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Puppet Master – Das tödlichste Reich: Nazi-Puppen greifen an

Puppet Master – The Littlest Rich

Von Volker Schönenberger

Horror // Asche auf mein Haupt: Mit der 1989 mit „Puppet Master“ gestarteten Reihe von Charles Bands Produktionsfirma Full Moon Features bin ich nie in Berührung gekommen – warum auch immer. Insofern kann ich auch keine Auskunft darüber geben, ob der 13. Teil „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ das Franchise würdig fortsetzt.

Was geht in André Toulon vor?

Nach seiner Scheidung quartiert sich Edgar Easton (Thomas Lennon) vorerst wieder bei seinen Eltern ein – seine Mutter Suzanne (Laurie Guzda) freut sich, sein Vater Tom (James Healy Jr.) weniger. Für den stellt der in einem Comicladen arbeitende und selbst Comics zeichnende Sohn eine Enttäuschung dar, erst recht, weil er seine Ehefrau ziehen ließ, die sich nach Toms Ansicht als Mutter gut geeignet hätte. Im Zimmer seines verstorbenen Bruders entdeckt Eddie eine morbide schwarze Puppe mit Totenkopfgesicht. Er findet heraus, dass in Kürze eine Convention stattfindet, auf der mehrere solcher Puppen versteigert werden sollen. Anlass der Veranstaltung: der 30. Jahrestag einer grausamen Mordserie durch den Erbauer der Puppen. Mit seiner Jugendfreundin Ashley (Jenny Pellicer) und seinem Boss und Kumpel Markowitz (Nelson Franklin) bricht er zu dem Ereignis auf.

Mit Udo Kier und Michael Paré

Kenner der Reihe werden es wissen: Der Puppenbauer heißt André Toulon. In „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ verkörpert ihn Udo Kier, der nach wie vor oft im Genrefilm anzutreffen ist. Offenbar muss man ihn nur fragen. Aber er adelt jeden Film, auch diesen, wenn auch leider denkbar kurz und lediglich im Prolog. Michael Paré („Straßen in Flammen“) ist mir als Police Detective nicht groß aufgefallen. Ebenfalls dabei: Barbara Crampton, seinerzeit schon bei „Der Re-Animator“ (1985) und „From Beyond – Aliens des Grauens“ (1986) am Start und auch in den gelungenen „You’re Next“ (2011) und „The Lords of Salem“ (2012) zu sehen. Eine echte Genrefilm-Expertin also, die auch schon im ersten, im Fahrwasser von „Chucky – Die Mörderpuppe“ (1988) produzierten „Puppet Master“ in einer kleinen Rolle mitgewirkt hat. Im neuen Teil spielt Crampton Officer Carol Doreski, die die Convention-Teilnehmer durch das Haus André Toulons führt. Bald darauf erwachen die Puppen zum Leben und richten mit ihren mörderischen Klingen ein blutiges Gemetzel an.

Ashley und Eddie kommen einander näher

Besonders im Gedächtnis bleibt mir eine an den Tod von John Hurts Figur in „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ (1979) erinnernde Sequenz, wenn ihr versteht, was ich meine. Die animatronischen Puppen sind angetan, Gorehounds viel Freude zu bereiten. Das sieht natürlich alles etwas trashig aus, ist aber CGI-Splatter allemal vorzuziehen. Ab und zu kann man auch mal wieder freigelegte Brustkörbe und aus Bäuchen hervorquellende Gedärme sehen. Einige offenherzige Sexszenen gibt es ebenfalls zu bewundern. Die FSK fand das nicht ganz so amüsant und verweigerte die Freigabe, sodass das Label Pierrot le Fou „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ mit dem SPIO/JK-Siegel für keine schwere Jugendgefährdung veröffentlicht.

Luft nach oben

Wenn die Puppen rauskriegen, wo wir sind, sind wir geliefert. Sätze wie dieser machen deutlich, wie ernst „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ zu nehmen ist: überhaupt nicht. Wer mit der Reihe vertraut ist, wird einige Puppen aus vorherigen Filmen identifizieren können, ich spare mir die Nennung von Namen, die ich doch nur irgendwo abgeschrieben hätte. Was ich mitbekommen habe: Bei „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ handelt es sich offenbar um ein Reboot, das in einer anderen Realität angesiedelt ist als die Vorgänger. Das erklärt, weshalb André Toulon diesmal nationalsozialistisches Gedankengut hegt und seine Puppen die Jagd auf Juden, Schwarze und andere eröffnen lässt. Diese politisch potenziell unkorrekte Prämisse reizt der Film allerdings überhaupt nicht aus, da es letztlich um eine Aneinanderreihung unterhaltsamer Tötungssequenzen geht. Das Regisseursduo Sonny Laguna und Tommy Wiklund („Vittra“, „We Are Monsters“) verpasst die große Gelegenheit, daraus viel schwarzen Humor zu generieren, zumal die Puppen zwar ansprechend gestaltet ausfallen, aber stets nur kurz in Aktion treten und daher keine individuellen Merkmale entwickeln. Da ist in mancherlei Hinsicht noch massig Luft nach oben. Das Geschehen krankt obendrein etwas am Schlaftabletten-Charisma des Hauptdarstellers Thomas Lennon, aber wer sieht sich einen „Puppet Master“-Film schon in der Erwartung großer Schauspielkunst an?

Eine tödliche Puppe

„Puppet Master – Das tödlichste Reich“ feierte seine Deutschlandpremiere im Sommer 2018 beim Fantasy Filmfest. Das Drehbuch schrieb S. Craig Zahler, der als Drehbuchautor und Regisseur zuvor mit „Bone Tomahawk“ (2015) und „Brawl in Cell Block 99“ (2017) auf sich aufmerksam gemacht hatte. Eine Fortsetzung von „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ ist angedacht. Bereits fertig, aber hierzulande noch ohne Premieren- oder Veröffentlichungstermin: „Puppet Master – Blitzkrieg Massacre“, der aber nicht im selben Universum anzusiedeln ist wie dieser Film, wenn ich das richtig sehe. Wer sich auf einen Schlag alle elf dem offiziellen Kanon der Reihe zugehörigen Teile der Reihe zulegen will und das nötige Kleingeld übrig hat, kann bei Wicked-Vision Media zuschlagen: Dort erscheint im Oktober die auf 333 Exemplare limitierte Puppet Master Collection (Ultimate TRUNK Collection).

Werden die Fans der „Puppet Master“-Reihe bedient?

Ich vermute, dass „Puppet Master – Das tödlichste Reich“ seine Freunde finden wird und auch schon gefunden hat. Ein Blick auf Rotten Tomatoes zeigt bei der Kritikerwertung Tomatometer anständige 67 Prozent, die Publikumswertung Audience Score liegt bei 54 Prozent, der gleiche Wert findet sich in der User-Wertung der IMDb (Stand Juli 2019). Ob Fans der gesamten Reihe angetan sind, kann ich nicht wirklich einschätzen, nehme es aber an.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Udo Kier und Michael Paré sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgeführt.

Und noch eine

Veröffentlichung: 12. Juli 2019 als Limited 2-Disc Edition Mediabook (Blu-ray & DVD, limitiert auf 2.000 Exemplare)

Länge: 89 Min. (Blu-ray), 86 Min. (DVD)
Altersfreigabe: SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Puppet Master – The Littlest Rich
GB/USA 2018
Regie: Sonny Laguna, Tommy Wiklund
Drehbuch: S. Craig Zahler
Besetzung: Thomas Lennon, Jenny Pellicer, Nelson Franklin, Charlyne Yi, Michael Paré, Barbara Crampton, Udo Kier, Alex Beh, Matthias Hues, Anne Beyer, Victoria Hande, Betsy Holt, James Healy Jr., Laurie Guzda
Zusatzmaterial: Interviews, Drehtagebuch, Die Ankunft der Killerpuppen, Trailer, Poster, Booklet
Label: Pierrot le Fou
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2019 by Volker Schönenberger
Szenenfotos & Packshot: © 2019 Pierrot le Fou

 

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Gewinnspiel: 3 x Global Storm – Die finale Katastrophe auf Blu-ray

Verlosung

Roland Emmerichs Katastrophen-Blockbuster „The Day After Tomorrow“ (2004) und „2012 – Das Ende der Welt“ (2009) liegen zwar schon eine Weile zurück, aber natürlich kann die Trashfilm-Industrie auch später einen Mockbuster nachschieben. Tiberius Film hat gestern „Global Storm – Die finale Katastrophe“ von 2017 veröffentlicht und uns drei Blu-rays zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Sonntag, 16. September 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Seid Ihr dazu nicht in der Lage, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich drei Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Ein wenig hat es gedauert, hier nun aber die Gewinnerinnen und Gewinner:

– Michael Behr,
– Petra Dietrich,
– Katharina Stranz.

Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Global Storm – Die finale Katastrophe“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

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Global Storm – Die finale Katastrophe: Mal wieder Mockbuster-Alarm!

Global Meltdown

Von Volker Schönenberger

SF-Katastrophen-Action // Es soll ja Leute geben, die schon Roland Emmerichs Katastrophen-Blockbuster „The Day After Tomorrow“ (2004) und „2012 – Das Ende der Welt“ (2009) im Trash verorten. Unabhängig davon, ob sie dem deutschen Regisseur damit nicht Unrecht tun: Was sagen diese Menschen dann erst zu einem veritablen Mockbuster vom Schlage „Global Storm – Die finale Katastrophe“? Ultra-Trash? In der Regel handelt es sich bei dieser Art Streifen um Fernsehfilme, etwa vom Sender Syfy in Auftrag gegeben und von einer der zahlreichen Minibudget-Produktionsfirmen produziert – „The Asylum“ ist die bekannteste, berüchtigtste und vielleicht fleißigste unter ihnen. Welche Filme mögen die nicht enden wollende Schwemme an Trash und Mockbustern ausgelöst haben? Der erste „Sharknado“ (2013) liegt dafür noch nicht lange genug zurück, auch wenn er zweifellos neuen Schwung in die Welle gebracht hat. Für Hinweise auf die Ursprünge bin ich dankbar.

Das geht nicht gut aus

Der kanadische Vertreter „Global Storm – Die finale Katastrophe“ zeigt gleich zu Beginn eine gigantische Flutwelle, die San Francisco überschwemmt – zu sehen als TV-Bild im Bild in erwartungsgemäß übler Qualität. In der Provinz findet sich daraufhin ein zufällig versammelter Haufen von Menschen zusammen, die sich vergegenwärtigen müssen, dass womöglich das Ende der Welt naht. Unter ihnen befinden sich der Hubschrauberpilot Davis (Patrick J. MacEachern), die Reporterin Erin (Anna Barker) sowie die Wissenschaftlerin Karen Cavanaugh (Leanne Khol Young), die eine Theorie über die tektonischen Platten der Erdkruste und ein Erdbeben tief im Erdinnern entwickelt. Kann ihr Wissen das Überleben der kleinen Gruppe sichern?

Amos Cade verfolgt seine eigenen Ziele

Die schauspielerischen Fähigkeiten der Darsteller in Mockbustern entsprechen meist dem Niveau der visuellen Effekte, so auch hier. Wer Billigware schaut, darf eben keine hochwertige Filmkunst erwarten. Ab und zu verirrt sich ein vergleichsweise klangvoller Name in die Besetzung, in diesem Fall ist es der unverwüstliche Michael Paré („Moon 44“, „Straßen in Flammen“), der mit Rollen in Low-Budget-Produktionen nach wie vor gut ausgelastet scheint, wie ein Blick auf seine Filmografie offenbart. Hier gibt er den mürrischen Amos Cade, der sich Karen nur widerwillig anschließt, nicht unterordnen will und lieber sein eigenes Süppchen kocht – das bringt einige Spannungen in die Gruppe.

„Zu Hilfe, zu Hilfe!“ Doch der Helikopter entschwindet

Die Handlung wechselt zwischen dialoglastigen Sequenzen, welche die schwierige Beziehungsgemengelage der Figuren vorantreiben sollen und das mehr schlecht als recht tun, und mies getricksten Actionszenen, wenn die globale Katastrophe wieder mal über die Gruppe hereinbricht. Klar, dass einige übel gesinnte Zeitgenossen den Weg der Protagonisten kreuzen. Ein Gespür für Tempo und Timing lässt Regisseur Daniel Gilboy vermissen, aber vielleicht vermissen Trash-Fans solche Feinheiten ja gar nicht. Bei „Global Storm – Die finale Katastrophe“ handelt es sich um seine zweite Regiearbeit nach „Pretty Little Dead Girl“ (2016). Im Lauf der Zeit seien ihm weitere Aufträge in diesem Segment gegönnt, für höhere Weihen und größere Budgets wird es vermutlich nicht reichen. Wer Trash und Mockbustern mit all ihren Defiziten etwas abgewinnen kann, kann einen Blick wagen, ohne Augenkrebs zu riskieren, sollte aber nicht erwarten, in „Global Storm – Die finale Katastrophe“ die Abbildung auf dem Cover auch nur annähernd wiederzufinden. Welche Mockbuster könnt Ihr empfehlen, ohne rot zu werden?

Nur kurz bietet eine Höhle den Flüchtenden Unterschlupf

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Michael Paré sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Ist das Ende der Welt gekommen?

Veröffentlichung: 6. September 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 87 Min. (Blu-ray), 84 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Global Meltdown
KAN 2017
Regie: Daniel Gilboy
Drehbuch: Daniel Gilboy
Besetzung: Michael Paré, Leanne Khol Young, Patrick J. MacEachern, Cameron Gordon, Scott Roberts, Anna Barker, Jay Morberg, Christopher Clare, Duff Zayonce, Marin Almasi, Greg Spielman, Trevor Matheson
Zusatzmaterial: Trailer, Trailershow, Wendecover
Label: Tiberius Film
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Fotos, Packshot & Trailer: © 2018 Tiberius Film

 
 

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