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To Hell and Back – Die Kane Hodder Story: Der Mann hinter der Maske

To Hell and Back – The Kane Hodder Story

Von Andreas Eckenfels

Horror-Doku // Ich denke immer noch, dass es richtig ist zu behaupten, dass ich mehr Menschen im Film ermordet habe als jeder andere Schauspieler in der Geschichte. Es sei denn, jemand kann das bestreiten. Aber das bezweifle ich, und wenn doch, werde ich dich verdammt nochmal töten!

Kane Hodder in seiner Paraderolle als Jason Vorhees

Fragt man einen Horrorfan nach dem Namen eines Jason-Vorhees-Darstellers, wird man wohl nur eine Antwort erhalten: Kane Hodder. Obwohl der 1955 im kalifornischen Auburn geborene Stuntman erst im siebten Teil der Reihe zum „Freitag, der 13.“-Franchise stieß, hinterließ er bleibenden Eindruck bei der Fangemeinde. In drei weiteren Teilen gab Hodder den stummen Killer mit der Hockeymaske bis er aus nie ganz geklärten Gründen bei „Freddy vs. Jason“ (2003) ausgebootet wurde, was ihn persönlich extrem verletzte. Moment! Ein kantiges Kraftpaket wie Hodder, der in Filmen ständig gnadenlos Teenager abmurkst, Sprüche wie den einleitenden raushaut und „Kill!“ auf der Innenseite seiner Unterlippe tätowiert hat, hat Gefühle? Ja, hat er, wie uns der junge Filmschulabsolvent Derek Dennis Herbert in seiner Dokumentation über die Horrorikone klarmacht. Die Lebensgeschichte des Manns hinter der Maske erweist sich dabei als weitaus brutaler als so mancher blutiger Slasher.

Bewegtes Leben

Derek Dennis Herbert kam auf die Idee für die Dokumentation, nachdem er die Hodder-Biografie „Unmasked – The True Story of the World’s Most Prolific Cinematic Killer“ von Michael Aloisi gelesen hatte. Herbert konnte Hodder davon überzeugen, dass er seine Geschichte noch einmal vor der Kamera in einer Interview-Situation in eigenen Worten wiedergibt. Egal, ob man seine prägenden Momente bereits kennt oder nicht: Selbst die härtesten Horrorfans dürften einen Kloß im Hals bekommen, wenn man diesem Typen dabei in die Augen sieht, wenn er von seinem bewegten Leben erzählt. Ich wusste noch nicht viel über ihn und will deshalb auch nicht zu viel darüber verraten.

Mit viel Make-up in „Prison – Rückkehr aus der Hölle“ (1987)

Nur so viel: Was man sich heute nicht mehr vorstellen kann ist, dass dieser 1,92 Meter große Hüne als Jugendlicher ein Prügelknabe war. Er wurde gehänselt und regelmäßig verprügelt. Als er 22 Jahre alt war, kostete ihn ein fehlgeschlagener Feuerstunt fast das Leben. Es war der Beginn einer monatelangen Leidenszeit. Die Narben trägt Hodder noch heute mit sich herum. Lange versuchte er, sie zu verstecken. In Aloisis Biografie erzählte er erstmals die Wahrheit darüber, weshalb er etwa auf Horror-Conventions stets Handschuhe trägt, wenn er Autogramme schreibt oder seinen Fans für Fotos mit seinen Pranken liebevoll den Hals zudrückt.

Kane Hodder in Flammen in „Freitag, der 13. VII – Jason im Blutrausch“ (1987)

Die Doku zeigt, wie es Hodder gelang, all diesen Schmerz zu kanalisieren und in etwas Positives umzuwandeln. Trotz vieler Rückschläge ließ er sich nicht unterkriegen. Ihm gelang eine große Karriere als Stuntman und Schauspieler im Genrekino. Seine Geschichte kann somit für alle inspirierend wirken, die eine ähnliche Leidenszeit hinter sich haben.

Alte Weggefährten

Doch keine Sorge: Natürlich gibt es in „To Hell and Back – Die Kane Hodder Story“ nicht nur die eine oder andere Träne zu verdrücken. Hodder gibt auch zahlreiche Anekdoten vom Dreh seiner Filme zum Besten. Sei es aus „Prison – Rückkehr aus der Hölle“, den „Freitag, der 13.“-Filmen bis hin zu seiner Minirolle im Oscar-gekrönten „Monster“ mit Charlize Theron. Auch seine Lieblingskills in den Rollen als Jason Vorhees oder Victor Crowley dürfen nicht fehlen. Ebenso kommen auch viele seiner Weggefährten zu Wort. Darunter Robert Englund („Nightmare – Mörderische Träume“), Bruce Campbell („Tanz der Teufel“), Danielle Harris („Hatchet“) und Adam Green, der Kane Hodder nach seinem „Freddy vs. Jason“-Tiefschlag mit der „Hatchet“-Reihe einen zweiten Frühling bescherte, durch den der zweifache Familienvater auch viele junge Fans hinzugewann.

Für die Fans

In der sehr persönlichen Doku fällt kein schlechtes Wort über Kane Hodder. Sie macht auch den Eindruck, dass es an dem Mann hinter der Maske nichts Negatives auszusetzen gibt. Ein sympathischer Kerl, der seinen Weg gegangen ist und dem es gelang, aus seinem Namen eine echte Marke zu machen. Kane Hodder weiß, dass er sich für seinen Erfolg vor allen bei seinen zahlreichen Fans bedanken muss, die er regelmäßig auf Conventions trifft. Die Fans sind natürlich auch die Hauptzielgruppe der Dokumentation von Derek Dennis Herbert, die eine perfekte Ergänzung zu „Crystal Lake Memories – Die ganze Geschichte von Freitag der 13.“ (2013) darstellt.

Kane Hodder ohne Maske in „Ed Gein – The Butcher of Plainfield” (2007)

Veröffentlichung: 24. Januar 2019 als Digital Download

Länge: 104 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch (Voice-Over), Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: To Hell and Back – The Kane Hodder Story
USA 2017
Regie: Derek Dennis Herbert
Besetzung: Kane Hodder, Robert Englund, Adam Green, Bruce Campbell, Danielle Harris, Jack Coleman, Michael Feifer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2019 by Andreas Eckenfels

Zweiter Frühling als Victor Crowley

Szenenfotos & Plakat: © 2019 Tiberius Film

 
 

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Gewinnspiel: 3 x Hatchet – Victor Crowley auf Blu-ray

Verlosung

Mit „Hatchet – Victor Crowley“ geht das beliebte Slasher-Franchise aus den Sümpfen Louisianas in die vierte Runde. Tiberius Film hat uns davon drei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu Andreas’ Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 18. März 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die beiden Fragen am Ende des Textes.

Fallen euch keine Antworten ein, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Sascha Mrowka,
– Samara,
– Fabian Seibel.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Hatchet – Victor Crowley“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Hatchet – Victor Crowley: Ein Blutbad für die Fans

Victor Crowley

Von Andreas Eckenfels

Horror // Totgeglaubte leben länger – und gerade im Horrorgenre wissen wir genau, dass ein ikonischer Killer wie Victor Crowley nach seinem Ableben nicht ewig friedlich unter der Erde schlummern wird. Doch wie es zur Wiederkehr des brutalen Axtschwingers kam, war dann doch eine große Überraschung: Zum leicht verspäteten zehnten Geburtstag von „Hatchet“ lud Regisseur Adam Green am 22. August 2017 zu einer Sondervorstellung ins Hollywood’s ArcLight Cinema in Los Angeles ein, bei dem angeblich eine erweiterte Fassung des Erstlings der Slasher-Trilogie gezeigt werden sollte. Tatsächlich jedoch flimmerte der brandneue vierte Teil über die Leinwand, den Green unter größter Geheimhaltung gedreht hatte. Der Jubel der weltweiten Horrorgemeinde über diese Nachricht war riesig. Anschließend ging „Hatchet – Victor Crowley“ auf Kino-Tour – das dritte Sequel war unter anderem auf dem FrightFest Festival in London und dem Fantasy Filmfest in Deutschland zu sehen.

Zurück im Sumpf

Zehn Jahre nach dem Massaker in den Sümpfen von Honey Island in Louisiana tingelt Andrew Yong (Parry Shen) von PR-Termin zu PR-Termin. Der einzige Überlebende hat ein Buch über die blutigen Ereignisse geschrieben. Doch so wirklich nimmt ihm niemand ab, dass damals die lokale Legende Victor Crowley für die zahlreichen Todesopfer verantwortlich gewesen sein soll. Der Großteil der Öffentlichkeit glaubt vielmehr, dass Andrew in Wahrheit selbst der „Bayou Butcher“ ist und seine Taten nur vertuschen will.

Das Flugzeug nach Honey Island stürzt mitsamt der Filmcrew ab

Auf Drängen seiner unfähigen Agentin Kathleen (Felissa Rose) und ihrer dreisten Lüge, er werde eine Gage in Höhe von einer Million Dollar kassieren, willigt Andrew ein, für ein letztes Interview mit einem Filmteam nach Honey Island zu fliegen. Doch die Maschine stürzt über den Sümpfen ab. Die Passagiere sitzen im Wrack fest und müssen auf Hilfe warten. Vor Ort werden die Amateurfilmer Chloe (Katie Booth), Alex (Chase Williamson) und Rose (Laura Ortiz) von dem Unglück aufgeschreckt, die dort einen Promotrailer für einen Horrorfilm über Victor Crowley drehen wollten. Blöderweise fällt dabei ein Smartphone zu Boden, welches gerade einen Videoclip von Reverend Zombie (Tony Todd) abspielt, auf dem er eine Beschwörungsformel rezitiert. Kurze Zeit später erwacht Victor Crowley (Kane Hodder) zu neuem Leben und schwingt in seinem bevorzugten Jagdrevier wieder fleißig die Axt …

Victor Crowley bleibt der Alte

„Dieses Blutbad ist für euch alle.“ Wie Adam Green vor der Überraschungs-Premiere betonte, wollten sich er und sein Team mit „Hatchet – Victor Crowley“ besonders bei der sogenannten „The Hatchet Army“ bedanken, also jenen treuen Fans, die die Reihe seit ihrem Beginn leidenschaftlich unterstützt haben. So ist es nicht verwunderlich, dass der vierte Teil keine großen Neuerungen bietet.

Andrew (l.) weiß: In den Sümpfen sollte man besser die Klappe halten

Der Body Count ist unvermindert hoch, die handgemachten Effekte sehen zwar nicht gerade hochwertig aus, dennoch werden nicht nur Horror-Nostalgiker vor Freude jauchzen, wenn Victor Crowley seine Arbeit verrichtet und die Blutfontänen an der Stelle aus dem Rumpf spritzen, wo gerade noch der Kopf des wehrlosen Opfers gesessen hat. Ja, Adam Green weiß, was die Fangemeinde sehen will. Da stört es auch nicht, dass bei den verschiedenen Tötungssequenzen kein großer Wert auf einen Spannungsbogen gelegt wird. Victor Crowley – zum vierten Mal von Kane Hodder verkörpert – kommt meist aus dem Nichts, schlägt kurz und schmerzhaft zu und läuft nicht etwa dem nächsten Unglücksvogel durch den ganzen Sumpf hinterher, wie es sein Slasher-Kollege Michael Myers praktizieren würde.

Nicht für Feingeister geeignet

Ein Aspekt, der neben dem Gemetzel fester Bestandteil der „Hatchet“-Reihe ist, aber die Gemüter spaltet, darf natürlich auch im vierten Teil nicht fehlen: der Humor, der nicht gerade für Feingeister geeignet ist, um es milde auszudrücken. Bereits im Prolog ist dies zu sehen, als ein Typ seiner Freundin einen Antrag macht und sie auf die freudige Nachricht damit reagiert, Rotz und Wasser zu heulen. Den Rotz darf man hier wörtlich nehmen. Diesen verteilt sie mit einem Taschentuch im ganzen Gesicht und macht damit die romantische Stimmung kaputt – bevor Victor Crowley das glückliche Pärchen endgültig voneinander trennt. Ein ordentlicher Fun-Splatter darf den Ekel natürlich auch in den komischen Szenen zelebrieren – freut euch auf Andrews Autogrammstunde – doch die Witze sowie langatmige Dialoge nehmen in „Hatchet – Victor Crowley“ etwas überhand. Sollte mit ihnen etwa die sowieso schon knappe Laufzeit in die Länge gestreckt werden?

Kreisch! Wem gehört wohl diese blutige Schulter?

Mehr Szenen mit und ein paar neue Facetten von dem Axtmörder hätte ich stattdessen gern gesehen. Ein frisches Setting wäre ebenfalls eine schöne Abwechslung gewesen. So bleibt der vierte Teil reiner Fanservice, mit dem man in der hierzulande veröffentlichten ungeschnittenen Fassung einen spaßigen Abend verbringen kann. Und vielleicht dürfen die Zuschauer sich dann in der noch nicht bestätigten Fortsetzung auf eine Neuausrichtung der „Hatchet“-Reihe freuen. Der Abspann deutet mit einem Gastauftritt zumindest deutlich an, dass die nächste Rückkehr von Victor Crowley nicht mehr lange auf sich warten lässt. Totgeglaubte leben schließlich länger … Welcher Meuchelmörder des Slashergenres ist euer Favorit? Habt Ihr Geheimtipps?

Victor Crowley ist zurück

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Adam Green sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Tony Todd unter Schauspieler.

Extra scharf: Victors Axt bekommt wieder Arbeit

Veröffentlichung: 1. März 2018 als limitierte 2-Disc Edition im Steelbook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 83 Min. (Blu-ray), 79 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Victor Crowley
USA 2017
Regie: Adam Green
Drehbuch: Adam Green
Besetzung: Parry Shen, Kane Hodder, Laura Ortiz, Katie Booth, Dave Sheridan, Krystal Joy Brown, Brian Quinn, Felissa Rose, Chase Williamson, Tony Todd
Zusatzmaterial: zwei Audiokommentare, Trailer
Vertrieb: Tiberius Film

Copyright 2018 by Andreas Eckenfels
Szenenfotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 
 

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