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Speed Kills – Der Jordan Belfort der Motorboote

Speed Kills

Von Lucas Knabe

Actionthriller // Eine Zigarette zu rauchen, ist eine Sache, sie zu bauen, um damit Millionen zu verdienen und letztlich auf die Liste der Mafia zu geraten, eine andere. John Travolta spielt den Protagonisten einer auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte, welche den Aufstieg und Fall des echten Donald Aronow in die heimischen Wohnzimmer bringen soll. Gelingt es der Regie-Novizin Jodi Scurfield, die Geschichte eines Magnaten annähernd so erfolgreich zu verfilmen, wie es Martin Scorsese mit „The Wolf of Wall Street“ 2013 schaffte, in welchem Leonardo DiCaprio als Jordan Belfort brillierte?

Der stilisierte American Way of Life

Miami 1962. Der Unternehmer und Freigeist Ben Aronoff (John Travolta) gründet nach einer geplatzten Kooperation eine neue Firma im Süden von Miami. Nachdem er in der Immobilienbranche von New Jersey sein Glück verspielte, will er nun beruflich und privat neu anfangen, um früheren Lastern aus dem Weg zu gehen. Bei einem Glas Whisky und einem harmonischen Gespräch mit einem raffinierten Rechtsanwalt am Strand Miamis entdeckt er seine neue Passion – Motorboote. Ohne Umschweife entschließt sich der gerade noch arbeitslose Ben Aronoff, von nun an im Hafen von Miami als Speedboot-Designer in seiner eigenen Werft zu residieren. Schnell verschafft sich der tollkühne Entrepreneur durch Motorboot-Rennen in den Lagunen Miamis bei der ansässigen Hautevolee Gehör und wird zum gefragten Mann in Sachen Motorboote. Eines seiner ersten Erfolgsmodelle ist „The Cigarette“, welche das Offshore Powerboat Racing revolutioniert.

Eine Fahrt ins Unglück?

Der großspurige Genuss des Erfolges lockt neben leichten Mädchen allerdings auch unliebsame Freunde aus der Vergangenheit an, angeführt vom Mafiaboss Meyer Lansky (James Remar). Als er von diesen aufgrund eines finanziellen Engpasses ein Leihgeschäft erbittet, findet sich Ben Aronoff inmitten von Drogen, Erpressung und Gewalt wieder. Er droht zum Spielball der Mafia zu werden, da Meyer Lanskys heißsporniger Neffe Robbie Reemer (Kellan Lutz) keine Gnade kennt. Zu allem Übel werden die Drogenvollzugsbehörde und das FBI auf die kriminellen Machenschaften aufmerksam, in welche Ben Aronoff widerwillig hineingeraten ist. Umringt von der Mafia und der Staatsgewalt zieht sich die Schlinge um seinen Hals immer enger, sodass er bald um sein Leben und das seiner Geliebten bangen muss.

Potenzial verschwendet

Eine Kamerafahrt in Vogelperspektive über die schönen Flecken Miamis, dazu strahlender Sonnenschein, leichtbekleidete Frauen und das Ganze im Zeitraffer unterlegt von schmissiger Musik. Ein paar coole Szenen und Kameraeinstellungen kann man „Speed Kills“ nicht absprechen, immerhin hatte die Produktion mit Andrzej Sekula („Pulp Fiction“, „American Psycho“) einen überaus fähigen Kameramann am Set. Leider bleiben das die einzigen Höhepunkte des Films und man bekommt unreif wirkende Schonkost zu sehen. Der erste Dämpfer kommt gleich zu Beginn: Der Film eröffnet mit der finalen Sequenz, ehe er unmittelbar vor der Katastrophe abbricht und bei der eigentlichen Exposition 25 Jahre früher beginnt. Nach diesem Zeitsprung sieht der Hauptcharakter Ben Aronoff allerdings genauso aus, wie er 25 Jahre später aussehen wird – kennt John Travolta endlich das Geheimnis der Schönheitschirurgie? Weiterhin sind Double deutlich als Double zu erkennen, sei es beim Dressurreiten oder beim rasanten Fahren eines Motorboots. Daneben erscheint die Tatsache fast schon unerheblich, dass der bereits 50-jährige Schauspieler Jordi Mollà in der deutschen Synchronisation wie ein 20-Jähriger klingt. Diese deutlich erkennbaren Lapsus tragen zum unfertigen und lieblosen Charakter des Films nicht minder bei.

Die Kassen klingeln: Ben Aronoff (im blauen Hemd) gewinnt zahlreiche Meisterschaften

Der Cast um die „Pulp Fiction“-Legende John Travolta bleibt leider ebenso bleich wie die Zähne des 65-Jährigen. „Vikings“-Schildmaid Katheryn Winnick erreicht als blondes Liebchen leider nicht annähernd das Charisma aus den frühen Tagen der Wikinger-Saga und dient hier nur als Mittel zum Zweck – sehr schade. Sie verkörpert in der Rolle der Emily Gowen ein wohlhabendes It-Girl mit einer großen Leidenschaft für Pferde. Im späteren Verlauf des Films verfällt Emily dem Charme Ben Aronoffs und wird die Dame an seiner Seite. Im Allgemeinen wirken die Figuren während der 102 Minuten Laufzeit blutleer, austauschbar und schauspielerisch schlecht umgesetzt, sodass sie keinerlei Empathie beim Zuschauer erzeugen. Die gleichfalls unausgegorenen Dialoge wirken teilweise oberflächlich und steif – sie bestätigen die wenig nachvollziehbaren Aktionen der Figuren. In der Gesamtheit betrachtet, muss man die Konzeption des Drehbuchs in Frage stellen, da zu viele Ungereimtheiten auftauchen, welche einen plumpen und billigen Eindruck vermitteln. Der ästhetische Hochglanz-Look des Bildes kann darüber nicht hinwegtäuschen.

Eine Hommage an den Materialismus (Spoiler)

„Speed Kills“ ist ein spürbar eindimensionaler Film. Getrieben von der Mafia zieht es den reichen Unternehmer krummer Geschäfte nach Miami. Von da an verliert er den Fokus des Gangster-Biopics und handelt von Geld, Freudenmädchen, Motorbooten und einer verkorksten Unterwelt. Die Gegebenheiten, dass nebenher Ben Aronoffs Ehe zugrunde geht, sein Sohn eine Querschnittslähmung erleidet und Ben dem König von Jordanien die Frau ausspannt, werden effizient und mit komödiantischer Trockenheit abgehandelt. Es zählt nur das Geld, über welches in Gesprächen und inneren Monologen bei endlosem Nikotingenuss schwadroniert wird. Das Bild des amerikanisierten Machos setzt sich im Antlitz des schönen Miamis in Szene und kreiert eine Scheinwelt ohne Botschaft.

Einem seichten B-Movie-Abend oder rustikalen John-Travolta-Marathon sollte der Film Genüge leisten. Anhängern intellektueller und spannender Werke ist von „Speed Kills“ schlichtweg abzuraten.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit John Travolta sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Emily Gowen spielt mit ihren Reizen

Veröffentlichung: 21. März 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 102 Min. (Blu-ray), 99 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Speed Kills
PRI 2018
Regie: Jodi Scurfield
Drehbuch: David Aaron Cohen, John Luessenhop
Besetzung: John Travolta, Matthew Modine, Tom Sizemore, Kellan Lutz, Charlie Gillespie, Katheryn Winnick, Jennifer Esposito, Michael Weston, Jordi Mollà, Amaury, Nolasco, James Remar, Moran Atias, Mike Massa
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2019 by Lucas Knabe
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Tiberius Film

 

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Sicario 2 – Gewaltorgie im US-mexikanischen Grenzgebiet setzt sich fort

Sicario – Day of the Soldado

Kinostart: 19. Juli 2018

Von Iris Janke

Actionthriller // Beinahe nahtlos zum ersten „Sicario“-Teil von Denis Villeneuve („Blade Runner 2049“) zieht auch „Sicario 2“ von Stefano Sollima („Gomorrha“, „Suburra – 7 Tage bis zur Apokalypse“) den Zuschauer förmlich in die staubige, flirrende Hitze im US-amerikanischen Grenzgebiet zu Mexiko hinein. Fast ist es ein bisschen so, als hätte die Realität die Fiktion eingeholt: US-Präsident Donald Trump hatte schon als Wahlversprechen auf seiner To-Do-Liste, eine Mauer an der mexikanischen Grenze zu bauen.

Väterlicher Beschützer für Isabel: Alejandro

Ungefähr hier setzt die Handlung von „Sicario 2“ ein – nachts, irgendwo an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko: Eine Menschengruppe scheint sich in die USA schmuggeln zu wollen, Hubschrauber kreisen, werfen Lichtkegel, Menschen laufen, ein potenzieller iIlegaler Einwanderer in die USA soll festgenommen werden. Plötzlich eine laute Detonation, der Mann sprengt sich in die Luft – ein Selbstmordattentäter. Szenenwechsel ein paar Tage später in einem in Supermarkt in Kansas City: Drei weitere Selbstmordattentäter verüben einen Anschlag, viele Menschen sterben.

Krieg der Kartelle

In Regierungskreisen vermutet man eine Verbindung zwischen den ins Land strömenden Flüchtlingen und der offensichtlich drohenden Terrorgefahr: Grund genug für den FBI-Agenten Matt Graver (Josh Brolin, „Deadpool 2“) und sein Team, darunter erneut der Ex-Anwalt Alejando Gilick (Benicio Del Toro, „Guardians of the Galaxy“), einen Krieg zwischen den mexikanischen Kartellen anzuzetteln. Um diesen Plan umzusetzen, wird Isabella (Isabela Moner) gekidnappt, zwölfjährige Tochter eines mexikanischen Drogenkartell-Bosses. Die Entführung des Mädchens soll nun dem anderen führenden Drogenkartell in die Schuhe geschoben werden.

Nicht immer einer Meinung: Alejandro (l.) und Matt

„Sicario 2“ ist anders als „Sicario“ – und das ist vielleicht auch gut so. Dieses Sequel ist nicht schlechter, nur noch schmutziger, düsterer, deprimierender und ohne jeden Funken Hoffnung. Die heftige, blutige, technisch saubere und immer an den richtigen Stellen platzierte Action ist sicher vermutlich der Grund für das Heraufsetzen der Altersfreigabe von FSK 16 („Sicario“) auf 18. Auch dieses Drehbuch stammt aus der Feder von Taylor Sheridan, dem Schöpfer des ersten Teils.

Denis Villeneuve war ausgelastet

„Sicario 2“ trägt aber auch die Handschrift des Genre-Experten Stefano Sollima. Teil-1-Regisseur Denis Villeneuve war bereits bei den Film-Projekten „Blade Runner 2049“ und „Arrival“ eingespannt. Weiterer Grund – neben dem Regiewechsel – für die zusätzliche Düsternis und das Fehlen jeder Hoffnung: Emily Blunt, Hauptdarstellerin im ersten Teil, ist als weibliche Film- und Identifikationsfigur für den Zuschauer nicht dabei. Dafür ist in der Rolle der entführten Zwölfjährigen an der Seite von Benicio Del Toro die Newcomerin Isabela Moner („Transformers – The Last Knight“) zu sehen. Als weibliche Identifikationsfigur taugt sie allerdings eher wenig – so verprügelt sie schon bei der Einführung ihrer Filmfigur eine Mitschülerin brutal, um sich gleich darauf vor der Schulleitung herauszureden, sie sei schließlich die Tochter eines mächtigen Drogenbosses.

Hat nichts von seiner Kampfausbildung vergessen: Ex-Jurist Alejandro

Eine weiche Seite gibt es dennoch zu sehen: als sich Alejandro an seine eigene Tochter erinnert – man möchte fast im Mienenspiel von Hauptdarsteller und Oscar-Gewinner Benicio Del Toro versinken. Somit ist „Sicario 2“ wie der erste Teil ein Action-Highlight, das zwar weniger Hoffnung auf die politische Lage der Welt macht, aber was den Film betrifft, viel Lust auf den bereits angekündigten dritten Teil.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Josh Brolin und Benicio Del Toro sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet. Einen lesenswerten Text zu „Sicario 2“ hat auch Christoph auf dem „Fluxkompensator“ veröffentlicht.

Erprobtes Team: Matt, Steve und Alejandro (v. l.)

Länge: 123 Min.
Altersfreigabe: FSK ab 18
Originaltitel: Sicario – Day of the Soldado
USA/IT 2018
Regie: Stefano Sollima
Drehbuch: Taylor Sheridan
Besetzung: Benicio Del Toro, Josh Brolin, Isabela Moner, Jeffrey Donovan, Catherine Keener, Manuel Garcia-Rulfo, Shea Whigham, Matthew Modine, Elijah Rodriguez, Howard Ferguson Jr., David Castañeda, Jacqueline Torres, Raoul Max Trujillo
Verleih: Studiocanal Filmverleih

Copyright 2018 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 Studiocanal Filmverleih

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2018/07/18 in Film, Kino, Rezensionen

 

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47 Meters Down – Unter Wasser hört dich niemand schreien

47 Meters Down

Von Andreas Eckenfels

Horrorthriller // Im Jahr 2016 wurde ich auf „In the Deep“ aufmerksam. Auf irgendeiner US-Horror-Website hatte ich eine Best-of-Jahresliste durchstöbert. Allerdings war der mit Mandy Moore („This Is Us“) und Matthew Modine („Full Metal Jacket“) prominent besetzte Hai-Schocker nirgendwo zu finden. Erst als das Programm des diesjährigen Fantasy Filmfests bekannt gegeben wurde, kam mir die Inhaltsangabe von „47 Meters Down“ bekannt vor. Und tatsächlich: Der Film von „The Other Side of the Door“-Regisseur Johannes Roberts erhielt nicht nur einen neuen Titel – er wurde auch kurzfristig aus dem Verkehr gezogen.

Die Schwestern Kate (l.) und Lisa wollen in Mexiko Haie unter Wasser beobachten

Ursprünglich hatten Dimension Films, Anchor Bay Entertainment and Starz Digital für den 2. August 2016 eine Heimkino-Veröffentlichung von „In the Deep“ auf DVD und VoD in den USA angekündigt. Doch kurz vor dem Termin kauften überraschend Freestyle Media und Entertainment Studios den fertigen Film und planten für ihn einen Kinostart in ferner Zukunft. Sicherlich hatte auch der unerklärbare Erfolg der „Sharknado“-Reihe dafür den Weg geebnet, dass auch ernstzunehmende Hai-Thriller diese Chance erhielten. Die Übernahme geschah offenbar so knapp vor dem Release, dass einige DVDs bereits an die Presse versendet waren und in einigen US-Läden standen, bevor diese aus dem Sortiment genommen werden konnten. Eine davon hatte wohl der Rezensent der US-Website noch erwischt. Die nur für wenige Tage erhältliche DVD wurde bald darauf zu Mondpreisen im Internet gehandelt.

Verwechslungsgefahr

Das Einspielergebnis von 44 Millionen US-Dollar beweist, dass es die richtige Entscheidung war, „47 Meters Down“ im Juni 2017 auf US-Leinwände zu bringen. Ein Jahr zuvor konnte schon „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 120 Millionen US-Dollar punkten. Der Sommerhit, in dem sich Blake Lively gegen einen Hai zur Wehr setzt, gilt auch als Grund für die Namensänderung zu „47 Meters Down“: „In The Deep“ war der ursprüngliche Arbeitstitel von „The Shallows“. Dies hätte durchaus zu Verwechslungen führen können.

Im rostigen Käfig geht es abwärts – tiefer, als ihnen lieb ist

Die Schwestern Lisa (Mandy Moore) und Kate (Claire Holt) verbringen ein paar entspannte Tage in Mexiko. Erst vor Ort erfährt Kate, dass sich Lisa von ihrem Langzeitfreund getrennt hat. Um auf andere Gedanken zu kommen, ziehen sie durch die Bars des Küstenorts und flirten dabei mit zwei Einheimischen. Die beiden Männer überreden die Schwestern, am nächsten Tag mit ihnen an einem aufregenden Cage-Diving-Ausflug teilzunehmen, bei dem sie Haie hautnah unter Wasser erleben können. Als Lisa und Kate den alten Kahn von Captain Taylor (Matthew Modine) und den rostigen Käfig erblicken, der sie nach unten bringen soll, kommen erste Zweifel auf, ob das Abenteuer nicht zu riskant sein könnte.

Doch nachdem ihre beiden Begleiter den ersten Tauchgang im offenen Meer wohlbehalten überstanden haben, trauen sich auch die Schwestern in die Tiefe. Gerade als die ersten Haie um den sicheren Käfig kreisen, löst sich dessen Aufhängung vom Boot. Lisa und Kate rauschen darin in die Tiefe und schlagen hart auf dem Meeresgrund auf. Der Funkverkehr zu Captain Taylor reißt ab. Von Haien umzingelt, müssen die Schwestern die rettende Oberfläche erreichen, bevor ihnen der Sauerstoff ausgeht.

Digitale Haie

Von der Klasse von „Der weiße Hai“ ist auch „47 Meters Down“ ein großes Stück weit entfernt. Der Steven-Spielberg-Meilenstein bleibt im Genre des Tierhorrors nun mal das Maß aller Dinge. Doch Roberts’ spannender Hai-Thriller bietet trotz der simplen Story etwas Besonderes: Nach der etwas überlangen Exposition, in der wir Lisa und Kate näher kennenlernen, spielt sich fast die gesamte weitere Handlung unter Wasser ab.

Da schaut auch schon der erste hungrige Hai vorbei

Obwohl das Produktionsbudget mit 5,5 Millionen US-Dollar relativ schmal ausfiel, sehen die computergenerierten Haie äußerst gelungen aus – allerdings sind sie auch relativ selten in Aktion zu sehen. Roberts legt den Fokus mehr auf den emotionalen Überlebenskampf der beiden Schwestern, die sich per Funk miteinander unterhalten können, und spielt dabei geschickt mit menschlichen Urängsten: die herrschende Dunkelheit in der Tiefe, die damit einhergehende Orientierungslosigkeit und die drohende Atemnot. Da sind die Raubfische nur die Spitze des Eisbergs der vielen Gefahren, die auf die beiden Frauen warten. Aber die ständige Bedrohung und die unberechenbaren Angriffe der tierischen Jäger verleihen „47 Meters Down“ in Verbindung mit den gelungenen Unterwasseraufnahmen den nötigen Biss.

Die Fortsetzung wartet schon

Allerdings sollte man sich nicht vom FSK-16-Sticker auf dem Cover täuschen lassen. Überaus blutig geht es nicht zu. Der Film lebt mehr von seiner Spannung und erhielt eine Freigabe ab 12 Jahren. Nur aufgrund einiger enthaltener Trailer auf der DVD beziehungsweise Blu-ray prangt die höhere Freigabe auf der Vorderseite der Amaray-Hülle.

Das Ende wartet mit einer wenig gelungenen Story-Wendung auf, die den guten Gesamteindruck etwas trübt. Dennoch sollten alle Hai-Freunde diesen aufregenden Tauchgang wagen. Roberts arbeitet bereits an der Fortsetzung „48 Meters Down“, die in Brasilien spielen soll. Zuvor startet im März 2018 aber sein Sequel zum Home-Invasion-Thriller „The Strangers“ (2008) in den US-Kinos.

Atemnot: Langsam wird Lisas Sauerstoff knapp

Veröffentlichung: 1. Dezember 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 101 Min. (Blu-ray), 97 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: 47 Meters Down
USA/GB/DOM 2017
Regie: Johannes Roberts
Drehbuch: Johannes Roberts, Ernest Riera
Besetzung: Mandy Moore, Claire Holt, Chris Johnson, Yani Gellman, Santiago Segura, Matthew Modine
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow
Vertrieb: Universum Film

Copyright 2017 by Andreas Eckenfels
Fotos & Packshot: © 2017 Universum Film

 

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