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Oster-Gewinnspiel: 1 x 5-Disc Ultimate Edition von Thief – Der Einzelgänger

Thief-Verlosung

Verlosung

Potztausend, da hat OFDb Filmworks eine gehaltvolle Edition von Michael Manns Kinodebüt „Thief – Der Einzelgänger“ herausgebracht. Ich will darüber gar nicht viele Worte verlieren, Simon Kyprianou hat Film und Veröffentlichung andernorts ausführlich vorgestellt. Viel wichtiger: OFDb Filmworks hat mir eine Version davon zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank im Namen der künftigen Gewinnerin oder des Gewinners.

Kommentar erwünscht

Wer die 5-Disc Ultimate Edition von „Thief – Der Einzelgänger“ gewinnen will, begebe sich zu Simons Rezension und beantworte dort (genau: dort unter der Rezension, nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Ostermontag, 28. März 2016, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage, weshalb ausgerechnet Ihr sie gewinnen möchtet. Alle veröffentlichten Kommentare landen im Lostopf.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt ist nur, wer eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands hat oder bereit ist, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt, und bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen).

Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze und sie benachrichtige.

Die glückliche Gewinnerhin heißt

Katja G. Gratulation! Du wirst benachrichtigt.

Zu Simons „Thief – Der Einzelgänger“-Rezension geht’s auch hier.

Copyright 2016 by Volker Schönenberger

 

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Thief – Der Einzelgänger: Der amerikanische Traum im Verbrechen

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Thief

Von Simon Kyprianou

If somebody asked me, “What’s ‘Thief’ to you?” To me, it’s a left-extensionalist critique of corporate capitalism. That’s what „Thief“ is. What is interesting is that no critics in the US got that, no critics in the UK got it. Every critic in France got it when the film came it. It was like this crazy kind of cultural litmus test or something. (Michael Mann)

Actionkrimi // Frank (James Caan) ist ein professioneller Dieb, der nach einer ganzen Zeit im Gefängnis von einem normalen Leben und einer Familie träumt. Er lernt Jessie (Tuesday Weld) kennen, mit der er auch zusammenkommt – zum Familienglück fehlt nur noch ein Baby. Da kann Leo (Robert Prosky) Abhilfe schaffen. Der Chef einer Verbrecherorganisation wirbt Frank für seine Organisation an und verspricht ihm dafür profitablere Jobs und ein Baby vom Schwarzmarkt. Frank bereitet derweil einen großen Raub vor. Zu spät bemerkt er, dass der Deal mit Leo seine Tücken hat.

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Frank arbeitet als Einbrecher in Chicago

„Thief“ wirkt nicht wie der Film eines Debütanten, man merkt ihm Michael Manns vorher im Fernsehen gesammelte Erfahrung an: Es ist ein absolut stilsicherer und selbstbewusster Film, der schon ahnen lässt in welche Richtung Michael Manns Kino gehen wird, ein Kino dem Farben, Formen, Körper und Texturen von Film zu Film immer wichtiger wurden, ein Kino, das bereit war, dafür alles andere hintenanzustellen. Michael Mann hat mal gesagt, er drehe so gern und so oft in der Nacht, weil er dann die volle Kontrolle über das Bild habe, und Johnnie To („Drug War“, „Vengeance“, „Election“), ein mit Mann in vielerlei Hinsicht seelenverwandter Regisseur, hat genau das einmal wunderschön auf den Punkt gebracht: In the day, God controls the light. At night, I control it.

Schon in „Thief“ die typischen Elemente Michael Manns

Die einzelgängerischen Protagonisten, heimatlos und einsam, die sich aber doch nach Geborgenheit und Liebe sehnen, die von ihrer Professionalität erstickt werden, verdammt zum Scheitern, und immer wieder die Szenen am Meer, der Blick der Kamera über das Wasser in die Ferne, und auch immer wieder die blinkenden, gleißenden Lichter einer Großstadt in der Nacht, die sich überall spiegeln und brechen – all das sieht man später immer wieder in Manns Kino: episch ausgebreitet in „Heat“, auf kleinstem Raum und Zeit komprimiert in „Collateral“, in einen vagen digitalen Fiebertraum verwandelt in „Miami Vice“. Aber so roh, unmittelbar und auf den Punkt gebracht wie in „Thief“ war es nie mehr.

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Als er Jessie kennenlernt, wünschen sich die beiden sehnlichst ein Kind

Wer Michael Manns Kino nun aber Kälte vorwirft, der liegt falsch. Die Kälte umhüllt seine Filme nur oberflächlich, wie die gefühllose Oberfläche seiner Figuren sie kalt und schroff wirken lässt, unter der die Ängste, Träume und die Sehnsüchte aber kochen. Die Zärtlichkeit von Manns Kino schlägt sich immer wieder an die Oberfläche, in der herzzerreißend schönen Szene im chinesischen Restaurant beispielsweise. Und nicht umsonst endet der von Gefühlen nur so durchzogene „Miami Vice“ mit einer Metal-Version von Phil Collins‘ „In the Air Tonight“.

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Da kann Leo helfen

Auch musikalisch war Michael Manns Kino immer exquisit: Trevor Jones‘ herrlicher Soundtrack zu „Der letzte Mohikaner“, Moby und Brian Eno auf dem „Heat“-Soundtrack, Sam Cooke bei „Ali“, ganz fantastisch ist besonders die Audioslave-Szene in „Collateral“. Mit „Tangerine Dream“ entschied sich Mann bei „Thief“ ganz bewusst gegen den ursprünglich von ihm angedachten Blues-Soundtrack und für einen modernen Elektro-Sound, den er auch exzessiv verwendet. Bei der fast schon tänzerischen Schießerei am Ende des Films wird „Thief“ zu den Klängen von „Tangerine Dream“ beinahe zu einer Art Action-Musical.

Endlich eine adäquate Edition bei uns – und dann gleich Referenz

Für die Veröffentlichung von OFDb Filmworks war es höchste Zeit, bisher war „Thief“ in Deutschland nur auf einer miserablen DVD mit dem alten deutschen Verleihtitel „Der Einzelgänger“ erhältlich, die eine scheußliche Bildqualität hatte. In den vergangenen Jahren kamen im Ausland erstklassige Editionen heraus, in den USA wurde „Thief“ von der Criterion Collection veröffentlicht, in England von Arrow Video.

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Für Leo erledigt Frank einen Bruch

Man kann konstatieren, dass der aktuellen OFDb-Filmworks-Veröffentlichung keine andere das Wasser reichen kann. Der Film liegt in allen drei verfügbaren Versionen vor – Mann hat über die Jahre abgesehen von der Kinofassung zwei weitere Schnittfassungen erstellt. Das Bild der Blu-rays ist fantastisch, die Box sieht sehr edel aus, dazu gibt es einen aufschlussreichen Essay und einen Audiokommentar von Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger. Obendrein liegt ein kleines Filmposter bei. Natürlich ist die Box auch gespickt mit Extras: Interviews, Auftritte in Fernsehshows, Analysen des Films, ein Audiokommentar von Michael Mann und James Caan, um einige zu nennen. Der Soundtrack wäre natürlich noch eine schöne Beilage gewesen, aber das ist Meckerei auf hohem Niveau. Wem die Box zu teuer ist, der kann wohl bald auf eine weniger aufwändige und günstigere Alternative zurückgreifen, weil OFDb Filmworks den Film dem Vernehmen nach auch in herkömmlichen Versionen vertreiben wird. Die Veröffentlichung hat im Übrigen etwas Kritik aufgrund der Tonhöhe der deutschen Synchronisation auf sich gezogen. Das Label hat dazu Stellung bezogen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Michael Mann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit James Caan unter Schauspieler.

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Nicht alles läuft wie geplant

Veröffentlichung: 11. März 2016 als limitierte und nummerierte 5-Disc Ultimate Edition (2 Blu-rays, 3 DVDs), 4. Dezember 2006 als DVD

Länge: 125 Min. (Blu-ray), 120 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Thief
USA 1981
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann, nach dem Roman „The Home Invaders“ von Frank Hohimer
Besetzung: James Caan, Tuesday Weld, Willie Nelson, James Belushi, Dennis Farina
Zusatzmaterial: Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor Michael Mann und Hauptdarsteller James Caan, Audiokommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, isolierte Musik- und Effektspur bei der Kinofassung, „The Directors – Michael Mann“ (Dokumentation über den Filmemacher), „Stolen Dreams“ (neues Interview mit James Caan), „Hollywood USA – James Caan“ (Episode der französischen TV-Serie „Ciné regards“ über den Schauspieler James Caan, die kurz nach Abschluss der Dreharbeiten des Films entstand), „The Art of the Heist“ (ausführliche Analyse des Films mit Schriftsteller und Kritiker F. X. Feeney), Kinotrailer, Booklet mit einem Essay von Prof. Dr. Marcus Stiglegger, gefaltetes Filmposter
Vertrieb: OFDb Filmworks

Copyright 2016 by Simon Kyprianou

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Fotos & Produktabbildung: © 2016 OFDb Filmworks

 
 

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Der Einzelgänger – Wäre er mal einer geblieben

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Thief

Von Simon Kyprianou

Actionkrimi // Der deutsche Titel „Der Einzelgänger“ passt zur Abwechslung mal sehr gut: Am Anfang des Films ist „Thief“ Frank (James Caan) in der Tat ein Einzelgänger – ein Mann voller Träume und voller Tatendrang, ein professioneller Einbrecher, der mit seinen Einbrüchen viel Geld verdient, eine Familie gründen will. Doch dann will eine große Gangster-Organisation ihn anheuern. Er lässt sich verlocken und nimmt das Angebot an.

Der amerikanische Traum im Verbrechen

„Thief“ ist ein Film über den amerikanischen Traum, über Hoffnung und Träume und über die Menschen, die ihn zerstören, die Organisationen, die Großen, die Geschäftsmänner und Ausbeuter. Michael Mann erzählt diesen Gewalt-Fiebertraum mit ätherischen Bildern, fantastischen Licht- und Farbspielen, die eine Glitzerwelt erzeugen, in der niemand mehr klar sieht.

Der Soundtrack von Tangerine Dream, den Michael Mann in seinem Kinodebüt oft laut und prägnant einsetzt, hüllt die ohnehin schon hypnotischen Bilder in einen diffusen Synthesizer-Klangteppich ein. Zum Finale, wenn der Dieb gegen den Verbrecher-Konzern aufbegehrt, ist der Regisseur gnadenlos mit seinen Figuren, es gibt keine Erlösung. James Caan spielt die ambivalente, zerrissene Figur meisterlich.

Wann kommt bei uns eine gelungene Fassung?

Bisher in Deutschland nur auf einer grauenvollen DVD veröffentlicht, nahm sich in England Arrow Video und in den USA die Criterion Collection Manns Film an. Bei uns bringt ihn bald OFDb Filmworks heraus, in einer hoffentlich würdigen Edition.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Michael Mann sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit James Caan unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 4. Dezember 2006 als DVD

Länge: 117 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
Untertitel: Französisch, Finnisch, Italienisch, Niederländisch, Spanisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Griechisch, Portugiesisch, Ungarisch
Originaltitel: Thief
USA 1981
Regie: Michael Mann
Drehbuch: Michael Mann, nach dem Roman „The Home Invaders“ von Frank Hohimer
Besetzung: James Caan, Tuesday Weld, Willie Nelson, James Belushi, Dennis Farina
Zusatzmaterial: keins
Vertrieb: MGM Home Entertainment / Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Packshot: © MGM Home Entertainment / Twentieth Century Fox Home Entertainment

 
 

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