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FFC – Female Fight Club: Immer diese brutalen Frauen!

Female Fight Club

Von Volker Schönenberger

Martial-Arts-Action // Einst gehörte Becca (Amy Johnston) zu den besten unter den illegalen Straßenkämpferinnen von Las Vegas. Doch vor Jahren beendete sie ihre Laufbahn und fing in Los Angeles ein neues Leben an. Seitdem arbeitet sie in einem Tierheim. Als sie dort eines Tages zwei Grobiane in die Schranken weist, wird das gefilmt. Der YouTube-Clip erhält große Klickzahlen, so wird Beccas Schwester Kate (Cortney Palm) auf sie aufmerksam – die beiden hatten einander einige Jahre nicht gesehen. Kate hat Schulden bei unangenehmen Menschen und nötigt Becca, für sie wieder mit dem Kämpfen zu beginnen. Ihr Vater Holt (Dolph Lundgren) sitzt wegen Mordes im Knast. Einstweilen trainiert Becca ihre Schwester und drei weitere Kämpferinnen, doch bald kommt es für das Quintett dicke.

Amy Johnston – Stuntfrau und Kampfsport-Ass

Ihren Hang zum Kampfsport bekam Amy Johnston wohl in die Wiege gelegt – sie ist die Tochter des mehrfachen Kickbox-Weltmeisters David Johnston. Im Filmgeschäft hat sie sich als Stuntdouble einen Namen gemacht, wirkte in dieser Funktion unter anderem in „The Return of the First Avenger“, „Deadpool“ und „Suicide Squad“ mit. Auch als Schauspielerin hat sie Fuß gefasst, wie Rollen in „Raze – Fight or Die“ und „Lady Bloodfight“ belegen.

Becca kehrt in ihr altes Leben zurück …

Und so lebt „FFC – Female Fight Club“ auch in erster Linie von der Präsenz und den Kampfkunst-Fertigkeiten Amy Johnstons. Leider sind die Kämpfe allesamt recht kurz ausgefallen, immerhin kommen sie ohne allzu viele Schnitte aus und sind anständig choreografiert. Die Handlung verläuft in schablonenhaften Bahnen, wie man sie aus vielen Actionfilmen um illegale Fights kennt. Regisseur Miguel A. Ferrer fehlt in seinem ersten Langfilm das Händchen, um eine auf einen Höhepunkt und finalen Fight hinauslaufende Atmosphäre zu erschaffen. Auch das etwas dünne Sounddesign trägt nicht dazu bei. Schade um die Endgegnerin Claire the Bull (Michelle Jubilee Gonzalez), die dadurch unter Wert in Erscheinung tritt.

Dolph Lundgren als Zugpferd

Bleibt das Dolpherl. Das schwedische Kampfpaket Dolph Lundgren sehe ich immer wieder gern. Erwartungsgemäß dient er in „FFC – Female Fight Club“ in erster Linie als Name auf dem Cover. Seine Rolle als Beccas und Kates Vater ist für den Verlauf der Handlung völlig unbedeutend. In der ersten Stunde hat er gerade mal zwei Szenen – eine zu Anfang, die ihn in den Knast bringt, sowie eine, in der er aus dem Gefängnis mit Becca telefoniert. Später darf er dann auch mal die Muskeln spielen lassen, auch der Fight im Knast hat keinerlei Bedeutung für die Story. Obendrein sieht man ihm gerade im Vergleich mit den Frauenkämpfen an, dass Lundgren nicht mehr der Jüngste ist – es wurden sichtlich mehr Schnitte gesetzt. Gegen Ende darf eine Enthüllung das Vater-Tochter-Verhältnis beleuchten, sie war aber lange vorher zu erahnen.

… und fängt als Trainerin an

Wer sich ohnehin jeden Actionfilm mit illegalen Fights anschaut, darf ruhig ein Auge riskieren. Da haben wir schon miesere Machwerke gesehen, und vor Originalität strotzt dieses Actionsegment sowieso nicht. Als Pluspunkt sei gewertet, dass wir es nicht mit Fleischbeschau zu tun haben. Die Kämpferinnen sind so leicht bekleidet, wie Kämpferinnen es nun mal sind, übermäßigen Sexismus kann man „FFC – Female Fight Club“ nicht vorwerfen. Letztlich setzt der Streifen aber keinerlei Impulse und wird alsbald der Vergessenheit anheimfallen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dolph Lundgren sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 2. Januar 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 87 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Female Fight Club
USA 2016
Regie: Miguel A. Ferrer
Drehbuch: Anastazja Davis, Miguel A. Ferrer
Besetzung: Dolph Lundgren, Amy Johnston, Cortney Palm, Rey Goyos, Sean Faris, Chuck Zito, Shaun Brown, Levy Tran, Folake Olowofoyeku, Michelle Jubilee Gonzalez, Jeanette Samano, Briana Marin
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label/Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 

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Fist of God – Sie werden für seine Sünden büßen: Prügelstrafe vom Erlöser

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Redeemer

Von Volker Schönenberger

Action // „Kiltro“, „Mandrill“, „Mirageman Kicks Ass“ – der chilenische Kampfsportler Marko Zaror hat bereits einige Hauptrollen in seiner Filmografie stehen, auch wenn die Filme international ein wenig unter dem Radar liefen. Sie sind aber immerhin bei uns auf Blu-ray und DVD erhältlich – und wie „Fist of God“ vom chilenischen Regisseur Ernesto Díaz Espinoza inszeniert. 2010 gab Zaror den Gegner von Scott Adkins in „Undisputed 3 – Redemption“, 2013 ergatterte er einen durchaus erwähnenswerten Part in „Machete Kills“.

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Der Skorpion (l.) treibt ein böses Spiel

„Fist of God“ ist angetan, Zaror weitere Aufmerksamkeit zu bringen. Laut seiner Internetseite ist der Kickboxer und Taekwondo-Kämpfer inspiriert von Bruce Lee, Jackie Chan und Jean-Claude Van Damme – nicht die schlechtesten Vorbilder. Seine Körperbeherrschung und Dynamik in „Fist of God“ erinnern an Jason Statham.

Kniet nieder und bekennt eure Sünden!

Zaror spielt den wortkargen Pardo mit Schlabberkapuzenpulli, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Armen und Schwachen vor Verbrechern zu beschützen. Das tut er vornehmlich, indem er die Halunken auffordert, niederzuknien und ihre Sünden vor Gott zu bekennen. Der Bitte kommt kaum mal einer nach – tatsächlich niemand –, was zuverlässig zu handfesten Auseinandersetzungen führt.

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Der Erlöser …

Im Verlauf des Films erfahren wir, dass Pardo ein ehemaliger Auftragskiller ist, der ganz besonders seine früheren Brötchengeber auf dem Kieker hat. Ein traumatisches Erlebnis ließ ihn sein Tun überdenken und in einer andere Richtung lenken. Nun agiert er eben als Faust Gottes und „Erlöser“ – „Redeemer“ lautet dann auch der Originaltitel des Films.

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… langt kräftig zu …

Über das religiöse Motiv lässt sich streiten, der Psychologisierungs-Weisheit letzter Schluss ist das nicht gerade, aber es dient ja in erster Linie als Aufhänger für Kampfsport-Action, und die bekommen wir nicht zu knapp geboten. Ein paar Schießereien sind auch dabei. Was will man mehr? Hin und wieder wird sogar etwas gesplattert. Der Haken im Gesicht sieht schmerzhaft aus. Dass mit einem solchen Film letztlich Selbstjustiz propagiert wird – geschenkt. Wir müssen nicht alles ernst nehmen.

Erlöser gegen Skorpion

Ein Antagonist kommt auch zum Zuge: Der Skorpion (Jose Luis Mosca) wird früh als wirklich bösartig eingeführt und hat es sich zum Ziel gesetzt, den Erlöser ins Jenseits zu befördern. Das läuft auf eine finale Konfrontation hinaus. Zwischendurch mischt der Erlöser die Schergen des US-Drogengangsters Bradock (Noah Segan) auf, der Chile mit seinem Stoff überschwemmen will.

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… und schleppt Schurken ab

„Von den Produzenten von ,The Raid‘“ prangt auf dem Cover des Film. Schauen wir mal: „The Raid“ hat sechs Produzenten, „Fist of God“ deren neun. Mit Nate Bolotin und Todd Brown gibt’s immerhin zwei Überschneidungen. Manche Filme kommen mit einem Produzenten aus. Was machen neun? Da liegt der Verdacht nahe, dass der eine oder andere womöglich nur deshalb auf der Produzentenliste gelandet ist, damit man solche Sätze aufs Cover schreiben kann. „The Raid“ bleibt natürlich unerreicht, aber wer knackiger und harter Martial-Arts-Action etwas abgewinnen kann, macht mit „Fist of God“ nichts falsch. Ab und zu übertreibt Espinoza es ein wenig mit den Zeitlupen, dennoch: Der Film weckt die Lust, die drei früheren Kollaborationen zwischen Regisseur und Hauptdarsteller zu sichten. Marko Zaror kann man im Auge behalten.

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Auch umzingelt ist er keineswegs hilflos

Veröffentlichung: 4. Januar 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Spanisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Redeemer
CHL/USA 2014
Regie: Ernesto Díaz Espinoza
Drehbuch: Ernesto Díaz Espinoza
Besetzung: Marko Zaror, José Luís Mósca, Loreto Aravena, Mauricio Diocares, Noah Segan,
Zusatzmaterial: Making-of, Deleted Scenes, deutscher Trailer, englischer Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2015 Tiberius Film

 
 

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Das unbesiegbare Schwert des Shaolin – Fliegende Messer und goldene Kettenhemden

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To ching chien ko wu ching chien

Gastrezension von Matthias Holm

Eastern // Hätte es das Shaw Brothers Studio nicht gegeben, wer weiß, ob man hier im Westen Martial-Arts-Filme kennen würde. Die Filme aus dem Studio, das in Hongkong seinen Ursprung hatte, lösten auf dem westlichen Markt eine Begeisterung für asiatische Kampfkunst-Filme aus, die bis heute anhält. Nun sind in der „Shaw Brothers Collection“ vier von ihren Filmen in einer Blu-ray-Box erschienen – eine wudnerbare Nachricht für Fans, da es die Filme bisher nur auf VHS zu kaufen gab. Um einen Einblick in das Schaffen der Shaw Brothers zu bekommen, habe ich mir daraus „Das unbesiegbare Schwert des Shaolin“ angeschaut.

Le Huan (Lung Ti), besser bekannt unter dem Namen „Das fliegende Messer“, kehrt nach zehn Jahren zurück in seine Heimatstadt. Hier löst ein rotes Bündel eine Lawine an Ereignissen aus. Darin befindet sich das goldene Kettenhemd des sagenumwobenen Verbrechers Mei Hua, welches ihn unbesiegbar machte. Durch eine perfide Intrige wird Le Huan selbst für den feigen Mörder Hua gehalten. Nun muss er, um sein Leben zu retten und seine Ehre zu bewahren, den wahren Mei Hua finden und zur Strecke bringen.

Kurzauftritte und schnelle Abgänge

„Warum kämpfen diese Männer?“ „Ich habe keine Ahnung.“ Dieses Zitat fasst meine Gedanken während der Sichtung des Films ideal zusammen. Während des gesamten Films werden beinahe willkürlich immer wieder neue Figuren vorgestellt, nur damit sie nach spätestens fünf Minuten in der Versenkung verschwinden und nie wiederkommen oder einfach getötet werden. Wer mehr als diese fünf Minuten Screentime hat, wird später noch eine wichtige Figur in der Geschichte.

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Streit am Lagerfeuer: Le Huan (3. v. r.) versucht zu schlichten

Die ist allerdings in genau dem selben wahnwitzigen Tempo gehalten, in dem die neuen Figuren auftauchen. Hier überschlagen sich Ereignisse, Intrigen kommen in Fahrt und Leute werden verschiedener Verbrechen bezichtigt, dass dem Zuschauer der Kopf schwirrt. Allerdings ist das auch gut so. Denn in der Mitte des Films nimmt er sich einige Szenen Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Hier merkt man, dass es genau diese Geschwindigkeit ist, die den Film so unterhaltsam macht.

Dem Tempo entsprechend gibt es zahlreiche Kämpfe. Dabei wird das komplette Waffenrepertoire des Martial-Arts-Films benutzt: Lange Stäbe, Gifte, Nadeln, Schwerter, Fächer (!) – nichts ist unbrauchbar, wenn es um das Verletzen und Töten von Kämpfern geht. Ein kleines Manko habe ich allerdings: Mehr als einmal fällt es auf, dass die ansonsten großartigen gefilmten Kämpfe hinter einem Busch oder ähnlichen Hindernissen weiter verlaufen, sodass man als Zuschauer schnell das Geschehen aus den Augen verliert.

Theaterhafte Inszenierung

Aber auch das ist vermutlich gewollt. Der gesamte Film wirkt nämlich ein wenig wie eine Theateraufführung. Dies kann damit zusammenhängen, dass er inzwischen knappe 37 Jahre auf dem Buckel hat, aber sämtliche Sets sehen wie in einem Theater aus, mit viel Liebe zum Detail dekoriert. Und um meinen kleinen Kritikpunkt an den Kämpfen aufzugreifen: Bei einer Theateraufführung kann der Zuschauer auch nicht immer alles sehen.

Gelungene Umsetzung auf Blu-ray

Die Blu-ray-Fassung ist übrigens sehr zu empfehlen. Einzig die Soundeffekte, wie das Aufprallen von Stahl auf Holz, waren an wenigen Stellen asynchron. Ansonsten ist der Ton gut geworden, das Bild sieht sogar ganz wunderbar aus – man kann bei den älteren Figuren beinahe die Falten im Gesicht zählen.

„Das unbesiegbare Schwert des Shaolin“ ist kein Film, den man sich wegen der bewegenden Story anschaut. Vielmehr setzt man sich am besten mit ein paar Freunden zusammen, redet ein wenig über seinen Tag und lässt sich einfach von den wunderbaren Kämpfen mitreißen.

Veröffentlichung: 14. August 2014 als Blu-ray in der „Shaw Brothers Collection“ zusammen mit „Zhao – Der Unbesiegbare“, „Die Todeshand des gelben Adlers“ und „Der Todesspeer der Shaolin“

Länge: ca. 101 Min. (Blu-ray)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Kantonesisch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: To ching chien ko wu ching chien
HK 1977
Regie: Yuen Chor
Drehbuch: Yuen Chor
Besetzung: Lung Ti, Li Ching, Tung-Shing Yee, On-On Yu, Hua Yueh
Zusatzmaterial: Featurettes, Original Kinotrailer, Bildergalerien
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Matthias Holm
Foto & Packshot: © 2014 Koch Media

 

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