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Das Duell – Woody Harrelsons tödliche Western-Predigt

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The Duel

Von Volker Schönenberger

Western // Eine Menschenmenge im texanischen Regen, wir schreiben das Jahr 1866: In einem unerbittlichen Duell mit Messern tötet der Prediger Abraham Brant (Woody Harrelson) seinen Kontrahenten – der Grund ihres Zwists bleibt vage. Der Sohn von Brants Gegner muss das Geschehen hilflos mit ansehen.

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David Kingston trifft in Mount Hermon ein

22 Jahr später ist David Kingston (Liam Hemsworth) zum tapferen Mann herangewachsen und als Texas Ranger tätig. An den Ufern des Rio Grande werden vermehrt Leichen angespült. Kingston erhält den Auftrag, verdeckt nach Mount Hermon zu reisen, wo Brant mittlerweile lebt – genauer: herrscht. Um den Prediger ranken sich mystische Geschichten. Der Texas Ranger soll herausfinden, ob Brant für die Morde verantwortlich ist. Widerwillig lässt er sich von seiner Frau Marisol (Alice Braga) begleiten – er fürchtet, sie in Gefahr zu bringen.

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Dort führt Abraham Brant das große Wort

In Mount Hermon stellt Kingston schnell fest, dass der Ort fest in der Hand des Predigers ist, alle Einwohner scheinen unter dem Einfluss von Brant und seinen verquasten religiösen Ansichten zu stehen. Während dessen Sohn Isaac (Emory Cohen) den Neuankömmling mit der mexikanischstämmigen Ehefrau von Anfang an misstrauisch betrachtet, gibt sich Brant betont freundlich, lädt Kingston sogar zum Frühstück ein. Dass er etwas zu verbergen hat, ist dem Texas Ranger jedoch schnell klar.

Liam Hemsworth gegen Woody Harrelson

Liam Hemsworth („Independence Day – Wiederkehr“) und Woody Harrelson („Zombieland“) spielten bereits im „Die Tribute von Panem“-Franchise Seite an Seite. In „Das Duell“ stehen sie einander als Protagonist und Antagonist gegenüber. Erwartungsgemäß hat der charismatische Harrelson dort die Nase vorn, zumal seine Rolle des sinistren Predigers mehr hergibt als Hemsworths Figur des aufrechten Texas Rangers. Hemsworth schlägt sich aber wacker, keine Frage.

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Marisol ließ sich partout nicht davon abbringen, ihren Ehemann zu begleiten

In mancher Hinsicht erinnert der zweite Langfilm von Regisseur Kieran Darcy-Smith („Wish You Were Here“) an den Horror-Western „Bone Tomahawk“ – die Story wird ähnlich bedächtig vorgetragen, die Gewaltspitzen sind kurz, aber deftig. Aber natürlich ist „Das Duell“ kein Horrorfilm, auch wenn die Auflösung ein auch im Horrorgenre verwendetes Motiv aufgreift – mehr zu verraten, würde jedoch zu sehr spoilern. Der in klassischer Anmutung gehaltene Western weist eher Merkmale des Psychothrillers auf; Davids Frau Marisol kommt dabei nachhaltig ins Spiel. Trotz der erwähnten Tötung von David Kingstons Vater zu Beginn haben wir es nicht mit einem schlichten Rachethriller zu tun. Die Tat hat den jungen David seinerzeit geprägt, so viel ist klar und wird auch im Verlauf deutlich – Brant erwähnt es zu einem späten Zeitpunkt der Auseinandersetzung gegenüber Kingston sogar, und das nicht ohne einen Anflug von Stolz. Etwas Geduld bis zum obligatorischen Showdown muss der geneigte Zuschauer mitbringen, Zieleinlauf und auch das Gesamtbild sind es aber wert. Wenn das Westerngenre mit derlei Frischzellenkuren wie „Das Duell“ am Leben erhalten wird, darf es auch im 21. Jahrhundert gern präsent bleiben. Prima!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Woody Harrelson sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Gewalt ist unausweichlich

Veröffentlichung: 9. Dezember 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 114 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: The Duel
USA 2016
Regie: Kieran Darcy-Smith
Drehbuch: Matt Cook
Besetzung: Liam Hemsworth, Woody Harrelson, Benedict Samuel, Emory Cohen, Alice Braga, William Sadler, Christopher Berry, Raphael Sbarge, José Zúñiga, Kerry Cahill, Sue Lynn Ansari, Chester Rushing, Giles Matthey, Christopher James Baker
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Universum Film / Weltkino Filmverleih GmbH

 

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Independence Day – Wiederkehr: Nur noch kurz die Welt zerstören

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Independence Day – Resurgence

Kinostart: 14. Juli 2016

Von Andreas Eckenfels

SF-Action // Roland Emmerich kann einem schon leid tun: Den Titel „Master of Desaster“ wird er wohl nie loswerden. Wie auch, wenn alle seine Arbeiten außerhalb des Katastrophenfilmgenres gnadenlos floppen? Nach dem Misserfolg seines Shakespeare-Dramas „Anonymous“, wurde zuletzt 2015 „Stonewall“ von der Kritik zerrissen – kaum ein Zuschauer wollte sein Drama über die Anfänge der Schwulenbewegung sehen. Also heißt es für Emmerich doch zurück zu dem, was er am besten kann: es auf der Leinwand ordentlich krachen lassen.

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Nicht nur London bekommt die Zerstörungswut der außerirdischen Invasoren zu spüren

Wie es die fünf Drehbuchautoren wollen, hat der Alien-Angriff von 1996 immerhin eine gute Sache zur Folge gehabt: Es herrscht Weltfrieden auf Erden. Die außerirdischen Technologien wurden zudem ausgiebig zum Wohlstand der Menschheit eingesetzt. Der Mond ist kolonialisiert, ein Abwehrsystem gegen Eindringlinge aus dem All installiert worden. Dumm nur, dass pünktlich zu den Feierlichkeiten des 20. Jahrestags der Weltenrettung alles über den Haufen geworfen wird: Die bösen Aliens sind wieder da. Alte und neue Helden ziehen vereint in den Kampf.

Asien kracht auf London

Stolze zwanzig Jahre ist es her, dass „Independence Day“ zum Blockbuster des Jahres avancierte und Hauptdarsteller Will Smith zum Superstar aufstieg. Noch länger hätte man mit der lang geplanten Fortsetzung allerdings kaum warten dürfen. Sieht man das finale Ergebnis, hätte man sich den zweiten Teil nach all den Jahren auch sparen können. Im heutigen Kinozeitalter braucht kein US-Präsident mehr heroisch in den Kampfjet zu steigen, um den Aliens persönlich den Hintern zu versohlen. Diese Aufgabe haben inzwischen Superhelden übernommen. Thor, Hulk oder Captain America heißen die Helden, die heutzutage die Erde vor der drohenden Zerstörung durch außerirdische Lebensformen beschützen.

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Levinson kennt sich mit Aliens inzwischen bestens aus

Demzufolge wirken Emmerichs Untergangsvisionen in der „Independence Day“-Fortsetzung arg beliebig. Klar, sehen seine CGI-Zerstörungsorgien wieder mal spektakulär aus – unter anderem hebt das riesige Alien-Raumschiff, welches mit einer Spannweite von 5000 Kilometern bedrohlich einen Großteil des Planeten Erde verdunkelt, bei seiner Landung kurz mal den gesamten asiatischen Kontinent aus dem Meer und lässt ihn auf London krachen. Aber ein wirklicher „Wow“-Effekt bleibt in diesen Szenen aus. Zurzeit ist die digitale Inszenierung des Weltuntergangs eben im Kino allgegenwärtig.

Will Smith wird schmerzlich vermisst

Ob es wirklich seine horrenden Gagenforderungen waren, weshalb Will Smith als Captain Steven Hiller nicht in „Independence Day – Wiederkehr“ mitmachen durfte? Das sei dahingestellt. Er wird im Sequel auf jeden Fall schmerzlich vermisst. Keiner der neuen Jungstars verfügt über seinen schlagkräftigen Charme. Ausgerechnet Jessie T. Usher bekommt als sein Filmsohn nicht viel mehr zu tun als über den Unfalltod seines Vaters zu trauern und ein paar Aliens abzuballern. Für Usher sind Smiths Fußstapfen mehr als zu groß.

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Jake macht sich kampfbereit

Liam Hemsworth hingegen versprüht als eigensinniger Kampfpilot Jake Morrison wenigstens ein wenig Heldenmut. Aber im Grunde verharrt der Australier in seinen bewährten Rollenmustern, welche er auch in der „Die Tribute von Panem“-Reihe präsentiert hat. „It Follows“-Schönheit Maika Monroe ersetzt zudem Mae Whitman als Tochter des ehemaligen US-Präsidenten Whitmore. Sie bemüht sich redlich, ihre Figur bleibt aber wie alle anderen ebenfalls eindimensional und klischeebeladen.

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Ex-US-Präsident Whitmore wird doch nicht erneut in den Kampfjet steigen, oder?

Wenn Smith mit seinen coolen Sprüchen fehlt, müssen die Altstars Judd Hirsch und Jeff Goldblum als stets grantelndes Vater-Sohn-Gespann doppelte Arbeit leisten. Gemeinsam mit dem eigentlich nach dem ersten Teil für tot geglaubten Brent „Data“ Spiner als Dr. Okun sorgen sie mit selbstironischen Sprüchen für ein paar Schmunzler. Aus dem Originalcast sind in der Fortsetzung ansonsten noch Bill Pullman, Vivica A. Fox, John Storey und der im Dezember 2015 verstorbene Robert Loggia in kleineren und größeren Rollen vertreten. Wenigstens der Nostalgiefaktor funktioniert bei „Independence Day – Wiederkehr“.

Kommt ein dritter Teil?

Der unspektakulären Handlung mit zahlreichen Logiklöchern hilft dies allerdings nicht viel weiter. Zwar werden jetzt einige sagen, dass Story und Figurenzeichnung bei einem Emmerich-Film doch eigentlich zweitrangig sind. Aber selbst bei einem Popcorn-Sommer-Blockbuster darf man da doch etwas mehr erwarten. In „2012“ und „The Day After Tomorrow“ hat das doch auch passabel funktioniert.

Wenigstens ist das große Finale gelungen. Das Design der Alien-Königin sieht ziemlich gut aus. Zudem wird eine interessante Ausgangslage für einen potenziellen dritten Teil gelegt. Falls dann der „Master of Desaster“ wieder zur alten Form zurückfinden sollte, darf es auch gern weniger als zwanzig Jahre bis zur nächsten Alien-Invasion dauern.

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Dr. Okun ist nach zwanzig Jahren im Koma wieder topfit – nur der Friseur hatte keine Zeit für ihn

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Roland Emmerich sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Jeff Goldblum und Bill Pullman unter Schauspieler.

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Independence Day – Resurgence
USA 2016
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Nicolas Wright, James A. Woods, Dean Devlin, Roland Emmerich, James Vanderbilt
Besetzung: Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Maika Monroe, Jessie T. Usher, Bill Pullman, William Fichtner, Judd Hirsch, Brent Spiner, Charlotte Gainsbourg
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2016 Twentieth Century Fox

 

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Cut Bank – Kleine Morde unter Nachbarn: Tödliche Verwicklungen in der Provinz

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Cut Bank

Von Matthias Holm

Thriller // Cut Bank, Montana. Dwayne McLaren (Liam Hemsworth) hat genug vom Mief der Kleinstadt. Er will zusammen mit seiner Freundin Cassandra (Teresa Palmer) nach Kalifornien, um ein neues Leben anzufangen, doch dazu fehlt das Geld. Als die beiden in den Rapsfeldern vor der Stadt ein Video drehen, filmt Dwayne zufällig den Mord am Briefträger Georgie Wits (Bruce Dern). Das kommt recht gelegen, denn die Ermittlungsbehörde der Post verspricht demjenigen, der bei der Aufklärung von Verbrechen gegen Postbeamten helfen kann, eine stattliche Belohnung. Während sich Sheriff Vogel (John Malkovich) mit dem ersten Mord überhaupt in seiner Stadt konfrontiert sieht, wird Cassandras Vater Big Stan (Billy Bob Thornton) misstrauisch: Der Zufall kommt Dwayne etwas sehr gelegen …

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Dwayne schaut traurig

Cut Bank gibt es tatsächlich. Wenn man sich die Stadt allerdings im Internet anguckt, sieht sie doch ein wenig anders aus als im Film. Eine kurze Internet-Suche später wird man fündig – der Film wurde in Kanada gedreht. Warum man dann nicht einfach eine fiktive Stadt erfunden hat, bleibt ein Rätsel.

Regisseur und Drehbuchautor mit TV-Routine

Regisseur Matt Shakman und sein Drehbuchschreiber Roberto Patino zeichneten zuvor lediglich für Fernsehserien verantwortlich. So schrieb Patino einige Folgen für „Sons of Anarchy“, Shakman durfte unter anderem bei „Dr. House“ oder der „Fargo“-Serie auf dem Regiestuhl sitzen – auch eine Episode von „Mad Men“ steht für ihn zu Buche. So fühlt sich dann auch „Cut Bank“ an – wie eine lange Folge einer Serie. Allerdings keine der Kaliber „Breaking Bad“ oder „Game of Thrones“, sondern doch etwas unter dem Niveau.

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Derby will nur sein Päckchen

Der Mord wird zumindest für den Zuschauer schnell aufgeklärt – gut so, denn der Trailer verrät ohnehin zu viel. Schnell ändert sich der Fokus, denn der etwas zurückgebliebene Derby Milton (Michael Stuhlbarg) erwartet ein Paket. Da dies jedoch im Postwagen von Georgie war und der Wagen daraufhin verschwand, macht sich Derby auf die Suche. Hier entwickelt der Film einen schönen Running Gag, da jeder in Cut Bank dachte, Derby Milton sei bereits tot.

Der Mann mit nur einem Gesichtsausdruck: Liam Hemsworth

Der Rest der Geschichte verläuft in vorhersehbaren Bahnen, keine Entwicklung ist wirklich überraschend. Der illustre Cast spielt gewohnt souverän, nur Liam Hemsworth schafft es nicht, seiner Figur mehr als einen Gesichtsausdruck zu verleihen. All das macht „Cut Bank – Kleine Morde unter Nachbarn“ zu einem Film, der für einen Abend ganz passabel unterhält, allerdings nicht lange im Gedächtnis bleibt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Bruce Dern sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

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Sheriff Vogel weiß nicht mehr weiter

Veröffentlichung: 24. September 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 93 Min. (Blu-ray), 89 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Cut Bank
USA 2014
Regie: Matt Shakman
Drehbuch: Roberto Patino
Besetzung: Liam Hemsworth, Teresa Palmer, Billy Bob Thornton, John Malkovich, Michael Stuhlbarg, Bruce Dern, Chilton Crane, King Lau, Holly Turner
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Featurette „Bad Karma: Life in Cut Bank“, Deleted und Extended Scenes, Interviews mit den Darstellern
Vertrieb: Koch Media GmbH

Copyright 2015 by Matthias Holm
Fotos & Packshots: © 2015 Koch Media GmbH

 

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