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Bone Tomahawk – Western-Horror mit Starpower und ein paar Längen

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Bone Tomahawk

Von Volker Schönenberger

Horror-Western // Als Westerndarsteller ist Kurt „Die Klapperschlange“ Russell bislang nicht nachhaltig in Erscheinung getreten. Ein Vierteljahrhundert nach seiner Rolle als Marshal Wyatt Earp in „Tombstone (1993) ist er nun innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal im Genre vertreten: kommende Woche in Quentin Tarantinos „The Hateful Eight“ auf deutschen Kinoleinwänden; ein paar Tage früher bereits erscheint „Bone Tomahawk“ bei uns auf Blu-ray und DVD.

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Sheriff Hunt (r.) und sein Deputy Chicory haben einen Gefangenen verloren

Das Drehbuch- und Regiedebüt des Musikers und Romanautors S. Craig Zahler kommt immerhin mit den Lorbeeren des Regie- und des Kritikerpreises beim Sitges 2015 an, dem renommierten Festival des fantastischen Films in der gleichnamigen Stadt bei Barcelona. In Kombination mit der namhaften Besetzung also gute Aussichten für einen genussvollen Genremix, der auch schon bei den ersten Fantasy Filmfest White Nights im Dezember 2015 lief.

Aus zwei Meuchelmördern mach einen

Zu Beginn sehen wir die Galgenvögel Buddy (Sid Haig, „Haus der 1000 Leichen“) und Purvis (David Arquette, „Scream“) bei ihrer Lieblingsbeschäftigung: dem Meuchelmord. Nachdem die beiden ein paar ahnungslose Reisende im Schlaf abgemurkst haben, machen sie den Fehler, über eine geweihte Stätte zu schreiten, was Buddy prompt das Leben kostet. Purvis entkommt und rettet sich nach elf Tagen ins Städtchen Bright Hope. Dort landet er nach einem Fluchtversuch mit einer Schusswunde im Knast von Sheriff Hunt (Kurt Russell).

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Arthur will seine Frau retten

Am nächsten Morgen ist jedoch nicht nur Purvis verschwunden, sondern auch Hunts Deputy sowie Samantha (Lili Simmons), die die Wunde des Ganoven versorgt hatte. Eine Spur deutet darauf hin, dass die drei von einem Indianerstamm entführt worden sind, der fünf Tagesritte entfernt in einem entlegenen Tal in Höhlen hausend sein Unwesen treibt. Hunt macht sich auf, die Verschleppten zu befreien. Ihn begleiten sein alter Deputy Chicory (Richard Jenkins, „Six Feet Under“), Brooder (Matthew Fox, „Lost“) sowie Samanthas Ehemann Arthur (Patrick Wilson, „Conjuring – Die Heimsuchung“), der trotz eines gebrochenen Beines darauf besteht mitzukommen. Dem Quartett schwant noch nicht, worauf es sich eingelassen hat.

Nicht viel Gewalt, aber wenn, dann richtig

In weiteren, eher kleinen Nebenrollen sind Michael Paré („Straßen in Flammen“) sowie Kathryn Morris („Cold Case“) als Hunts Ehefrau zu sehen. Eine illustre Darstellerschar also, die sich da für ein Regiedebüt eingefunden hat. Zahler hat sich für eine extrem ruhige und bedächtige Erzählweise entschieden, verzichtet fast vollständig auf Score und lässt die Geschichte in ganz langsamen Schritten vorankommen – auf ein Finale zu, das mit kleinen, aber schockierenden, und völlig ironiefrei inszenierten Gewalteruptionen einen fiesen Kontrast zum vorherigen Geschehen bietet. Die 18er-Freigabe ist völlig berechtigt. Auch wenn nur wenig Splatter geboten wird – der gezeigte hat es in sich, und das auch in Deutschland ungeschnitten.

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Der Rettungstrupp ist unterwegs

Das mangelnde Tempo führt zwangsläufig zu ein paar Längen. Einen mehrtägigen Trip eines kleinen Rettungstrupps auf Dauer spannend zu gestalten, dazu mangelt es dem Regisseur etwas an Erfahrung. So interessant ist das Beziehungsgeflecht des Quartetts nicht. Teilweise gleichen das die schönen Landschaftsaufnahmen aus, dennoch sind die knapp 130 Minuten deutlich zu lang. 100 Minuten hätten es auch getan, ohne dass es hektisch wird. Unterm Strich kommt ein Horror-Bastard von einem Western dabei heraus, der unbedingt sehenswert ist, aber manche Filmgucker ratlos zurücklassen wird – Western- wie Horrorfans gleichermaßen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von S. Craig Zahler haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Michael Paré, Kurt Russell und Patrick Wilson unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 21. Januar 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 132 Min. (Blu-ray), 127 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: Bone Tomahawk
USA 2015
Regie: S. Craig Zahler
Drehbuch: S. Craig Zahler
Besetzung: Kurt Russell, Patrick Wilson, Matthew Fox, Richard Jenkins, David Arquette, Sid Haig, Kathryn Morris, Michael Paré, Lili Simmons, Evan Jonigkeit, Fred Melamed
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: Constantin Film

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshots: © 2016 Constantin Film

 

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Emperor – Kampf um den Frieden: Geschichtsunterricht

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Emperor

Von Volker Schönenberger

Drama // Auf Hiroshima und Nagasaki sind zwei Atombomben niedergegangen, Japan hat kapituliert. Nun gilt es, die Nachkriegsordnung im von den USA besetzten Land herzustellen. Zu diesem Zweck entsendet General Douglas MacArthur (Tommy Lee Jones) den Japanexperten General Bonner Fellers (Matthew Fox) nach Tokio. Fellers soll dort untersuchen, ob Kaiser Hirohito wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden muss oder als Staatsoberhaupt in Amt und Würden bleiben kann. Für diese heikle Mission hat der Offizier nur zehn Tage Zeit. Das hindert ihn nicht daran, sich auf die Suche nach der Japanerin Aya (Eriko Hatsune) zu machen; er hatte sich Jahre zuvor in die junge Frau verliebt, sie aber in den Kriegswirren aus den Augen verloren.

Die Kriegsschuld des Tennōs ist ein filmisch bislang wenig beachteteter Teilaspekt des Zweiten Weltkriegs. „Emperor – Kampf um den Frieden“ versucht, die Rolle des echten Bonner Fellers’ korrekt wiederzugeben. Das ist lobenswert, allerdings hätten ein paar dramaturgische Freiheiten dem Film womöglich gutgetan – gelegentlich mangelt es etwas an Spannung. „Lost“-Star Matthew Fox überzeugt in seinem Part, an die Ausstrahlung von Tommy Lee Jones kommt er allerdings nicht heran. Die Geschichtsstunde ist ambitioniert, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tommy Lee Jones sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Veröffentlichung: 4. Oktober 2013 als Blu-ray im Steelbook, Blu-ray, DVD sowie als Mediabook (1 Blu-ray, 2 DVDs)

Länge: 106 Min. (Blu-ray), 102 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Emperor
USA/JAP 2012
Regie: Peter Webber
Drehbuch: Vera Blasi, David Klass, nach einer Vorlage von Shiro Okamoto
Besetzung: Matthew Fox, Tommy Lee Jones, Eriko Hatsune, Toshiyuki Nishida, Takatarô Kataoka, William Wallace
Zusatzmaterial: Entfernte Szenen, B-Roll, Making-of, Interviews, Deutscher Trailer, Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment

Copyright 2013 by Volker Schönenberger

Packshot & Trailer: © 2013 Ascot Elite Home Entertainment

 

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