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The Dark Below – Tentakel aus der Tiefe

The Creature Below

Von Volker Schönenberger

Horror // Die Meeresbiologin Olive Crown (Anna Dawson) entgeht bei einem Tiefseetauchgang nur knapp dem Tod: Eine tentakelbewehrte Kreatur – womöglich ein Krake – nähert sich ihr. Was dann geschieht, kann sie nicht mehr nachvollziehen, nachdem die Crew ihres Schiffs sie zurück an Bord gezogen hat. Bald darauf bemerkt Olive, dass sie aus der Tiefe etwas mit nach oben gebracht hat: ein Ei, aus dem nach kurzer Zeit ein fremdartiges Wesen schlüpft.

Olive verwahrt das Tier in einem Aquarium im Keller. Sie versucht herauszufinden, womit sie es ernähren kann. Nach vielen Tests kommt ihr der Gedanke, sich in den Finger zu ritzen und der Kreatur ein paar Tropfen ihres Bluts zu kredenzen. Heureka! Klar, dass ein paar Tropfen bald nicht mehr ausreichen. Nach und nach nimmt das Tier immer mehr Raum in Olives Gedanken ein – bis hin zur Besessenheit.

Viel Geld war nicht da

Nach einigen Kurzfilmen bekam der englische Independent-Regisseur Stewart Sparke 2016 Gelegenheit, seinen ersten abendfüllenden Spielfilm zu drehen. Er entschied sich für die Kategorie Creature-Horror und schuf einen Low-Budget-Grusler, der trotz offenkundiger, vermutlich geringen finanziellen Mitteln geschuldeter Defizite einen Blick wert ist.

Speziell einige am Computer entstandene visuelle Effekte wirken arg billig. Bei der handgemachten Kreatur hingegen bedient sich Sparke des Mittels, sie hauptsächlich im Dämmerlicht des Kellers und oft auch nur in Details zu zeigen – speziell im späteren Verlauf, wenn sie weiter gewachsen ist. Hier mal ein Tentakel, da mal ein Auge – das setzt der Regisseur recht effektiv ein.

H. P. Lovecraft stand Pate

Olives Obsession kommt etwas simpel und unbegründet daher. Verfügt das Wesen über mentale Kräfte und nimmt auf diese Weise Olives Geist in Beschlag? Möglich, aber letztlich nicht recht überzeugend dargestellt. Besser gelingt es da schon, mit ein paar ominösen Dokumenten und historischen Belegen, die Olive studiert, rund um die Kreatur einen Mythos zu erschaffen. Der erfahrene Horrorfan wird anhand der Tentakel bereits selbst den Bezug erkannt haben: H. P. Lovecraft stand offenkundig Pate.

„The Dark Below“ kaschiert seine geringen finanziellen Mittel mal mehr, mal weniger und stellt sicher nicht das größte Highlight aller von Lovecraft inspirierten Horrorfilme dar, aber im Horrorgenre tummeln sich ja viele Billigproduktionen, die ihre Fans finden. Das ist auch Stewart Sparke zu gönnen, „The Creature Below“, so der Originaltitel, hat es verdient, gesehen zu werden.

Veröffentlichung: 2. Juni 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 86 Min. (Blu-ray), 83 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: The Creature Below
GB 2016
Regie: Stewart Sparke
Drehbuch: Paul Butler, Stewart Sparke
Besetzung: Anna Dawson, Michaela Longden, Daniel Thrace, Johnny Vivash, Zacharee Lee, Libby Wattis, David Shackleton, Cal O’Connell
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / Mad Dimension

 
 

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Lost After Dark – Slasher-Hommage oder Backwoods-Kopie?

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Lost After Dark

Von Volker Schönenberger

Horror // Marilyn, Heather, Laurie, Adrienne, Jamie – berühmte Final Girls oder die Vornamen ihrer Darstellerinnen. Bekommt Ihr sie zusammen? Tobe, Wesley, Sean, Johnnie – berühmte Horrorfilm-Regisseure. Damit klar wird, dass „Lost After Dark“ eine Hommage an die Old-School-Slasher-Flicks der 70er- und 80er-Jahre darstellt, haben die bedauernswerten Opfer in diesem Fall bedeutsame Vornamen erhalten.

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Mr. C ist ungehalten

Um das Retro-Feeling weiter zu verstärken hat Regisseur Ian Kessner seinen ersten Langfilm ins Jahr 1984 verlegt. An einer US-Highschool ist einer Gruppe Teenager der Schulball zu langweilig. Flugs organisiert man sich einen klapprigen Schulbus, und auf geht’s ins Hinterland. Ein geeigneter Ort für eine Party wird sich schon finden. Pech für die feierwillige Clique: Bald geht ihrem Gefährt der Sprit aus. Noch mehr Pech: Das geschieht ausgerechnet in einer Gegend, in der ein hinterwäldlerischer Grobian mit leicht kannibalistischer Neigung auf der Lauer liegt, feierwillige Cliquen abzumurksen. Auf zum fröhlichen Metzeln!

Traut nie Lobpreisungen auf dem Cover!

„Einer der Top Slasher des Jahres!“ So zitiert das Cover von „Lost After Dark“ die Plattform fearnet.com. Grund genug, jene Quelle fortan vor dem Erwerb von Horrorfilmen nicht zu Rate zu ziehen. Wenn das ein Top-Film sein soll, ist es um das Slasher-Genre wahrlich nicht besonders bestellt. Obwohl zugegeben: Richtig tolle Slasherfilme sind seit langer Zeit Mangelware. Für Tipps im Kommentarfeld bin ich dankbar.

Wie auch immer – „Lost After Dark“ will Hommage sein, ist aber letztlich nur billige Kopie. Wir haben identitätslose Teenager, bei denen es einem herzlich egal ist, in welcher Reihenfolge sie draufgehen, und einen psychopathischen Zausel, der ihnen hinterherjagt, weil er’s kann. Als Lichtblick könnte ein gewisser Robert Patrick durchgehen – genau: T-1000 aus „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“. Leider übertreibt der Gute es in seiner Rolle als gestrenger Schulleiter Mr. C ein wenig mit seinem Schauspiel. Vielleicht mangelte es Regisseur Ian Kessner auch an der erforderlichen Erfahrung, einen Schauspieler in Szene zu setzen. Oder es war ihm egal, ist Schauspielkunst doch nicht das entscheidende Kriterium eines Backwoods-Slasherfilms.

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Er allerdings ebenfalls

Dieses Genre mit seinem Retro-Einschlag scheint sich seit einigen Jahren wieder großer Beliebtheit zu erfreuen. Vermutlich wird auch „Lost After Dark“ seine Fans finden, immerhin gibt’s einige brutale Splatterszenen auch bei uns in ungeschnittener Form zu sehen – das eine oder andere landwirtschaftliche Werkzeug kommt zum Einsatz. Das reicht den Gorehounds ja meist schon. Es sei ihnen und Ian Kessner gegönnt. Wer jedoch einen originellen Genrebeitrag sucht, möge um „Lost After Dark“ einen Bogen machen.

Veröffentlichung: 4. März 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Lost After Dark
KAN 2015
Regie: Ian Kessner
Drehbuch: Ian Kessner, Bo Ransdell
Besetzung: Robert Patrick, Alexander Calvert, Jesse Camacho, Mark Wieb, Kendra Leigh Timmins, Justin Kelly, Elise Gatien
Zusatzmaterial: Kinotrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Al!ve AG / Mad Dimension

 
 

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Zombie Fight Club – Untote in die Arena!

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Zombie Fight Club

Horror-Action // Ein Hochhaus, das einer Drogengang als Zentrale dient, eine Polizeieinheit, die es stürmen will – das erinnert stark an die indonesische Action-Granate „The Raid“ von 2011. Ob das Zufall ist? In „Zombie Fight Club“ steht das Gebäude in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh. Und wie der Titel schon andeutet, geht der Film dann doch in eine ganz andere Richtung. Denn just während die Polizei das Gebäude stürmt, bricht aus nicht näher erklärten Gründen eine Zombie-Pandemie aus.

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Gealtert oder untot?

Wo bleibt er eigentlich, der titelgebende „Zombie Fight Club“? Nach exakt einer Stunde hat der Film einen Bruch, springt er ein Jahr weiter. Die Zivilisation in der Stadt und wo auch immer sonst noch ist zusammengebrochen. Skrupellose Banden halten im Untergrund das Zepter in der Hand, Überlebende müssen in der Arena gegen die Untoten kämpfen, damit die Kriminellen bei Brot und Spielen die gute Laune behalten und anständig wetten können.

Und – Action!

Das Motiv dieser Arenakämpfe kann man als fürs Zombiegenre einigermaßen originell nennen, dient aber nur als Aufhänger für ein paar weitere Actionszenen. Identifikationspotenzial bietet keine der ums Überleben kämpfenden Figuren. Letztlich ist der Film ohnehin nur eine Aneinanderreihung von Zombie-Action- und Gewaltszenen ohne weitergehenden Anspruch. Ein paar inszenatorische Schlampereien muss man auf diesem C-Niveau wohl hinnehmen. Eine Bewohnerin mit Kopfhörern auf den Ohren, die gerade das Mittagessen zubereitet, soll von dem seit einer ganzen Weile tobenden Inferno nichts mitbekommen haben? Das erscheint absurd. Verständlicher ist da schon der Vater, der seine zombiefizierte Tochter am Leben erhält. Seine weitere charakterliche Entwicklung hingegen – na ja. Aber man muss auch nicht alles hinterfragen.

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Ein paar Bitches dürfen nicht fehlen

Die FSK-18-Freigabe erhielt die ungeschnittene Fassung von „Zombie Fight Club“ erst im zweiten Anlauf, aber immerhin. Die Farbsättigung ist etwas herabgesetzt, die Splattereffekte sind eine Mischung aus CGI und Make-up. Das wirkt recht billig, besonders bei Schusstreffern und Explosionen, einige blutige Einstellungen, Verletzungen und Verstümmelungen gefallen aber. Dass die FSK etwas hin und her gerissen war, ist schon verständlich. Ach ja – nackte Haut gibt’s zur Genüge zu betrachten, die jungen Frauen sind durchweg leicht bekleidet.

Da der Fokus auf der Action liegt, dürften sich Untotenfans an der wenig durchdachten Geschichte nicht groß stören. „Zombie Fight Club“ ist eben ein weiterer kostengünstig produzierter Genrebeitrag, dem man mit etwas gutem Willen ein paar im Ansatz originelle Ideen zubilligen kann. Immerhin etwas.

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Sieht so ein moderner Gladiator aus?

Veröffentlichung: 31. Juli 2015 als Blu-ray und DVD

Länge: 95 Min. (Blu-ray), 91 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Mandarin
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Zombie Fight Club
HK/TW 2014
Regie: Joe Chien
Drehbuch: Joe Chien
Besetzung: Andy On, Jessica Cambensy, Michael Wong, Terence Yin, Jack Kao, Han Chang, Abby Fung
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2015 Al!ve AG / Mad Dimension

 

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