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Gewinnspiel: Tal der Skorpione – 1 x auf Blu-ray, 1 x auf DVD

Verlosung

Action aus deutschen Landen – das loben wir uns. Die Busch Media Group hat den mit Mathieu Carrière, Ralf Richter, Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Micaela Schäfer durchaus prominent besetzten Indie „Tal der Skorpione“ veröffentlicht und uns je eine Blu-ray und DVD zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerin oder des kommenden Gewinners!

Teilnahmebedingungen

Zwar bringt es mir Spaß, Filme unter die Leute zu bringen, weil sich die überwältigende Mehrzahl der Gewinnerinnen und Gewinner aufrichtig freut und höflich bedankt. Dennoch geht der Versand etwas ins Geld, zumal „Die Nacht der lebenden Texte“ nach wie vor keinen Cent Ertrag abwirft (die unten ab und zu eingeblendete Werbung schaltet WordPress). Daher: Auf freiwilliger Basis darf mir jede/r Gewinner/in gern anbieten, das Porto in Höhe von 1,55 Euro zu übernehmen – oder höher beim Wunsch nach versichertem Versand. Gebt mir das aber bitte nicht schon im Kommentar mit eurer Antwort bekannt, sondern erst im Gewinnfalle. Ich will nicht in Verdacht geraten, die Sieger danach zuzuteilen.

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 17. November 2019, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes. Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert). Die Gewinnerin oder den Gewinner werde ich im Lauf von etwa zwei Wochen nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie oder ihn auch per E-Mail benachrichtigen. Hat er oder sie sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht zurückgemeldet, verliert sie oder er den Anspruch auf den Film. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Nur eine Teilnahme pro Haushalt. Ich behalte mir vor, Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht für den Lostopf zuzulassen oder ihnen im Gewinnfall nachträglich den Preis abzuerkennen, sofern mir Mehrfachteilnahmen unter Alias-Namen unterkommen. Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen haben

– Andrea, die sich aussuchen darf, ob sie die Blu-ray oder die DVD nimmt,
– Thomas Biermacher, der das Format erhält, gegen das sich Andrea entschieden hat.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Tal der Skorpione“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

 

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Tal der Skorpione – „Und Action“ schallt es durchs deutsche Gehölz

Breakdown Forest – Reise in den Abgrund

Von Volker Schönenberger

Action // Geballer in einer Kiesgrube, zwei verfeindete Gruppierungen von Kerlen gehen wild entschlossen aufeinander los, die Männer fallen wie die Fliegen. Im Anschluss schwadroniert ein schwerreicher, sich kultiviert gebender Mann in geselliger Rotweinrunde über die bekannte Anekdote vom Skorpion, der sich vom Frosch über den Fluss transportieren lässt, seinen Schlepper aber auf halber Strecke sticht, weil es eben in seiner Natur liegt – was beide das Leben kostet.

Einfach mal rumballern

Im Anschluss an diesen Prolog und den Vorspann lernen wir den Polizisten Leon Kamarowski (Bartholomäus Kowalski) kennen, der gerade von seiner Freundin verlassen wird und kurz darauf einen ominösen Auftrag annimmt. In einer abgewrackten Lagerhalle trifft er auf den durchgeknallten Eyck Rhoder (Martin Semmelrogge), der sich mit Maschinenpistole vor ein paar gefesselten Männern postiert hat und große Reden schwingt. Als Kamarowski einschreitet, entdet das blutig und für ihn in der Bewusstlosigkeit, aus der er in einem Wald erwacht.

Wer reich ist, darf nach Herzenslust herumlabern

Er bleibt nicht der einzige Typ, dem das widerfährt. Auch der psychopathische Hajo Jendriczek (Ralf Richter) wurde nach einem Raubüberfall auf einen Supermarkt gekidnappt und ins Gehölz verfrachtet. Parallel dazu erörtert die Runde um den oben erwähnten reichen Snob die Personalien der Männer und Frauen, die sie für ihr tödliches Spiel ausgewählt haben. Ein vorerst nur von hinten zu sehender großer Unbekannter mit künstlich verfremdeter Stimme scheint der Organisator des Treibens zu sein. Welchen Zweck das Ganze verfolgt, bleibt einstweilen offen. Wer den Covertext der Blu-ray und DVD liest, wird in der Hinsicht zwar schon gespoilert, aber das wiederzugeben, unterlasse ich hier. Klar ist: Nicht alle „Probanden“ werden den Wald lebend verlassen, eher die wenigsten von ihnen. Wer ist Jäger? Wer ist Beute?

Trio aus „Das Boot“ versammelt sich

Die bekannten Namen in der Besetzung haben erwartungsgemäß nicht die längsten Auftritte. Neben Ralf Richter und Martin Semmelrogge tritt bald ein weiterer Darsteller aus Wolfgang Petersens Klassiker „Das Boot“ (1981) in Erscheinung: Claude-Oliver Rudolph, dessen Rolle den klangvollen Namen Ruprecht Knochenhauer trägt, der mit ein paar Spießgesellen (u. a. Thomas Goersch) den Wald unsicher macht und für eine Weile Kamarowski in seiner Gewalt hat. Aber die Szenen mit Richter, Rudolph und Semmelrogge sind doch lang genug, dass sie nicht den Eindruck erwecken, einzig für den Namen auf dem Cover gecastet worden zu sein. Sogar Nacktsternchen Micaela Schäfer („Seed 2 – The New Breed“) darf sich wieder präsentieren. Sie hat ja ihr Herz für die deutschen Indie-Filmer schon mehrfach offenbart, etwa im Kurzfilm „Casting des Todes“ und der Horrorkomödie „Skin Creepers“. „Tal der Skorpione“ zeigt sie allerdings vergleichsweise züchtig. Erwähnt sei auch Mathieu Carrières Tochter Elena – das Model darf ihrem Vater in dessen Szenen Wein einschenken.

Spezialauftrag für Leon Kamarowski (l.)

Zeitlupeneinstellungen, durch die Bäume wabernder Nebel, Bleihagel, Explosionen, dramatischer Score – Drehbuchautor und Regisseur in Personalunion Patrick Roy Beckert lässt sich nicht lumpen und haut einiges raus. Gut so, deutsche Action ist Til Schweigers „Tatort“ zum Trotz rar gesät. Und wenn sich die namhaften Studios zieren, springt eben die Indieszene ein. „Tal der Skorpione“ ist mit sichtlich viel Blut, Schweiß und Tränen entstanden, daraus resultieren ein hoher Unterhaltungswert und enormer Actiongehalt.

Mit Vorsicht zu genießen: Eyck Rhoder

In puncto Bildsprache und der Struktur der Besetzung erinnert der Film an „Montrak“ (2017) von Stefan Schwenk. Der ist zwar düsterer, weil es sich um einen Vampirfilm handelt und „Tal der Skorpione“ hauptsächlich bei Tageslicht im Wald spielt, aber ansonsten ähneln sich beide Arbeiten visuell. Die Indieszene dreht ohnehin auf Digitalvideo, das bringt naturgemäß einiges an Wiedererkennungswert.

Die FSK – das unbekannte Wesen

„Director’s Cut“ prangt auf dem Cover der Blu-ray für „Tal der Skorpione“. Ungewöhnlich für einen Independent-Film, bei dem der Regisseur doch per se die Hoheit über die letzte Schnittfassung haben sollte. Wie mir Patrick Roy Beckert persönlich erklärte, hat die Existenz mehrerer Fassungen eine kuriose Entstehungsgeschichte: Die 131-minütige Fassung, die sich nun „Director’s Cut“ nennt, war seinerzeit bei der FSK eingereicht worden und hatte mit Ach und Krach eine Freigabe ab 18 Jahren erhalten. Für den für Juni 2019 angesetzten bundesweiten Kinostart schnitt Beckert eine rund 25 Minuten kürzere Fassung zusammen, zu Recht davon ausgehend, dass es schwieriger wäre, bei den Kinobetreibern Interesse an einem mehr als zweistündigen Independentfilm zu wecken. Sonderbarerweise verweigerte die FSK dieser gekürzten und Beckert zufolge auch harmloseren Variante die Freigabe. Das mag mit unterschiedlicher personeller Besetzung des zuständigen FSK-Gremiums erklärbar sein, bleibt aber spekulativ. So blieb nichts weiter übrig, als dann doch die Langfassung ins Kino zu bringen, was die Verbreitung deutlich verringerte. Die gekürzte Fassung wird hierzulande folglich nicht erhältlich sein, dafür in den USA und Fernost vermarktet werden. Obwohl es sich um eine deutsche Produktion handelt, bevorzugt Beckert als Originaltitel übrigens „Breakdown Forest“ – so lautet der Name der Operation, unter dem die zahlreichen Kanonenfutter-Typen im Wald zusammengeschart werden. Der Regisseur hat selbst eine Rolle als einer der ums Überleben kämpfenden Typen übernommen.

Das gilt mehr noch für Hajo Jendriczek

Blutige Einschusslöcher bekommen wir zuhauf zu sehen, diese machen den größten Anteil am eingesetzten Splatter aus. Allein davon können die Probleme mit der FSK nicht herrühren, sie sind vermutlich eher darin begründet, dass es in „Tal der Skorpione“ hauptsächlich ums Töten geht. Und das ausgiebig und im Director’s Cut meines Erachtens etwas zu lang. Wenn der nächste und übernächste Nebendarsteller über den Jordan gehen, mindert das irgendwann doch die ansonsten durchaus vorhandene Spannung. Vielleicht wäre Beckert besser beraten gewesen, den Plot etwas mehr auszubauen und die Action ein wenig herunterzufahren. Zwar werden einige Nebenfiguren – darunter Micaela Schäfer – auch erzählerisch eingeführt, wirklich bedeutsam erscheinen ihre Hintergründe für die Haupthandlung aber nicht, sie wecken daher auch kaum Interesse. Würde man beispielsweise Schäfers Szenen vollständig herausschneiden, käme niemand auf den Gedanken, dass etwas fehlt. Beckert berichtete mir, er habe den Schnitt selbst erledigt, weil der ursprünglich dafür vorgesehene Cutter ausgefallen sei. Womöglich ist dem Regisseur schwergefallen, Szenen zu entfernen, in deren Entstehung er zweifellos große Anstrengungen investiert hat. Ein zuvor nicht auf dem Regiestuhl oder hinter der Kamera befindlicher Cutter kann da sicher etwas neutraler herangehen. Beckert wird das als Lernprozess begreifen, und es ist auch nicht so, dass ich während des Films ermüdet bin – dass permanent etwas passiert, hilft wiederum der Aufmerksamkeit auf die Sprünge.

Auch Ruprecht Knochenhauer (r.) zieht gern vom Leder

Battle Royale meets Deliverance. So findet es sich in der Pressemitteilung zu „Tal der Skorpione“. Qualitativ lässt sich dieser Anspruch natürlich nicht halten, aber Marketing-Slogans dürfen ruhig plakativ sein. Wer Independent-Produktionen etwas abgewinnen kann, wird wissen, dass bei Schauspielkunst und Dialogregie ein paar Defizite hinzunehmen sind. Als Referenz kam mir zum Ende auch die österreichische Produktion „Planet USA“ in den Sinn.

Niemand mag Cop Leon (l.)

„Tal der Skorpione“ bekommt von der Busch Media Group zusätzlich zur Blu-ray und DVD im herkömmlichen Softcase auch ein limitiertes Mediabook spendiert, über das ich aber nicht viel schreiben kann, da es mir nicht vorlag. Es enthält den Film auf Blu-ray, dazu eine DVD mit Bonusmaterial, das in den anderen Fassungen nicht enthalten ist – siehe Auflistung unten. Sammler dieses Formats sind damit womöglich gut bedient, für mich tat es die Blu-ray. So darf deutsche Independent-Action sein, irgendwann schafft es das Genre hierzulande vielleicht auch mal in höhere Sphären. Habt Ihr Empfehlungen für weitere Indie-Actionfilme aus dem deutschsprachigen Raum?

Ihre herausragenden Argumente ziehen diesmal nicht

Veröffentlichung: 25. Oktober 2019 als limitiertes 2-Disc Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray und Bonus-DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 131 Min. (Blu-ray), 125 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: Breakdown Forest – Reise in den Abgrund
D 2019
Regie: Patrick Roy Beckert
Drehbuch: Patrick Roy Beckert
Besetzung: Claude-Oliver Rudolph, Mathieu Carrière, Ralf Richter, Martin Semmelrogge, Alessandro Alex Ali, Patrick Roy Beckert, Heiko Bender, Curd Berger, Philipp Berka, Uwe Choroba, Uwe Fellensiek, Thomas Goersch, Marcel Gewehr, Bartholomäus Kowalski, Micaela Schäfer, Jochen Taubert
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Patrick Roy Beckert und Produzent Thomas Kercmar, Originaltrailer, Trailershow, Wendecover, nur Mediabook: entfernte Szenen, Making-of, Pannen beim Dreh, 16-seitiges Booklet mit einem exklusiven Interview mit Patrick Roy Beckert, limitierte Postkarte mit dem illustrierten Postermotiv
Label: Busch Media Group
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Mediabook: © 2019 Busch Media Group

 
 

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Die falsche Prinzessin – Die komplette Serie: So sah Fernseh-Fantasy in den 90ern nun mal aus

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La principessa e il povero

Von Volker Schönenberger

Fantasy // König Hamil (Mathieu Carrière) sehnt sich nach einem Kind, da er sonst fürchten muss, dass sein grausamer Bruder Migal (Thomas Kretschmann) die Thronfolge an sich reißt. Weil seine Frau (Jana Hubinská) partout nicht schwanger werden will, sucht Hamil den Magier Epos (Max von Sydow) auf, um von ihm einen Zauber zu erbitten. Den kriegt er auch, nicht ahnend, dass es Epos‘ Zauberlehrling Gamesh (Simone Ascani) war, der den Trank zubereitete, den Hamil nun seiner Gemahlin reicht. Das bringt Epos auf Zinne.

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Mirabella ahnt nicht, dass König Hamil nicht ihr Vater …

Kaum hat die Königin einen Sohn entbunden, sorgt der Magier dafür, dass das Baby entführt wird. Es wird als Sohn eines Paars aus dem Dorf aufwachsen, das jüngst selbst einen Sohn bekommen hat. Hamil greift derweil zu einer List: Er überzeugt die junge Sariba (Michaela Merten), ihm ihre neugeborene Tochter als sein eigenes Kind anzuvertrauen – sie selbst könne als ihre Amme immer in ihrer Nähe bleiben. Hamil lässt das Mädchen auf den Namen Mirabella taufen. Aus der Ferne nimmt der boshafte Magier Epos weiterhin Einfluss auf das Schicksal aller Beteiligten, während sein Lehrling Gamesh versucht, das Ganze etwas geradezubiegen.

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… und die Amme Sariba ihre Mutter ist

Nach Jahren ist die falsche Prinzessin Mirabella (Anna Falchi) zu einer hübschen jungen Frau herangewachsen, die beiden Dorfbuben Leonardo (Lorenzo Crespi) und Ademaro (Nicholas Rogers) zu zwei stattlichen Burschen – Leonardo ein forscher Frauenschwarm, Ademaro ein zurückhaltender Feingeist. Doch wer ist der Königssohn? Bald kreuzen sich die Wege der zwei Brüder und Prinzessin Mirabellas.

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Brüder eben: Leonardo (l.) und Ademaro streiten manchmal

Fantasy auf Kinoformat sollte bei „Die falsche Prinzessin“ niemand erwarten. Dass wir es mit einer TV-Produktion zu tun haben, ist unschwer zu erkennen. Gealtert ist der Zweiteiler obendrein, wer kurz zuvor eine Folge von „Game of Thrones“ geschaut hat, wird womöglich ab und zu mit den Augen rollen. Aber der Vergleich ist etwas unfair – so sah Fernseh-Fantasy in den 90ern nun mal aus. Ich habe „Die falsche Prinzessin“ in Gesellschaft von vier achtjährigen Mädchen geschaut, die allesamt sehr angetan und gefesselt waren. Kriegt Mirabella am Ende Leonardo oder Ademaro? Das sind Fragen, die auch heute noch Achtjährige bewegen. Da wird kommentiert, mitgefiebert und -gezittert, dass es eine wahre Freude ist. „Die falsche Prinzessin“ kann also nicht alles falsch gemacht haben.

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Prinz Migal führt Übles im Schilde

Mit Filmen wie „Demons“ – auch „Dance of the Demons“ – und dessen ein Jahr später entstandenen Fortsetzung trat Regisseur Lamberto Bava in den 80er-Jahren durchaus anständig in die Horror-Fußstapfen seines Vaters Mario Bava, mit dem er zu Beginn seiner Karriere als Regieassistent zusammengearbeitet hatte. Doch dann folgte 1991 mit dem ersten Film der „Prinzessin Fantaghiro“-Reihe der abrupte Wechsel ins Fach der TV-Fantasy. „Die falsche Prinzessin“ markierte 1997 den Schlusspunkt dieser Schaffensperiode. Später durfte Bava Junior sich auch wieder etwas dem Horrorgenre nähern.

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Verliebt sich Mirabella etwa in den frechen Leonardo?

Mit Ingmar-Bergman-Ikone Max von Sydow in der Rolle des bösen Zauberers hat „Die falsche Prinzessin“ sogar einen Schauspieler von internationalem Format zu bieten. Mathieu Carrière, der den König spielt, hat ebenfalls eine recht eindrucksvolle Filmografie zu bieten, wenn auch nicht mit von Sydow vergleichbar. Als schurkischen Bruder des Königs sehen wir Thomas Kretschmann, damals noch nicht als Nebendarsteller in Hollywood gebucht. Durchaus namhaft also, was Regisseur Lamberto Bava da aufbietet, jedoch kein Garant für große Schauspielkunst. Das gaben die theatralischen Dialoge wohl nicht her, nicht einmal Max von Sydow vermag zu beeindrucken. Das gilt auch für das Produktionsdesign und die recht naive Story.

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Sogar Zauberer Epos begehrt die falsche Prinzessin

„Die falsche Prinzessin“ besteht aus zwei Folgen auf Spielfilmlänge. Ob dafür der Stempel „Die komplette Serie“ sein musste, sei dahingestellt. 2008 war der Zweiteiler bereits von Koch Media im DVD-Kombipack „Prinzessinnen Sammlerbox“ mit Lamberto Bavas „Der Ring des Drachens“ von 1994 erschienen – der zweite, ebenfalls aus zwei Folgen bestehende Film erscheint nun ebenfalls als Einzel-DVD. Die moderne Fantasy-Welt braucht diese altbackenen Produktionen sicher nicht unbedingt. Aber für zwei angenehme Filmnachmittage mit den Töchtern und ihren Freundinnen ist „Die falsche Prinzessin“ nicht zu verachten. „Games of Thrones“ werden sie bis auf Weiteres ja noch nicht schauen.

Veröffentlichung: 7. Oktober 2016 als DVD

Länge: 86 + 94 Min.
Altersfreigabe: FSK 6
Sprachfassungen: Deutsch
Untertitel: keine
Originaltitel: La principessa e il povero
IT/D 1997
Regie: Lamberto Bava
Drehbuch: Gianni Romoli
Besetzung: Anna Falchi, Lorenzo Crespi, Nicholas Rogers, Mathieu Carrière, Thomas Kretschmann, Max von Sydow, Jana Hubinská, Simone Ascani, Michaela Merten
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Universum Film

 

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