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USS Indianapolis – Men of Courage: Erst Atombombe, dann Untergang

USS Indianapolis – Men of Courage

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // Unvergesslich: Quints Monolog in „Der weiße Hai“: In unnachahmlicher Weise trägt der von Robert Shaw verkörperte Fischer den ihm mit offenem Mund lauschenden Chief Brody (Roy Scheider) und Martin Hooper (Richard Dreyfuss) die Geschichte seines Überlebens beim Untergang der „USS Indianapolis“ vor: So, eleven hundred men went into the water, three hundred sixteen men come out, and the sharks took the rest, June the 29th, 1945. Elfhundert Mann seien beim Untergang ins Wasser gegangen, nur 316 seien wieder herausgekommen – den Rest hätten die Haie gefressen.

Auf Captain McVay (M.) lastet große Verantwortung

Der Schwere Kreuzer hatte im Juli 1945 Teile der Atombombe „Little Boy“ von San Francisco auf die in den Nördlichen Marianen gelegene Pazifikinsel Tinian transportiert, darunter angereichertes Uran. Die Bombe legte am 6. August 1945 Hiroshima in Schutt und Asche. Auf dem Rückweg versenkte ein japanisches U-Boot das Schiff mit Torpedos, es sank am 30. Juli innerhalb von zwölf Minuten, von der 1.196-köpfigen Besatzung überlebten in der Tat nur 316. Viele Männer starben bereits vor dem Untergang bei der Explosion einer Munitionskammer, von den im Wasser treibenden Überlebenden dann die meisten wohl durch Erschöpfung, Sonnenstich oder Dehydrierung, andere durch Haiattacken. Die Tiere hatten aufgrund der vielen Leichen ringsum ohnehin ausreichend leichtere Beute. Die Überlebenden wurden nach fünf Tagen gerettet. Der Schiffskommandant Captain Charles McVay wurde in der Folge vors Kriegsgericht gestellt und für den Untergang verantwortlich gemacht, weil er entgegen der Routine keinen Zickzackkurs gefahren habe. 1968 beging er Selbstmord.

Verhängnisvolle Entscheidung

Aus dem Stoff hat der als Schauspieler wie Regisseur reüssierende Mario Van Peebles („New Jack City“) ein 130-minütiges Kriegsdrama gemacht, das allerdings mitnichten ausschließlich als Survival-Thriller im Ozean treibender Schiffbrüchiger angelegt ist. Gleich die erste Szene wirft das Publikum mitten ins Geschehen: Japanische Kampfflugzeuge greifen die „Indianapolis“ an, Captain McVay (Nicolas Cage) hat alle Hände voll zu tun, die Verteidigung seines Kommandos zu befehligen. Ebenso schnell endet die Actionsequenz. Einige Männer diskutieren in einem schummrigen Raum mit rauchgeschwängerter Luft den Abwurf einer Atombombe auf eine japanische Stadt – Hiroshima.

Die „Indianapolis“ wird zur Todesfalle

Kurz darauf lernen wir ein paar niedere Dienstgrade der Besatzung kennen, die kurz vor dem Auslaufen des Schiffs in San Francisco die Nacht zum Tage machen. Eine Schlägerei artet aus, die Militärpolizei greift ein und verfrachtet einige der Soldaten in die Zelle. Schon auf dem Hinweg fürchtet Captain McVay japanische Kaitens, bemannte Torpedos, die von ihren Piloten in Selbstmord-Missionen ins Ziel gebracht werden. Der leitende Ingenieur McWhorter (Tom Sizemore) macht den Männern im Maschinenraum für den Fall des Untergangs schon mal Angst vor den Haifischen. Ihr Ziel erreicht die aufgrund höchster Geheimhaltungsstufe ohne Eskorte fahrende „Indianapolis“ unbeschadet.

Das Warten auf Rettung …

Die Auswirkungen der Torpedo-Einschläge auf der „USS Indianapolis“ inszeniert Mario Van Peebles packend und intensiv. Allerorten brechen Feuer aus, Explosionen erschüttern das Schiff, das schnell in Schlagseite gerät. Brennende Männer stürzen in die See. McVay gibt zügig den Befehl, den Kreuzer aufzugeben. Das Schiff stellt sich schnell steil auf und bricht in zwei Teile. Als schließlich McVay ins Wasser springt, schwimmt unmittelbar darauf schon ein erster Hai an ihm vorbei. Der Captain kann nur noch die letzten Sekunden seines Kreuzers mit ansehen und rettet sich kurz darauf auf ein leer dahintreibendes Floß. Viele andere Männer haben weniger Glück.

Filmisches Denkmal für Überlebende und Tote

„USS Indianapolis – Men of Courage“ gehört zu den Filmen, denen es nicht in erster Linie darum geht, die Schrecken des Krieges darzustellen oder historische Ereignisse in pazifistischer Haltung abzubilden, sondern die einen Überlebenskampf zeigen und Männern ein Denkmal setzen wollen. Wer nun befürchtet, der in der jüngsten Vergangenheit nicht immer souverän aufspielende Nicolas Cage füge seiner Filmografie einen neuen Dackelblick-Tiefpunkt hinzu, sei beruhigt: Der Oscar-Preisträger („Leaving Las Vegas“) gibt seiner Rolle mit angenehm zurückhaltendem Spiel Tiefe. Das Figuren-Ensemble fügt sich allgemein gut zusammen, einige Stereotype fallen nicht groß ins Gewicht.

… zermürbt die Überlebenden

Nach der Actionsequenz des Untergangs wechseln sich beim Überlebenskampf der Schiffbrüchigen ruhige Momente mit punktuellen Spannungsspitzen durch die Haiattacken ab. Diese sind beklemmend inszeniert, das hat man in manchen Haifisch-Horrorfilmen schon schlechter hinbekommen. Einigen Totalen mit militärischem Gerät in Form von Schiff und Flugzeugen in der ersten Hälfte sieht man die Herkunft Computer zu sehr an. Dafür gibt’s an der Ausstattung nichts zu meckern. Im letzten Abschnitt steht Captain McVay dann vor Gericht, da ist dann übliches Pathos zu bemerken, erst recht, nachdem mit Mochitsura Hashimoto (Yutaka Takeuchi) der Kommandant desjenigen japanischen U-Boots in den Zeugenstand gerufen wird, das die Torpedos auf die „USS Indianapolis“ abgefeuert hatte.

Die Haie halten ein Festmahl ab

Die Ereignisse sind bereits 1991 in „Operation Haifisch – Lautlos kommt der Tod“ fürs Fernsehen filmisch aufbereitet worden. Stacy Keach („Doc“) übernahm die Rolle des Captains. 2015 entstand die Dokumentation „USS Indianapolis – The Legacy“. „USS Indianapolis – Men of Courage“ endet mit Erinnerungen einiger echter Überlebender des Untergangs und der Nachricht von Charles McVays Rehabilitation durch US-Präsident Bill Clinton. Solche Denkmal-Kriegsdramen bringen dem Genre keine neuen Impulse. Aber da Mario Van Peebles letztlich viele Elemente gut umgesetzt hat, bleibt unter dem Strich eine anständige Verfilmung realer Ereignisse mit einem Nicolas Cage, der gern mal wieder große Rollen übernehmen darf.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Nicolas Cage und Tom Sizemore haben wir in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Nach seiner Rückkehr wird McVay angefeindet und vor Gericht gestellt

Veröffentlichung: 23. Oktober 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 130 Min. (Blu-ray), 125 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: USS Indianapolis – Men of Courage
USA 2016
Regie: Mario Van Peebles
Drehbuch: Cam Cannon, Richard Rionda Del Castro
Besetzung: Nicolas Cage, Tom Sizemore, Thomas Jane, Matt Lanter, James Remar, Yutaka Takeuchi, Johnny Wactor, Adam Scott Miller, Cody Walker, Craig Tate
Zusatzmaterial: Making-of, Trailer, Bildergalerie, Wendecover
Vertrieb: KSM GmbH

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 KSM GmbH

 

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Der weiße Hai – Die Abrechnung: Ende mit Schrecken

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Jaws – The Revenge

Von Volker Schönenberger

Horror // Ich hab’ ihn nie gesehen, aber allem Anschein nach ist er fürchterlich. Wie auch immer, ich hab‘ das Haus gesehen, das er [mir] gebaut hat, und es ist wunderbar. (Original: I have never seen it, but by all accounts it is terrible. However, I have seen the house that it built, and it is terrific.) So äußerte sich Charakterdarsteller Michael Caine später über „Der weiße Hai – Die Abrechnung“. Der Film zählt zu denjenigen in der Filmografie des zweifachen Oscar-Preisträgers („Hannah und ihre Schwestern“, „Gottes Werk & Teufels Beitrag“), die er weniger aus künstlerischer Motivation angenommen hat, sondern weil die Gage lockte, wozu er – siehe obiges Zitat – auch offen steht. Weitere Beispiele sind „Der tödliche Schwarm“ (1978), „Freibeuter des Todes“ (1980) und „Schuld daran ist Rio“ (1984).

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Liebespaar, küsst euch mal …

Auch Teil 4 folgt der Familie Brody, diesmal ohne den in den ersten beiden Filmen von Roy Scheider verkörperten Chief Brody. Den hat bereits vor geraumer Zeit ein Herzinfarkt dahingerafft. Nun erwischt es Sohn Sean, der in Amity in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Polizist geworden ist. Eines Nachts tötet ihn ein Weißer Hai. Seine Mutter Ellen Brody (Lorraine Gary) verkraftet das naturgemäß schlecht. Um die üblen Erinnerungen hinter sich zu lassen, folgt sie ihrem anderen Sohn Mike (Lance Guest) auf die Bahamas, wo er mit seiner Frau Carla (Karen Young) und der fünfjährigen Tochter Thea (Judith Barsi) lebt. Mike betreibt dort mit ein paar Kollegen, darunter Jake (Mario Van Peebles), meeresbiologische Studien. Der charmante Pilot Hoagie (Michael Caine) bringt Ellen bald auf andere Gedanken. Doch dann taucht auch dort ein riesiger Weißer Hai auf.

Warnung vor dem Spoiler

Das Schlimmste an „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ sind gar nicht mal die Logiklöcher. Dass es sinnvoller ist, ins Landesinnere zu ziehen, statt auf die Bahamas, will man Erinnerungen an Haiattacken hinter sich lassen – geschenkt. So ist Ellen Brody nun mal. Dass sie zum Finale einfach allein mit dem Segler aufs Meer fährt, ergibt zwar überhaupt keinen Sinn, aber lassen wir ihr die Bockigkeit. Wie der Hai zu besiegen ist, war schon in den drei Vorgängern nicht der Weisheit letzter Schluss, da ist es zu verschmerzen, dass die Fressmaschine diesmal noch etwas hanebüchener dran glauben muss. Dass ein Teammitglied im Showdown vom Hai ins Maul genommen und schwer blutend von dannen getragen wird, danach aber lebendig, wenn auch verletzt auftaucht und gerettet werden kann, ist ebenfalls so gerade eben noch erträglich. Wer freut sich nicht über ein Happy End?

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Der Hai nimmt die Fährte auf

Auch dass das Hai-Modell nicht besonders zu beeindrucken vermag, wiegt nicht entscheidend schwer. Die nur durchschnittlichen Unterwasseraufnahmen kann man zur Not auch ertragen. Schlimm und unentschuldbar ist jedoch der Rote Faden der Vergeltung, der sich durch „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ zieht. Nicht etwa Vergeltung durch Ellen – obwohl sie am Ende in den Genuss kommt –, nein, es ist der Fisch, der Vergeltung üben darf und das offenbar auch will. Vergeltung für seine in den vorherigen Teilen getöteten Artgenossen. Ist’s am Ende gar derselbe Hai, der Ellens Sohn zu Beginn des Films in Amity getötet hat, der nun vor den Bahamas auftaucht? Offenbar zieht sich ein mythisches Band von den Tieren zu Familie Brody. Es ist so stark, dass Ellen während eines Ausflugs zu einem Straßenkarneval mit Hoagie etwas spürt, während der Hai weit entfernt gerade ihren Sohn Mike angreift. Klar, dass Ellen und Mike gleichermaßen ab und zu von Haifisch-Albträumen geplagt werden. Am Ende hat sie sogar eine Erinnerung aus Teil 1, dabei war sie bei dem betreffenden Ereignis gar nicht anwesend.

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Jake (l.) und Mike nehmen es mit dem Hai auf

Zwei Finals existieren – die eine ist fürs US-Fernsehen gedreht worden. Jener Endsequenz, die es auf die deutsche DVD und Blu-ray geschafft hat, mangelt es an jedweder Logik, aber dass die Alternativversion den Film aufwertet, darf bezweifelt werden. Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ ist der Inbegriff von Tier-Horror und Spannungskino. Die Qualitätskurve geht von Teil 1 bis 4 permanent und steil nach unten. Gut, dass nach dem Bodensatz „Der weiße Hai – Die Abrechnung“ Schluss war. Dann lieber „Sharknado“, der nimmt sich wenigstens nicht ernst.

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Gekonnte gewassert – nur leider ist’s kein Wasserflugzeug

Die Filme der Reihe bei „Die Nacht der lebenden Texte“:

Der weiße Hai (1975)
Der weiße Hai 2 (1978)
Der weiße Hai 3 (1983)
Der weiße Hai – Die Abrechnung (1987)

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Kuckuck, da bin ich wieder!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Caine sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 18. August 2016 als Blu-ray, 13. Juni 2013 als DVD

Länge: 90 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Jaws – The Revenge
USA 1987
Regie: Joseph Sargent
Drehbuch: Michael De Guzman
Besetzung: Michael Caine, Lorraine Gary, Lance Guest, Mario Van Peebles, Karen Young, Judith Barsi, Mitchell Anderson, Lynn Whitfield, Cedric Scott, Melvin Van Peebles
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

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Fotos & Packshots: © Universal Pictures Germany GmbH

 
 

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Clint Eastwood (III): Heartbreak Ridge – Unter diesem Ausbilder will doch jeder dienen … oder?

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Heartbreak Ridge

Von Volker Schönenberger

Kriegs-Action // In einer gut gefüllten Gefängniszelle: Ein nicht mehr allzu junger Mann erzählt den übrigen Insassen Geschichten aus seiner Zeit bei den US-Marines, von Nutten in Vietnam und anderen Erlebnissen. Ein vollschlanker Streithammel unter den Zuhörern äußert, keine Soldaten zu mögen. Die Reaktion von Gunnery Sergeant Thomas Highway (Clint Eastwood) – das ist der Erzählende: „Pass auf! Ich bin hinterhältig, unausgeschlafen und fies. Ich fresse grundsätzlich nur Stacheldraht und pisse Napalm.“ Der Dicke passt nicht auf, er lernt seine Lektion.

Vom Angeklagten zum Ausbilder

Sergeant Highway muss sich wegen einiger alkoholbedingter Disziplinlosigkeiten vor Gericht verantworten. Weil der hochdekorierte Soldat im Kampf große Verdienste erworben hat, kommt er mit einem blauen Auge davon. Dennoch ist er – auch altersbedingt – als US-Marine auf dem Abstellgleis, und das befördert ihn zurück in seine alte Aufklärungseinheit: Als Ausbilder übernimmt Highway eine Schar neuer Rekruten.

Ein echter Sauhaufen

Der einiges gewohnte Recke merkt schnell, dass er es mit einem völlig lustlosen Haufen zu tun hat. Unter ihnen: der Schönling Fragetti (Vincent Irizarry), die großspurige Labertasche Stitch (Mario Van Peebles), Muskelprotz „Schwede“ (Peter Koch) und andere Faulenzer. Die Rekruten merken ihrerseits schnell, dass mit ihrem neuen Ausbildungssergeant nicht gut Kirschen essen ist. Highway hingegen bekommt es mit seinem ehrgeizigen Vorgesetzten Major Powers (Everett McGill) zu tun, der zwar noch keinen Kampfeinsatz vorzuweisen, dafür aber einen Stock verschluckt hat.

„Ich hab’ mehr Bier gesoffen und mehr Blut gepisst und mehr Weiber genagelt … als ihr hohlen Nüsse zusammen.“ Mit diesen zarten Worten führt sich Gunnery Sergeant Highway gleich passend bei seinen neuen Schützlingen ein. Derlei coole und lässige Texte ziehen sich durch den gesamten Film, der auf eine politisch nicht immer ganz korrekte Weise viel Spaß macht.

Machismo rulez!

Viel Testosteron ist da im Spiel, Eastwood spielt seine ganze Virilität aus. Wer da nicht als Kerl nach dem Film etwas breitbeiniger vom Sofa aufsteht, dem ist auch nicht zu helfen. Dabei empfiehlt sich die Original-Sprachfassung. Zwar ist Eastwoods etatmäßige deutsche Synchronstimme nicht schlecht, Eastwood selbst hat sich aber für seinen Ausbilder-„Job“ scheint’s noch etwas heruntergestimmt. Das ist übertrieben, aber herrlich.

Das Geschehen ist vorhersehbar – egal. Ausbildungsszenen wie in „Heartbreak Ridge“ hat man schon oft gesehen, aber wenn sie so augenzwinkernd inszeniert sind wie in diesem Fall (die T-Shirts beim Morgenappell!), schaut man sich das als Freund zünftiger Kriegs-Action gern an. Klar auch, dass sich die Schinderei der Rekruten am Ende auszahlt – sie dient dem Überleben im Kampfeinsatz, als es an die Invasion Grenadas geht. Ebenso klar, dass die Nachwuchs-Marines merken, was sie an ihrem Ausbilder haben. Aber an etwas militärischem Pathos ist noch niemand zugrunde gegangen.

Parole: Action!

Der bessere und weit anspruchsvollere Film um eine militärische Grundausbildung nebst anschließendem Kampfeinsatz ist zweifellos Stanley Kubricks ein Jahr später entstandener „Full Metal Jacket“. Allerdings ist der Vergleich unfair, denn Clint Eastwood wollte einfach einen Testosteron-geschwängerten Actionstreifen mit ein paar ironischen Untertönen inszenieren. Und das ist ihm ganz vorzüglich gelungen – besser jedenfalls, als er seine Intentionen beim kommenden Kriegsdrama „American Sniper“ umgesetzt hat, der trotz seiner Oscar-Nominierungen doch zu einiger Kritik Anlass gibt (Rezension folgt).

Der Titel „Heartbreak Ridge“ – zu deutsch etwa „Anhöhe des Leidens“ – bezieht sich auf die Schlacht von Heartbreak Ridge, eine Großoffensive der UNO im Koreakrieg 1951.

1988 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, wurde „Heartbreak Ridge“ im Sommer 2013 vom Index gestrichen, erhielt in der Folge sogar eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von oder mit Clint Eastwood haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Mario Van Peebles unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 4. Juni 2010 als Blu-ray (mit FSK-18-Freigabe, Neuauflage ungekürzt mit FSK-16-Freigabe)

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Spanisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch
Originaltitel: Heartbreak Ridge
USA 1986
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: James Carabatsos
Besetzung: Clint Eastwood, Mario Van Peebles, Marsha Mason, Everett McGill, Moses Gunn, Peter Koch, Bo Svenson, Boyd Gaines, Arlen Dean Snyder, Vincent Irizarry
Zusatzmaterial: US-Kinotrailer
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2015 by Volker Schönenberger
Packshot: © 2014 Warner Home Video

 

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