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Subconscious Cruelty – Morbide Anthologie getreu dem Motto: „If It Bleeds, It Leads.“

Subconscious Cruelty

Von Lucas Knabe

Horror // Mitch Davis’ und Karim Hussains Vision vom Kino ist jene einer bewussten Grenzüberschreitung, die eine „innere Erfahrung“ im Zuschauer hervorrufen möchte. So Prof. Dr. Marcus Stiglegger über die Maximen des Produzenten und Regisseurs, die „Subconscious Cruelty“ bereits während der 1990er-Jahre im jungen Erwachsenenalter produzierten und zu Beginn des aktuellen Millenniums veröffentlichten. Doch kann die angepriesene Grenzüberschreitung in „Subconscious Cruelty“ fast 20 Jahre nach der Veröffentlichung tatsächlich die innere Erfahrung und die damit verbundene Tiefenpsychologie seines Publikums in exzentrischer Weise aufarbeiten oder handelt es sich dabei lediglich um einen mit Kunstblut aufgeblasenen Popanz, der allein durch reißerische Gedanken und abstrakte Bilder schocken möchte?

Experimentierfreudiger Exploitation-Film an den Grenzen des Menschseins

Erst einmal will ich erneut hervorheben und honorieren, dass Regisseur Karim Hussain und Produzent Mitch Davis zu Beginn der Produktion 18 beziehungsweise 19 Jahre alt sind, was in jedem und ganz besonders in diesem Fall eine beneidenswerte und bravouröse Leistung darstellt, die meine persönliche Wertung des Films vorerst in die Schranken weist. Erst recht, wenn man betrachtet, mit welchem Budget und unter welchen Faktoren ein 80-minütiger Film entstand, der auf der inszenatorischen Ebene lediglich durch seine sehr intensive Darstellung abschrecken kann. Daher möchte ich in dieser kurzen Besprechung überwiegend auf die künstlerischen Prozesse und Wirkungen eingehen, die in ihrer technischen Darstellung der Visualität und Tonalität dem lobenden Wort perfektionistisch nahekommen. Aber die, wie schon in der Teilüberschrift signalisiert, in ihrer moralischen Methodik durchaus Grenzen überschreiten, ja sogar Kunst und Tabu in die Nähe eines Konflikts treiben können.

Schwere Kost

Bereits die Struktur der Erzählung offeriert, dass man mit stereotypischen Sehgewohnten populärer Filme nicht weit kommen wird. „Subconscious Cruelty“ ist in drei autonome Kapitel untergliedert: „Human Larvae“, „Rebirth“ sowie „Rightbrain/Martyrdom“, die nach einer kurzen, aber skurrilen Exposition ihren Hass in die Welt senden. Zu Anfang des Films wird auf eine bereits veraltete medizinische Ansicht rekurriert, die besagt, die linke Hirnhälfte sei für rationales und analytisches Denken verantwortlich, wogegen die rechte Hälfte der Sitz des Instinkts sei. Um den Erkenntnissen des Films zu folgen, solle man die linke Hirnhälfte „abschalten“ – ein interessanter Schachzug. Vor Beginn der eigentlichen Handlungen greift der Film also in die Wahrnehmung seiner Zuschauer ein und versucht somit für das geeignete Mindset zu sorgen. Das Sujet der Kapitel besteht, wie Hussain selbst äußert, aus Themen, die ihn zu jener Zeit stark beschäftigten und emotionalisierten. Daher handelt es sich, wie er selbst sagt, bei „Subconscious Cruelty“ um einen von Hass erfüllten und naiven Film, der in der heißblütigen Aversion seiner selbst Probleme wie Frauenhass, Religion und Umwelt in einem eigenwilligen Narrativ verbalisiert und visualisiert.

Im Zentrum von Hussains Regiearbeit steht dabei erwartungsgemäß der Mensch selbst. Nach seiner einführenden Äußerung bieten sich nun zig Herangehensweisen an, um sein Werk inhaltlich, moralisch, ethisch, philosophisch oder symbolisch aufzudröseln und zu interpretieren, wovon ich allerdings Abstand nehmen möchte, da gerade bei diesem Film eine inhaltliche Nüchternheit wichtig ist, da man sonst schnell in einen unendlichen Strudel aberwitziger Sinnfragen hineingeraten könnte, deren jetzige Artikulierung nur unnötig einnorden, beeinflussen oder verwirren würde. Wichtiger und als Schlüssel zum Film erachte ich ohnehin dessen unbedarfte Erstsichtung, da krampfhaftes Deuten und Orakeln das Seherlebnis entscheidend mindern kann.

Zurück zum Mensch im Film: Das menschliche Individuum dient lediglich als fleischgewordener Gedanke und führt die Gedanken auf einen nicht immer greifbaren, aber immerhin kunstvoll visualisierten Sachverhalt. Ungewöhnlich ist dies insofern, als die Figuren keinerlei Worte nutzen. Man könnte sagen, dass Hussain lebendige Gemälde zeichnet und zusammenfügt, sodass Szene für Szene, also Gemälde für Gemälde, als sinnstiftende und symbolkräftige Arrangements ineinandergreifen, die mit Figurenzeichnungen sowie Charakter- und Kommunikationsmodellen konventioneller Filme nichts gemein haben.

Kultstatus im Underground

Das aufreibende Moment daran ist dabei die Verarbeitung und Darstellung von Hussains Gedanken und Intentionen. Hierbei werden zutiefst menschliche Motive durch eine selten gesehene filmische Exzentrik visualisiert, die über das Gros durchschnittlicher Sehgewohnheiten hinaus gehen dürfte – eine Visualisierung, die dem Film sehr wahrscheinlich seinen Kult-Status im Underground-Segment eingebracht hat. Andersrum könnte man mit Schärfe behaupten, dass ohne die Form der enttabuisierten menschlichen Gewalt und Brutalität, die auf ein destruktives und auflösendes Niveau gehoben wird, sich wohl weitaus weniger Menschen für die wilden und rebellierenden Gedanken eines 18- oder 19-Jährigen interessieren würden, was die künstlerische Leistung dieses Films keinesfalls schmälern soll. Die Intensität des Films und explizit der Gore-Effekte sind aber wahrscheinlich die Qualitäten, die ihn auszeichnen und die womöglich viele Interessierte letztlich zum Kauf anregen, in der Hoffnung, eine cineastische Grenzerfahrung zu erleben, die die wenigsten Filme bieten können. Der Erfolg von „Subconscious Cruelty“ scheint dies zu bestätigen.

Aus persönlicher Sicht teile ich die Lobeshymnen um den Film nur bedingt, obgleich ich den Mut und die äußerst anspruchsvolle künstlerische und audiovisuelle Verarbeitung sowie Erschließung des Inhalts zu großen Teilen beeindruckend finde, was ich mit allem Nachdruck betone. Die minutenlangen und eskalierenden Folter-Orgien, die sich Kapitel für Kapitel in anderen Gewändern mit gleicher Roheit zeigen, sodass Liter um Liter Kunstblut aus den sich windenden Opfern rausschießen, überspannen den Bogen jedoch. Was im ersten Kapitel noch atemstockend und abscheulich wirkt, verliert in in der Folge an Sprengkraft. Extreme Gore-Effekte als inszenatorischer Brandbeschleuniger funktionieren hier nur bedingt, da diese in hohem Maße inflationär genutzt werden, um ein eigentlich längst auf den Punkt gebrachtes Thema durch kannibalische Gewalt nochmals zu illustrieren, sodass man etwa verekelt oder gelangweilt fragen kann: „War das nötig?“ Gore mit noch mehr Gore zu steigern, das erweist sich hier leider als wirkungslos und wenn man keine Faszination an den morbiden Gedankenspielen Hussains findet, kann es passieren, dass man nach den ersten 40 Minuten gleichgültig und empathielos dreinschaut. Weniger flapsig formuliert: Hussains bewusst herbeigeführte Grenzüberschreitung ist Fluch und Segen zugleich.

Drei Cover der „Cinestrange Extreme Edition“

Das Mediabook der „Cinestrange Extreme Edition“ ist ansprechend aufgemacht und kommt in drei Covervarianten mit unterschiedlicher Auflagenhöhe daher, von denen Cover C dank nur 222 Exemplaren bereits vergriffen ist und auf dem Sammlermarkt im Preis steigt. 888 (Cover A) und 444 (B) Exemplare der beiden anderen Motive erscheinen üppig bemessen und auch noch lieferbar sind. Der Film ist von der FSK nicht geprüft worden, wird also im Handel so behandelt wie ein indizierter: mit Bewerbungsverbot inklusive Verbot öffentlicher Auslage. Sammler von Uncut-Filmen werden die einschlägigen Händler kennen.

Booklettext von Prof. Dr. Marcus Stiglegger

Das Bonusmaterial ist üppig ausgefallen: Außer einem viertelstündigen Intro von Regisseur Karim Hussain und einem 77-minütigen Making-of finden sich Davis’ und Hussains Kurzfilme „Divided into Zero“ (34 Minuten lang) von 1999 und „God’s Little Girl“ (16 Minuten) von 2004. Transgressives Kino der Grausamkeit nennt Prof. Dr. Marcus Stiglegger das Werk der beiden in seinem Essay „Film als Kunst der Überschreitung – Anmerkungen zum transgressiven Kino von Mitch Davis und Karim Hussain“ im Booklet des Cinestrange-Mediabooks, aus dem ich auch das diesen Text einleitende Zitat entnommen habe. Ein inhaltlich identischer, aber anders strukturierter Essay mit dem Titel „Überschreitung und Erlösung? Anmerkungen zum transgressiven Kino von Mitch Davis und Karim Hussain“ findet sich im Übrigen auch in Stigleggers 2018 veröffentlichten Buch „Grenzüberschreitungen – Exkursionen in den Abgrund der Filmgeschichte“, dem zweiten Band seiner „Grenz-Trilogie“ – nach „Grenzkontakte – Exkursionen ins Abseits der Filmgeschichte“ (2016) und vor „Jenseits der Grenze – „Im Abseits der Filmgeschichte“ (2019). Die drei Taschenbücher sind im Martin Schmitz Verlag erschienen und versammeln zahlreiche essayistische Gedanken des profilierten Film- und Kulturwissenschaftlers. Wer sich mit dem Verständnis filmischer Randerscheinungen wie „Subconscious Cruelty“ schwertut, erhält von Stiglegger einige lesenswerte Hilfestellungen mit auf den Weg.

Veröffentlichung: 21. Oktober 2019 als Blu-ray, 21. Dezember 2018 als Limited 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD, 3 Covermotive à 888, 444 und 222 Exemplare)

Länge: 80 Min. (Blu-ray), 77 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Subconscious Cruelty
KAN 2000
Regie: Karim Hussain
Drehbuch: Karim Hussain
Besetzung: Sophie Lauzière, Anne-Marie Belley, Brea Asher, Ivaylo Founev, Eric Levasseur, Janis Higgins, Nadia Simaani, Anna Berlyn, Nancy Simard, Sean Spuruey, Scott Noonan, Mitch Davis, Christopher Piggins, Martin Sauvageau, Annette Pankrac
Zusatzmaterial: Kurzfilm „Divided Into Zero“ (Englisch mit deutschen Untertiteln, 34 Min.); Kurzfilm „Gods Litte Girl“ (Englisch mit deutschen Untertiteln, 16 Min.), exklusives Intro von Regisseur Karim Hussain (Englisch mit deutschen Untertiteln, 16 Min.), Bildergalerie, Trailer; Making-of (Englisch, 77 Min.), 12-seitiges Booklet mit dem Essay „Film als Kunst der Überschreitung – Anmerkungen zum transgressiven Kino von Mitch Davis und Karim Hussain“ von Prof. Dr. Marcus Stiglegger
Label/Vertrieb: Cinestrange Extreme

Copyright 2019 by Lucas Knabe
Packshot Blu-ray & Mediabook-Covervariante C: © Cinestrange Extreme

 

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Horror für Halloween (XXV): End of the Line – U-Bahn-Trip ins Grauen

End of the Line

Von Volker Schönenberger

Horror // Nur vier Filme hat der kanadische Regisseur Maurice Devereaux aus Quebec gedreht, allesamt nach eigenem Drehbuch, und lediglich „Slashers“ (2001) und seine letzte Arbeit „End of the Line“ (2007) haben es zu deutschen Heimkino-Ehren gebracht. Weshalb er seitdem dem Filmgeschäft Adieu gesagt hat, entzieht sich meiner Kenntnis, angesichts der Qualitäten von „End of the Line“ kann das bedauerlich genannt werden.

Wahn oder Wirklichkeit?

Devereaux’ letzte Regiearbeit beginnt mit erschreckenden Visionen, die zwei junge Frauen in der U-Bahn der kanadischen Metropole Montreal erleiden. Die zweite Frau wird vom von Maden bedeckten Gesicht eines Mannes derart in Panik versetzt, dass sie sich vor einen einfahrenden Zug wirft. Im Anschluss lernen wir die erste Frau Karen (Ilona Elkin) besser kennen, die als Pflegerin in einer psychiatrischen Klinik arbeitet und dort einen Patienten nur mühsam gebändigt bekommt – der Mann fürchtet, Dämonen seien im Anmarsch. Der Arbeitstag gestaltet sich für Karen und ihre Kolleginnen und Kollegen anstrengend, da viele Insassinnen und Insassen sich unruhig bis panisch gebärden. Liegt es am Vollmond und der Mondfinsternis? Als sei das nicht genug, erfährt Karen, dass eine ihrer Patientinnen Selbstmord begangen hat – die oben erwähnte zweite Frau.

Wirklichkeit oder Wahn?

Ein Briefumschlag mit seltsamen gemalten Bildern beunruhigt Karen. Als ihre Spätschicht endet, nimmt sie selbst die U-Bahn nach Hause. Auf dem Bahnsteig wird sie von einem anderen Fahrgast (Robin Wilcock) belästigt, der freundliche Mike (Nicolas Wright) hilft ihr aus der Bredouille. Kurz nach der Abfahrt stoppt der spärlich besetzte Zug auf freier Strecke mitten im Tunnel, und die Waggon-Beleuchtung fällt aus. Offenbar hat jemand die Notbremse betätigt. Für sich erst einmal kein Grund zur Besorgnis, noch ahnen Karen und Mike nicht, welches Grauen sie erwartet.

Zur Sicherheit lieber vor den Zug springen

Schnell entwickelt „End of the Line“ eine Unerbittlichkeit, die sprachlos macht und die Spannungsschraube in Drehung versetzt. Einige Entwicklungen kommen so überraschend daher, dass ich von weiteren Angaben zur Handlung absehe, um jedweden Spoiler zu vermeiden. Nicht alles wirkt schlüssig eingebaut. Die dämonischen Vorahnungen von Karens Patient zu Beginn etwa dienen eher dem Erzeugen von Stimmung, einen Bezug zur Story haben sie nicht. Oder vielleicht doch?! Die schauspielerischen Leistungen schwanken, aber das ist zum einen logisch, da das Budget zweifellos keine Gage für versierte Darstellerinnen und Darsteller hergab; zum anderen kann ich damit im Indie-Sektor gut umgehen.

Die Passagiere verschanzen sich

Immer wieder bemerkenswert, wie manche Filmemacher in der Lage sind, mangelndes Budget mit Herz und Ideen auszugleichen. Regisseur Devereaux setzt das beengte Setting im Untergrund Montreals gekonnt in Szene. Er beweist auch, dass man es mit praktischen Effekten und viel Kunstblut auch ohne üppige Finanzen gehörig splattern lassen kann. Da wird ein Schwert geschwungen, Dolche vollbringen ihr blutiges Werk, und Äxte und Hämmer schlagen Schädel ein, dass es eine wahre Freude ist. Dosierter Humor erhöht den Spaß am Gezeigten. Die FSK-18-Freigabe der ungeschnittenen Fassung erscheint angemessen. In einigen Sequenzen darf sich das Publikum fragen, ob es da gerade Halluzinationen der Protagonisten zu sehen bekommt oder diese tatsächlich heimgesucht werden – und das von der ersten bis zur letzten Szene. Haben wir es gar mit einer dämonischen Apokalypse zu tun? Oder doch nur mit aus Gehirnwäsche geborener Gleichschaltung in religiösen Wahnvorstellungen und kollektiver Ekstase? Um all das zu entwirren, hilft aufmerksames Zuschauen, denn Devereaux hat einige Hinweise in der Handlung verstreut – und diese springen einem nicht immer gleich ins Auge. Dann hilft wohl nur die erneute Sichtung.

In religiöser Verblendung oder erleuchtet?

So ganz kann „End of the Line“ das Etikett „billig“ am Ende nicht abstreifen, aber das hat mich noch nie abgehalten, an solchen Filmen Freude zu haben. Dieser hier hat hierzulande immerhin 2007 Einzug ins Programm des Fantasy Filmfests gehalten und so viel Aufmerksamkeit erzeugt, dass er in Deutschland auf Blu-ray und DVD sogar in jeweils zwei Auflagen von zwei verschiedenen Publishern veröffentlicht worden ist. Die Zweitauflage von 2013 trägt den Titel „Descent into Hell – End of the Line“. Dieser fiese kleine Indie-Horrorschocker weckt die Lust auf weitere Arbeiten Maurice Devereaux’. Zwölf Jahre danach ist aber wohl kaum noch damit zu rechnen, dass der Kanadier ins Filmgeschäft zurückkehrt. Schade drum.

Erneut: Wahn oder Wirklichkeit?

Veröffentlichung: 25. Januar 2013 als Blu-ray und DVD, 12. Mai 2010 als Blu-ray, 6. November 2008 als DVD

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: End of the Line
Alternativer deutscher Titel: Descent into Hell – End of the Line
KAN 2007
Regie: Maurice Devereaux
Drehbuch: Maurice Devereaux
Besetzung: Ilona Elkin, Nicolas Wright, Neil Napier, Emily Shelton, Tim Rozon, Nina Fillis, John Vamvas, Robin Wilcock, Joan McBride, Danny Blanco Hall, Kent McQuaid, Robert Vézina, David Schaap, Lori Graham, Christine Lan
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Making-of, Interviews, Wendecover
Label/Vertrieb 2013: Savoy Film (Intergroove)
Label/Vertrieb 2010 & 2008: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshots: © EuroVideo Medien GmbH / Savoy Film

 
 

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Horror für Halloween (XIX): Ginger Snaps III – Der Anfang: Grimmige Werwölfe im kanadischen Winter

Ginger Snaps Back – The Beginning

Von Volker Schönenberger

Horror // Die „Ginger Snaps“-Reihe um die zwei dem Fluch der Lykanthropie ausgesetzten Schwestern Ginger (Katharine Isabelle) und Brigitte (Emily Perkins) genießt einen guten Ruf, scheint aber über die Jahre etwas aus dem Blickfeld der Genrefans geraten zu sein. Auf Blu-ray ist lediglich der erste Teil „Ginger Snaps“ (2000) erschienen, und das auch nur in den USA. Immerhin sind die deutschen DVDs problemlos zu bekommen, sowohl die Fortsetzung „Ginger Snaps II – Entfesselt“ als auch das Prequel „Ginger Snaps III – Der Anfang“, beide von 2004.

Brigitte allein im Wald

Für beide Teile empfiehlt es sich, nach den Special Editions des mittlerweile nicht mehr existenten Publishers E-M-S Ausschau zu halten, die mit Schuber, Bonus-DVD und Booklet wertig ausgefallen sind. Im Falle des Prequels handelt es sich um ein zum Booklet gefaltetes Filmplakat, das auf der anderen Seite ein 2004 geführtes Interview mit Emily Perkins sowie eine Auflistung von 57 Werwolf-Filmen von 1913 bis 2004 enthält.

Die beiden Schwestern haben das Fort erreicht

Das Prequel versetzt die Handlung aus dem Hier und Heute in die winterliche kanadische Wildnis des Jahrs 1815. Ein abgelegenes Handelsfort wartet seit geraumer Zeit auf Nachschub an Vorräten und wird immer wieder von Werwölfen attackiert, die die Wälder durchstreifen. Als die beiden Schwestern Ginger und Brigitte auf der Suche nach einer Zuflucht eintreffen, werden sie zwar aufgenommen, aber von den anwesenden Männern mit Misstrauen empfangen.

Für Werwölfe verboten!

Kalt und grimmig ist die Atmosphäre von „Ginger Snaps III – Der Anfang“. Der letzte Teil der Trilogie überzeugt mit düsterer Stimmung und gezielt eingesetztem Score, der auch gern außen vor bleibt. Die haarigen Biester sahen sicher anderswo schon mal besser aus, sind aber garstig genug, um Furcht einflößend zu wirken. Die blutigen Szenen sind bei uns nicht geschnitten worden, aber ohnehin nicht allzu exzessiv geraten – die FSK-16-Freigabe erscheint angemessen. Die Handlung entwickelt sich ironiefrei ohne irgendeinen Anflug von Humor – gut so! Ein würdiger Abschluss einer durchweg gelungenen Werwolf-Trilogie.

Ein Biest greift an

Veröffentlichung: 22. Juli 2010 und 28. April 2005 als DVD, 28. April 2005 als 2-Disc Uncut Special Edition DVD

Länge: 91 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Ginger Snaps Back – The Beginning
KAN 2004
Regie: Grant Harvey
Drehbuch: Christina Ray, Stephen Massicotte
Besetzung: Katharine Isabelle, Emily Perkins, Nathaniel Arcand, JR Bourne, Hugh Dillon, Adrien Dorval, Brendan Fletcher, David La Haye, Tom McCamus, Matthew Walker
Zusatzmaterial 3L Film: Audiokommentar von Regisseur Grant Harvey (in englischer Sprache); Deutscher Originaltrailer; Trailershow
Zusatzmaterial E-M-S: Audiokommentar von Regisseur Grant Harvey (in englischer Sprache), Originaltrailer, Behind the Scenes, deleted Scenes, Grant Harveys Video-Tagebuch, Bildergalerie, Synchro-Special, Booklet, Schuber
Vertrieb: 3L Film, Special Edition: E-M-S

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Brigitte in Gefahr

Fotos: © 3L Film

 

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