimmten Reihenfolge dran glauben müssen. Hier haben wir auch schon den ersten Hinweis zu Entschlüsselung des Ganzen. Denn die Jungspunde, die dahingerafft werden, entsprechen bestimmten Archetypen des Horrorgenres: die Hure, der Narr, der Sportler, der Gelehrte und die Jungfrau, wobei der Tod der Letztgenannten optional ist – „Final Girls“ haben ja eine Existenzberechtigung. Kommt das jemandem bekannt vor? Immerhin gibt es wissenschaftliche Abhandlungen über das Final Girl und den unausweichlichen Tod von Figuren, die sich während eines Horrorfilms außerehelicher Unzucht hingeben. Sex kills!

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„Guten Tag, wir wollen mit ihnen über Gott und die Welt reden.“

Dieses Ritual lässt sich also hervorragend in unsere Welt übertragen, die Figurenkonstellation der Protagonisten ist uns wohlbekannt, ähnlich wie das Setting mit der Hütte im Wald – die Anleihen beim jüngst vom Index gestrichenen „Tanz der Teufel“ sind offensichtlich. Einen weiteren Aspekt bringen die Wissenschaftler Hadley und Sitterson ins Spiel. Sie erklären dem unwissenden Wachmann Truman (Brian White) die Regeln der Welt, in der sie leben, und damit auch uns Zuschauern. Außerdem lenken sie das Geschehen, sorgen dafür, dass die Opfer die – je nach Ansichtsweise – richtigen oder falschen Entscheidungen treffen. Wenn man also davon ausgeht, dass „The Cabin in the Woods“ eine Art wahr gewordenes Horror-Universum darstellt, macht sie das zu den Regisseuren des Films, in denen den Studenten lediglich die Aufgabe zukommt, draufzugehen.

Ach – deshalb verhalten die sich immer so doof!

Diesen Umstand nutzt Goddard immer wieder für kluge Blicke auf das Genre. Am offensichtlichsten ist es beim klassischen „Wir müssen uns aufteilen“-Fehler. Eigentlich verhält sich die Gruppe nach dem Zombie-Redneck-Folter-Familien-Angriff durchaus klug und beabsichtigt, zusammenbleiben, doch Hadley und Sitterson funken dazwischen und zwingen die Gruppe zu irrationalen Entscheidungen. Anderes überlassen sie den Protagonisten ihres Films selbst: Diese ignorieren etwa die Warnungen des Tankwarts Mordecai (Tim DeZarn), und sie treffen in dem geheimnisvollen Keller selbst die Wahl, wie sie zu Tode kommen – ohne es zu ahnen, versteht sich. So verhalten sich die potenziellen Opfer eines Horror-Streifens, sie dürfen nicht von der Norm abweichen. Doch wieso eigentlich nicht? Gerade Hadley scheint während des Films immer wieder Reue zu zeigen und wünscht Dana sogar, dass sie überlebt.

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Sitterson, Lyn und Hadley (v. l.) wohnen dem Massaker als stille Beobachter bei

Wer aber sind die Alten, von denen immer wieder geredet wird und die am Ende so imposant auftauchen, in dieser Rechnung?

Ganz einfach: die Zuschauer. Wir sind der Grund dafür, dass diese Art Film existiert, denn wenn sie nicht mehr gesehen werden, gibt es sie logischerweise irgendwann nicht mehr. Gehen wir doch zurück in unsere Realität. Man braucht nur in einen Elektrofachmarkt des Vertrauens im Horrorregal zu stöbern und wird eine Menge Filme finden, von denen man nie gehört hat – Blog-Betreiber Volker rezensiert diese B-Schinken ja regelmäßig. Viele von ihnen bedienen sich der altbewährten Schemata und Stereotypen. Das ist aus Sicht der Produzenten und Publisher nicht falsch, es befriedigt den Durst der Fans. Folgt ein Werk mal nicht den ausgetretenen Pfaden, reagieren Horrorfans schnell ungehalten. Man braucht nur das Internet nach Meinungen zu solch außergewöhnlichen Filmen wie „Der Babadook“, „The Witch“ und „It Follows“ durchsuchen, um ein paar Beispiele der jüngsten Vergangenheit zu nennen. Da wird dann unreflektiert und pauschal draufgehauen; differenziert begründen kann die Mehrheit ihre Meinung nicht – will sie auch nicht, denn wäre das ehrlich, müsste man seine eigenen Limitierungen einräumen. Vielen reicht es als Kritik, ein „Der ist Rotz“ rauszuhauen – eine gern genommene Wortwahl.

Und hier schlagen wir den Bogen zurück zu den Alten.

Das erste Mal treten diese nämlich in Erscheinung, nachdem der Narr Marty für tot befunden wurde. Während wir bei allen anderen Figuren die Sterbeszenen deutlich zu sehen bekommen, wird Martys Ableben nicht gezeigt. Wie wir etwas später erfahren, liegt das einfach daran, dass er sich gegen seine Angreiferin zur Wehr setzt und überlebt. Doch die Alten/Zuschauer lassen sich nicht für dumm verkaufen – obwohl die Wissenschaftler/Regisseure ihnen weismachen wollen, die Figur sei tot, wissen sie es besser. Auch das Ende spricht für diese Theorie: Obwohl die Leiterin des Projekts (wunderbarer Gastauftritt: Sigourney „Ripley“ Weaver) noch versucht, alles geradezurücken, überleben am Ende zwei Figuren das Gemetzel. So ist die Norm gebrochen, der Zuschauer ist unzufrieden, ihm gefällt der Film nicht und er vergisst ihn. Im Falle von „The Cabin in the Woods“ wird dies deutlich drastischer dargestellt – wird ein Film nicht geschaut, wird er eben zerstört, was hier durch die Auferstehung der Alten symbolisiert wird, die das Ende der Welt zur Folge haben wird.

Gegen die Vorhersehbarkeit

So schließt sich der Kreis. Sitterson und Hadley tun ihre Aufgabe, weil sie sie tun müssen – sie begleiten Menschen auf die Schlachtbank, nur damit die Alten Ruhe geben. Dabei bedienen sie sich Tricks und Kniffen, bei denen man sich als Zuschauer immer gefragt hat, wieso die in Horrofilmen so häufig vorkommen. Sobald man allerdings von dieser Routine abweicht, dann ist es auch wieder nicht richtig. Damit prangert Drew Goddard die Vorhersehbarkeit an, die so vielen Horrorfilmen anhaftet – häufig weiß man ab dem Start, wer sterben und wer überleben wird. Und mit diesem Punkt im Hinterkopf hat er einen der wohl unvorhersehbarsten und besten Horrorfilme dieser Generation geschaffen.

Dies ist nun eine Interpretation, die sich allerdings im Ganzen erst nach der x-ten Sichtung dieses Films gefestigt hat. Und genau das ist das Herausragende an „The Cabin in the Woods“. Wenn man als Zuschauer auf all die kleinen Feinheiten achtet, wird man belohnt. So steht zum Beispiel auf der Tafel, die die Wissenschaftler für ihre Monsterwetten benutzen, auch einfach nur der Name „Kevin“. Auch der gesamte Meta-Kommentar auf die Vorhersehbarkeit des Genres wird dem Zuschauer zwar deutlich gezeigt, doch nie driftet der Film in prätentiöses Kunstfilm-Getue ab. So kann man sich „The Cabin in the Woods“ anschauen, wenn man auf anspruchsvollen Horror steht – oder man schiebt ihn in den Player, weil man nur sehen will, wie ein Mann von einem Einhorn aufgespießt wird, um nur eine Szene des fulminanten Finals zu artikulieren. Wehe, wenn sie losgelassen!

Fran Kranz stars as ‘Marty’ in THE CABIN IN THE WOODS.

Kreative Verteidigungsmöglichkeit

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Chris Hemsworth haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 1. Februar 2013 als Blu-ray und DVD, 20. November 2015 als Blu-ray und DVD im Doppelpack mit „Tucker & Dale Vs. Evil“

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Cabin in the Woods
USA 2012
Regie: Drew Goddard
Drehbuch: Joss Whedon, Drew Goddard
Besetzung: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Anna Hutchinson, Fran Kranz, Jesse Williams, Richard Jenkins, Bradley Whitford, Brian White, Amy Acker
Zusatzmaterial: Interactive Experience, We Are Not Who We Are – Making The Cabin in the Woods, An Army Of Nightmares – Make-up & Animatronic Effects, The Secret Secret Stash – Marty’s Stash, Hi, My Name is Joss and I’ll Be Your Guide, Wondercon Q&A, Trailer
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Matthias Holm

Fotos, Packshot & Trailer: © 2012 Universum Film

 
 

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Avengers – Age of Ultron: Fanboy-Herz, was willst du mehr?

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The Avengers – Age Of Ultron

Kinostart: 23. April 2015

Von Matthias Holm

Fantasy-Action // Da ist sie wieder: diese Anspannung, die ich auch bei meiner allerersten Pressevorführung gespürt habe. Was würde mich erwarten? Ist der Hype im Internet gerechtfertigt? Dann hebt sich der Vorhang: „Avengers – Age of Ultron“ läuft über die Leinwand.

Ultron gegen die Avengers

Nach einer Schlacht gegen Baron von Strucker (Thomas Kretschmann) können die Avengers endlich das Zepter von Loki (Tom Hiddleston) sicherstellen. Als Tony Starks (Robert Downey jr.) Computer Jarvis im Zepter einen außerordentlich fortgeschrittenen Computer entdeckt, kommen dem klugen Millionär und Bruce Banner (Mark Ruffalo) die Idee: Mit dieser Technologie kann man das Ultron-Projekt vollenden, einen weltweit agierenden Friedens-Roboter. Doch das Experiment geht nicht den gewünschten Gang: Ultron (Stimme: James Spader) erwacht mit einer tierischen Wut im metallenen Bauch. Denn um die Erde zu retten, müssen in seinen Augen die Avengers sterben …

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Was hat Tony bei Ultron falsch gemacht?

Ich fange, bevor ich mich in einem Fanboy-Erguss auslasse, kurz mit den Fehlern des Films an. Gerade das Drehbuch könnte ein wenig geschliffener sein. Meist wirkt der Kampf der wohl stärksten Eingriffstruppe der Welt gegen den missmutigen Roboter wie ein alter Bond-Film. Die Avengers reisen von Ort zu Ort, stets schön bebildert, doch hat man eher selten das Gefühl, dass dies wirklich Sinn ergibt.

Ultron könnte ein stärkerer Schurke sein

Auch ist Ultron leider nicht der erhoffte super Bösewicht. Zwar ist er neben Loki der wohl beste Gegenspieler der Marvel-Filme – das war nach den bisherigen Schurken allerdings auch nicht schwer. Er stellt auf jeden Fall eine Gefahr für die Rächer da, auch wenn diese mit ihm regelmäßig den Boden aufwischen. Doch Ultron hat Zugang zum Internet – und kann sein Bewusstsein in ziemlich alles Mechanische dieser Welt projizieren. Warum er das nicht mit den Iron-Man-Anzügen macht? Das bleibt lange ein Geheimnis.

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Der ist nämlich stocksauer

Nun geht es los – ich fange mit dem Offensichtlichen an: Im ersten Avengers-Film war die Schlacht um New York eine einzige Action-Orgie. Der Film hatte vorher gute Sequenzen, der Kampf gegen die Chitauri toppte aber alles. In „Avengers – Age of Ultron“ gibt Drehbuchautor und Regisseur Joss Whedon von Anfang an die Marschrichtung vor. Allein der Kampf gegen die Armee des Barons von Strucker ist atemberaubend und könnte in jedem anderen Film als Finale dienen.

Sensationelle Action mit Überraschungen

Der Film ist Bombast in Reinform. Hier explodiert etwas, dort wird sich geprügelt – da ist es nur Ehrensache, dass „Avengers – Age of Ultron“ die wohl beste Action-Sequenz des Jahres ungefähr in der Mitte seiner über zweistündigen Laufzeit hat. Seid euch sicher: Selbst wenn Ihr alle Trailer verschlungen habt, gibt es immer noch tolle und überraschende Szenen.

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Gutes Team: der Captain und Thor

Dafür sorgt vor allem der Whedon-typische Humor. An Stellen, bei denen man es nicht vermuten würde, kommt plötzlich ein trockener Kommentar oder eine Slapstickeinlage, was zu absurder Situationskomik führt. Ein fast schon legendäres Beispiel aus „The Avengers“: Hulk, der Thor (Chris Hemsworth) wie aus dem nichts einfach aus dem Bild schlägt. Diese Szene wird sogar zitiert – in großartiger Weise.

Mehr Zeit für Hawkeye

Whedon gelingt es, all seine Helden gekonnt einzusetzen. Gerade Hawkeye (Jeremy Renner), der aufgrund des Plots im ersten Film eine eher untergeordnete Rolle spielte, bekommt angenehm viel Leinwandzeit. Das benutzt Whedon gegen Ende zwar für einen Taschenspieler-Trick, der sei ihm allerdings verziehen. Auch ist es schön zu sehen, wie sich die Rächer als Team entwickelt haben.

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Quicksilver (hinten) kommt seiner Schwester zur Hilfe

Gerade das Teamwork von Captain America (Chris Evans) und Thor führt zu einigen tollen Choreographien. Und dennoch spürt man, dass es unter der Oberfläche brodelt. Gerade bei Captain America und Iron Man merkt man deutlich, dass der „Civil War“ bevor steht. Außerdem sieht man bereits Andy Serkis als Ulyssus Klaw. Comic-Kennern bereits ein Begriff, sollte kurz erklärt sein, dass Klaw ein Widersacher von Black Panther ist – ein weiterer Marvel-Film, den die Zukunft bringen wird.

Elizabeth Olsen stark als Scarlet Witch

Auch die Neuzugänge fügen sich nahtlos ins Geschehen ein. Gerade die von Eilzabeth Olsen gespielte Scarlet Witch rückt sehr in den Mittelpunkt – gelegentlich könnte man meinen, sie sei die eigentliche Antagonistin des Films. Dagegen fällt Aaron Taylor-Johnson ein wenig ab, doch auch er bekommt tolle Sprüche und genügend Szenen auf den schnellen Leib geschrieben, um jede Szene mit ihm zum Genuss zu machen.

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Was beunruhigt die mächtigsten Helden der Welt?

So, genug gelobt. Auch wenn es kleinere Logiklöcher gibt und man sich vielleicht mehr vom Gegenspieler erhofft hatte, ist „Avengers – Age of Ultron“ genau der Blockbuster, den sich Comic-Nerds erhofft hatten. Witzige Sprüche, grandiose Action und ein gutes, weil ein Filmuniversum veränderndes Ende – Fanboy-Herz, was willst du mehr?

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Hawkeye in Aktion

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Scarlett Johansson sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Paul Bettany, Robert Downey Jr., Idris Elba, Chris Evans, Chris Hemsworth, Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Thomas Kretschmann und Jeremy Renner in der Rubrik Schauspieler.

Länge: 142 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Avengers – Age of Ultron
USA 2015
Regie: Joss Whedon
Drehbuch: Joss Whedon
Besetzung: Robert Downey jr., Chris Hemsworth, Mark Ruffalo, Chris Evans, Scarlett Johansson, Jeremy Renner, Tom Hiddleston, Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, James Spader, Samuel L. Jackson, Thomas Kretschmann, Idris Elba, Linda Cardellini, Hayley Atwell, Paul Bettany, Andy Serkis, Stellan Skarsgård, Don Cheadle, Cobie Smulders
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2015 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH / Marvel

 

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