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Fighting with My Family – Frauenpower in der WWE

Fighting with My Family

Von Marco Kraus

Sportkomödie // Sinkende Zuschauerquoten bei den Wochenshows „Raw“ und „Smackdown“ sowie bei den monatlichen „Pay per View“-Zugriffszahlen, teilweise hahnebüchene Storylines, die aufkommende Konkurrenz durch „All Elite Wrestling“ (AEW) und das Schlimmste: keine prägenden Charaktere – all, all diese Dinge bereiten „World Wrestling Entertainment “(WWE)-Boss Vince MacMahon zur Zeit erhebliche Kopfschmerzen und schlaflose Nächte. Und jetzt kommt auch noch ein weiterer WWE-Film um die Ecke. „Fighting with My Family“, eine Mischung aus Biopic und Sportkomödie über den Aufstieg einer der prägendsten Figuren aus der Women’s Division der WWE, Paige. Reiht sich „Fighting with My Family“ nahtlos in den Abwärtstrend der Company ein, oder können wir uns seit langem einmal wieder auf gute Unterhaltung aus dem Hause WWE freuen?

Training mit Bruder Zodiac …

Ex-Knacki Ricky Knight (Nick Frost) lebt zusammen mit seiner Frau Julia (Lena Headey) und den beiden Kindern Zak (Thomas Whilley) und Saraya-Jade (Tori Ellen Ross) im englischen Norwich. Die gesamte Familie teilt sich ein Hobby, das Wrestling. Ricky ist Gründer der World Association of Wrestling, einer kleinen Independent-Liga, in der die gesamte Familie auftritt und mit der er regelmäßige Events in Norwich und Umgebung austrägt. Zak (etwas älter: Jack Lowden) und Saraya (etwas älter: Florence Pugh) betreuen nebenbei eine hauseigene Wrestling-Schule, in der die beiden interessierten Jugendlichen die Grundlagen des Wrestlings vermitteln. Der größte Traum von Zak und Sarya ist ein Vertrag bei der führenden Wrestling-Vereinigung der Welt: der WWE. Und so ist die Freude im Hause Knight groß, als Zak und Saraya von eben dieser WWE zu einem Probetraining in London eingeladen werden.

Ende eines Traums und Beginn einer Karriere

Eine Lebenstraum scheint sich für die Geschwister und die gesamte Familie zu erfüllen. Doch es kommt anders als gedacht: NXT-Scouter Hutch Morgan (Vince Vaughn) empfindet Saraya, die hier erstmalig unter ihrem späteren Gimmick Paige auftritt, als einzige geignete Kandidatin. Paige wird ins NXT Performance Center in Florida eingeladen, während ihr Bruder Zak enttäuscht in Norwich bleiben muss. Zak muss realisieren das sein Traum, ein WWE-Superstar zu werden, gestorben ist. Paige hingegen muss sich eingestehen, dass die Welt des Wrestlings harte Arbeit und Teamwork erfordert – nur so gelangt man an die Spitze der WWE. Gleichzeitig kommen private Spannungen zwischen Paige und Zak auf, ihr Brude kann es anscheinend nicht verkraften, das seine Schwester und nicht er es ins NXT Performance Center geschafft hat.

… zahlt sich aus durch einen Sieg …

In „Fighting with My Family“ verfolgen wir die Anfänge der Karriere von Saraya-Jade Bevis, Fans besser bekannt unter dem Namen ihres Gimmicks Paige. Ihren Ringnamen entnahm sie ihrer Lieblingsserie „Charmed – Zauberhafte Hexen“. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten im „Micwork“ (Sprecheinlagen und Wortgefechte am Mikrofon) mauserte sich Paige schnell zum dem Gesicht der Women’s Devision der WWE und verhalf dem Frauenwrestling zu einem neuen Push. Grund genug für die WWE, in Zusammenarbeit mit Dwayne „The Rock“ Johnson, eine komödiantische Biografie über Paiges Start in der Company ins Rennen zu schicken. Nach vielen schlechten Filmen aus dem Hause WWE Studios und zahllosen miesen „Raw“- und „Smackdown“-Wochenshows entpuppt sich „Fighting with My Family“ zu einem überraschend positiven Filmerlebnis, fast schon zu einem echten Geheimtipp – und das nicht nur für Wrestlingfans.

Emotionen gepaart mit Humor

Der Fokus liegt nämlich nicht auf dem Wrestlingsport, sondern eher auf der Beziehung der Familie zueinander. „Fighting with My Family“ schafft es, ernste Töne mit einer guten Portion Humor zu verbinden, ohne dadurch übertrieben albern zu wirken oder gar in den Bereich der Comedy abzudriften. Auch mit emotionalen Momenten geizt der Film nicht. So erleben wir Paiges ersten Titelgewinn bei „Monday Night Raw“ im Jahr 2014 gegen die damalige Championesse AJ Lee, und wir werden Zeuge, wie Zak fast daran zerbricht, seinen Traum einer Karriere in der WWE platzen zu sehen. Auch die Darsteller sind positiv zu erwähnen. Vor allem Florence Pugh spielt ihre Rolle als Paige so intensiv, dass man fast denken kann, es mit der echten Paige zu tun zu haben. Auch „The Rock“ sorgt bei seinen Kurzauftritten immer wieder für den einen oder anderen Lacher. Nick Frost sowie Vince Vaughn als grantiger NXT-Scout und sogar die Nebendarsteller wissen durchaus zu überzeugen und sind mit Freude bei der Sache.

Gelungenes Popcornkino

Mit „Fighting with My Family“ hat die WWE einen absolut unterhaltsamen Film geliefert, den man sich, ob Wrestlingfan oder nicht, unbedingt einmal ansehen sollte, wenn man auf Gute-Laune-Popcornkino Lust hat.

… macht die Eltern stolz …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Dwayne Johnson und Vince Vaughn haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

… und weckt Träume auf den echten WWE-Gürtel

Veröffentlichung: 5. September 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch, Niederländisch
Originaltitel: Fighting with My Family
GB/USA 2019
Regie: Stephen Merchant
Drehbuch: Stephen Merchant
Besetzung: Dwayne Johnson, Lena Headey, Vince Vaughn, Nick Frost, Florence Pugh, Jack Lowden, Olivia Bernstone, Leah Harvey, Thomas Whilley, Tori Ellen Ross, Jack Gouldbourne, Elroy Powell
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Stephen Merchant, unveröffentlichte und erweiterte Szenen, Gag Reel, Making-of, Featurette „Die Moves lernen“
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Marco Kraus
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH

 
 

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Das B-Team – Beschränkt und auf Bewährung: The Parole Officer

The Parole Officer

Von Volker Schönenberger

Krimikomödie // Der linkische Bewährungshelfer Simon Garden (Steve Coogan) ist bei seinen Kolleginnen und Kollegen so unbeliebt, dass sie alle zusammen einen Beschwerdebrief über ihn unterzeichnen. Ganze drei seiner Mandanten sagen immerhin zu seinen Gunsten aus, auch wenn sie einräumen, ihn für nervig zu halten. So wird er von Blackpool auf eine freie Stelle in Manchester fortgelobt.

Sein neuer Job führt ihn des Abends in einen Stripclub, wo er im Lager Zeuge eines Aufeinandertreffens des korrupten Kriminalbeamten Inspector Burton (Stephen Dillane) mit zwei Drogengangstern wird. Nachdem Burton einen der beiden ermordet hat, wird Simon entdeckt. Er kann fliehen, wird jedoch anderntags des Mordes bezichtigt. Burton bewirkt, dass Simon vom Mordverdacht reingewaschen wird, im Gegenzug muss der Bewährungshelfer jedoch schweigen und die Stadt verlassen.

Parodie auf Heist-Movies

Mit dem Überwachungsvideo der Tat könnte Simon den mörderischen Kriminalisten überführen, doch es befindet sich in einem Banktresor. So trommelt er seine drei ehrlich gewordenen Ex-Mandanten George (Om Puri), Jeff (Steven Waddington) und Colin (Ben Miller) zusammen, um in die Bank einzubrechen. Bald schließt sich ihnen die junge Straffällige Kirsty (Emma Williams) an, die zierlich genug ist, über einen Schacht in die Bank einzudringen. Dann ist da noch die Polizistin Emma (Lena Headey), die aus unerfindlichen Gründen ein Auge auf Simon geworfen hat.

„The Parole Officer“, so der Originaltitel, liefert mit britischem Humor eine mal alberne, mal vulgäre, aber jederzeit lustige Parodie auf Heist-Movies, die mit Situationskomik und Dialogwitz gleichermaßen punktet. Ein paar flache Körperflüssigkeitswitze sind zu verschmerzen – in der Achterbahn beispielsweise wird es eklig. Der charmante Gastauftritt von Omar Sharif („Doktor Schiwago“) gleicht das mehr als aus. Und wer entdeckt Simon Pegg („Shaun of the Dead“) im Museum? Lena Headey und Stephen Dillane trafen später in „Game of Thrones“ erneut aufeinander; Headey verkörpert dort die ruchlose Cersei Lannister, Dillane den machthungrigen Stannis Baratheon.

Hauptdarsteller und Ko-Autor Steve Coogan

Der englische Komiker Steve Coogan („Philomena“) ist in seiner Heimat als Stand-up-Comedian bekannt geworden. Zu seinen bekanntesten Fernsehauftritten gehören die „Alan Partridge“-Shows, in denen er den titelgebenden Moderator verkörpert. Eins seiner kommenden Projekte ist das Biopic „Stan and Ollie“ von John S. Baird („Drecksau“) über die beiden berühmten US-Komiker. Coogan wird Stan Laurel spielen, John C. Reilly als Oliver Hardy zu sehen sein. Coogan schrieb auch am Drehbuch zu „The Parole Officer“ mit. Obwohl er sich die Geschichte somit selbst auf den Leib schrieb, ist „Das B-Team – Beschränkt und auf Bewährung“ doch keineswegs ein Ein-Mann-Stück, sondern lebt vom spielfreudigen Ensemble.

Veröffentlichung: 4. September 2003 als DVD

Länge: 90 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch u. a.
Originaltitel: The Parole Officer
GB 2001
Regie: John Duigan
Drehbuch: Steve Coogan, Henry Normal
Besetzung: Steve Coogan, Lena Headey, Stephen Dillane, Emma Gilmour
Zusatzmaterial: keine Angabe
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Stolz und Vorurteil & Zombies – Im Reifrock auf Untotenjagd

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Pride and Prejudice and Zombies

Von Andreas Eckenfels

Horror-Actionkomödie // Noch bevor 2010 die TV-Serie „The Walking Dead“ einen regelrechten Zombieboom auslösen sollte, stürmte ein Jahr zuvor ein Roman die Bestsellerlisten, dessen Titelzusatz ein kleines Stirnrunzeln verursachte. Dem Jane-Austen-Klassiker „Stolz und Vorurteil“ fügte Autor Seth Grahame-Smith ein „und Zombies“ hinzu. Dazu schmückte ein Zombiemädchen im feinen, aber blutigen Zwirn das Buchcover. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Filmstudio – in diesem Fall Lionsgate – die Rechte an dem Überraschungshit sicherte.

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Die Waffen der Frauen

Doch das Projekt stand unter keinem guten Stern, obwohl es vielversprechend begann: Im Dezember 2009 wurde bekannt gegeben, Natalie Portman („Jane Got a Gun“) werde die Hauptrolle übernehmen. Für die Inszenierung war „I Heart-Huckabees“-Regisseur David O. Russell („American Hustle“) vorgesehen. Aber kurze Zeit später verabschiedeten sich beide von der Romanadaption; immerhin blieb Portman dem Film als Produzentin erhalten. Mit Mike White und Craig Gillespie sagten im Jahr 2011 zwei weitere Regisseure kurzfristig ab.

Mit Schmeißfliegen auf Zombiejagd

Erst 2013 sollte Burr Steers („Igby“) endgültig den Regie-Posten übernehmen, dazu überarbeitete er auch das Drehbuch. Doch nicht Lily Collins, wie es damals hieß, sondern Lily James („Cinderella“) durfte schließlich die Rolle der so schlagkräftigen wie spitzzüngigen Elizabeth Bennet spielen, die sich nach etlichen Irrungen und Wirrungen in den hochmütigen Mr. Darcy (Sam Riley) verliebt. Mehr zum Inhalt findet Ihr in Iris‘ Kritik zum Kinostart.

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Die Bennet-Schwestern erhielten in einem chinesischen Shaolinkloster ihre Kampfausbildung

Zu Beginn wirkt „Stolz und Vorurteil & Zombies“ noch äußerst frisch und verspielt. Wie wir erfahren, ist das England des 19. Jahrhunderts von einer Zombie-Epidemie heimgesucht worden. Im wunderbaren Prolog stört Mr. Darcy in einem edlen Anwesen eine Kartenrunde und setzt drei Schmeißfliegen in den Raum aus. Der Grund dafür: Ein Untoter treibt sich unter der Gesellschaft herum. Die Fliegen sollen ihn ausfindig machen. Dessen endgültiger Tod wird aus der Egoperspektive gezeigt.

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Mr. Darcy hat ein Auge auf…

Auch herrlich anzusehen ist, wie die fünf hochzeitsfähigen Bennet-Töchter statt Hausarbeit zu verrichten ihre Waffen reinigen und diese für den anstehenden Ball in ihren Reifröcken verstecken, um sich für eine mögliche Untoten-Attacke fachmännisch verteidigen zu können, wie sie es im Shaolinkloster gelernt haben. Doch nachdem einer alternden Zombiedame, die Elizabeth seltsamerweise etwas Wichtiges mitteilen wollte, der Kopf von Mr. Darcy weggeschossen wird, verliert die ganze Mischung nach und nach ihren Reiz. Auf einmal ist die anfänglich sprudelnde Kreativität wie weggewischt.

Bestechechende Besetzung

Am spielfreudigen Cast liegt das nicht. Der stoische Sam Riley kommt zwar bei Weitem nicht an die Klasse von Colin Firth in der legendären BBC-Miniserie des Austen-Stoffes aus dem Jahr 1995 heran, aber seine Rede- und Schwertduelle mit Lily James sind durchaus unterhaltsam. Lena Headey („Game of Thrones“) als einäugige Lady Catherine de Bourgh hätte man etwas mehr Leinwandzeit gewünscht. „Doctor Who“-Star Matt Smith stiehlt allerdings als Mr. Collins allen die Show.

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… Elizabeth geworfen

Ein weiterer Grund, warum es mit der Adaption von „Stolz und Vorurteil & Zombies“ etwas länger gedauert hat, war, dass zuvor das Einspielergebnis eines anderen ungewöhnlichen Mash-up-Films hinter den Erwartungen zurückblieb: „Cowboys & Aliens“ (2011). Andernfalls hätte Steers Werk vielleicht ein höheres Budget als 28 Millionen US-Dollar erhalten und mehr Geld in die Effektarbeit und das Produktionsdesign gelegt, sodass nicht alles ganz so generisch computergeneriert ausgesehen hätte.

Halbgares Vergnügen

Vielleicht lag es an den oben genannten Umständen, dass aus dem verrückten Genre-Mix nur ein halbgares Vergnügen wurde. Weder Fans der Vorlage noch Horrorfreunde dürften mit der Verfilmung zufriedengestellt werden. Zwar hält sich der Inhalt eng an den Austin-Klassiker, spritzige Dialoge findet man aber nur vereinzelt, und romantisch ist das ganze Treiben überhaupt nicht. Gleichzeitig ereignen sich die Zombietode mehrheitlich nur im Off – wenigstens sind diese meist mit einem matschigen Ton unterlegt.

Ein ganz so großes Ärgernis wie etwa der ebenfalls nach einer Vorlage von Grahame-Smith entstandene „Abraham Lincoln Vampirjäger“ (2012) ist „Stolz und Vorurteil & Zombies“ auf keinen Fall. Aber nach dem gelungenen Auftakt und mit solch einer starken Besetzung wäre wesentlich mehr drin gewesen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Lily James sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt.

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Doch zuerst muss der Zombieplage Einhalt geboten werden

Veröffentlichung: 28. Oktober 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 108 Min. (Blu-ray), 104 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Pride and Prejudice and Zombies
USA/GB 2016
Regie: Burr Steers
Drehbuch: Burr Steers, nach dem Roman von Seth Grahame-Smith und Motiven von Jane Austen
Besetzung: Lily James, Sam Riley, Douglas Booth, Bella Heathcote, Jack Hudson, Lena Headey, Matt Smith, Charles Dance
Zusatzmaterial: Entfallene Szenen, Featurettes, Interviews mit Cast & Crew
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Fotos, Trailer & Packshot: © 2016 Universum Film

 
 

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