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Vampire Nation – Dreckiges Blutsauger-Roadmovie

Stake Land

Von Volker Schönenberger

Horror // Eine Vampir-Seuche sucht die Vereinigten Staaten heim. Die Zivilisation bricht zusammen, das Land versinkt in der Endzeit. Teenager Martin (Connor Paolo) muss miterleben, wie seine Eltern einem der Blutsauger zum Opfer fallen. Ein Fremder (Nick Damici), der sich Mister nennt, rettet Martin, gemeinsam töten sie den Vampir. Fortan zieht das Duo per Cabrio durchs Land, immer auf der Suche nach einem sicheren Flecken Erde. Mister bringt Martin das Kämpfen bei, zeigt ihm, wie man die bösartigen Kreaturen zur Strecke bringen kann. Die beiden klammern sich an die Hoffnung, im kalten Norden sei es sicher, weil dort die Vampire nicht überleben können. Bald schließt sich ihnen eine Nonne (Kelly McGillis) an. Auf ihrem Trip müssen sie sich nicht nur der Vampire erwehren.

Martin lernt, wie man die Vampire ausschaltet

Kelly McGillis? Ganz recht – nach einer kurzen Phase mit Rollen in bedeutsamen Produktionen wie „Der einzige Zeuge“, „Top Gun“ und „Angeklagt“ in den 80ern hat sich die Schauspielerin seither zusehends auf Fernsehfilme und den Independent-Sektor verlegt. Gut, dass sie keine Berührungsängste mit dem Horrorgenre hat: Ti Wests „The Innkeepers – Hotel des Schreckens“ (2011) und der vom „Vampire Nation“-Regisseur Jim Mickle inszenierte „We Are What We Are“ (2013) machen sich gar nicht schlecht in ihrer Filmografie.

Grimmig und ironiefrei

Das gilt auch für „Vampire Nation“, in dem die Kreaturen wie Hybride aus Vampiren und Zombies wirken. Der Film und seine Fortsetzung „Vampire Nation – Badlands“ können daher auch Freunden von „The Walking Dead“ und anderen Untoten-Szenarien bedenkenlos ans Herz gelegt werden. Die Atmosphäre ist grimmig, ironiefrei und schmutzig. Kurze Momente der Hoffnung werden so konsequent wie gnadenlos ausgemerzt. Als durchtriebener Antagonist tritt der religiöse Fanatiker Jebediah Loven (Michael Cerveris) in Erscheinung, dessen „Bruderschaft“ Angst und Schrecken verbreitet. Im weiteren Verlauf kommt Loven eine besondere Bedeutung zu, auf die aus Gründen der Spoiler-Vermeidung hier jedoch nicht eingegangen wird.

Kuckuck!

Hauptdarsteller Nick Damici schreibt auch gern mal am Drehbuch mit, so auch in diesem Fall. An sich hatte er die Story als Webserie konzipiert, stattdessen wurde gleich ein ganzer Film draus. Sieben Webisoden sind dennoch entstanden, zeitlich angesiedelt zu Beginn der Vampir-Pandemie – zu finden im Bonusmaterial von Blu-ray und DVD. „Vampire Nation“ ist ein dreckiger Blutsauger-Roadtrip, der Freude bereitet.

Religiöser Eiferer: Jebediah Loven

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Mickle sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Kelly McGillis in der Rubrik Schauspielerinnen, Filme mit Nick Damici in der Rubrik Schauspieler.

Mister gerät in Bedrängnis

Veröffentlichung:, 31. März 2017 als Blu-ray und DVD, 18. März 2016 als limitiertes 2-Disc Mediabook (Blu-ray & DVD) 30. September 2011 als Blu-ray und DVD

Länge: 99 Min. (Blu-ray), 95 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: Stake Land
USA 2010
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici, Jim Mickle
Besetzung: Connor Paolo, Nick Damici, Kelly McGillis, Danielle Harris, Michael Cerveris, Gregory Jones, Traci Hovel, Marianne Hagan
Zusatzmaterial: Webisodes, VFX Breakdowns, Produktionstagebuch von Regisseur Jim Mickle, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Splendid Film / WVG Medien GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © Splendid Film / WVG Medien GmbH

 

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We Are What We Are – Du isst was du bist

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We Are What We Are

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // „Wir sind was wir sind“ von 2010 ist ein sperriges Werk, spröde inszeniert und schwer zu konsumieren, aber allemal sehenswert. Im US-Remake weicht Regisseur Jim Mickle („Vampire Nation“) stark vom mexikanischen Original ab. Das beschränkt sich nicht nur darauf, dass es nun die Mutter ist, die zu Beginn des Films das Zeitliche segnet, während die mexikanische Familie den Verlust des Vaters beklagen musste. Mickle hat obendrein den sozialkritischen Anteil der Vorlage vollständig entfernt und porträtiert so lediglich eine dysfunktionale Familie. Deren kannibalistische Essgewohnheiten allerdings ähneln denen der Sippe im Original.

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Attacke am Straßenrand

Es wäre auch schwierig, Sozialkritik am Moloch Mexiko-Stadt auf die ländliche Gemeinde zu übertragen, in der „We Are What We Are“ spielt. Vater Frank Parker (Bill Sage) ist eindeutig die Autorität in der Familie, seine Töchter Iris (Ambyr Childers) und Rose (Julia Garner) sowie der Sohn Rory (Jack Gore) gehorchen. Doch nach dem Tod der Mutter gerät das nur scheinbar stabile Familiengebilde ins Wanken. Familienoberhaupt Frank will die alten Gebräuche des Parker-Clans um jeden Preis bewahren. Parallel spülen starke Regenfälle Indizien ans Tageslicht, die das grausame Geheimnis der Familie zu enthüllen drohen – die Behörden werden aufmerksam.

„We Are What We Are“ ist deutlich leichter konsumierbar als das Original. Das geht zu Lasten inhaltlicher Substanz, dafür gibt’s eine poetischere Atmosphäre. Dazu trägt ein altes Buch der Familie bei, aus dem eine der Töchter bisweilen vorliest. Es enthüllt Generationen zurückliegende Ereignisse, die die Familie zu dem gemacht haben, was sie ist.

Horror und Gewalt sind wie im Original eher sparsam dosiert. Zum Finale allerdings geht’s schmerzhaft zu. Speziell das Horrorgenre hat ja durchaus gelungene Remakes hervorgebracht, etwa bei „Dawn of the Dead“ und „Evil Dead“. In den Bereich dringt „We Are What We Are“ sicher nicht vor, für einen angenehmen Horrorabend reicht’s aber.

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Was bringt Papa wohl wieder an?

In die Besetzungsliste hat sich sogar ein wenig Prominenz verirrt: Als freundliche Nachbarin Marge ist Kelly McGillis zu sehen, die Mitte der 80er-Jahre mit „Der einzige Zeuge“ und „Top Gun“ zu Ruhm kam, ihr Auskommen seit den 90ern aber hauptsächlich mit TV-Filmen gesichert hat. Als Arzt Doc Barrow, der das Verschwinden seiner Tochter untersucht, tritt Michael Parks auf, den Robert Rodriguez und Quentin Tarantino gern für kleine Rollen verpflichten, unter anderem in „From Dusk Till Dawn“, den „Kill Bill“-Filmen und „Django Unchained“.

Tipp: Die Special Edition der Blu-ray enthält eine Bonus-Disc mit dem Originalfilm. Zu dessen Rezension geht’s auch hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Jim Mickle sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Kelly McGillis in der Rubrik Schauspielerinnen, Filme mit Nick Damici in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 24. Januar 2014 als 2-Disc Special Edition Blu-ray, Blu-ray und DVD

Länge: 105 Min. (Blu-ray), 101 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, nur Special Edition: Englisch
Originaltitel: We Are What We Are
USA 2013
Regie: Jim Mickle
Drehbuch: Nick Damici, Jim Mickle, nach dem Originaldrehbuch von Jorge Michel Grau
Besetzung: Bill Sage, Julia Garner, Ambyr Childers, Jack Gore, Michael Parks, Kelly McGillis, Kassie, Wesley DePaiva, Laurent Rejto
Zusatzmaterial: diverse Featurettes, Original Kinotrailer, Trailershow, nur Special Edition: Originalfilm „Wir sind was wir sind“
Vertrieb: Koch Media

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2013 Koch Media

 

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