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Before I Wake – Schauriges aus verstörter Kinderseele

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Before I Wake

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Ein verstört wirkender Mann mit Pistole betritt nachts ein Kinderzimmer. Offenbar will er den darin schlafenden Jungen erschießen. Ein Geräusch hinter ihm lässt ihn herumfahren und einen Schuss abgeben. Der Junge erwacht …

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Wo kommen die Schmetterlinge her?

Szenenwechsel: Die Eheleute Jessie (Kate Bosworth, „Still Alice“) und Mark (Thomas Jane, „Deep Blue Sea“) wollen ein Pflegekind aufnehmen. Aus Erinnerungen Jessies erfahren wir, dass eine Weile zuvor ihr eigener Sohn Sean in der Badewanne ertrunken ist, weshalb Mark nun Haltegriffe über der Badewanne anbringt. Eine Mitarbeiterin des Jugendamts übergibt den beiden den achtjährigen Cody (Jacob Tremblay, „Raum“), einen aufgeweckten Waisenjungen mit guten Manieren.

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Cody ist ein ganz besonderer Junge

Als Cody spätabends schon schläft und Jessie und Mark noch etwas fernsehen, fliegen plötzlich Schmetterlinge durchs Wohnzimmer, die sich unvermittelt auflösen. Wenige Nächte später sehen die beiden unvermittelt Sean vor ihnen stehen. Sie finden heraus, dass sich Codys Träume materialisieren – und auflösen, sobald der Junge erwacht. Doch nicht alle Visionen aus diesen Träumen sind friedfertig.

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Kate erlebt Unheimliches

Mike Flanagan hat schon mit „Oculus – Das Böse ist in dir“ (2013), „Hush“ (2016) und „Ouija – Ursprung des Bösen“ (2016) bewiesen, dass er ein Händchen für Grusel hat. „Before I Wake“ hat ein paar Längen, hält die Zuschauer aber mit gekonntem Spannungsaufbau bei der Stange. Anfangs darf ein wenig gerätselt werden, ob wir es mit übernatürlichem Wirken oder Visionen aus der Psyche der Protagonisten zu tun haben. Das Schauerstück laviert dann auch gekonnt zwischen Mysterythriller und Psychodrama; die Traumata und Schuldgefühle, unter denen besonders Jessie leidet, bekommen Gewicht. Auch wenn die computergenerierten Effekte etwas konventionell geraten sind und Thomas Janes Frisur irritiert: erneut ein starkes Schauerstück von Mike Flanagan, auf den zu achten ist. In Kürze kommt seine Stephen-King-Verfilmung „Gerald’s Game“. Wir freuen uns drauf.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mike Flanagan sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 17. März 2017 als 2-Disc Limited Collector’s Edition Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Originaltitel: Before I Wake
USA 2016
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard
Besetzung: Thomas Jane, Kate Bosworth, Jacob Tremblay, Annabeth Gish, Scottie Thompson, Dash Mihok, Jay Karnes, Kyla Deaver, Courtney Bell, Erika Hoveland
Zusatzmaterial: Making-of (28 Min.), Kinotrailer, nur Mediabook: 24-seitiges Booklet
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

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Filmplakat, Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / capelight pictures

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Oculus – Das Böse ist in dir: Spieglein, Spieglein an der Wand …

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Oculus

Von Simon Kyprianou

Horror // „Oculus“ projiziert den Horror auf einen abstrakten Gegenstand: einen alten Spiegel. Wir erfahren etwas über seine Herkunft, vor allem aber darüber, dass er bei all seinen Besitzern über die Jahrhunderte hinweg zu grausamen Gewaltausbrüchen, Selbstverstümmlungen, Krankheiten und schließlich stets zum Tod geführt hat.

Lastet ein Fluch auf dem Spiegel?

Eines Tages kauft der Familienvater Alan Russell (Rory Cochrane) diesen Spiegel für sein Arbeitszimmer. Kurze Zeit später hält er seine Ehefrau Maria (Katee Sackhoff) über Tage im Schlafzimmer gefangen, foltert und tötet sie schließlich. Als er versucht, auch seine kleine Tochter Kaylie (Karen Gillan) zu töten, erschießt ihn sein Sohn Tim (Brenton Thwaites). Zehn Jahre später haben die Geschwister den Spiegel wieder in ihren Besitz gebracht. In einer wissenschaftlich präzise ausgetüftelten Versuchsanordnung wollen sie beweisen, dass der Spiegel verflucht ist.

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Alan will seine Tochter töten

Diese beiden zeitlich versetzten Handlungsstränge erzählt Regisseur Mike Flanagan parallel. Sie wechseln sich ab, vermischen sich und werden zu einer wirren halluzinatorischen Einheit. Durch diese epileptisch-hektische Erzählweise verliert der Zuschauer den Überblick, verliert die Realität aus den Augen. Dabei erweist sich der Spiegel als effizientes Motiv, kann er doch jederzeit Halluzinationen auslösen, die Flanagan gruselig und erschreckend inszeniert.

Horror in hohem Tempo

Das ist alles recht simpel erdacht, aber ungemein wirkungsvoll. „Oculus“ kann ängstigen und Flanagan zieht das Tempo immer mehr an, es ist kein langsamer, bedächtiger Horror – „Oculus“ ist Hochgeschwindigkeits-Horror. Auch das ist nicht gerade virtuos, aber sehr wirkungsvoll.

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Zehn Jahre später …

Auf die Dauer überreizt er das Motiv des Spiegels, der Film wird zu einem endlos erscheinenden und etwas ermüdenden Loop aus Halluzinationen. Das ist aber egal, denn über einen Großteil der Laufzeit hinweg funktioniert „Oculus“ so wie er soll, als gruseliger Horrorfilm. Ein Blick lohnt in jedem Fall.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Mike Flanagan sind in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet.

Veröffentlichung: 5. Dezember 2014 als Blu-ray und DVD

Länge: 104 Min. (Blu-ray), 100 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Originaltitel: Oculus
USA 2013
Regie: Mike Flanagan
Drehbuch: Mike Flanagan, Jeff Howard,
Besetzung: Karen Gillan, Brenton Thwaites, Katee Sackhoff, Rory Cochrane, Annalise Basso, Garrett Ryan, James Lafferty, Miguel Sandoval
Zusatzmaterial: Making-of, Deleted Scenes, Original Kurzfilm, Audiokommentar von Mike Flanagan und Trevor Macy, Wendecover
Vertrieb: Square One / Universum Film

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Square One / Universum Film

 

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