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The Quake – Das große Beben: Katastrophe in Oslo

Skjelvet

Von Volker Schönenberger

Katastrophenthriller // Ein Jahr nach dem Erdrutsch und dem ihm folgenden Tsunami mit vielen Todesopfern im norwegischen Geirangerfjord (siehe „The Wave – Die Todeswelle“, 2015): Der Geologe Kristian (Kristoffer Joner) wird in einer Talkshow im Fernsehen als der Held gefeiert, dessen mutiges Agieren damals viele Menschenleben gerettet hat. Weitere zwei Jahre später wohnt er wieder in Geiranger, allerdings getrennt von seiner Frau Idun (Ane Dahl Torp), die ihn mit den gemeinsamen Kindern Julia (Edith Haagenrud-Sande) und Sondre (Jonas Hoff Oftebro) verlassen hat und in einem großen Hotel in Oslo arbeitet.

Kristian und Idun rätseln, was der Stromausfall zu bedeuten hat

Kristian hat die damaligen Ereignisse nie verarbeitet, sammelt manisch alle Informationen, die er über die Katastrophe und ihre Opfer zusammentragen kann, sieht sich sogar außerstande, den für mehrere Tage geplanten Besuch von Julia länger als eine Nacht zu ertragen, obwohl er sich als Vater doch darüber freuen sollte. Als er im Fernsehen vom Unfalltod eines Kollegen erfährt, der im Oslofjordtunnel einem mysteriösen Steinschlag zum Opfer gefallen ist und ihm kurz zuvor noch einen Brief mit vielen Unterlagen über Gefahren rund um den Tunnel geschickt hatte, reist Kristian nach Oslo. Im geowissenschaftlichen Institut NORSAR (Norwegian Seismic Array) stellt er Fragen über seismische Aktivität in Norwegen, wird aber nicht ernst genommen. Im Haus des tödlich Verunglückten trifft er dessen Tochter Marit Lindblom (Kathrine Thorborg Johansen) und bemerkt im Arbeitszimmer, dass sich sein Kollege wie besessen mit der Gefahr eines Erdbebens in Norwegen beschäftigt hatte. Und es mehren sich unerklärliche Stromausfälle und andere beunruhigende Anzeichen dafür, dass etwas bevorsteht.

Bald darauf geschieht dass Unfassbare: Ein gewaltiges Erdbeben sucht Oslo heim.

Hochhäuser stürzen ein, als Oslo …

Erdbeben in Oslo? Durchaus kein Ding der Unmöglichkeit: Am Vormittag des 23. Oktober 1904 erschütterten Erdstöße mit einer Stärke von 5,4 auf der Richterskala die norwegische Hauptstadt. „The Quake – Das große Beben“ trägt im Original den Titel „Skjelvet“, was – natürlich – im Norwegischen „Erdbeben“ bedeutet. Das Sequel von „The Wave – Die Todeswelle“ kann den Einfluss Hollywoods nicht leugnen, die Kombination aus einer zeitweise dysfunktionalen Familienkonstellation mit einem katastrophalen Großereignis kennen wir beispielsweise aus dem Reißer „San Andreas“ (2015) mit Dwayne Johnson. Mit dessen Schauwerten kann die anständig getrickste norwegische Produktion nicht ganz mithalten, in ein paar Hochhaus-Sequenzen dann aber doch – siehe das Hintergrundmotiv des Covers von Blu-ray und DVD.

… von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert wird

Insgesamt versucht „The Quake – Das große Beben“ löblicherweise gar nicht, das Over-the-Top-Szenario von „San Andreas“ zu überbieten. Die Handlung beschränkt sich unmittelbar nach dem Hauptbeben weitgehend auf ein Gebäude. Sie konzentriert sich weitgehend auf Kristian. Dessen Charakterisierung als traumatisierter Familienvater, der seine inneren Dämonen besiegen muss, um seine Lieben zu retten, gehört zwar nicht zu den originellsten Figurenzeichnungen, Hauptdarsteller Kristoffer Joner gibt ihr aber eine eigene Note.

Kristian und …

Der Epilog nach bewältigter Katastrophe kommt recht unvermittelt, das hätte Regisseur John Andreas Andersen eleganter lösen können. Er ist ansonsten vornehmlich als Kameramann tätig, so für das Jugenddrama „King of Devil’s Island“ (2010) sowie die Thriller „Headhunters“ (2011) und „Erlösung“ (2016). Ein paar Stereotype seien ihm nachgesehen, mit „The Quake – Das große Beben“ empfiehlt er sich für weitere Regiearbeiten. „The Wave – Die Todeswelle“ gefiel mir etwas besser, da der im Fjord angesiedelte Tsunami-Katastrophenfilm einen eigenständigeren Eindruck machte als dessen Fortsetzung um das Erdbeben, letztlich belegen aber beide Produktionen die Wertigkeit des norwegischen Kinos. Davon gern mehr.

… Marit versuchen …

Universum Film hat sich offenbar entschieden, seine Blu-rays und DVDs nicht mehr mit Wendecover ohne FSK-Logo auszustatten. Das werden manche Sammler/innen bedauern, für Veröffentlichungen im herkömmlichen Softcase (Amaray-Case) halte ich die Einsparung allerdings für nachvollziehbar. Die Cover sind im Regal ohnehin in aller Regel nicht sichtbar, wer ein fehlendes Wendecover als Kaufhemmnis der Blu-ray empfindet, reagiert vielleicht etwas überempfindlich. Das hat „The Quake – Das große Beben“ nicht verdient.

… Julia zu retten

Veröffentlichung: 22. November 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Skjelvet
NOR 2018
Regie: John Andreas Andersen
Drehbuch: John Kåre Raake, Harald Rosenløw-Eeg
Besetzung: Kristoffer Joner, Ane Dahl Torp, Edith Haagenrud-Sande, Kathrine Thorborg Johansen, Jonas Hoff Oftebro, Stig R. Amdam, Catring Sagen, Per Frisch, Hanna Skogstad, Runar Døving, Agnes Bryhn Røysamb, Fredrik Skavlan
Zusatzmaterial: Featurettes (VFX Breakdown & Production Design), Trailer, Trailershow
Label/Vertrieb: Universum Film

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2019 Universum Film

 
 

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Gewinnspiel: 2 x Volcano als Mediabook

Verlosung

1997 stemmten sich Tommy Lee Jones und Anne Heche in „Volcano“ durch Los Angeles strömenden Lavamassen entgegen. FilmConfect Home Entertainment hat uns von Mick Jacksons („Bodyguard“) Katastrophen-Actioner zwei Blu-rays im Mediabook zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen oder Gewinner!

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 2. Dezember 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf das Mediabook. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Eins noch: Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 2,60 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Gewonnen haben

– Till Bamberg,
– Philipp Mourner.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Volcano“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Volcano – Los Angeles und die Lavamassen

Volcano

Von Volker Schönenberger

Katastrophen-Action // In L. A. bricht ein neuer Tag an, die Menschen bereiten sich auf die Arbeit vor, ein lebendiges Treiben beginnt. In Beverly Hills demonstrieren Bürger gegen eine geplante Erweiterung einer U-Bahnlinie. Im St. Vincent Krankenhaus in Downtown Los Angeles wird gerade ein Verwundeter mit Schusswunden eingeliefert, als ein Erdbeben die Stadt leicht durchschüttelt. Der geschiedene Mike Roark (Tommy Lee Jones), Leiter des für den Katastrophenschutz zuständigen Los Angeles County Office of Emergency Management, will an sich eine Woche Urlaub mit seiner 13-jährigen Tochter Kelly (Gaby Hoffmann) machen, fährt nun aber doch an seinen Arbeitsplatz, um nach dem Rechten zu sehen.

Dr. Amy Barnes und Mike Roark müssen Schlimmes verhindern

Bei einem mysteriösen Hitzeausstoß in einem Abwasserkanal unter dem MacArthur Park sterben sieben städtische Arbeiter. Als Roark und sein Mitarbeiter Gator Harris (Michael Rispoli) den Ort des Geschehens untersuchen, kommt es erneut zu dem Phänomen, die beiden können sich mit Müh und Not retten. Roark zieht die Geologin Dr. Amy Barnes (Anne Heche) zu Rate, deren Thesen ihn vorerst auch nicht voranbringen. Das Unglaubliche geschieht: Mitten in Los Angeles bricht ein Vulkan aus.

Kalifornien und die Plattentektonik

Mit seiner San-Andreas-Verwerfung eignet sich Kalifornien vorzüglich zum Entwerfen spektakulärer seismischer und tektonischer Katastrophenszenarien fürs Kino. Davon zeugen Filme wie „San Francisco“ (1936) mit Clark Gable und Spencer Tracy, in welchem das Erdbeben von San Francisco 1906 aufgearbeitet wird, der starbesetzte „Erdbeben“ (1974) und zuletzt „San Andreas“ (2015) mit Dwayne Johnson. Neu war 1997 die Idee, mitten in der Millionenmetropole Los Angeles einen Vulkan entstehen und ausbrechen zu lassen.

Kann Roark seine Tochter Kelly retten?

Regisseur Mick Jackson („Bodyguard“) hatte Los Angeles sechs Jahre zuvor in „L. A. Story“ mit Steve Martin ungleich humoriger und charmanter inszeniert. In „Volcano“ setzt er seine Figuren nach üblichem Schema mitten hinein ins Katastrophen-Szenario: Der Vater ist zu pflichtbewusst, um seiner Tochter die Priorität einzuräumen, die sie genießen sollte, lässt sie sogar in brenzligster Situation allein – und ist am Ende natürlich dennoch ihr Held. Das Attribut „plump“ passt darauf sehr gut. Der Hickhack zwischen warnenden Stimmen und Verharmlosern ist ebenfalls kein Neuland, nimmt in diesem Fall glücklicherweise nicht allzu großen Raum ein, schließlich soll beizeiten das Spektakel losgehen, und angesichts aus der Kanalisation hervorschießender Lavamassen will sich immerhin niemand mehr mit „Alles halb so wild“ zum Deppen machen. Zwischen den Hauptdarstellern Tommy Lee Jones und Anne Heche stimmt die Chemie so einigermaßen. Die Beziehung ihrer beider Figuren ist von Anfang an nicht darauf angelegt, dass sie sich ineinander verlieben, und mangels Fokus auf Dialogregie bekommen wir auch keine scharfzüngigen Wortgefechte zu hören. So bleibt denn ihre Starpower als Plus der Besetzung. Die Nebendarsteller (u. a. Don Cheadle, Keith David und John Corbett) dienen eher als Stichwortgeber.

Die Feuerwehr hat es doppelt schwer

Wie wissenschaftlich haltbar das Geschehen ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei meiner Sichtung kam mir mehrfach das schöne Wort „hanebüchen“ in den Sinn, das ich ohnehin gern einsetze, um es vor dem Aussterben zu bewahren. Also bitte: Sowohl die Katastrophe als auch einige Gegenmaßnahmen erscheinen mir hanebüchen. Angesichts der launigen Lust an der Zerstörung ist das aber zu verschmerzen. Wie in auf großes Kinopublikum schielenden Katastrophenfilmen üblich wird direkt vor der Kamera kaum gestorben, um keine Zuschauerinnen und Zuschauer zu verschrecken oder eine zu hohe Altersfreigabe zu riskieren. Angesichts dessen überrascht die eine oder andere Szene dann doch. Wenn etwa ein Feuerwehrmann langsam und schreiend in der Lava versinkt, hat das durchaus Intensität.

In Konkurrenz zu „Dante’s Peak“

„Volcano“ war 1997 nicht der einzige cineastische Vulkanausbruch: Zweieinhalb Monate zuvor war „Dante’s Peak“ mit Pierce Brosnan und Linda Hamilton in die Kinos gekommen, der sich etwas mehr Mühe gab, sein Szenario realistisch zu gestalten. Das mag einem besser gefallen, für eindreiviertel Stunden Over-the-Top-inszenierte Katastrophen-Action eignet sich der eine wie der andere gleichermaßen. Hartgesottene schaffen beide sicher auch als Double Feature, Katastrophenfilm-Verächter wird keiner von ihnen bekehren. Welche hier noch nicht genannten Katastrophenfilme mit Vulkanausbrüchen oder Erdbeben fallen euch ein?

Es gibt angenehmere Situationen als diese – wenn auch wenige heißere

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tommy Lee Jones sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Ein Lavastrom zieht durch Los Angeles

Veröffentlichung: 19. Oktober 2018 als Blu-ray,14. September 2018 als Blu-ray im Mediabook (seit 27. April 2018 bereits exklusiv über eine Drogeriekette vertrieben), 30. März 2018 als DVD, 16. Februar 2018 als Blu-ray im Steelbook, 7. Oktober 2016 als Blu-ray im limitierten Digipack, 29. Juli 2004 als DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Originaltitel: Volcano
USA 1997
Regie: Mick Jackson
Drehbuch: Jerome Armstrong, Billy Ray
Besetzung: Tommy Lee Jones, Anne Heche, Don Cheadle, Gaby Hoffmann, Jacqueline Kim, Keith David, John Corbett, Michael Rispoli, John Carroll Lynch, Marcello Thedford, Bert Kramer, James MacDonald, Dayton Callie, Michael Cutt
Zusatzmaterial Mediabook: Booklet mit einem Text von Johannes Bluth
Label/Vertrieb: FilmConfect Home Entertainment
Label/Vertrieb 2004er-DVD: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Blu-ray: © 2018 FilmConfect Home Entertainment

 
 

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