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The Rookies – Wenn Milla Jovovich Nachwuchsagenten rekrutiert

Su ren te gong

Von Volker Schönenberger

Actionkomödie // Die verdeckte Interpol-Ermittlerin Miao Yan (Sandrine Pinna) vermasselt mit einem Aggressionsausbruch einen Einsatz in Hongkong. Zurück im Büro beobachtet sie online den Draufgänger Zhao Feng (Talu Wang), der gerade einen Wolkenkratzer erklimmt, sich dabei filmt und das Ganze live ins Internet überträgt. Beim Abstieg per Fallschirm landet er allerdings versehentlich mitten in einem Deal unter Gangstern. Doch bevor das Objekt der Begierde, die machtvolle chemische Waffe DM-85, den Besitzer wechseln kann, tritt die Spezialagentin Bruce (Milla Jovovich) auf den Plan und mischt die kriminelle Gesellschaft auf.

Auftakt auf dem Wolkenkratzer

Zhao Feng gelingt die Flucht, doch kurz darauf sucht ihn Bruce zu Hause auf. Sie klärt ihn darüber auf, einer Spezialeinheit der Freimaurer namens Phantomritterorden („Order of the Phantom Knighthood“) anzugehören, und rekrutiert ihn für eine Mission in Budapest. Aufgrund seines zufälligen Auftauchens würden ihn die Gangster für einen Beteiligten halten, weshalb er diese Rolle in Budapest weiterspielen solle. Kaum dort angekommen, schließen sich dem Nachwuchs-Agenten der Tüftler Ding Shan (Timmy Xu) und die arbeitslose Ärztin LV (Meitong Liu) an, etwas später auch die Interpolbeamtin Miao Yan. Die vier Anfängerspione bekommen es mit der Terroristengruppe „Iron Fist“ und dem durchgeknallten Milliardär und Witwer Liam Wonder (David Lee McInnis) zu tun. Zum Glück wacht Agentin Bruce mit all ihren Mutterinstinkten über das unerfahrene Quartett.

Milla taucht ab

Die chinesische Produktion „The Rookies“ kommt knallbunt und hyperaktiv daher und strotzt vor durchgeknallten Einfällen und Actionsequenzen. Die Story gerät dabei nicht nur zur Nebensache, sondern reichlich unübersichtlich. Welche Absichten der Milliardär Liam Wonder verfolgt, bleibt rätselhaft. Es hat irgendetwas mit dem plötzlichen Tod seiner Frau zu tun, und irgendwann faselt er etwas von einer „Ordnung der neuen Welt“. Er ist wohl der Oberschurke, zumal er Terroranschläge ungeheuren Ausmaßes plant, seine Szenen geben das aber nicht unbedingt her. Als internationaler Star mutiert Milla Jovovich („Monster Hunter“) recht bald zur Nebenfigur, irgendwann agiert sie nur noch im Hintergrund. Ihr Part erinnert ein wenig an den von Samuel L. Jackson gespielten Agenten Augustus Gibbons in Rob Cohens „xXx – Triple X“ (2002) mit Vin Diesel.

Agentin Bruce fackelt nicht lange

Wie bei James Bond spielen technische Gadgets eine bedeutsame Rolle, hier jedoch nehmen sie bisweilen geradezu Slapstick-Ausmaße an. Das kann man lustig oder albern finden. Vielleicht funktioniert dieser Humor für ein chinesisches Publikum, mir war das etwas zu überdreht. Aus heiterem Himmel kommt es mitten in einer Actionsequenz zu einem Ereignis mit tragischen Folgen, das weder zu der Szene noch zum gesamten Film passt. Sehr verstörend.

Stoff für ein Sequel?

Das Quartett der zwei jungen Agentinnen und zwei Agenten wirkt recht sympathisch, entwickelt aber zu wenig Profil, um dem Publikum ans Herz zu wachsen. Langeweile kommt nicht auf, Spannung leider nur wenig. Ebenso bedauerlich: EuroVideo hat weder deutsche noch englische Untertitel auf die Blu-ray und DVD gepackt, was speziell den Genuss der in Englisch und Chinesisch gehaltenen Originalfassung doch sehr schmälert, sofern man des Chinesischen nicht mächtig ist. „The Rookies“ macht den Eindruck, als könne es im Erfolgsfall die eine oder andere Fortsetzung nach sich ziehen. Ich brauche das nicht unbedingt.

Miao Yan und Zhao Feng legen los

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Milla Jovovich haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet. Welche ihrer dort noch nicht aufgeführten Filme sollten wir würdigen?

Sehen so die kommenden Topspione aus?

Veröffentlichung: 22. Juli 2021 als Blu-ray und DVD

Länge: 113 Min. (Blu-ray), 109 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Chinesisch/Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Su ren te gong
CHN/UNG 2019
Regie: Alan Yuen
Drehbuch: Yun Cheung Kong, Xu Lei, Alan Yuen
Besetzung: Milla Jovovich, Talu Wang, Sandrine Pinna, Timmy Xu, David Lee McInnis, Meitong Liu, Suet Lam, Danny Kwok-Kwan-Chan, Zhan Xiao, Nuo Lu, Kathy Chow, Paul Allica
Zusatzmaterial: Wendecover
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot: © 2021 EuroVideo Medien GmbH

 

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Freaky – Körpertausch mit Blutrausch: Der Serienkiller in der Teenagerin

Freaky

Kinostart: 24. Juni 2021

Von Volker Schönenberger

Horrorkomödie // Zwei Teenager-Pärchen sitzen an einem lauen Sommerabend am Lagerfeuer im Garten und erzählen einander Gruselgeschichten vom Serienmörder Blissfield Butcher. Das Haus enthält eine Sammlung skurriler bis morbider Artefakte, darunter den mysteriösen Dolch „La Dola“. Doch der Blissfield Butcher (Vince Vaughn) ist keine urbane Legende, wie die vier jungen Leute kurz darauf auf fatale Weise am eigenen Leib erfahren. Und der Dolch wechselt den Besitzer …

Der Mordversuch endet anders als vom Blissfield Butcher vorgesehen

Szenenwechsel: Millie Kessler (Kathryn Newton) besucht im Abschlussjahr die Blissfield Valley Highschool. Die 17-Jährige wird von den angesagten Mitschülerinnen und Mitschülern gemobbt und hat im Unterricht einen schweren Stand. Die Schreckensnachricht vom Mord an den vier Teenagern macht die Runde, hält die Schule aber nicht davon ab, das Homecoming-Footballspiel wie vereinbart stattfinden zu lassen. Millie trägt dort das Kostüm des Biber-Maskottchens. Als sie anschließend an der menschenleeren Schule darauf wartet, abgeholt zu werden, wird sie vom Blissfield Butcher attackiert. Als er ihr mit „La Dola“ einen Stich in die Schulter versetzt, geschieht etwas Unerwartetes: Millie und der Serienmörder schlüpfen in den jeweils anderen Körper. Bis Mitternacht des Folgetags muss es dem Mädchen gelingen, den Butcher mit dem „La Dola“-Dolch zu erstechen, sonst bleibt der Körpertausch von Dauer.

Millie (3. v. l.) hat sich verändert

Vorteil von Horrorfilmen: Man kann sich nach Herzenslust daran erfreuen, wenn unsympathische Zeitgenossinnen und -genossen auf blutige oder zumindest schmerzhafte Weise über den Jordan gehen. In der Realität würden wir das Mobbing-Täterinnen oder unangenehmen Lehrern dank unserer humanistischen Gesinnung nicht ernsthaft wünschen, beim Betrachten eines Films kann man sich zurücklehnen und es genießen. Erst recht, wenn es auf so erfreulich unerfreuliche Art und Weise geschieht wie hier. Beginnend mit dem Vierfachmord zu Beginn, sind die Bluttaten originell und brutal inszeniert – natürlich auf einem der FSK-Freigabe ab 16 Jahren angemessenen Gewaltlevel, denn „Freaky – Körpertausch mit Blutrausch“ soll ja im Kino reüssieren, da braucht es auch Teenager im Publikum. Andererseits – die Kreissägenszene ist nicht von schlechten Eltern …

Für Nyla (l.) und Josh (r.) hat sich Millie arg verändert

Richtig liegt zweifellos, wer annimmt, dass Kathryn Newton und Vince Vaughn Spaß an der ungewöhnlichen Aufgabe hatten, als junge Frau einen fiesen Serienkiller und als kräftiger Hüne eine zarte 17-Jährige zu verkörpern. Das kriegen die beiden auch sehr gut hin (auch wenn Vaughn ein paar Mal beim Laufen etwas zu affektiert mit den Armen herumfuchtelt), wobei ich diese Art Schauspielkunst auch nicht für sensationell halte. Profis sollten dazu in der Lage sein. Bei beiden Figuren kommt hinzu, dass sie sich selbstverständlich erst an ihre neuen Körper gewöhnen müssen. So stellt der Butcher in Millies Leib fest, dass es ihm nicht mehr so einfach fällt, einen anderen Erwachsenen zu attackieren. Millie im Leib des Butchers wiederum muss lernen, ihre Kräfte zu zügeln, wie sie feststellt, als sie auf ihre Freunde Nyla (Celeste O’Connor) und Josh (Misha Osherovich) trifft und den beiden klarmachen muss, dass sie nicht der Blissfield Butcher ist, sondern Millie. Das fällt etwas albern aus und bleibt nicht die einzige Albernheit, dem sympathischen Cast verzeiht man das aber gern. Außerdem ist es nun mal ein Hybrid aus Teenagerkomödie und Slasherfilm, da bleibt das nicht aus.

Der Serienmörder und die Schülerin

Die Handlung von „Freaky“ spielt sich an einem Freitag, dem 13., ab, was zum zwischenzeitlich vorgesehenen Titel „Freaky Friday the 13th“ passt, der somit als Crossover der Slasherfilme um Jason Voorhees und der Körpertauschkomödie „Freaky Friday – Ein voll verrückter Freitag“ (2003) konzipiert ist. Darin tauschten Jamie Lee Curtis und Lindsay Lohan als Mutter und Tochter ihre Identitäten. Wahlweise kann auch dessen Vorgänger „Ein ganz verrückter Freitag“ (1976) mit Barbara Harris und Jodie Foster als Vorbild herangezogen werden.

Ein Schlächter im Teenagerkörper

Regisseur und Drehbuchautor Christopher Landon hat für vier Filme der „Paranormal Activity“-Reihe die Skripts verfasst, den 2014er-Teil „Paranormal Activity – Die Gezeichneten“ auch selbst inszeniert. Mit „Scouts vs Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“ (2015), „Happy Deathday“ (2017) und dessen Sequel „Happy Deathday 2U“ (2019) und nun „Freaky – Körpertausch mit Blutrausch“ hat er ein Faible für Horrorkomödien bewiesen. Dem darf er gern treu bleiben. Der humorige Grusel ist dem Mainstreamkino verhaftet, wie das bei der Produktionsfirma Blumhouse nicht anders zu erwarten ist, aber daran müssen wir uns nicht stören.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Vince Vaughn haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 102 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Freaky
USA 2020
Regie: Christopher Landon
Drehbuch: Michael Kennedy, Christopher Landon
Besetzung: Vince Vaughn, Kathryn Newton, Celeste O’Connor, Misha Osherovich, Emily Holder, Nicholas Stargel, Kelly Lamor Wilson, Mitchell Hoog, Dana Drori, Katie Finneran, Alonzo Ward, Dustin Lewis, Jennifer Pierce Mathus, Uriah Shelton, Melissa Collazo, Zack Shires, Alan Ruck, Magnus Diehl
Verleih: Universal Pictures International Germany GmbH

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Szenenfotos & Trailer: © 2021 Universal Pictures International Germany GmbH

 

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Gewinnspiel: 3 x Badmen with a Good Behavior auf DVD

Verlosung

Zwei Special Agents der Weltpolizei jagen einen Serienmörder, der seinen Opfern die Hände abtrennt und diese mitnimmt. „Badmen with a Good Behavior“ (2018) entstammt dem niederrheinischen Undergroundfilm. Regisseur, Drehbuchautor, Produzent, Cutter und Hauptdarsteller in Personalunion Loco Meisenkaiser hat uns von seinem bislang einzigen Langfilm drei DVDs zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank, auch im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Da „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress): Wer möchte, darf mir im Gewinnfalle gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Dies ist aber völlig freiwillig und keine Teilnahmevoraussetzung. Nicht freiwillig, sondern verbindlich hingegen: Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 13. Juni 2021, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage im letzten Absatz des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Ich benötige obendrein die Zusage, dass die Sendung nur von einem Erwachsenen entgegengenommen werden kann. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die DVD. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner/innen werde ich im Lauf von zwei Wochen nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Elbmatrose,
– Thomas Siwinski,
– David Weinand.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Badmen with a Good Behavior“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2021 by Volker Schönenberger

 

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