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Die Abenteuer des Herkules – Sandalenfilm vom Trash-Auteur

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Le avventure dell’incredibile Ercole

Gastrezension von Simon Kyprianou

Fantasy-Abenteuer // Einige Götter haben Zeus geärgert, haben ihn verraten. Seine sieben mächtigen Donnerkeile sind nun überall auf der Welt verstreut und müssen so schnell wie möglich wiedergefunden werden. Deshalb reaktiviert Zeus Herkules (Lou Ferrigno) und schickt ihn auf die Suche, die Donnerkeile zu finden. Logisch, dass sie sich an äußerst gefährlichen Orten befinden.

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„Ich will meine Donnerkeile wiederhaben!“

„Die Abenteuer des Herkules“ (eigentlich: „Die Abenteuer des Herkules, 2. Teil“) musste mit noch weniger Budget auskommen als sein Vorgänger, der ja auch nicht sonderlich hoch budgetiert war, und das sieht man ihm auch an. Die Effekte sind plump, alles wirkt hastig zusammengezimmert, an allen Ecken und Enden hapert es. Aber Drehbuchautor und Regisseur Luigi Cozzi scheint das gar nichts auszumachen, die Gigantomanie, der Wahnsinn, der Schwachsinn, all das ist geblieben.

Mumien, Monstren, Mutationen

Verrückte Monster, Zombies, Geister, Teufel, Götter, herrliche Stop-Motion-Tricks, die Entstehung der Welt, der Mond, Unterwassernixen, all dem begegnen wir in Cozzis Film, der in jedem Sinne, eigentlich aber im allerbesten Sinne von allen guten Geistern verlassen ist. Die Heldengeschichte verwandelt Cozzi in psychedelischen, rauschhaften Eskapismus-Trash, manchmal sogar ehrlich poetisch. Eine ultraradikale Hinwendung zum Kindlichen eigentlich.

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Schlagende Argumente

Ratio und guter Geschmack haben hier also nichts zu suchen, sind völlig fehl am Platz, hemmen sowieso nur den Genuss. Zwar kann Cozzi hier nicht zu Höchstform auflaufen, wie in „Sindbad – Herr der Sieben Meere“, trotzdem bringt auch „Die Abenteuer des Herkules“ herrlich spaßige Unterhaltung.

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Noch mehr Argumente

Cozzi ist eine schillernde Figur der italienischen Kinokultur, nicht nur aufgrund seiner Filme, die er oft unter dem Pseudonym Lewis Coates drehte (so auch diesen hier). Der langjährige Freund von Dario Argento betreibt heute einen Filmladen in Rom, den er „Profondo Rosso“ genannt hat – in Anlehnung an Argentos gleichnamigen Film.

Double Feature gefällig?

Wenn man sich hintereinander „Sindbad – Herr der Sieben Meere“ und „Die Abenteuer des Herkules“ anschaut, kann man sogar zu dem Schluss kommen, Cozzi als absolut bekloppten Trash-Auteur zu sehen. Ein Regisseur mit großen, irrsinnigen Visionen und dem Größenwahn, diese auch umzusetzen.

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Einmal nicht aufgepasst

Veröffentlichung: 29. Januar 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Le avventure dell’incredibile Ercole
Alternativtitel: Die Abenteuer des Herkules, 2. Teil / Die neuen Abenteuer des Herkules
IT/USA 1985
Regie: Luigi Cozzi (als Lewis Coates)
Drehbuch: Luigi Cozzi
Besetzung: Lou Ferrigno, Milly Carlucci, Sonia Viviani, William Berger, Carla Ferrigno, Claudio Cassinelli, Ferdinando Poggi, Maria Rosaria Omaggio, Venantino Venantini, Laura Lenzi, Margit Evelyn Newton, Cindy Leadbetter, Raf Baldassarre, Serena Grandi
Zusatzmaterial: Featurette „Die Abenteuer des Luigi Cozzi“ mit Regisseur Luigi Cozzi (ca. 22 Min.), Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, Trailer
Vertrieb: Koch Media

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Alles in Schutt und Asche

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2015 Koch Media

 
 

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