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Freaky – Körpertausch mit Blutrausch: Der Serienkiller in der Teenagerin

Freaky

Kinostart: 24. Juni 2021

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Zwei Teenager-Pärchen sitzen an einem lauen Sommerabend am Lagerfeuer im Garten und erzählen einander Gruselgeschichten vom Serienmörder Blissfield Butcher. Das Haus enthält eine Sammlung skurriler bis morbider Artefakte, darunter den mysteriösen Dolch „La Dola“. Doch der Blissfield Butcher (Vince Vaughn) ist keine urbane Legende, wie die vier jungen Leute kurz darauf auf fatale Weise am eigenen Leib erfahren. Und der Dolch wechselt den Besitzer …

Der Mordversuch endet anders als vom Blissfield Butcher vorgesehen

Szenenwechsel: Millie Kessler (Kathryn Newton) besucht im Abschlussjahr die Blissfield Valley Highschool. Die 17-Jährige wird von den angesagten Mitschülerinnen und Mitschülern gemobbt und hat im Unterricht einen schweren Stand. Die Schreckensnachricht vom Mord an den vier Teenagern macht die Runde, hält die Schule aber nicht davon ab, das Homecoming-Footballspiel wie vereinbart stattfinden zu lassen. Millie trägt dort das Kostüm des Biber-Maskottchens. Als sie anschließend an der menschenleeren Schule darauf wartet, abgeholt zu werden, wird sie vom Blissfield Butcher attackiert. Als er ihr mit „La Dola“ einen Stich in die Schulter versetzt, geschieht etwas Unerwartetes: Millie und der Serienmörder schlüpfen in den jeweils anderen Körper. Bis Mitternacht des Folgetags muss es dem Mädchen gelingen, den Butcher mit dem „La Dola“-Dolch zu erstechen, sonst bleibt der Körpertausch von Dauer.

Millie (3. v. l.) hat sich verändert

Vorteil von Horrorfilmen: Man kann sich nach Herzenslust daran erfreuen, wenn unsympathische Zeitgenossinnen und -genossen auf blutige oder zumindest schmerzhafte Weise über den Jordan gehen. In der Realität würden wir das Mobbing-Täterinnen oder unangenehmen Lehrern dank unserer humanistischen Gesinnung nicht ernsthaft wünschen, beim Betrachten eines Films kann man sich zurücklehnen und es genießen. Erst recht, wenn es auf so erfreulich unerfreuliche Art und Weise geschieht wie hier. Beginnend mit dem Vierfachmord zu Beginn, sind die Bluttaten originell und brutal inszeniert – natürlich auf einem der FSK-Freigabe ab 16 Jahren angemessenen Gewaltlevel, denn „Freaky – Körpertausch mit Blutrausch“ soll ja im Kino reüssieren, da braucht es auch Teenager im Publikum. Andererseits – die Kreissägenszene ist nicht von schlechten Eltern …

Für Nyla (l.) und Josh (r.) hat sich Millie arg verändert

Richtig liegt zweifellos, wer annimmt, dass Kathryn Newton und Vince Vaughn Spaß an der ungewöhnlichen Aufgabe hatten, als junge Frau einen fiesen Serienkiller und als kräftiger Hüne eine zarte 17-Jährige zu verkörpern. Das kriegen die beiden auch sehr gut hin (auch wenn Vaughn ein paar Mal beim Laufen etwas zu affektiert mit den Armen herumfuchtelt), wobei ich diese Art Schauspielkunst auch nicht für sensationell halte. Profis sollten dazu in der Lage sein. Bei beiden Figuren kommt hinzu, dass sie sich selbstverständlich erst an ihre neuen Körper gewöhnen müssen. So stellt der Butcher in Millies Leib fest, dass es ihm nicht mehr so einfach fällt, einen anderen Erwachsenen zu attackieren. Millie im Leib des Butchers wiederum muss lernen, ihre Kräfte zu zügeln, wie sie feststellt, als sie auf ihre Freunde Nyla (Celeste O’Connor) und Josh (Misha Osherovich) trifft und den beiden klarmachen muss, dass sie nicht der Blissfield Butcher ist, sondern Millie. Das fällt etwas albern aus und bleibt nicht die einzige Albernheit, dem sympathischen Cast verzeiht man das aber gern. Außerdem ist es nun mal ein Hybrid aus Teenagerkomödie und Slasherfilm, da bleibt das nicht aus.

Der Serienmörder und die Schülerin

Die Handlung von „Freaky“ spielt sich an einem Freitag, dem 13., ab, was zum zwischenzeitlich vorgesehenen Titel „Freaky Friday the 13th“ passt, der somit als Crossover der Slasherfilme um Jason Voorhees und der Körpertauschkomödie „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“ (2003) konzipiert ist. Darin tauschten Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan als Mutter und Tochter ihre Identitäten. Wahlweise kann auch dessen Vorgänger „Ein ganz verrückter Freitag“ (1976) mit Barbara Harris und Jodie Foster als Vorbild herangezogen werden.

Ein Schlächter im Teenagerkörper

Regisseur und Drehbuchautor Christopher Landon hat für vier Filme der „Paranormal Activity“-Reihe die Skripts verfasst, den 2014er-Teil „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ auch selbst inszeniert. Mit „Scouts vs Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“ (2015), „Happy Deathday“ (2017) und dessen Sequel „Happy Deathday 2U“ (2019) und nun „Freaky – Körpertausch mit Blutrausch“ hat er ein Faible für Horrorkomödien bewiesen. Dem darf er gern treu bleiben. Der humorige Grusel ist dem Mainstreamkino verhaftet, wie das bei der Produktionsfirma Blumhouse nicht anders zu erwarten ist, aber daran müssen wir uns nicht stören.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vince Vaughn haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 102 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Freaky
USA 2020
Regie: Christopher Landon
Drehbuch: Michael Kennedy, Christopher Landon
Besetzung: Vince Vaughn, Kathryn Newton, Celeste O’Connor, Misha Osherovich, Emily Holder, Nicholas Stargel, Kelly Lamor Wilson, Mitchell Hoog, Dana Drori, Katie Finneran, Alonzo Ward, Dustin Lewis, Jennifer Pierce Mathus, Uriah Shelton, Melissa Collazo, Zack Shires, Alan Ruck, Magnus Diehl
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2021 Universal Pictures International Germany GmbH

 

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