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Mario Bava (VI): Baron Blood – Der Blutbaron geht um

Gli orrori del castello di Norimberga

Von Volker Schönenberger

Horror // Peter Kleist (Antonio Cantafore) besucht in Österreich seinen Onkel Karl Hummel (Massimo Girott), um mehr über seine Vorfahren zu erfahren. Otto von Kleist, Urahn der beiden, war als „Blutbaron“ gefürchtet. Das alte Schloss der Familie soll in ein Hotel umgewandelt werden. Schnell wirft Peter ein Auge auf Eva (Elke Sommer), die Assistentin des Investors. Bei einem nächtlichen Ausflug in das Gemäuer spricht der junge Mann einen Fluch aus, der den Blutbaron zurück ins Leben holen soll.

Peter (3. v. l.) wirft ein Auge auf Eva

Gedreht wurde „on location“ in Österreich, darunter auf Burg Kreuzenstein, die bis heute als Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen gern genommen wird. Regisseur Mario Bava fungierte für „Baron Blood“ auch als Kameramann. Sein Gespür für Perspektiven und beispielsweise auch der Einsatz von Zoom bringt die herrlichen Kulissen zu schauriger Geltung. Das und einige im positiven Sinne brutale Szenen überdecken ein wenig, dass wir es mit einem der schwächeren Werke des italienischen Filmemachers zu tun haben.

Keine „Scream Queen“: Elke Sommer

Leider trübt ausgerechnet Elke Sommer das Sehvergnügen beträchtlich. Ihre albern wirkenden Angstausbrüche und Schreckensschreie sind nicht gerade angetan, sie zu einer frühen „Scream Queen“ zu adeln. Szenen, in denen sie wiederholt vor der Schreckensgestalt des auferstandenen Barons flieht, erscheinen eher unfreiwillig komisch als gruselig. Ihr Schauspielpartner Antonio Cantafore agiert farblos, und auch Joseph Cotten haben wir schon deutlich besser gesehen – er spielt den im Rollstuhl sitzenden Millionär Alfred Becker, der das Schloss bei einer Auktion ersteigert.

Das junge Paar erlebt Grauenhaftes

Übernatürlicher Horror bedingt zwangsläufig, dass wir als Filmgucker in der realen Welt unmögliche Phänomene und Erscheinungen hinnehmen. Sie sollten jedoch ihrer inneren Logik folgen. „Baron Blood“ übertreibt es mit den fantastischen Absurditäten etwas. Das genauer zu thematisieren, würde aber zu viel verraten. Lasst euch überraschen, vielleicht stört Ihr euch nicht so sehr daran wie ich!

US-Fassung ebenfalls enthalten

Die 2005 erschienene DVD ist lange vergriffen, mit dem vierten Teil der Mario Bava Collection schließt Koch Films die nächste Lücke. Für Bava-Fans ist „Baron Blood“ trotz seiner Mängel natürlich unverzichtbar, umso besser, dass der Film nun in einer prima Veröffentlichung und guter Bild- und Tonqualität vorliegt. Sie enthält außer einigen Interviews auch die um einige Gewaltszenen und Dialoge gekürzte und mit alternativem Score versehene Schnittfassung für die US-Kinos.

Keine schöne Ruhestätte

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mario Bava sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Joseph Cotten in der Rubrik Schauspieler.

Der auferstandene Blutbaron jagt Eva

Veröffentlichung: 22. Juni 2017 als Mario Bava Collection #4 (Blu-ray & 2 DVDs), 27. Oktober 2005 als DVD (E-M-S)

Länge: 98 Min. (Blu-ray, europäische Fassung), 91 Min. (Blu-ray, US-Fassung), 94 Min. (DVD, europäische Fassung), 87 Min. (DVD, US-Fassung)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Italienisch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Gli orrori del castello di Norimberga
Alternativer US-Titel: The Torture Chamber of Baron Blood
IT/BRD 1972
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Vincent Fotre
Besetzung: Joseph Cotten, Elke Sommer, Massimo Girotti, Antonio Cantafora, Luciano Pigozzi, Umberto Raho, Rada Rassimov, Dieter Tressler
Zusatzmaterial: Interviews mit Elke Sommer, Antonio Cantafora, Stelvio Cipriani, Lamberto Bava und Pilar Castel, Audiokommentar mit Tim Lucas, Doku „Schloss des Grauens“, alternative Anfänge und Enden, amerikanische Schnittfassung, englischer und italienischer Trailer
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2017 Koch Films

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Gewinnspiel: 2 x Mario Bava Collection #3 – Die toten Augen des Dr. Dracula

Verlosung

Mit Graf Dracula oder einem gleichnamigen Arzt hat Die toten Augen des Dr. Dracula nicht das Geringste zu tun. Dennoch ist Mario Bavas Regiearbeit von 1966 eine Perle des Gothic-Horrors – und in der Collector’s Edition mit Blu-ray und zwei DVDs ein Prachtstück in jeder Sammlung. Wir haben zwei Exemplare davon zur Verfügung gestellt bekommen, die wir gern unters Volk bringen. Vielen Dank dafür an Koch Films im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Für diesen schönen Preis muss man etwas tun

Da die Preise so wertig sind, ändern wir diesmal die Voraussetzungen, um in den Lostopf zu kommen. Ihr müsst dafür schon etwas tun! Es gilt, bis Sonntag, 18. Juni, 22 Uhr, per Kommentar unter dem Gewinnspiel fünf Fragen zu beantworten. Das fällt gar nicht schwer, wer alle Rezensionen von Mario-Bava-Filmen bei „Die Nacht der lebenden Texte“ gelesen und auswendig gelernt hat, wird damit kein Problem haben. Ach, Ihr habt sie nicht auswendig gelernt? In dem Fall müsst Ihr wohl nachlesen, das klappt ebenfalls. Ein guter Startpunkt sind die Rezension von „Die toten Augen des Dr. Dracula“ sowie die Rubrik Regisseure, in der alle Bava-Rezensionen zu finden sind.

Achtung! Wer jetzt glaubt, einfach abwarten und dann von den ersten Kommentatoren abschreiben zu können, der irrt. Ich werde alle Kommentare erst nach Ende der Abgabefrist veröffentlichen. Ha! Das hättet Ihr nicht gedacht, oder? Während der Laufzeit des Gewinnspiels werde ich die Namen aller bislang eingegangenen Kommentatorinnen und Kommentatoren hier unten auflisten – erstmals voraussichtlich am Montag, 12. Juni. Wer sich beklagt, die Teilnahme sei mit zu viel Aufwand verbunden, wird von mir gar nicht erst in den Lostopf aufgenommen, selbst wenn die Fragen beantwortet sind. Mein Blog, meine Regeln.

Hier folgen die Fragen

Einen Fehlschuss habt Ihr – eine falsche Antwort lasse ich durchgehen. Nun die Fragen:

1. Welche Marotte hat der von Telly Savalas verkörperte Butler Leandro?

2. Unter welchem Titel ist „Kill, Baby … Kill!“ in Deutschland zu finden?

3. Wie lauten die Namen der drei Frauen, die John eigenen Angaben zufolge im Ofen eines Treibhauses verbrannt hat?

4. In welchem Land wird die schöne Asa auf grausame Weise hingerichtet?

5. Wer bringt eine Peitsche zum Rendezvous am Strand mit?

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Aufgrund von Erfahrungen mit vorherigen Gewinnspielen gilt: Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Bislang teilgenommen haben (mindestens vier Fragen korrekt beantwortet, sofern nicht anders erwähnt):

01. Thomas Hortian,
02. Stephan,
03. Filmschrott,
04. Double D,
05. Robert Jost,
06. Mike Hennig,
07. Ingo Maaßen,
08. Dirk,
09. Ralf,
10. Adrian,
11. Michael Behr,

12. Björn Craig,
13. Sascha Grunert.

Nun ist die Frist abgelaufen, und ich habe alle Kommentare freigeschaltet. Alle Teilnehmer kommen in den Lostopf, da alle mindestens vier Fragen korrekt beantwortet haben. Nur einer hat allerdings alle fünf Fragen richtig,, nämlich auch die fünfte. Das liegt aber daran, dass ich euch mit der Überschrift zu besagtem Film versehentlich aufs Glatteis geführt habe. Tatsächlich bringt Nevenka Menliff die Peitsche an den Strand mit, Kurt entwendet sie ihr dann.

So, hier Fotos der Auslosung:

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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Mario Bava (V): Die toten Augen des Dr. Dracula – Unheil in den Karpaten

Operazione paura

Von Volker Schönenberger

Horror // Eine verzweifelte Frau irrt durch die Nacht, dringt in eine verfallene Kirche ein. Dort stürzt sie sich in die Tiefe, lässt sich von den Spitzen eines Zauns aufspießen. Wir schreiben das Jahr 1907. Der Arzt Dr. Paul Eswai (Giacomo Rossi Stuart) reist an den in den Karpaten gelegenen Ort des Geschehens. Er obduziert die Tote und stellt fest, dass jemand eine Silbermünze im Herz der Leiche platziert hat. Mit der ebenfalls angereisten Monica Schuftan (Erica Blanc) versucht er hinter das Geheimnis des Orts zu gelangen, doch bei den verängstigten und abergläubischen Einwohnern stoßen die beiden auf Granit. Zwei Dörfler wollen Dr. Eswai sogar erdolchen, eine geheimnisvolle Schöne namens Ruth (Fabienne Dali) verhindert die Bluttat in letzter Sekunde. Im nahegelegenen Schloss der Baronin Graps scheint die Lösung des Rätsels zu liegen. Die in der Kirche ums Leben gekommene Frau wird allerdings nicht das einzige Todesopfer bleiben.

Im Dorf ist es nicht geheuer

Wie wir es von Mario Bava („Die Stunde wenn Dracula kommt“) nicht anders kennen, erschafft der italienische Regisseur auch mit „Die toten Augen des Dr. Dracula“ seine ganz eigene Version prachtvollen Gothic-Horrors. Bava war für den Film ohne Nennung in den Credits auch als Kameramann aktiv. Wir bekommen einige schöne Perspektiven und Kamerafahrten zu sehen, die für wunderbaren Suspense sorgen. Ist es Aberglauben oder bekommen es die Protagonisten mit übernatürlichen Mächten zu tun? Dieses Rätsel unterstreichen die Bilder auf halluzinierende Weise. Kostüme und Kulissen sind zum Zungeschnalzen, vor allem die herrlichen alten Gemäuer und verwinkelten Treppen.

Was weiß Ruth?

„Operazione paura“, so der Originaltitel, wurde unter verschiedenen Titeln vermarktet. Der am weitesten verbreitete dürfte der internationale „Kill, Baby … Kill!“ sein, der obskurste der deutsche: Mit Vampiren hat das Werk nicht das Geringste zu tun, und weder ein Graf noch ein Dr. Dracula treten in Erscheinung. Na ja – da wollte ein deutscher Verleih auf den Ende der 60er fahrenden Vampirzug aufspringen, Logik war offenbar zweitrangig.

Dritter Beitrag zur Mario Bava Collection

Koch Films veröffentlicht „Die toten Augen des Dr. Dracula“ als Nummer drei der „Mario Bava Collection“. Da uns das Endprodukt nicht vorlag, können wir über die Qualität der Aufmachung und des Booklets keine Auskunft geben. Bild- und Tonqualität sind aber über Zweifel erhaben. Wenn diese Version die Qualität der Collector’s Edition von „Lisa und der Teufel“ hält, kann aber bedenkenlos zugeschlagen werden.

Ein geheimnisvolles Mädchen bringt Unheil …

Die 2002 erschienene DVD ist längst vergriffen. Schön, dass uns Koch Films und auch Wicked-Vision Media – die 2016 Bavas „Hatchet for the Honeymoon“ veröffentlicht haben – das Werk dieses italienischen Meisterregisseurs mit feinen Editionen wieder zugänglich machen. Dem in Deutschland grassierenden und inflationären Mediabook-Wahn zum Trotz: Mittlerweile etablieren auch hierzulande einige Label eine schöne Veröffentlichungskultur, sodass der hiesige Markt kaum noch hinter den USA und dem Vereinigten Königreich zurücksteht. „Die toten Augen des Dr. Dracula“ schmückt sowohl die Koch-Films-Reihe als auch unsere Mario-Bava-Werkschau ungemein. Im Juni wird Koch Bavas „Baron Blood“ folgen lassen.

… und den Tod

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mario Bava sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 13. April 2017 als Mario Bava Collection #3 (Blu-ray & 2 DVDs), 25. Januar 2002 als DVD (E-M-S)

Länge: 83 Min. (Blu-ray), 80 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Italienisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Operazione paura
Internationaler Titel: Kill, Baby … Kill!
Alternativtitel: Curse of the Dead, Curse of the Living Dead, Don’t Walk in the Park, Operation Fear
IT 1966
Regie: Mario Bava
Drehbuch: Romano Migliorini, Roberto Natale, Mario Bava
Besetzung: Giacomo Rossi Stuart, Erika Blanc, Fabienne Dali, Piero Lulli, Luciano Catenacci, Micaela Esdra, Franca Dominici, Giuseppe Addobbati, Mirella Pamphili, Giovanna Galletti
Zusatzmaterial: Trailer, Neuer Audiokommentar von Tim Lucas, Interviews, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial
Vertrieb: Koch Films

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Koch Films

 

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