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Child’s Play (2019) – Mörderpuppe Chucky 4.0

Child’s Play

Kinostart: 18. Juli 2019

Von Volker Schönenberger

Horror // Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass „Chucky – Die Mörderpuppe“ von 1988 im Original ebenfalls den Titel „Child’s Play“ trägt. Beim 2019er-Remake respektive Reboot haben sich die beiden Verleihe Wild Bunch Germany und capelight pictures offenbar entschlossen, keinen eingedeutschten Titel zu schaffen. Vielleicht war es auch eine Vorgabe des US-Studios Orion Pictures.

Mama hat eine Überraschung für Andy

Als Produzenten traten Seth Grahame-Smith und David Katzenberg in Erscheinung, die 2017 „Es“ produziert hatten und auch dessen Fortsetzung verantworten. Regie führte Lars Klevberg, der mit „Polaroid“ kürzlich erst sein Langfilm-Regiedebüt vorgelegt hat. Nicht an Bord: Don Mancini und David Kirschner, die Schöpfer des „Child’s Play“-Franchises. Das verursachte Missmut unter den Fans, bleibt abzuwarten, wie sich das an den Kinokassen niederschlagen wird. Auch Chuckys ursprüngliche Stimme Brad Dourif ist nicht mehr am Start, stattdessen wird die Puppe im englischsprachigen Original von Mark „Luke Skywalker“ Hamill gesprochen.

Sabotage in der Fabrik in Vietnam

In einer Spielwarenfabrik in Vietnam drangsaliert und feuert ein Vorarbeiter einen der Arbeiter, welche die beliebten „Buddi“-Puppen zusammensetzen. Als Vergeltung setzt der Gekündigte beim letzten von ihm gefertigten Exemplar sämtliche elektronischen Sicherheitsprotokolle außer Betrieb, die gewährleisten, dass die Puppe keinen Schaden anrichten kann.

Besagte Puppe landet in Chicago, wo die Käuferin sie zügig reklamiert. Service-Mitarbeiterin Karen Barclay (Aubrey Plaza) reißt sich das defekte Exemplar mit einer perfiden Aktion unter den Nagel. Die alleinerziehende Witwe will damit ihren 13-jährigen Sohn Andy (Gabriel Bateman) aufheitern, der sich nach dem kürzlichen Umzug der beiden in der neuen Umgebung noch nicht recht wohlfühlt. Erst recht nicht, weil er Probleme mit Shane (David Lewis) hat, dem neuen Freund seiner Mutter. Nachdem Andy Buddi aktiviert hat, will er ihm einen Namen geben, doch die Puppe missversteht ihn und nennt sich nun selbst Chucky. Natürlich schließt er den Jungen in sein elektronisches Herz und will ihn vor Unbill bewahren. Das bekommt als erstes Lebewesen Andys Katze Mickey Rooney zu spüren, nachdem sie Andy einen Kratzer verpasst hat …

Isaac Asimovs Robotergesetze lassen grüßen

Oben erwähnte Sicherheitsprotokolle der „Buddi“-Puppen sind offenkundig inspiriert von den vom Science-Fiction-Visionär Isaac Asimov formulierten Robotergesetzen, wonach Roboter so zu konstruieren sind, dass sie Menschen keinerlei Schaden zufügen dürfen. Dieser philosophische Aspekt der künstlichen Intelligenz spielt allerdings in der Folge keine Rolle mehr, geht es doch fortan nur noch darum, dass Chucky seine Funktion als bester Freund und Beschützer von Andy auf mörderische Weise überinterpretiert. Erwähnt sei dazu noch, dass dies natürlich einen entscheidenden Unterschied zu den sieben Filmen der „Chucky“-Reihe ausmacht. Waren zuvor magische bis dämonische Kräfte am Werk, haben wir es beim 2019er-Chucky einzig mit den Tücken der Robotik zu tun. Und nicht nur das – die „Buddi“-Puppen der multinationalen Kaslan Corporation lassen sich mit allen Gerätschaften des Technologie-Konzerns verbinden, die sich im jeweiligen Haushalt befinden. Sie sind auch als satirische Anspielung auf aktuelle technische Gadgets zu verstehen, die heute schon unsere eigenen Haushalte „bereichern“. Hat da jemand Alexa gerufen? Eine clevere Modernisierung des Franchises, wie ich finde.

Chucky und Andy werden …

Chuckys Prozessoren müssen natürlich Wissen aufnehmen, damit die Puppe richtig funktionieren kann. Und so lernt Andys neuer Spielgefährte auch schnell, nimmt aber bisweilen das Gelernte nicht ganz korrekt auf. Wenn Andy mit seinen zwei neuen Freunden Falyn (Beatrice Kitsos) and Pugg (Ty Consiglio) „The Texas Chainsaw Massacre 2“ anschaut und sich die drei darüber beömmeln, dass Leatherface einem seiner Opfer die Gesichtshaut abzieht, schließt Chucky daraus, das sei wohl eine gute Sache …

Wer mag den neuen Chucky?

Ob einem das Design des neuen Chucky gefällt oder nicht, erscheint mir als reine Geschmackssache. Mir jedenfalls ist es völlig gleichgültig. Der Ur-Chucky war an Bosheit nicht zu überbieten, immerhin eine starke Emotion, wenn man so will. Chucky 4.0 ist frei von Gefühlen, da er ein technisches Gerät ist. Das wird manchen Fans der Mörderpuppe sauer aufstoßen, anderen womöglich gefallen. Wenn Chucky erst richtig loslegt, bekommen wir ein paar originelle und blutige Tötungssequenzen zu sehen, die Freude bereiten. Weniger Freude bereitet die Tatsache, dass „Child’s Play“ zügig auf die Logik der eigenen Geschichte pfeift, damit sich Chuckys mörderisches Treiben noch eine Weile fortsetzen kann. Andy ist an sich ein cleverer Junge und riecht den Braten zügig, dennoch lässt er seine Puppe viel zu lange gewähren. Später gibt es einen total bescheuerten Handlungsstrang um ein in Geschenkpapier eingewickeltes Paket, dessen Inhalt ich nicht spoilern will. Immerhin hat der schmierige Hausmeister Gabe (Trent Redekop) eine Überraschung parat. Und etwas schwarzen Humor bekommen wir auch geboten.

… vermeintlich gute Freunde

Zum Finale kündigt sich ein infernalisches Gemetzel im Warenhaus an, wo etliche Kunden auf den Startschuss für den Verkauf von „Buddi 2“ warten – ein schöner Seitenhieb auf unseren Konsumwahn. Leider bleibt es bei der Ankündigung, das Gemetzel ist schneller vorüber, als es begonnen hat. Schade drum, das hätte dem Showdown den nötigen Pfiff gegeben. Dass Chucky in diesem finalen Abschnitt plötzlich physische Fähigkeiten hat, die man einer mechanischen Puppe nicht zutraut, sei da mal einfach hingenommen, sonst könnte man den Knilch am Ende gar zu schnell bezwingen.

Reboot oder Remake – mir latte

Ich war nie ein Fan der „Chucky“-Reihe, habe auch gar nicht alle sieben Teile gesehen. „Chucky und seine Braut“ (1998) hat mir ganz gut gefallen, stellt für mich aber keinen Pflichtfilm für mein Horrorregal dar. Das gelingt auch dem Reboot „Child’s Play“ nicht. Für anderthalb Stunden Horror-Kurzweil ist die Neuauflage gut, ich hege aber Zweifel, ob sie Chucky-Fans zufriedenstellen wird. Vielleicht gelingt das ja der von Don Mancini und David Kirschner mitverantworteten Serie. Den Status eines Klassikers des Remake-Wesens (oder -Unwesens) wird „Child’s Play“ nicht erlangen.

Länge: 90 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Child’s Play
F/KAN/USA 2019
Regie: Lars Klevberg
Drehbuch: Tyler Burton Smith
Besetzung: Aubrey Plaza, Mark Hamill (Originalstimme), Gabriel Bateman, Brian Tyree Henry, Tim Matheson, Trent Redekop, Beatrice Kitsos, David Lewis, Ty Consiglio, Hannah Drew
Verleih: Wild Bunch Germany / capelight pictures

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakate, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Wild Bunch Germany / capelight pictures, Szenenfotos: Eric Milner

 

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The Flash – Die komplette zweite Staffel: Der rote Blitz flitzt allen davon

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The Flash

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Actionserie // Während auf der Leinwand das Marvel Cinematic Universe mit den „Avengers“-Abenteuern die Nase bei Kritikern und Zuschauern vorn hat, sind die Kontrahenten von DC Comics auf dem TV-Bildschirm überlegen. Dabei flitzt besonders ein Comicheld aus dem DC-Serienmultiversum allen davon: „The Flash“. Als Spin-off von „Arrow“ gestartet, entwickelte sich „Der rote Blitz“ für den kleinen Network-Sender The CW zum absoluten Quotenhit. Da ist es nicht verwunderlich, dass der US-Sender die Abenteuer von Barry Allen aka The Flash (Grant Gustin) Anfang Januar bereits um eine vierte Staffel verlängert hat. In Deutschland sind nun die 23 Folgen der zweiten Staffel fürs Heimkino erschienen.

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Barry hat den Mörder seiner Mutter endlich geschnappt

Sechs Monate nachdem Barry im höchst dramatischen Finale der ersten Staffel den Mörder seiner Mutter schnappte und Central City vor der Zerstörung durch eine Singularität bewahrte, wird The Flash als Held gefeiert. Doch der Frieden währt nicht lange: In der Stadt haben sich mehrere Wurmlöcher geöffnet, durch die neue Gefahren aus einem Paralleluniversum – genannt Erde 2 – auf das Team Flash lauern. Aber nicht alle von ihnen sind feindlich gesinnt. Der Speedster Jay Garrick (Teddy Sears) hat seine Fähigkeiten verloren, als er durch ein Wurmloch auf Erde 1 gezogen wurde. Er berichtet Barry und seinen Freunden von S.T.A.R. Labs von der Existenz von Multiuniversen und warnt sie vor einem neuen Bösewicht: Zoom hetzt böse Metawesen nach Central City und will die Geschwindigkeit der Speedster aller Universen stehlen. Bald wird klar: Barry muss nach Erde 2 reisen, um den Fiesling zu besiegen.

Die derzeit unterhaltsamste Superheldenserie

Ohne Frage ist „The Flash“ derzeit die unterhaltsamste Superheldenserie im Fernsehen. Sie versucht nicht zwanghaft erwachsen daherzukommen und in einer realistischen Welt angesiedelt zu sein. Die Comicwurzeln sind jederzeit klar zu erkennen und machen ebenso wie die sympathischen Darsteller rund um Grant Gustin („Glee“) den Charme der Hitserie aus. Im Gegensatz zur Mutterserie „Arrow“ geht es in „The Flash“ nicht so düster zu und auch die melodramatischen Soap-Elemente werden größtenteils in den Hintergrund gerückt – auch, wenn es mit Polizistin Patty (Shantel VanSanten) ein neues Love Interest für Barry gibt.

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Doch lange bleibt es nicht ruhig in Central City

Der zweiten Staffel fehlt es etwas an emotionalen Höhepunkten und auch die erneute Thematik mit einem feindlichen Speedster als Oberschurken ist etwas unoriginell geraten. Ähnlich wie bei „Arrow“ sind auch die geringen Produktionskosten deutlich zu erkennen – viele Kämpfe finden in Lagerhallen statt –, dennoch sind mit dem Hai-Humanoiden King Shark und dem Riesengorilla Grood zwei für TV-Verhältnisse beeindruckende CGI-Wesen erschaffen worden.

Doppelgänger machen Ärger

Besonders interessant sind die Reisen von und nach Erde 2. In der Parallelwelt existieren Barry und seine Freunde ebenfalls. Da bleibt ein Treffen mit ihren Doppelgängern natürlich nicht aus – allerdings haben diese teilweise andere Wege eingeschlagen. So sind in der alternativen Zeitlinie Barry und Iris (Candice Patton) verheiratet und die Wissenschaftler Caitlin (Danielle Panabaker, „The Crazies – Fürchte deinen Nächsten“) und Cisco (Carlos Valdes) dürfen als Killer Frost beziehungsweise Reverb ihre fiesen Seiten ausleben.

Prominenter Fan auf dem Regiestuhl

Der Fanservice und auch die Verzahnung mit den anderen DC-Serien, die auf The CW zu sehen sind, liegen den Machern besonders am Herzen: So schauen Oliver Queen alias Arrow (Stephen Amell), Felicity (Emily Bett Rickards) und John (David Ramsey) für eine Doppelfolge in Central City vorbei, um The Flash und dessen Team im Kampf gegen den unsterblichen Vandal Savage (Casper Crump) beizustehen. Das Crossover setzt dabei die Ereignisse der achten Folge der vierten „Arrow“-Staffel in Gang und wirkt sich auch inhaltlich auf den zweiten Serienableger „Legends of Tomorrow“ aus.

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The Flash muss gegen neue Metawesen aus einer Parallelwelt kämpfen

Außerdem darf man sich unter anderem auf ein Wiedersehen mit Mark „Luke Skywalker“ Hamill („Star Wars“) als Bösewicht The Trickster und „Spartacus“-Star Liam McIntyre als Weather Wizard freuen. Zudem leiht in der englischen Originalfassung Horrorikone Tony Todd („Candymans Fluch“) dem Oberbösewicht Zoom seine bedrohliche Stimme.

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Im Kampf steht The Flash auch Arrow (r.) zur Seite

Einem prominenten Fan von „The Flash“ wurde ein besonderer Wunsch erfüllt: Der als Comicnerd bekannte Kevin Smith („Tusk“) durfte für „In der Speed Force“, der 21. Folge der zweiten Staffel, auf dem Regiestuhl sitzen. In dem knapp 50-minütigen Making-of „Die Reise von Kevin Smith“ aus dem umfangreichen Bonusmaterial gewährt er nicht nur einen ausgiebigen Blick hinter die Kulissen, sondern zeigt auch, wie ihn das Finale der ersten Staffel zu Tränen gerührt hat.

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Oberschurke Zoom will die Geschwindigkeit der Speedster stehlen

Veröffentlichung: 8. Dezember 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 1021 Min. (Blu-ray), 980 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u.a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u.a.
Originaltitel: The Flash
USA 2015/2016
Regie: Ralph Hemecker, Jesse Warn, John F. Showalter, Kevin Smith u.a.
Drehbuch: Greg Berlanti, Andrew Kreisberg, Geoff Johns u.a.
Besetzung: Grant Gustin, Candice Patton, Danielle Panabaker, Carlos Valdes, Tom Cavanagh, Jesse L. Martin, Mark Hamill, Liam McIntyre, Stephen Amell
Zusatzmaterial: Barry und Iris: Neue Anfänge (ca. 8 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte in 360° (ca. 3 Min.), Wessen Helm war das? (ca. 4 Min.), Verbrecherkartei: Die Geschichte von Lewis Snart (ca. 4 Min.), Herz und Hitze: Die Geschichte von Firestorm (ca. 5 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte – Erde Zwei (ca. 3 Min.), Neue Erfahrungen: The Flash vs. King Shark (ca. 5 Min.), Die Macht von Dr. Light (ca. 6 Min.), In die Bresche: Die Konzeption von Erde Zwei (ca. 5 Min.), Verpatzte Szenen (ca. 12 Min.), Nicht verwendete Szenen (ca. 9 Min.), Bonus-Episode: Arrow-Crossover „Legenden der Vergangenheit“ (ca. 42 Min.), Grodd Lebt! (ca. 7 Min.), Hinter den Kulissen: Die Chemie zwischen Emily und Grant (ca. 7 Min.), Seelenverwandt: Hawkman und Hawkgirl (ca. 11 Min.), Die Jadg auf Vandal Savage (ca 11 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte – im Fokus (ca. 3 Min.), Weihnachten bei The Flash (ca. 5 Min.), Auf dem Paleyfest 2015 (ca. 30 Min.), The Flash: Auf der Comic-Con 2015 (ca. 15 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte – Brenzlige Situationen (ca. 2 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte – Superhelden und Schurken (ca. 3 Min.), Die vielen Gesichter von Zoom (ca. 6 Min.), Die Reise von Kevin Smith (ca. 52 Min.), The Flash: Die visuellen Effekte: Alles fällt auseinander (ca. 5 Min.)
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Warner Home Video

 
 

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Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück: Das Meisterwerk der Reihe

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Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back

Von Kay Sokolowsky, der die folgende ausufernde „Empire“-Exegese als Seitenstück zu seiner KONKRET-Serie „Die Zukunft war gestern“ betrachtet. Mehr darüber im Weblog des Autors „Abfall aus der Warenwelt“.

SF-Abenteuer // Ich guckte mir diesen wunderbaren Quatsch in der Premierensaison 1980/81 gleich siebenmal an, und ich habe keinen Schimmer, wie oft seither. Sehr oft.

Beim Wiedersehen für diesen Artikel konnte ich die Dialoge immer noch zum großen Teil mitsingen. Das öffnet den Blick (und das Gehör) für verborgene Qualitäten (oder Mängel) eines Films. Es mischt sich Verwunderung darüber, als Teenie von diesem Zeug völlig benebelt gewesen zu sein, mit blankem Staunen über die zahlreichen mehr oder weniger diskreten Allegorien und Symbole, die einem bislang entgingen. Ich möchte daher eben nicht die abertausendste Rezension von „The Empire Strikes Back“ darbieten. Sondern mir darüber Gedanken machen, warum diese „Episode V“ der, inklusive Prequels, beste Spielfilm der „Star Wars“-Reihe ist und, falls J. J. Abrams kein Wunder gelingt (er selbst winkt schon ab, schade), der Champion bleiben wird. Denn, behaupte ich vorab, in keinem anderen Spielfilm aus dem „Star Wars“-Kosmos ist die Erzählung so vielschichtig, sind die Figuren so glaubwürdig wie hier. Wenn Ihnen also ein Haufen Indizien für meine These inklusive einiger autobiografischer Exkurse interessant genug erscheinen, bleiben Sie bitte für die nächsten 33.000 Zeichen hier. Doch auch im anderen Fall möge die Macht mit Ihnen sein, immer!

Vorspiel: In einer Zeit, lange, lange vor heute

Ich war zwar mit meinen 14 Jahren im perfekten Zielgruppenalter, als der erste „Krieg der Sterne“, der seinerzeit keinen anderen Titel hatte, 1977 in die Kinos rauschte. Aber zum Fan wurde ich nicht. Okay, das miserabel gedruckte Panini-Stickeralbum konnte ich bis auf ein paar Flecken vollkleben (was das kostete!), und im Keller habe ich noch eine Schallplatte mit Soundtrack-Auszügen, über die jemand einen erzdeutschen Moderationstext raunt – ganz schlimm bei der Beschreibung der Jawa-Schrottsammler: „Unheimlich, wie die Ratten zwischen den Felsen“, et cetera, als hätte der Imperator persönlich getextet.

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Wird Angst haben: Luke Skywalker

So sehr die visuellen Effekte mir imponierten, so gehörig gingen mir die hölzernen Dialoge sowie Luke Skywalker auf den Wecker. Überdies wurde ziemlich zeitgleich, die „Star Wars“-Euphorie nutzend, Kubricks „2001 – Odyssee im Weltraum“ in einigen Cinemascope-Kinos (das alte Savoy am Steindamm in Hamburg!) mit schärferen Kopien und Sechskanalton wiederaufgeführt. Ich kam, sah, verfiel: „2001“ war fortan meine Offenbarung, „Krieg der Sterne“ tat ich als etwas infantilen Ritter- und Gendarmfilm ab – mit, zugegeben, zwei fantastischen Raumschlachten und einem charismatischen Alec Guinness.

Als 1979 erste Nachrichten und Gerüchte über eine Fortsetzung von „Star Wars“ umgingen, war ich schon 16 und nicht mehr ganz so besessen von „2001“. Ich hörte, dies werde die „Episode römisch fünf“ in einer von Lucas sehr weiträumig auf neun Teile angelegten Filmsaga werden, und schämte mich nicht meiner Neugier, was bei so viel Spannweite und Erzählzeit etwa aus einem eher tumben Charakter wie Luke Skywalker werden könnte. Würden die Droiden ihre Versklavung weiter hinnehmen? Das war eine Frage, die mich Anfang 1980 ernsthaft beschäftigte (und hinsichtlich „Episode VII“ abermals reizt – Freiheit für R2-D2!). Als ich den Episodentitel erstmals las, schnappte ich vor Begeisterung nach Luft: „Das Imperium schlägt zurück“ klang wie ein Gong, es klang nach, genau, großem Kino.

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Haben einen neuen Feind: Darth Vader und sein Imperator

Über die vielen Pannen und den drohenden Abbruch der Dreharbeiten wegen Bankrotts erfuhr ich damals wenig. Es war die Zeit von „Cinema“ und sonst nix. „Seriöse“ Zeitungen und Zeitschriften ignorierten die kommenden Blockbuster. Ja, liebe Kinder, es gab damals noch nicht mal BTX! – Die eine der vielen Produktionskatastrophen, die sogar durch die „Hamburger Morgenpost“ ging, war auch die größte: Bei den Außenaufnahmen in Norwegen (das für den Eisplaneten Hoth herhalten musste) geriet die Crew in den schlimmsten Winter seit 50 Jahren und legte endlose, sehr kostspielige Produktionspausen ein. Irvin Kershner, ein ebenso gewissenhafter wie skrupulöser Regisseur, überzog das Budget mit fast derselben Bravour wie die Kompanie Zauberkünstler in Lucas‘ Spezialeffektefabrik „Industrial Light & Magic“ (ILM).

George Lucas hatte über „The Empire Strikes Back“ die volle Kontrolle verlangt. 20th Century Fox, Produktionsfirma des ersten Sternenkriegs, sollte nur den Vertrieb übernehmen. Das komplette Merchandising sowie die vollen Rechte an Film und „Star Wars“-Universum behielt Lucas für sich. Centfox sagte erst zu, nachdem Lucas sich bereit erklärt hatte, den neuen Film komplett aus eigener Tasche zu finanzieren. Und weil ein Projekt dieser enormen Größe so viel Geschäftsmann in Lucas forderte, dass vom Künstler wenig blieb, heuerte er seinen alten Uni-Mentor Irvin Kershner als ausführenden Spielleiter an.

Lange vor Produktionsschluss ging Lucas das Vermögen aus, und er musste bei den verhassten Filmmoguln um Hilfe betteln. In seinem epochalen Tratsch- und Klatschwerk „Easy Riders, Raging Bulls“ berichtet Peter Biskind etwas schadenfroh von der großen Not bei Lucasfilms Ltd.: „Die enormen Etatüberziehungen hätten Lucas beinahe das Genick gebrochen. Seine Finanzlage war dermaßen prekär, dass er ein Darlehen aufnehmen und, noch schlimmer, die Kröte schlucken musste, bei Fox darum zu betteln, dass das Studio für die Darlehenssumme bürgte.“ Am Ende ging bekanntlich alles mehr als gut aus, vor allem für den eisenharten Zocker Lucas: „(Er) erzielte aus dem weltweiten Kinokartenverkauf einen Gewinn von 430 Millionen Dollar, und seine 33 Millionen Dollar“ – dreimal soviel Etat wie bei „Episode IV“ – „hatte er innerhalb von nur drei Monaten wieder reingeholt – und zu guter Letzt erfüllte sich endlich sein Traum: die finanzielle Unabhängigkeit von den Studios.“ Wozu ich, siehe oben, mein Scherflein beitrug.

Synopsis (mit autobiografischer Anekdote)

Kurz vor Weihnachten 1980 – ein heute unvorstellbares halbes Jahr nach der US-Premiere! – startete „Das Imperium schlägt zurück“ in den westdeutschen Kinos. Im Ufa-Filmtheater, wo ich mir am Tag des Debüts ein Ticket für die erste Vorstellung (16 Uhr, wenn ich mich recht entsinne) gesichert hatte, stand ich in einer dichten Masse Gleichaltriger und weniger junger Erwachsener unter einer atemberaubenden Reklame: Ein Sternenzerstörer macht zusammen mit drei TIE-Fightern Jagd auf den „Rasenden Falken“; Laserblitze, im Hintergrund eine Milliarde Sonnen, noch mehr Sternenzerstörer. Die Werbetafel war ein bearbeiteter Filmkader, aufgeblasen auf vier mal sechs Meter. Die Raumschiffe, grandios detailliert, hatte man aus dem Bild geschnitten und auf dicke Kartons geklebt, was einen hübschen Reliefeffekt erzeugte.

Ich guckte alle 20 Sekunden auf meine Uhr und fragte mich, seit wann sie so langsam ging. Tapfer ignorierte ich die Spekulationen, die meine Nachbarn im Gedränge einander zuspielten. Leia die Schwester von Luke? Also bitte!

Endlich wurde der Eingang zum großen Kino 1 geöffnet, und ich bin ziemlich sicher, dass ich in der dritten Reihe, Mitte, saß, als die Centfox-Fanfare ertönte und gleich anschließend das Geschmetter der „Star Wars“-Titelmusik, dieser seltsame Hybrid aus Marschmusik und Walkürenritt. Und schon kam die erste große Enthüllung des Films: Im Rolltitel ist von einer „Gruppe Freiheitskämpfer unter Führung von Luke Skywalker“ die Rede – holla, weit gebracht, Bauerntölpel!

Die Handlung beginnt irgendwo im Kosmos. Die Sprengung des Todessterns in „Eine neue Hoffnung“ hat das Imperium geschwächt, doch nicht zerschlagen. Darth Vader (David Prowse) will den angehenden Jedi-Ritter Luke (Mark Hamill) in die schwarzen Maschinenhände kriegen und zur Dunklen Seite der Macht bekehren. Die Streitkräfte der Rebellen können dem Waffenarsenal des Galaktischen Reichs wenig entgegensetzen. Deshalb verbergen sie sich auf einem öden Eisplaneten, um den nächsten Schritt zu planen: Hoth. Die Ruhe dauert nicht lange: Imperiale Suchdroiden „durchkämmen die Galaxis“ (Admiral Ozzel) nach Luke und dessen Freunden; einer wird schließlich fündig. Unverzüglich führt des Imperators rechte Hand Darth Vader ein Geschwader der Sternenflotte zum Hoth-System.

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Bis gleich auf Dagobah: Obi-Wan Kenobi erscheint dem halbtoten Luke

Die Rebellen verlieren im Kampf gegen die Sturmtruppen zwar ihre Basis, können jedoch ihre Raumflotte retten. Luke, dem sein Ersatzvater Obi-Wan Kenobi (Alec Guinness) in einer Vision erschien, ist nicht, wie Helmut Schmidt geraten hätte, zum Arzt gegangen, sondern macht sich mit dem Allzweckdroiden R2-D2 (Kenny Baker) als Kopilot auf die Reise zum Planeten Dagobah. Dort soll Yoda, der auch Kenobi ausbildete, Luke zum vollwertigen Jedi-Ritter formen. Derweil jagt Vaders Flotte den „Millennium Falcon“ von Han Solo (Harrison Ford) und Chewbacca (Peter Mayhew). In den Wirren des Rückzugs sind auch der neunmalkluge Protokolldroide C-3PO (Anthony Daniels) sowie Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher) an Bord geraten. Der Hyperantrieb des „Rasenden Falken“ ist defekt, und deshalb bleibt dem verwegenen Piloten Solo nur die riskante Flucht in ein Asteroidenfeld.

Beim Versteckspiel vor Vader finden Han und Leia viel Zeit, einander tief in die Augen zu schauen. Damit ging ein Wunsch in Erfüllung, den vor allem weibliche Fans geäußert hatten. Harrison Ford war ein Jahr zuvor als Indiana Jones zum Superstar geworden und in den weit aufgerissenen Augen der meisten „Backfische“ (wie man damals noch sagte) eine viel bessere, lässigere Partie als Mark Hamill. Und überhaupt: Luke, dieser Parsifal und Galahad hoch zwei, war doch nix für eine feste Beziehung! In „Empire“ entwickelt Lucas die magische „Macht“ zu einer Art Gottesersatz weiter; die Jedi-Ritter erweisen sich als Variante der Templer – Mönchsritter mit einem sexfeindlichen Aufgabengebiet. Leia küsst Luke zwar zweimal, aber nie auf Zunge – und dabei weiß sie noch gar nichts von der zweiten Riesenenthüllung des Films: Sie ist Lukes Zwillingsschwester. Der abenteuerlustige Bub vom wüsten Planeten Tatooine kam (und kommt) vor allem bei Jungs an, die an Mädchenhaaren allenfalls verlockend finden, daran zu ziehen.

Kein Wunder, dass ich mit 17 für Han Solo optierte. Der heulte außerdem nicht dauernd rum wie Luke, sondern grinste schief und legte los. Tollkühn und clever wie nur je einem guten Hasardeur (wir hören kurz darauf, dass Han den „Falken“ bei einem „ehrlichen Spiel“ gewonnen hat) gelingt ihm die Flucht vorm Imperium – jedoch nicht vor einem Kopfgeldjäger, der in einem fliegenden Bügeleisen unterwegs ist. Solo will zur Wolkenstadt des Planeten Bespin. Dort regiert Lando Calrissian (Billy Dee Williams), ein alter, nun ja, Kollege Solos; dort wollen die Versprengten sich verstecken, bis das Raumschiff wieder einen funktionierenden Hyperantrieb hat.

Darth Vader erwartet sie längst. Er foltert Han Solo, um Luke zu ködern. Der steckt mitten im Grundwehrdienst eines Jedi, als Erschütterungen der Macht ihm von den Qualen seines alten Freundes künden. Auch Leia schwebt in tödlicher Gefahr. Dies fühlt Skywalker so deutlich, dass er sich unverzüglich Richtung Bespin aufmacht. Die eindringlichen Warnungen des Obi-Wan-Geists und Yodas vor Vader und den Verlockungen der Dunklen Seite können den jungen Helden nicht aufhalten.

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Eiskalter Rechner: Darth Vader inspiziert die Karbonit-Kammer

Inzwischen lässt Darth Vader den Hitzkopf Solo in Karbonit einfrieren. Das Publikum hört dazu den seither zweitberühmtesten Dialog der „Star Wars“-Serie (bekannter ist nur, was zehn Filmminuten später gesprochen wird). Luke landet auf Bespin und stellt sich dem Duell mit Vader. Zeitgleich rührt sich bei Lando das Gewissen. Er kündigt dem Imperium die Gefolgschaft auf und kämpft an der Seite Chewbaccas und Leias gegen die Sturmtruppen (die vor 35 Jahren noch nicht „Klonkrieger“ hießen).

Im großen Finale widersteht Luke zwar den etwas ruppigen Überredungsversuchen Darth Vaders, doch das hat den jungen Mann viel Vertrauen, sein Lichtschwert und eine Hand gekostet. Immerhin kann er zusammen mit der „Falken“-Besatzung (neuer bzw. alter Chefpilot: Lando Calrissian) vor den Reichstruppen ausbüchsen. Weit außerhalb der Galaxis, wo sich die Rebellenflotte sammelt, endet der Film so offen wie möglich. George Lucas muss damals an „Star Wars“ und eine weitere Episode geglaubt haben wie nicht mal Obi-Wan an die Fähigkeiten von Luke Skywalker.

Einige Anmerkungen, auch persönlicher Natur

„The Empire Strikes Back“ ist erstklassiges Augen- und Ohrenfutter, rasant geschnitten von u. a. Lucas und seiner damaligen Ehefrau Marcia, zugedröhnt mit brillanten Sound-Effekten und John Williams‘ Riesenorchestermusik. Kaum ist ein Cliffhanger überstanden, folgt der nächste, ein Spektakel jagt das andere. Die parallelen Erzählstränge sind so clever geknüpft, die Pointen der Kapitel so präzise getaktet, dass der Film einen Hyperdrive entwickelt, von dem die Crew des „Millennium Falcon“ nur träumen kann. Das enorme Tempo von „Empire“ beeinflusst das Popcorn-Kino bis heute, nicht immer zum Besten.

Allerdings gönnt „Episode V“ sich auch ruhige, kammerspielartige Einlagen: Selbst im großen Laserschwert-Duell zwischen Vader und Sohn wird mehr gesprochen als gefochten. Den Overkill an Halligalli und die recht dürftig motivierten Szenenwechsel in der Prequel-Trilogie (ansatzweise auch in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“) vermeidet Kershner, der eben kein Action-Regisseur war, nach Kräften.

Kershner, im November 2010 mit 87 Jahren gestorben, betrachtete „Empire“ als zweiten Satz einer Symphonie, als ein Adagio. In der Tat dominieren traurige Töne nicht bloß Williams‘ Score, sondern auch die Licht- und Farbdramaturgie: Hoth ist weiß wie ein Leichentuch. Dieses Weiß steht aber auch für die bedrohte Unschuld Leias und Lukes. Dagobah hat die erdigen Farben eines Ursumpfes. Als Luke in einer seiner Visionen vermeintlich gegen Vader kämpft und sich schließlich selbst enthauptet, ist dies nicht nur ein Albtraum, sondern auch ein fast zu deutlicher Hinweis darauf, was Dagobah symbolisieren soll: das konfuse Unbewusste des schwer pubertierenden Luke Skywalker.

Nicht viel weniger chaotisch und schattig sieht es im „Millennium Falcon“ aus, wo Leia die Verwirrung ihres Herzen zu klären versucht. Diesem Chaos der Natur diametral entgegen stehen das aseptische Licht und das eckige Hightech-Dekor in den imperialen Schaltzentralen. Wieder viel Totenweiß, vor dem der nachtschwarze Vader und seine dunkel uniformierten Offiziere paradieren wie im Scherenschnitt-Theater: Das Imperium besteht aus lauter perfekten Oberflächen und sonst nichts.

Auf Bespin schließlich ein nicht endendes Abendrot, das die Art-déco-Hochhäuser der Wolkenstadt wie mit Blut überschüttet aussehen lässt. Im Inneren der Gebäude haben bereits die Kunstfarben des Imperiums Einzug gehalten. Das finale Duell zwischen den Skywalkers badet im Schwarz und Schwefelgelben des Höllenfeuers – das hier „Karbonit-Kammer“ heißt und sein Glimmerlicht aus zahllosen Neonröhren bezieht. Wie viel diskreter und zugleich klüger ist diese Kulisse übrigens als der Lavaplanet, über dessen Feuergruben sich in „Episode III“ die Teufelwerdung Anakins vollzieht!

Ein großes Adagio ist „Empire“, wahrhaftig, mit zwei Hauptthemen, die John Williams – selten komponierte er so leidenschaftlich – in kongeniale Leitmotive verwandelt: Das eine besingt zum Seufzen schön Leia und die Liebe, das andere mit viel Vibrato die Weisheit Yodas. Das dritte wurde gar zur populärsten Melodie der Serie: Der „Imperial March“, ein wie mit Stechschritt durch die Blechbläser stampfendes Stück, beschreibt den Charakter des bösen Galaktischen Reichs nicht minder gut als die schwarze Seele Darth Vaders. Williams bedachte jede Sekunde des Films mit einer ebenso üppig wie raffiniert instrumentierten Musik. Das verleiht „Empire“ etwas Wagner-Opernhaftes; und auch sonst mangelt es nicht an großen Gesten und Gefühlen. Nur gesungen wird nicht, zum Glück.

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In der Hightech-Hölle: Luke Skywalker vs. Darth Vader

Wie langatmig man wird, um etwas so Kurzweiliges wie „Episode V“ zu analysieren! Wie viel Zeit es benötigt, um das grandiose Timing von Szenario und Montage angemessen zu würdigen! „Empire“ hingegen legt ohne Umschweife los, mit einem Gruß an Sergej Eisenstein. Eine exakt 60 Sekunden lange Sequenz zeigt, wie mehrere Suchdroiden sich aus dem Bauch eines gewaltigen Raumschiffs ins Weltall bewegen, wie einer zwischen den Sternen manövriert, schließlich einen von Wolken verhüllten Planeten ins Visier nimmt und meteorgleich in einer Schneewehe landet. Dialektische Montage ersten Kalibers zu Beginn eines der größten Blockbusters aller Zeiten! Aber diese Feinheit ging mir erst viel, viel später auf.

Das lag vermutlich daran, dass ich als junger Bursche viel mehr auf Carrie Fisher achtete, die kurz nach dem Suchroboter ihren ersten Auftritt absolviert. Endlich sieht die Prinzessin wie eine erwachsene Frau aus, in ihren wattierten Hosen und der praktischen Uniformjacke. Auch hat sie sich den Gefallen getan, die Zöpfe nicht mehr zu Minnie-Maus-Ohren aufzubinden. Sie sind jetzt um den hübschen Hinterkopf gewickelt, und aus einer bestimmten Perspektive sieht das aus wie ein Heiligenschein. Noch hat diese Maid keinem Manne die Gunst gewährt, daran kann kein Zweifel bestehen. (Die dubiose ukrainische Oligarchin Julia Tymoschenko hat Leias Madonnenfrisur übrigens 20 Jahre später plump kopiert und damit eine geraume Zeit sehr viele Leute geblendet; eine der unerfreulichsten Folgen des Weltpopkultur-Phänomens „Star Wars“.)

In den offensichtlich aus ewigem Eis geschlagenen Katakomben der Rebellenbasis kommt es zum ersten erotischen Geplänkel zwischen Han Solo und Leia – nicht einmal die Kälte kann ihre Leidenschaft bezwingen. (Vielleicht wollte Kershner auch andeuten, dass die beiden in diese engen Gänge und niedrigen Kavernen eingesperrt sind wie Labormäuse – und genauso gereizt.) Dabei lässt Carrie Fisher zweimal die Kastanienaugen zornblitzen, ach …! Ich war 17 und auf der Stelle verliebt. Natürlich wollte ich Halbstarker genauso schlagfertig wie Captain Solo werden. Als Leia dessen Angebot für eine Schmusestunde angewidert mit den Worten „Da lass ich mich lieber von einem Wookie küssen“ ablehnt, kontert Han: „Das kann ich arrangieren.“ Cooler ging‘s für meine unreifen Verhältnisse nicht.

Die Dialoge des Films sind in den Duetten der Prinzessin mit dem Schmuggler von einiger Delikatesse, erinnern gelegentlich an die großen Screwball-Comedies der 1940er und 50er. Das ist kein Wunder, denn die Veteranin Leigh Brackett („The Big Sleep“) hatte sich über das Skript gebeugt und der Romanze echtes Hollywood-Filmleben eingehaucht (diesen Ausdruck meine ich nicht abfällig). Leider starb sie schon 1978, lange vor der Produktion, aber der Autor, der ihr als Szenarist für „Empire“ folgte, Lawrence Kasdan, ist ein Fan des klassischen amerikanischen Kinos und konnte Brackett hervorragend imitieren. Anders als in allen anderen Filmen der Serie macht es bei „Empire“ Spaß, den Helden und Schurken zuzuhören. Und unübersehbar hat auch die alte Garde – Hamill, Fisher, Ford und der vergoldete Anthony Daniels – ein Vergnügen daran, nicht bloß Phrasen zu dreschen, sondern gelegentlich etwas wirklich Lustiges zu sagen.

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Sie liebt ihn, er weiß es: Romantik in der Karbonit-Kammer

Oder etwas zutiefst Ergreifendes: „Ich liebe dich!“ ruft Leia dem Schmuggler zu, der gleich schockgefroren werden soll, und Solo, der sonst so wortgewandte Hallodri, antwortet knapp: „Ich weiß.“ Ich habe nie verstanden, warum Menschen diesen Satz für unromantisch halten. Was hätte Han denn noch sagen sollen, während Vader, Lando und eine Kompanie Sturmtruppen zuschauen?

Haben sie oder haben sie nicht? Die Romanze von Leia und Han

Und vielleicht hat der Held seiner Leia einige Stunden zuvor schon gesagt, was er sich in der Karbonit-Kammer verkneift? Es gibt mehrere Andeutungen in „Empire“, dass Organa und Solo es bei ein paar sachten Knutschereien nicht belassen haben. Das Hollywood-Kino hat eine lange Tradition in öffentlicher Prüderie und heimlicher Frivolität, und „Empire“ ist neben allem anderen auch so etwas wie die Apotheose des klassischen US-Unterhaltungsfilms. Man mag kaum glauben, dass im selben Jahr wie die „Episode V“ ein triebhaftes Stück Fleisch wie Martin Scorseses „Wie ein wilder Stier“ („Raging Bull“) in die Kinos kam. Oder dass George Lucas als überzeugter Avantgardist begonnen hatte. Doch aus den Tagen seines Debütfilms „THX 1138“ von 1971 war nicht viel übrig geblieben, nur die Innenausstattung der Wolkenstadt von Bespin.

Andererseits hat es seinen Reiz, in einer scheinbar jugendfreien Geschichte Schlüpfrigkeiten zu verstecken. Ich bin ziemlich sicher, dass die Ferkeleien vor allem auf Kershners und Bracketts Konto gehen. Verglichen mit Hans und Leias Romanze wirkt die in Kitsch- und Reklame-Ästhetik schier ersaufende Lovestory zwischen Anakin und Padme in „Episode II“ noch kindischer als sowieso. Sex scheint den Filmemacher Lucas kaum zu interessieren. Da gleicht er dem Kanzler Palpatine, der sich seine Soldaten lieber klonen lässt, weil das schneller und zuverlässiger geht als die herkömmliche Methode der Nachwuchsgewinnung.

Gleich dreimal wackeln in „Empire“ die Wände und sogar die Filmbilder, damit Leia und Han sich während ihrer lustigen Zickereien körperlich näherkommen können: Beim Angriff auf die Rebellenbasis, beim Passieren des Asteroidenfelds und kurz darauf im Inneren des Weltraum-Wals. Leicht zu erraten bei dem, pardon, Gebumse, woran die beiden wirklich denken, während sie sich angiften. Ich glaube allerdings nicht, dass der Einflug des „Falken“ in jenen Hyperleviathan eine Anspielung auf Analverkehr sein soll.

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„Die wären verrückt, wenn sie uns dahin folgen würden“: Han Solos Logik beeindruckt Leia, Chewbacca und C-3PO

Wann aber erliegt die brave Leia dem Charme des (nicht mehr ganz so) Gesetzlosen? Meine begründete Vermutung: auf Bespin, in der Wolkenstadt. Zum ersten Mal ist die Prinzessin hier in einer Art Kleid zu sehen. Ihre Heiligenscheinfrisur hat sich aufgelöst zu zwei hängenden Zopfschlaufen. Das Leia-Liebesmotiv erklingt mit einer Inbrunst wie noch nie. Han tritt in den Raum (der aussieht wie die Verlobungssuite eines Las-Vegas-Hotels), fasst Leia sanft an den Armen und küsst die erstaunlich kleine Frau überraschend sanft auf die Stirn. Die sonst ausgezeichnete deutsche Synchronisation begeht hier einen Fehler und lässt die Liebenden sich weiterhin siezen. Vielleicht war die BRD 1980 noch prüder als die USA. Vielleicht aber auch wollte der Synchronregisseur das Du für den romantischen Moment in der Karbonit-Kammer aufheben.

In dieser Werkstatt der Hölle findet nämlich etwas Ähnliches wie eine Hochzeit statt, mit Darth Vader und Lando Calrissian als Standesbeamten sowie Chewbacca und C-3PO als Trauzeugen. Die Flitterwochen müssen noch warten, doch immerhin wird der Bräutigam als Reisegepäck vorausgeschickt. Während der Zeremonie trägt die Braut übrigens wieder ihr Unisex-Outfit. Sieht gewiss nicht wie ein Hochzeitskleid aus, ist aber schön weiß, und das muss für eine Trauung in der Hölle genügen.

This is not really a Science Fiction movie

Dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser, bis hierhin durchgehalten haben, schmeichelt mir sehr. Aber ich sollte Ihre Geduld nicht zu sehr ausreizen (und auch nicht die des freundlichen Blog-Gastgebers). Deshalb jetzt nur ein paar Sätze zu den großartigen Illusionen des Films, die fast alle handgemacht sind: Harrison Ellenshaws hinreißende Matte-Paintings der Wolkenstadt und die ungeheuer detaillierten Raumschiffmodelle ebenso wie die Stop-Motion der „AT-AT“-Kampfläufer und der saurierartigen Tauntauns. Zehn Jahre, bevor computergenerierte Bilder ihre Weltherrschaft über den Filmtrick antreten sollten, waren die visuellen Effekte von „Empire“ einfach überwältigend. Mir sprangen 1980 fast die Augen durch die Brille, als der Supersternenzerstörer Vaders auftauchte, zunächst als viele Kilometer langer Schatten, dann in seiner ganzen tödlichen Herrlichkeit: eine stählerne Pfeilspitze, größer als Manhattan.

Beim wilden Ritt durchs Asteroidenfeld – zu dem Williams sich seine schmissigsten Takte einfielen ließ, ein Prestissimo aus Flötentrillern und Posaunenfanfaren – habe ich, glaube ich, ein bisschen gesabbert. Nie zuvor waren so viele verschiedene bewegte Objekte in einer einzigen Trick-Einstellung zu sehen: kleine Felsen, riesige Planetoiden, TIE-Fighter, alles kreuz und quer, und mit geradezu graziöser Wendigkeit immer voran der „Millennium Falcon“. Ein früherer Freund von mir kaufte sich Mitte der 80er die Super-8-Fassung von „Empire“, die nur zwei Spulen lang war, etwa 40 Minuten. Den Dogfight im Asteroidenfeld wollte ich jedes Mal sehen, wenn ich den Freund besuchte, das heißt, alle zwei bis drei Wochen. So ging das jahrelang.

Noch heute imponiert mir zutiefst, was den ILM-Zauberern dort mit unfassbarer Geduld und viel glücklicher Improvisation gelang (beispielsweise wurden für die kleineren Asteroidenmodelle Kartoffeln verwandt). Die Sequenz ist in ihrer Eleganz und ihrem Tempo einfach nicht zu verbessern; und glücklicherweise hat Lucas in seiner elenden Neufassung von 1997 darauf verzichtet, diese herrlichen Bilder mit computeranimiertem Schnickschnack zu verschandeln. „Sie müssen mich mit solchen Dingen nicht beeindrucken“, sagt Leia während eines besonders riskanten Manövers zum Piloten ihres Herzens, und natürlich meint sie das Gegenteil: Sie kriegt von dieser Dykstraflex-Achterbahnfahrt durch die kosmische Steinlawine überhaupt nicht genug; und damit geht es ihr wie mir.

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Yodas Lektion: Glaube versetzt X-Wing-Fighter

Ziemlich satt hingegen habe ich die religiösen Elemente in „Empire“, die etwas penetranten Anspielungen auf Christus und Satan sowie das pompöse New-age-Gefasel von Meister Yoda (mein All-time-hate: „Der Zorn zur dunklen Seite der Macht dich verführt“). Es ist diese übersinnliche „Macht“, die mich im „Star Wars“-Universum schon 1980 störte. Sie erlaubt nicht nur eine bequeme Lösung, wo die Cliffhanger-Dramaturgie wieder mal eine unentrinnbare Falle aufgestellt hat. Der Manichäismus der „Macht“, ihr simultan Gutes und Böses, rechtfertigt am Ende auch die größten Untaten, die mit ihrer Hilfe angerichtet werden. Nicht Darth Vader mordet und foltert, sondern die „Dunkle Seite“: Der Moralist in mir findet dergleichen barbarisch.

Die stärkste „religiöse“ Szene ist gleich im ersten Akt zu sehen. Nachdem Luke sich aus dem Gefrierschrank des Eismonsters befreit hat, bricht er im Schnee zusammen und gewärtigt eine himmlische Erscheinung: In den Blizzardwolken erscheint Obi-Wan Kenobi, groß wie ein Gebirge, und befiehlt Skywalker, den Jedi-Lehrmeister Yoda (donnernd: „… der auch mein Lehrmeister war …“) aufzusuchen. Luke sinkt in Ohnmacht, und durch das verblassende Bild des Götterboten Kenobi reitet Han Solo auf einem Tauntaun heran, den Freund zu retten.

Die folgenden religiösen Anspielungen sind weit entfernt von der Erhabenheit der ersten Vision. Es wird mit reichlich Splatter-Zutaten ein Tier geopfert (es opfert sich selbst), auf dass der Himmelsschreiter Luke nicht vor der Zeit stürbe. Der Jedi-Aspirant muss später, wie es sich für einen ordentlichen Heiligenanwärter ziemt, durch allerlei Versuchungen, sogar durchs Feuer der Hölle gehen. Doch als sein Glaube am tiefsten erschüttert wird und schwarz plötzlich wie weiß und Kenobi als Lügner und Vader als Vater erscheint, da findet unser Messias den, seinen Weg zur Erlösung der Welt und seines Vaters und so zum Glauben zurück. Puha! Doch dazu mehr in „Episode VI“.

Möglich, dass der Feingeist Kershner die Deus-ex-machina-„Macht“ ebenfalls dubios und es regelrecht albern fand, Yoda und Luke im Gespräch mit Obi-Wan Kenobi, das heißt mit einem Gespenst zu filmen. Einem Gespenst zumal, das auf Dagobah wieder Normalgröße hat und auch sonst so wirkt, als sei es gar keins, sondern per 3D-Videokonferenz zugeschaltet. Lukes Diskussionen mit Übervater Ben und Onkel Yoda hören sich für mich älteren Herrn so an wie ein Streit um die Autoschlüssel zwischen dem angehenden College-Studenten und seinen Eltern. Jedenfalls nicht wie ein Konklave, bei dem über die Zukunft einer ganzen Galaxis entschieden wird.

Trotz der Omnipräsenz von Supertechnik und Megawaffen hat „Empire“ dem ernsthaften Science-Fiction-Aficionado so wenig zu bieten wie alle anderen Episoden. Science-Fiction dient „Star Wars“ bloß als Hülle, im Kern steckt lupenreine Fantasy, mit Raumschiffen statt Fliegenden Teppichen und Tauntauns statt Einhörnern, mit edelmütigen Rittern, guten Zauberern und bösen Hexen, mit einer aufmüpfigen Prinzessin, etwas lächerlichen, aber treu ergebenen und zuweilen nützlichen Vertretern des niederen Volks sowie mit ordentlich Hokuspokus und dem einen oder anderen Monstrum.

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Will mit Luke ganz Mittelerde, äh, die Galaxis beherrschen: Darth Sauron, äh, Vader

Die deutsche Endlos-SF-Serie „Perry Rhodan“ wirkt trotz ihrer ziemlich eigenwilligen Interpretation der Einsteinschen Physik neben der gigantischen Unwissenschaftlichkeit von „Star Wars“ geradezu pingelig. Science hat in der Fiction von „Empire“ keine Chance. Deshalb wird das Vakuum des Weltraums erfüllt von den herrlichsten Explosions- und Maschinengeräuschen (in Dolby Pro). Ist die Lichtgeschwindigkeit immer noch, wie in „Episode IV“, überlichtschnell. Kann Luke in die Zukunft sehen.

Der an sich wunderschöne Running Gag des Films, das heißt, das Dauerproblem mit dem Hyperspace-Drive des „Falcon“, wird durch die Erzählung selbst zerstört. Ich habe keine Ahnung, wie der durchaus nicht rasende „Falke“ es in wenigen Tagen von Hoth nach Bespin schafft. Dass die beiden Himmelskörper im selben Sonnensystem kreisen, wird nie erwähnt. Und von einem Stern zum nächsten wäre ein „Falke“ ohne Überlichtantrieb jahrzehntelang unterwegs.

Im homogenen Fantasy-Universum von „Empire“ gibt es nur ein Naturgesetz, und das heißt wie bei jedem der klassischen Abenteuer- und Kinder-allen-Alters-Filme, wie beim „Roten Korsar“ oder Errol Flynns „Robin Hood“, wie bei den „Drei Musketieren“ mit ihrem unsterblichen vierten Mann Gene Kelly als D’Artagnan (der sich in „Empire“ aufspaltet in den märchenhaften Fechter Luke und den passionierten Charmeur Solo) … Was wollte ich sagen? Ach ja, genau. In „Empire“ gilt nur ein Gesetz, und das heißt: „Die Geschichte hat keine Logik, die Geschichte ist die Logik.“ Wer sich einmal damit abgefunden hat, dass Lucas‘ welterobernde Saga so wenig zum Genre Science-Fiction gehört wie die „Superman“-Adaptionen oder „Zardoz“, der kann sie immer noch als ein Techno-Märchen goutieren, als welches das sagenhafte Intro „A long time ago in a galaxy far, far away“ die Filme ja auch ankündigt.

Aus keinem Werk der Fantasy-Literatur hat George Lucas übrigens begeisterter „zitiert“ als aus dem „Herrn der Ringe“. Yoda ist Elrond und Galadriel in einer Hutzelgestalt, Obi-Wan ein Wiedergänger Gandalfs, Darth Vader ein Zwillingsbruder von Sauron. Das Imperium folgt denselben Prinzipien wie das dunkle Reich Mordor: Unterwerfung aller freien Wesen, Verachtung allen Lebens, Vernichtung alles Guten. Weil Lucas‘ nicht besonders originelle Mythologie allerdings ein Sammelsurium aus dutzenden Vorbildern ist, verbergen sich die meisten Anspielungen auf Mittelerde im Gestrüpp der anderen Verweise.

Ich habe weiter oben vermutet, Spielleiter Kershner sei vom Konzept der „Macht“ ebenso genervt gewesen wie ich. Das stimmt nicht ganz. Die Wunder plastisch darzustellen, zu welchen die „Macht“ befähigt, hat am Ende auch aus Kershner den Illusionisten gekitzelt, der in jedem ordentlichen Filmemacher steckt. So verwandte er in den Trainingsszenen auf Dagobah viel Erfindungsreichtum darauf, einen Superhelden in der Grundausbildung zu demonstrieren. Die famosen akrobatischen Kunststücke Lukes sind wie die Lichtschwerter und der Nazisamurai-Helm über Vaders Narbenschädel Referenzen an den asiatischen Martial-Arts-Film, den Lucas bewundert. Und bei Yodas größter Tat – allein durch Gedanken birgt er Lukes versunkenen X-Wing-Fighter aus dem Dschungelsumpf – ist kein Fünkchen Ironie zu entdecken. Ironie hätte freilich sowieso keine Chance gegen den beseelten Engelsgesang, den John Williams‘ circa 100.000 Streicher während dieses Mirakels anstimmen.

Abspann (vorläufig)

Mann … So viel geschrieben, so wenig gesagt über diese Perle des US-amerikanischen Unterhaltungsfilms! Kein Wort bis jetzt etwa zum politischen Subtext von „Empire“ … Aber dazu haben andere mehr zu sagen als ich, Peter Biskind zum Beispiel.

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Kann dem obskuren Geschwafel nicht immer folgen: Luke mit Yoda

Ich möchte nur noch erwähnen, weshalb „The Empire Strikes Back“ auch in der Schauspielerei der reifste und schönste, der einzige Spielfilm der „Star Wars“-Reihe ist. Besonders Mark Hamills Leistung trägt dazu bei. Ich habe das lange nicht bemerkt, wohl wegen meiner alten Skywalker-Aversion. Die Fassungslosigkeit und Verzweiflung in Lukes Gesicht, das Entsetzen, das Mark Hamill uns zeigt, nachdem Vader seine vier Worte Filmgeschichte gesprochen hat („Ich bin dein Vater!“), also: Hamills rausgewürgtes „Nein“ können einen Stein zum Weinen rühren. Welch bittere Ironie: Dieser talentierte Mime hatte Luke so sensibel und überzeugend gespielt, dass Hamill fortan im Schatten seiner größten Rolle stand und nie zeigen konnte, was er sonst noch drauf hat. Ich glaube, eine Menge, und bin sehr gespannt, was Abrams in „Episode VII“ mit Luke Skywalker anstellen wird.

Ich glaube außerdem, dass ich „Das Imperium schlägt zurück“ noch öfters anstaunen werde. So wie ich schönes altes Blechspielzeug bewundere. Die Perfektion seiner Mechanik, die Eleganz des Designs, die Solidität der Konstruktion. Und, zugegeben, ich bin immer noch ein bisschen in Carrie Fisher verknallt, zumal wenn sie dicke Laserwummen stemmt.

Ich mach jetzt besser wirklich Schluss.

Den „Krieg der Sterne“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Harrison Ford sind unter Schauspieler aufgeführt.

Veröffentlichungen Blu-ray: 9. November 2015 im Steelbook, 12. Oktober 2015 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Episode IV–VI“, 12. Oktober 2015 und 12. September 2011 als Teil der „Star Wars: The Complete Saga“
Veröffentlichungen DVD: 7. November 2008 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Episode IV–VI“, 29. Januar 2007 als Doppel-DVD (inkl. Original-Kinoversion & Special Edition), 17. Mai 2005 als Teil der „Star Wars Trilogie“ (4 DVDs)

Länge: 125 Min. (Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Star Wars: Episode V – The Empire Strikes Back
Alter deutscher Verleihtitel: Krieg der Sterne
USA 1980
Regie: Irvin Kershner
Drehbuch: Leigh Brackett, Lawrence Kasdan
Besetzung: Mark Hamill, Harrison Ford, Carrie Fisher, Billy Dee Williams, David Prowse, Anthony Daniels, Kenny Baker, Peter Mayhew
Zusatzmaterial: Audiokommentar von George Lucas, Carrie Fisher, Ben Burtt, Dennis Muren und weiteren Mitgliedern der Filmcrew, Audiokommentar aus Interviews mit Darstellern und Filmcrew
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Kay Sokolowsky

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Packshots: © Twentieth Century Fox Home Entertainment
Fotos: © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

 

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