RSS

Schlagwort-Archive: Mike Tyson

China Salesman – Propaganda-Machwerk in Actionfilm-Tarnung

China Salesman

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // In einem nicht näher genannten, vom Bürgerkrieg gezeichneten nordafrikanischen Land hat der Wiederaufbau begonnen. Das hat die internationale Geschäftswelt auf den Plan gerufen. Für einen chinesischen Konzern will der junge Geschäftsmann Yan Jian (Dong-xue Li, „Brotherhood of Blades – Kaiserliche Assassins“) einen Vertrag für den Aufbau des Mobilfunknetzes abschließen. Doch er bekommt es mit korrupten Gegnern und einer groß angelegten Verschwörung zu tun.

Tausendsassa Yan Jian (M.) findet sich …

Name-Dropping gleich zum Auftakt: „China Salesman“ beginnt mit einer Barszene, in der gleich Mike Tyson und Steven Seagal eingeführt werden. Der Ex-Box-Champion spielt Kabbah, der sich von einem skrupellosen US-Konzern instrumentalisieren lässt, Seagal tritt als undurchsichtiger Schmuggler in Erscheinung. Seine Hauptaufgabe besteht darin, in wenigen Szenen einfach da zu sein. In besagter Startszene bestreitet er sogar eine Kampfeinlage gegen Tyson. Worum es dabei geht – egal, Hauptsache, die chinesische Produktion kann sich mit zwei international bekannten Akteuren brüsten.

China und seine edlen Absichten

Als Hauptfigur fungiert erwähnter Yan Jian, ein redlicher, etwas naiv wirkender Geselle, der jedoch in diversen Situationen eine Lösung parat hat – und bei telefontechnischen Problemen sowieso. Die Botschaft ist klar: Er personifiziert ein China, das nur lautere Ziele verfolgt und der Welt das Gute bringen will. Wiederholt schwenkt Yan Jian die Flagge der Volksrepublik China, wobei nicht ganz deutlich wird, was er in dem Moment damit bezweckt. Letztlich bleibt der junge, nicht korrumpierbare Chinese die einzige Person, die verhindern kann, dass das afrikanische Land in den Bürgerkrieg zurückgeworfen wird. Der US-Konkurrent zieht natürlich das eine oder andere fiese Ass aus dem Ärmel, während die Chinesen nur Gutes im Sinne haben und niemals Daten missbrauchen würden. Ist klar! Die plump vorgetragene propagandistische Intention von „China Salesman“ gibt Anlass zu Kritik, aber auch das US-Actiongenre hat sich ja wiederholt auf diese Weise missbrauchen lassen. Dass diesmal vornehmlich Weiße die Schurkenparts innehaben, kann man für rassistisch halten, aber da es oft genug andersrum ist, werden wir Hellhäutigen das verschmerzen können. Ärgerlicher ist da schon die Art und Weise, wie Chinesen gegenüber Afrikanern als überlegen präsentiert werden.

… in jeder Situation …

Auch die dreiste Behauptung, das Gezeigte basiere auf einer wahren Geschichte, lässt den einen oder anderen Zehennagel aufgerollt zurück. Die Action ist dafür explosiv und bleihaltig inszeniert, reißt das Ruder aber auch nicht herum. Für Regisseur und Ko-Drehbuchautor Tan Bing ist es das Filmdebüt, er ist international ein unbeschriebenes Blatt. Ob er mehr drauf hat, als chinesische Propaganda zu verbreiten, wird womöglich die Zukunft zeigen. Für eine gradlinige Story mangelte es ihm wohl an Erfahrung, die Handlung verliert sich in Nebensträngen.

… heldenhaft zurecht

Mike Tyson tummelt sich seit geraumer Zeit im Filmgeschäft. Häufig war er in Cameos als er selbst zu sehen, etwa in „Hangover“ (2009) nebst Fortsetzung und „Scary Movie 5“ (2013). Zuletzt trat er verstärkt auch in Nebenrollen in Erscheinung, etwa im kernigen Actioner „Kickboxer – Die Abrechnung“. Uns soll’s recht sein. In „China Salesman“ stört er nicht weiter, bis er im Showdown aber leider einen arg peinlichen und pathetischen Abgang hinlegt. Ein westliches Raubein mit asiatischem Pathos zu versehen, funktioniert eher suboptimal.

Wann geht Steven Seagal in den Ruhestand?

Steven Seagal demontiert weiter fleißig sein Denkmal, das er sich einst mit Filmen wie „Nico“ (1988) und „Alarmstufe: Rot“ (1992) im Actiongenre errichtet hat. Mittlerweile reicht die Kraft offenbar nur noch für wenige Szenen pro Film. Und wenn er mal seine Kampfkunst demonstriert wie zu Beginn, wird seine mangelnde Beweglichkeit mit reichlich Schnitten kaschiert. „China Salesman“ steht in der Hinsicht in einer Reihe mit Billigware vom Schlage „Code of Honor – Rache ist sein Gesetz“ und „Sniper – Special Ops“ (beide 2016). 2016 nahm Seagal die russische Staatsbürgerschaft an, im August 2018 ließ der russische Präsident Vladimir Putin ihn zum Sondergesandten für humanitäre Beziehungen mit den USA ernennen. Irgendjemand hätte ihm vielleicht „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ zurufen sollen, aber seine Actionleisten sollte Seagal mittlerweile besser an den Nagel hängen. „China Salesman“ belegt dies leider eindrucksvoll.

Ob er auch mit Kabbah (l.) fertig wird?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Steven Seagal sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Was will der denn hier?

Veröffentlichung: 6. September 2018 als Blu-ray und DVD

Länge: 110 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: keine
Originaltitel: China Salesman
Alternativtitel: Deadly Contract
CHN 2017
Regie: Tan Bing
Drehbuch: Tan Bing, Scott Salter
Besetzung: Steven Seagal, Mike Tyson, Dong-xue Li, Janicke Askevold, Li Ai, Eriq Ebouaney, Zijian Wang, Bryan Byrne, Anthony Gavard, Marc Philip Goodman, Diana Hübel
Zusatzmaterial: Trailershow
Label/Vertrieb: EuroVideo Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 EuroVideo Medien GmbH

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Gewinnspiel: 2 x Kickboxer – Die Abrechnung auf DVD

Verlosung

In „Kickboxer – Die Abrechnung“ muss sich Alan Moussi alias Kurt Sloane erneut in Thailand durchboxen. Auch Jean-Claude Van Damme läuft wieder mit Sonnenbrille durchs Bild. Von dem Martial-Arts-Spektakel hat uns Ascot Elite Home Entertainment zwei DVDs zum Verlosen zur Verfügung gestellt. Dafür vielen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Teilnahmebedingungen

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort (also nicht hier unter dem Gewinnspiel) bis Pfingstmontag, 21. Mai 2018, 22 Uhr, im Kommentarfeld die beiden Fragen am Ende des Textes.

Fallen euch keine Antworten ein, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“!

Wollt Ihr kein Gewinnspiel und keine Rezension verpassen? Folgt „Die Nacht der lebenden Texte“! Entweder dem Blog direkt (in der rechten Menüleiste E-Mail-Adresse eintragen und „Folgen“ anklicken) oder unserer Facebook-Seite.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf ihren Gewinn. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autorinnen und Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– TomHorn,
– Rico Lemberger.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet benachrichtigt.

Die Rezension von „Kickboxer – Die Abrechnung“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

Jean-Claude Van Damme (XVIII): Kickboxer – Die Abrechnung: Mal wieder gegen ein Monstrum kämpfen

Kickboxer – Retaliation

Von Volker Schönenberger

Action // Erinnern wir uns: 18 Monate zuvor war es Kurt Sloane (Alain Moussi) gelungen, den Tod seines Bruders zu rächen – siehe „Kickboxer – Die Vergeltung“ (2016). Er schwor den illegalen Kämpfen ab, verließ Thailand und schlug eine legale Karriere als Kampfsportler ein. Doch nun holt ihn die Vergangenheit wieder ein: Sloane wird entführt und landet in einem Knast nördlich von Bangkok. Hinter der Aktion steht Thomas Tang Moore (Christopher Lambert), Promoter illegaler Kämpfe. Der will Sloane überreden, für eine Million Dollar gegen den Champion Mongkut (Hafþór Júlíus Björnsson) zu kämpfen. Sloane lehnt ab und lässt sich auch durch konstante Drangsalierungen im Knast nicht umstimmen. Als seine Frau Liu (Sara Malakul Lane) nach Thailand kommt, um ihren Ehemann zu suchen, nutzt Moore die Gelegenheit und kidnappt sie, um ein Druckmittel gegen Sloane in der Hand zu haben.

Im thailändischen Knast trifft Kurt Sloane auf …

Der siebte, bei uns ungeschnitten ab 16 Jahren freigegebene Aufguss der „Kickboxer“-Reihe entpuppt sich als Nummernrevue, aber letztlich sind Martial-Arts-Actionfilme ja oft nichts anderes. Interpretiert man den Vorgänger „Kickboxer – Die Vergeltung“ als Reboot des ersten „Kickboxer“-Films „Karate Tiger 3 – Der Kickboxer“, handelt es sich bei „Kickboxer – Die Abrechnung“ um den zweiten Teil. Teil 3 ist längst in Planung, trug vormals anscheinend den Titelzusatz „Syndicate“, der mittlerweile aber offenbar durch das kernigere „Armageddon“ ersetzt wurde.

… den schlagkräftigen Amerikaner Briggs

Im thailändischen Knast muss sich Kurt Sloane anfangs einige Thailänder vom Leib halten, was ihm nicht schwer fällt. Dann stört er die Meditation des Amerikaners Briggs, der von keinem Geringeren als dem ehemaligen Box-Weltmeister Mike Tyson verkörpert wird. Nach einer anfänglichen Auseinandersetzung raufen sich die beiden zusammen, zumal sie gemeinsam ausgepeitscht werden – das verbindet. Briggs führt Sloane eines Nachts zu dessen ehemaligem Trainer Durand – Auftritt Jean-Claude Van Damme.

Auch Coach Durand mischt wieder mit

Während seiner Trainingseinheiten hinter Gittern wird Kurt Sloane einmal sogar mit Fußbällen beschossen, die ein gewisser Ronaldinho tritt – eine kuriose Einlage, letztlich aber nur ein Gimmick. Der isländische Strongman Hafþór Júlíus Björnsson, Darsteller von Kurt Sloanes Endgegner Mongkut, spielt seit der vierten Staffel von „Game of Thrones“ den so bösartigen wie monströsen Kämpfer Gregor „Der reitende Berg“ Clegane. Christopher „Highlander“ Lambert ist leider seit langer Zeit nur noch ein Schatten früherer Star-Zeiten, sein schmieriger Auftritt in „Kickboxer – Die Abrechnung“ passt da gut ins Bild.

Promoter Moore zieht die Fäden

Wie im Genre üblich, dient die Handlung lediglich als Aufhänger für ausgiebig zelebrierte Kampfeinlagen. Und die haben es in sich. Die Besetzung ist gespickt mit Kampfsport-erfahrenen Athleten: Renato Sobral, Frankie Edgar, Renzo Gracie, Maurício „Shogun“ Milani Rua und Rico Verhoeven spielen sich selbst oder andere Figuren. Der aus dem Stuntman-Sektor kommende Hauptdarsteller Alain Moussi kann da glücklicherweise durchaus bestehen. Die spektakulären Kampfszenen sind erwartungsgemäß ansprechend und ideenreich choreografiert – Fans des Genres kommen voll auf ihre Kosten. Und für die ist „Kickboxer – Die Abrechnung“ schließlich auch gemacht. Welche Martial-Arts-Klassiker sind eure Favoriten? Welche Geheimtipps könnt Ihr empfehlen?

Möchten Sie gegen diesen Herrn antreten?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jean-Claude Van Damme sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Sloane wagt es

Veröffentlichung: 27. April 2018 als Blu-ray und DVD sowie als Teil der Blu-ray-Box „Ultimate Kickboxer Collection“ im Verbund mit „Kickboxer – Die Vergeltung“

Länge: 111 Min. (Blu-ray), 106 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kickboxer – Retailiation
USA 2018
Regie: Dimitri Logothetis
Drehbuch: Dimitri Logothetis
Besetzung: Alain Moussi, Christopher Lambert, Jean-Claude Van Damme, Mike Tyson, Sara Malakul Lane, Hafþór Júlíus Björnsson, Sam Medina, Steven Swadling, Renato Sobral, Frankie Edgar, Renzo Gracie, Maurício „Shogun“ Milani Rua
Zusatzmaterial: Interviews: Meet the Fighters, Wendecover
Label: Ascot Elite Home Entertainment
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2018 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2018 Ascot Elite Home Entertainment

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: