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Inferno – Jules Verne, James Bond und Joe McCarthy

Hell and High Water

Von Ansgar Skulme

Kriegs-Spionagethriller // Angesichts einer wachsenden nuklearen Bedrohung nimmt ein Team um den Wissenschaftler Montel (Victor Francen) im Sommer 1953 privat finanziert alle denkbaren Risiken auf sich: In einer abgelegenen Inselregion Asiens bereiten die Chinesen offenbar einen Atombombenabwurf vor. Unklar ist allerdings, was genau vor sich geht, ebenso das Ziel des Anschlags. Professor Montel will daher gemeinsam mit seiner Assistentin (Bella Darvi) vor Ort herausfinden, was los ist. Er und der organisatorische Leiter der Expedition, Fujimori (Richard Loo), engagieren den früheren US-Navy-Offizier Adam Jones (Richard Widmark), um mit einem alten japanischen U-Boot und einer überwiegend nach den Wünschen des kommandierenden Offiziers zusammengestellten Besatzung ins Feindesland aufzubrechen.

Dicke Luft in den Tiefen des Meeres

Rot ist hier leider nicht nur die atmosphärische nächtliche Beleuchtung im U-Boot, sondern auch das Feindbild, auf das der Film Jagd macht. „Inferno“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass man im Kino immer wieder zwischen ästhetischem und/oder erzählerischem Funktionieren, wenn nicht gar Brillieren, sowie inhaltlich-thematischer Relevanz unterscheiden muss. Ich mag diesen Film sehr gern und hatte ihn mir auch schon aus jungen Jahren in bleibender Erinnerung bewahrt, weil er sowohl spannend als auch visuell ansehnlich inszeniert und mit charismatischen, guten Schauspielern besetzt ist und zudem spektakuläre, im Gedächtnis bleibende Explosionen sowie dynamisch inszenierte Feuergefechte zeigt. Politisch jedoch ist er hanebüchen flach und naiv – was mir heute natürlich weit mehr als früher auffällt.

Du bist schuld! Nein, du!

Die Oscar-Nominierung für die Spezialeffekte gab es zu Recht – und das ist auch nicht der einzige hervorragende Aspekt an diesem von Samuel Fuller als Gefallen für 20th-Century-Fox-Legende Darryl F. Zanuck inszenierten Projekt. Auf eine Art tragisch allerdings ist, dass „Inferno“ somit eine Art Gegenleistung Fullers dafür war, dass Zanuck ihn gegenüber FBI-Chef J. Edgar Hoover verteidigt hatte, weil diesem Fullers „Polizei greift ein“ (1953) – ebenfalls mit Richard Widmark in der Hauptrolle – nicht patriotisch und vor allem FBI-freundlich genug war und Hoover in Fullers Arbeit schon damals offenbar generell zu viele eher linke Tendenzen sah. Zanuck nahm Fuller daraufhin in Schutz und so wollte dieser ihm den Wunsch nicht abschlagen, „Inferno“ zu inszenieren, wenn er denn wenigstens maßgeblich das ursprüngliche Drehbuch umgestalten durfte.

Widerstand gegen die Feindesgewalt

Bedeutet im Rückschluss: Fuller inszenierte einen antikommunistischen Film wie „Inferno“, der den Kommunismus – oder um im Jargon des Films zu bleiben: die „Roten“ – pauschal und ohne Gründe zu nennen als gesichtsloses Feindbild darstellt, das zu äußersten Mitteln zu greifen bereit ist. Und das als Dank dafür, dass Zanuck ihn vorher Filme hatte machen lassen, die tendenziell eher das Gegenteil aussagten und zumindest keine Werbung fürs Vaterland in dem Sinne waren, wie es der FBI-Chef am liebsten gesehen hätte; und als Dank dafür, dass Zanuck diese Projekte sogar gegenüber Hoover verteidigte. Spätestens am Set von „Inferno“ hätte Fuller durchaus die Zeichen der Stunde anders verstehen können, denn dort erfuhr er, dass er für „Polizei greift ein“ mit dem Bronzenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet worden war (ein Goldener Löwe wurde bei dieser Preisverleihung nicht vergeben, nur silberne und bronzene) – mochte J. Edgar Hoover den Film nun verabscheut haben oder nicht. Trotzdem aber geriet Fullers erster Film nach der Auszeichnung von Venedig dann zum antikommunistischen Reißer – ein „Inferno“ also in jedem Fall, auf welche Art nun auch immer man es betrachtet.

Fullers Richtungswechsel wirkt zumindest auf den ersten Blick ein wenig enttäuschend – wie ein Hürdenläufer, der sich nach Überwinden aller Hindernisse auf der Zielgeraden plötzlich zum Umkehren entscheidet, obwohl er eigentlich schon durch war. Die Frage „Warum das denn jetzt eigentlich, Herr Fuller?“ schwebt ein wenig über diesem Film, vor allem, da das Drehbuch ja entscheidend von Fuller überarbeitet werden durfte und Zanuck demnach gar nicht einmal besonders repressiv war. Dass es überdimensionale Feinde geben muss, wenn man einen Film über eine Atombombe dreht, finde ich sogar noch nachvollziehbar, und da alle dementsprechenden Feinde der USA damals (angebliche) Kommunisten waren – sei es drum. Enttäuschend aber ist vor allem die Profil- und Motivlosigkeit des Gegners, die dieser Film suggeriert. Da sind eben irgendwo „drüben“ einfach Böse, die einfach nur böse sind und Amerika schaden wollen – wer genau das ist oder warum das Ganze, bleibt ziemlich unklar. Als ob es rein mordlustige Wesen ohne jegliche Ideale und Überzeugungen wären, die auch für keinen Zweck agieren, sondern aus reiner Boshaftigkeit. Es lässt sich in groben Umrissen natürlich ableiten und erschließen, auf wen der Thriller hinaus will beziehungsweise wen er alles meinen könnte, Gesichter oder Gemeinte kann man auch erahnen, ohne sie wirklich zu sehen, aber insbesondere die Motive des Feindes werden quasi so gut es geht ausgespart und der Film bleibt konsequent das Gegenteil von konkret oder von stichhaltig – nämlich erschreckend oberflächlich und pauschal. Entscheidend ist offenbar nur: Amerika ist in Gefahr und muss beschützt werden und alle, als deren Beschützer Amerika sich sieht – egal warum eigentlich, aber dafür um jeden Preis. Da kommen Weltbilder zum Vorschein, die es den gebildeten Zuschauer angst und bange werden lassen können. So als ob jemand einem kleinen Jungen dessen Schokoriegel weggenommen hätte – aber wer es war, weiß er nicht. Und dann fängt er eben einfach an zu weinen und wettert pauschal gegen alle, die in Frage kommen, und wenn man ihn jetzt nicht gleich in Ruhe lässt, dann nimmt er Rache. Tiefgang sieht wirklich anders aus. In Frankreich – wohlgemerkt der Heimat der Figur Professor Montel im Film – war „Inferno“ aufgrund seiner politischen Marschroute sogar für eine Weile verboten und wurde, wie aus der Begründung hervorgeht, ähnlich wie sowjetische Propaganda-Filme auf der Gegenseite behandelt beziehungsweise auf Augenhöhe mit diesen angesiedelt.

Meine Hobbys sind: Kernkraft, Atombomben, U-Boote und Flugzeuge

Ein bisschen sieht man von den „Roten“ aber schon. Ein paar Schergen sieht man, wie sie sich beim Belauschen zusammenrotten, dann sind da ein paar herumballernde Angreifer, die man kaum erkennt, die zudem genau dann angreifen, als der Professor gerade vom Willen zum Dialog redet, und einen Gefangenen sieht man noch, der brutal einen Wehrlosen angreift – dieser ist die Figur, von der man auf Seiten des Gegners noch am meisten hört und erkennen kann –, Gehaltvolleres ist da aber einfach nicht. Zum Glück kann „Inferno“ handwerklich und künstlerisch weit mehr, als er mit seiner tapsigen Naivität auf der politischen Ebene draufhat. Die asiatischen Kommunisten sind hier in diesem Genre, zumindest in diesem Film, gewissermaßen das, was im Western die Indianer sind, wobei man diesen Spionagethriller in dieser Hinsicht schon etwas anders und strenger beurteilen sollte als einen Western, da er immerhin topaktuelle politische Diskurse kommentierte und verharmloste. Mag der Western kein Historiengenre sein und nun einmal seine Geschichtchen erzählen – das ist ein anderes Paar Schuhe. Ich bin schließlich selbst kein Freund davon, den Western zu einem historisch ambitionierten Genre zu verklären, was ich hier im Blog auch schon ausführlich dargelegt habe – eine Entschuldigung dieser Sorte gilt für „Inferno“ und seine Machart aber auf keinen Fall. Der Film bezog damals Stellung zu laufenden politischen Prozessen, beförderte Feindbilder ohne Argumente und lässt selbst ein Interesse daran vermissen, die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Natürlich erschwerte auch der Western eine korrekte historische Aufarbeitung der US-amerikanischen Geschichte, allerdings geht es in „Inferno“ eben nicht um historische Aufarbeitung, sondern eher um das Neuerschaffen von Feindbildern. Und das ist der letztlich entscheidende Unterschied zwischen den Indianern im Western und den „roten“ Asiaten in „Inferno“, an deren Dämonisierung sich der Film gewissermaßen tagesaktuell beteiligte.

Frauen auf einem U-Boot? Soweit kommt’s noch! Genau …

Vielleicht wollte Samuel Fuller gerade dadurch, dass er Gesichter des Feindes vermied und die feindliche Macht so gut wie gar nicht zu Wort kommen ließ – und wenn, dann in fremder Sprache –, einen abstrakten Eindruck erzeugen, der das Feindbild noch vergleichsweise harmlos wirken lässt; zumindest harmloser als wenn man exakt greifbare Superschurken mit Namen und Thesen vor sich hätte, denen man gleichzeitig auch Authentizität unterstellt. Erreicht wird jedoch meiner Ansicht nach genau das Gegenteil. Oberflächlich irgendwelchen Personengruppen oder Erdteilen oder implizit einer Nation einen Atombombenbau anzuhängen und dann noch nicht einmal genau zu erläutern, warum sie das überhaupt machen wollen sollte(n) oder implizit den Gedankengang „Weiß doch eh jeder, warum die Atombomben bauen und dass sie deswegen eine Gefahr für uns sind! Die sind ja alle gleich.“ mitschwingen zu lassen, ist schon ein sehr starkes Stück. Und vor allen Dingen tut man damit genau das, was man im Film eigentlich dem Gegner vorwirft – der den Abwurf der Bombe den Amerikanern anhängen will. Man beschuldigt und dämonisiert, ohne klare Argumente zu formulieren. Im Film wird es als verwerflich dargestellt, dass der „rote“ Feind in Asien eine Atombombe abwerfen will, um danach einfach zu behaupten, die Amerikaner seien es gewesen. Der Film selbst beziehungsweise seine Macher behaupten aber gleichsam, dass es eben in Asien Elemente gibt, die einfach so Atombomben abwerfen und so wickelt sich die komplette Story davon ausgehend ab. Das Wort „grotesk“ wäre für diese freche Paradoxie noch sehr freundlich gewählt.

Phönix aus der Asche

Gerade weil „Inferno“ thematisch umso absurder wird, umso genauer man ihn betrachtet, ist die Leistung der künstlerischen Verantwortlichen und Schauspieler umso höher einzustufen. Denn so viel populistischen Unsinn, der aufgrund der Tragweite der Entgleisungen im Rahmen dieser Rezension auch als erstes genannt werden musste, muss man auf der anderen Seite wirklich erst einmal in einen dennoch so spannenden und ansehnlichen Film verpacken. Wie „Inferno“ mit dem Untersee-Expeditionsmotiv sowie dem alten Professor an Bord immer wieder an Jules Verne erinnert, hat Charme – Jules Verne als Kriegsfilmvariation, wenn man so will. Dazu der Aspekt, dass das Zielobjekt eine mysteriöse Nuklearbasis auf einer abgelegenen Insel ist und lange unklar bleibt, was genau dort vor sich geht – politisch gesehen reißerischer Humbug, aber andererseits ein amüsanter Vorgriff auf die späteren James-Bond-Filme, in denen es allerdings auch immer einen Superschurken gab, der der feindlichen Macht ein Gesicht und Motive verlieh, wenn er auch manchmal erst sehr spät zum Vorschein kam. Die zugehörigen Romane von Ian Fleming begannen etwa zu der Zeit, als „Inferno“ ins Kino kam, langsam auf den Markt zu strömen, aber die den Bond-Filmen, die punktuell am ehesten an „Inferno“ erinnern, zugrundeliegenden Romane erschienen erst nach Ende der Dreharbeiten zum vorliegenden Film von Samuel Fuller – einzig „Casino Royale“ war schon als Buch veröffentlicht worden, bevor „Inferno“ in die Kinos gebracht wurde.

Die Falle ist gestellt, die Abhöraktion läuft

Man könnte im Rückschluss also auch zu der Folgerung gelangen, dass „Inferno“ im Prinzip eigentlich versucht, mit wesentlichen Bausteinen der Logik, der Ästhetik und der Dramaturgie von (teils später entstandenen) James-Bond- und Jules-Verne-Filmen ein politisch topaktueller, anspruchsvoller, glaubwürdiger, möglichst authentisch verpackter Spionage-Kriegsfilm zu sein. Ein Ansatz, der – gelinde gesagt – sehr mutig ist. So mag „Inferno“ für Bond-Fans am Ende vielleicht sogar teils visionäre, beeindruckende Züge haben, während er dem einen oder anderen Diplomaten der Weltpolitik wiederum wahrscheinlich das blanke Grausen einjagen wird.

Tiefgang? Niedergang? Untergang? Tauchgang!

Erwähnt werden muss aber auch: Der Umstand, dass Samuel Fuller Schauspieler wie Gene Evans und David Wayne in ziemlich kleinen Rollen, ohne auch nur eine einzige Szene, die sie in den Vordergrund stellen würde, gewinnen konnte, weist seinen so oder so damals schon recht hohen Stellenwert in der Branche nach – und auch ein gewisses Urvertrauen in dieses Projekt, das bei vielen vorhanden gewesen sein dürfte. Zwei Schauspieler, die zuvor bereits wesentlich größere Parts, also Hauptrollen oder Hauptgegenspieler, in anderen Filmen verkörpert hatten – Wayne hatte man beispielsweise im Hollywood-Remake von Fritz Langs „M“, das 1951 herauskam, als Kindermörder in den Fußstapfen von Peter Lorre sehen können. „Inferno“ war unstrittig ein großes Prestige-Projekt und zudem auch an den Kinokassen kommerziell sehr erfolgreich. Stark vor allem darin, die klaustrophobisch stickige Atmosphäre im U-Boot immer wieder glaubhaft einzufangen und die taktischen Manöver des kommandierenden Offiziers spannend widerzuspiegeln, aber auch energiegeladen mitreißend in actionreichen Momenten. Darüber hinaus mit interessanten Lichtstimmungen verziert – manchmal denkbar einfach und doch genial gelöst, insbesondere in der Liebesszene, die vom tiefen Rot der U-Boot-Nachtbeleuchtung gerahmt wird – und mit einem denkwürdigen, facettenreichen Score von Alfred Newman gesegnet, der zu Recht auch als reine Musik-Tonspur auf der neuen Blu-ray- und DVD-Veröffentlichung von explosive media zu finden ist.

Schickes Update

Sogar wer bereits die alte deutsche DVD-Veröffentlichung von Universum Film aus dem Jahr 2008 besitzt, tut sich allein schon mit der neuen DVD von explosive media einen Gefallen. Der Ton ist jetzt besser – vor allem bei der Originalfassung –, der Bonus auf der Disc umfangreicher und zusätzlich sind Untertitel vorhanden. Die alte Veröffentlichung hatte zwar noch eine kleine, gedruckte Textbeigabe mit Schauspielerbiografien und -filmografien, deren Fehlen man aber verschmerzen kann. Und dass die Blu-ray hinsichtlich Bild- und Tonqualität noch mal einen draufsetzt, versteht sich in diesem Kontext ohnehin fast von selbst. Die deutsche Synchronfassung ist wunderbar atmosphärisch gelungen und interessant besetzt. Richard Widmark gehört zu den Hollywoodklassiker-Stars, die jeweils mehrfach mit unterschiedlichen außerordentlich gut passenden deutschen Synchronstimmen besetzt worden sind. Mitte der 50er war der auch hier zu hörende E. W. Borchert für ihn gesetzt, der mir sehr gut als Widmark gefällt. Daneben gibt es in „Inferno“ unter anderem Harald Juhnke als Stimme von Cameron Mitchell und Walther Suessenguth für Victor Francen zu erleben – zwei sehr versierte Sprecher, die zu hören immer eine Freude ist. Bella Darvi, die in „Inferno“ ihr Spielfilmdebüt gab und damals eine Liaison mit Darryl F. Zanuck hatte, nachdem sie sich zunächst mit ihm und seiner Ehefrau Virginia angefreundet und aus deren beider Vornamen ihren Künstlernachnamen „Darvi“ abgeleitet hatte, spricht in der deutschen Fassung mit der Stimme von Tina Eilers. Die polnische Newcomerin, die die Rolle nur aus persönlichen Gründen von Zanuck erhalten hatte und am Set von „Inferno“ nicht sonderlich beliebt war, blieb allerdings nicht lange erfolgreich. Samuel Fuller überzeugte Gene Evans, sie während der Dreharbeiten zu coachen, um das Beste aus ihr herauszuholen, doch nach rund 15 weiteren Auftritten vor der Kamera – die wenigsten davon in Hollywood-Filmen – endete ihre Karriere schließlich in mehreren Selbstmordversuchen, von denen einer dann auch gelang. Die neue deutsche Veröffentlichung von explosive media ist fast auf den Tag genau 65 Jahre nach dem deutschen Kinostart des Films erschienen. Ein Kauf, der sich für Fans des klassischen Hollywood-Kinos in jedem Fall lohnt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Richard Widmark sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Veröffentlichung: 25. Juli 2019 als Blu-ray und DVD, 26. Mai 2008 als DVD

Länge: 103 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Hell and High Water
USA 1954
Regie: Samuel Fuller
Drehbuch: Samuel Fuller, Jesse Lasky Jr., nach einer Geschichte von David Hempstead
Besetzung: Richard Widmark, Bella Darvi, Victor Francen, Cameron Mitchell, Gene Evans, David Wayne, Richard Loo, John Wengraf, Wong Artarne, Stephen Bekassy
Zusatzmaterial: Original-Trailer, Original-Teaser, Bildergalerie, Musik-Tonspur
Label: explosive media
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2019 by Ansgar Skulme

Szenenfotos & Packshot Blu-ray: © 2019 explosive media

 

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Gewinnspiel: 3 x Der schmale Grat als Blu-ray – 2 x im Steelbook, 1 x im Mediabook

Verlosung

Terrence Malicks „Der schmale Grat“ („The Thin Red Line“) von 1998 gehört zu meinen absoluten Favoriten im Genre der Kriegsfilme, getoppt vielleicht nur von Francis Ford Coppolas gewaltigem „Apocalypse Now“ (1979). FilmConfect Home Entertainment hat uns von dem zwischen meditativ und actionhaltig schwankenden Zweiter-Weltkriegs-Drama drei Blu-rays zur Verfügung gestellt, zwei davon im schmucken Futurepak (wer mir den Unterschied zum Steelbook erklären kann – immer gern), eine im Mediabook. Drei wertige Preise, Grund genug, damit die Gewinnspiel-Saison 2019 einzuläuten. Dafür im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner ein herzlicher Dank ans Label!

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf völlig freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,45 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Weil die zur Auslosung kommenden Gewinne so schön sind, ist diesmal wieder etwas mehr zu tun als gewöhnlich, Ihr müsst nämlich per Kommentar unter diesem Gewinnspiel einige Fragen beantworten, und zwar korrekt, wobei euch ein Fehlschuss in Form einer falschen Antwort gewährt sei. Wer des Lesens mächtig ist und meine Rezension des Films durchforstet, sollte damit keine Schwierigkeiten haben, ausnahmslos alle Antworten sind dort zu finden. Dafür habt Ihr Zeit bis Sonntag, 13. Januar 2019, 22 Uhr. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – damit niemand von vorherigen Kommentaren abschreibt, werden alle Antworten erst nach Ende der Abgabefrist freigeschaltet.

Hier die Fragen; von den ersten acht müssen sieben korrekt beantwortet werden, die neunte dient meiner Information, woher Ihr kommt:

1. Wie lautet der Name der Insel, die zum Schauplatz der kriegerischen Ereignisse in „Der schmale Grat“ wird?

2. Wie lautet der Name der Schützenkompanie, die bei der Erstürmung der Insel zum Kanonenfutter wird?

3. Wie heißen die beiden Stars der A-Liga, die sich bei der Besetzung des Films mit Minirollen begnügten, um nur ja endlich mit diesem legendären Regisseur drehen zu dürfen?

4. Wie heißen die beiden Schauspieler, deren Szenen dem Vernehmen nach der Schere zum Opfer fielen?

5. In den 1950er-Jahren entstand ein Kriegsfilm-Klassiker nach einer Vorlage desselben Autors, der auch die Vorlage zu „Der schmale Grat“ verfasst hatte. Wie lautet der Titel des Films?

6. Für wie viele Oscars wurde „Der schmale Grat“ 1999 nominiert?

7. Welchem Film unterlag das Kriegsdrama in der Oscar-Kategorie „Bester Film“?

8. Bei den Oscars unterlegen, aber immerhin gewann „Der schmale Grat“ 1999 einen der weltweit bedeutendsten Filmpreise auf Festivalebene. Welchen?

9. Wie seid Ihr auf dieses Gewinnspiel oder überhaupt auf „Die Nacht der lebenden Texte“ gestoßen? Falls Ihr von Facebook kommt, interessieren mich auch die Filmgruppen, in denen Ihr Mitglied seid (etwas genauer bitte als „Bin in der Horrorgruppe“ oder „Aus der Facebook-Filmgruppe“ – ich bin bei Facebook Mitglied in diversen Filmgruppen und Horrorfilmgruppen). Wenn Ihr sicher seid, dass wir einander kennen, und sei es nur über das Gesichtsbuch, äußert das einfach!

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf das Mediabook bzw. das Futurepak. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (und sind im Lostopf gelandet, sofern nicht anders erwähnt):

01. Maik Gießler (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
02. Jens
03. Luisa Neudert
04. Rico Lemberger
05. Lilly
06. Oliver Maey
07. Frank Schlumm (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
08. Andreas H.
09. Melanie Wehrmann
10. Christoph Leo
11. Thomas
12. Samara
13. Katharina Stranz (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, die Spezifizierung dann irrtümlich als Antwort 2 geliefert, sodass die zweite Frage falsch beantwortet ist, dennoch im Lostopf)
14. Thomas Schmidt
15. michael
16. Dennis Reichenbach
17. Philipp Mourner
18. Wulf Brandt (Frage 1 etwas ungenau beantwortet, macht aber nichts)
19. Thomas Oeller

Für die Verzögerung bei der Auslosung und Bekanntgabe der Gewinner/innen bitte ich um Nachsicht. Nu aber. Gewonnen haben

– Lilly das Mediabook,
– Frank Schlumm ein Steelbook,
– Thomas Schmidt das zweite Steelbook.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Menno, die beiden Gewinner des Steelbooks haben weder auf die Antwort unter ihrem Kommentar noch auf meine zwei Benachrichtigungen per E-Mail reagiert. Aber wer nicht will, der hat schon, dann freuen sich zwei andere. Und das sind Thomas Oeller und Katharina Stranz. Herzlichen Glückwunsch! Auch Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Der schmale Grat“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

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Unter Feinden – Walking with the Enemy: In feindlicher Uniform

Walking with the Enemy

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Ungarn trat als Verbündeter des Deutschen Reichs in den Zweiten Weltkrieg ein. Als Reichsverweser führte Admiral Miklós Horthy das Königreich ohne König in autoritärer Weise. Doch als sich der Kriegsverlauf zuungunsten der Deutschen drehte, wandte sich das Land nach und nach den Alliierten zu. Folge: Am 19. März 1944 begann das Unternehmen Margarethe – der Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Ungarn.

Noch ist der Krieg nicht in Budapest angekommen

Damit beginnt auch „Unter Feinden – Walking with the Enemy“. Das Kriegsdrama steht in einer Tradition europäischer Filme, mit denen einzelne Nationen ihre Beteiligung am Zweiten Weltkrieg aufarbeiten, etwa Finnland („Winterkrieg“, 1989), Dänemark („9. April – Angriff auf Dänemark“, 2015), Estland („Brüder – Feinde“, 2015) und Norwegen („The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“, 2016). „Unter Feinden – Walking with the Enemy“ ist allerdings unter der Ägide der US-Produktionsfirma Liberty Studios an Drehorten in Rumänien entstanden.

Die Pfeilkreuzler machen mit den einmarschierten Deutschen gemeinsame Sache

Kurz nach dem Einmarsch der Deutschen trifft auch SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann (Charles Hubbell) in Budapest ein, um die Deportation der ungarischen Juden zu organisieren und zu überwachen. Die beiden jungen jüdischen Männer Elek Cohen (Jonas Armstrong) und Ferenc Jacobson (Mark Wells) kommen in ein Arbeitslager, doch bei einem alliierten Luftangriff gelingt ihnen die Flucht. Derweil muss sich Admiral Horthy (Ben Kingsley) mit dem deutschen SS-Oberst Otto Skorzeny (Burn Gorman) herumplagen, der mehr ungarische Kollaboration in der „Judenfrage“ einfordert. Als Elek und Ferenc an zwei SS-Uniformen gelangen, reift in den beiden Freunden ein waghalsiger Plan.

Die jungen Juden planen ihren Widerstand

Von den etwa 825.000 ungarischen Juden, die in der ersten Hälfte der 1940er-Jahre in dem Königreich lebten, kamen etwa 525.000 im Holocaust ums Leben. Die Geschichte von „Unter Feinden – Walking with the Enemy“ ist inspiriert von den Taten Pinchas Tibor Rosenbaums, der als Faschist getarnt – wenn auch in Uniform der ungarischen Pfeilkreuzler – hunderte jüdische Landsleute vor der Deportation nach Auschwitz rettete. Hauptfigur des Ensemblefilms ist dann auch Elek. Die Produktion hat internationales Format, folgt aber bewährten Pfaden heldenhafter Kriegsdramen, inszenatorische Finessen oder Überraschungen bleiben daher Mangelware. Ausstattung, Setdesign und auch Schauspielkunst genügen hohen Ansprüchen, bemerkenswert für ein Regiedebüt – es ist die bislang einzige Regiearbeit von Mark Schmidt. Der getragene Score wirkt allerdings etwas beliebig. Szenen mit Admiral Horthy dienen in erster Linie dem Zweck, den Widerstand des ungarischen Reichsverwesers gegen die antijüdischen Maßnahmen der deutschen Besatzer zu dokumentieren, eine differenzierte Auseinandersetzung mit Horthys Rolle in dieser Zeit findet nicht statt.

SS-Oberst Otto Skorzeny zieht seine Maßnahmen durch

Kriegs-Action, Spannung und bewegende Szenen halten sich die Waage. „Unter Feinden – Walking with the Enemy“ reiht sich im guten Mittelfeld vergleichbarer Kriegsdramen ein, die bestimmten Ereignissen und Handlungsorten des Zweiten Weltkriegs ein Denkmal setzen wollen.

Reichsverweser Admiral Horthy (l.) widersetzt sich den Deutschen

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Ben Kingsley sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Elek Cohen spielt ein gewagtes Spiel

Veröffentlichung: 5. Juli 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 113 Min. (Blu-ray), 109 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Walking with the Enemy
RUM/UNG/KAN/USA 2013
Regie: Mark Schmidt
Drehbuch: Kenny Golde
Besetzung: Ben Kingsley, Jonas Armstrong, Mark Wells, Hannah Tointon, Burn Gorman, David Leon, Flora Spencer-Longhurst, Michelle Miklosey, Jeffrey C. Hawkins, Simon Kunz, Charles Hubbell
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Tiberius Film

 

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