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Child’s Play (2019) – Mörderpuppe Chucky 4.0

Child’s Play

Kinostart: 18. Juli 2019

Von Volker Schönenberger

Horror // Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass „Chucky – Die Mörderpuppe“ von 1988 im Original ebenfalls den Titel „Child’s Play“ trägt. Beim 2019er-Remake respektive Reboot haben sich die beiden Verleihe Wild Bunch Germany und capelight pictures offenbar entschlossen, keinen eingedeutschten Titel zu schaffen. Vielleicht war es auch eine Vorgabe des US-Studios Orion Pictures.

Mama hat eine Überraschung für Andy

Als Produzenten traten Seth Grahame-Smith und David Katzenberg in Erscheinung, die 2017 „Es“ produziert hatten und auch dessen Fortsetzung verantworten. Regie führte Lars Klevberg, der mit „Polaroid“ kürzlich erst sein Langfilm-Regiedebüt vorgelegt hat. Nicht an Bord: Don Mancini und David Kirschner, die Schöpfer des „Child’s Play“-Franchises. Das verursachte Missmut unter den Fans, bleibt abzuwarten, wie sich das an den Kinokassen niederschlagen wird. Auch Chuckys ursprüngliche Stimme Brad Dourif ist nicht mehr am Start, stattdessen wird die Puppe im englischsprachigen Original von Mark „Luke Skywalker“ Hamill gesprochen.

Sabotage in der Fabrik in Vietnam

In einer Spielwarenfabrik in Vietnam drangsaliert und feuert ein Vorarbeiter einen der Arbeiter, welche die beliebten „Buddi“-Puppen zusammensetzen. Als Vergeltung setzt der Gekündigte beim letzten von ihm gefertigten Exemplar sämtliche elektronischen Sicherheitsprotokolle außer Betrieb, die gewährleisten, dass die Puppe keinen Schaden anrichten kann.

Besagte Puppe landet in Chicago, wo die Käuferin sie zügig reklamiert. Service-Mitarbeiterin Karen Barclay (Aubrey Plaza) reißt sich das defekte Exemplar mit einer perfiden Aktion unter den Nagel. Die alleinerziehende Witwe will damit ihren 13-jährigen Sohn Andy (Gabriel Bateman) aufheitern, der sich nach dem kürzlichen Umzug der beiden in der neuen Umgebung noch nicht recht wohlfühlt. Erst recht nicht, weil er Probleme mit Shane (David Lewis) hat, dem neuen Freund seiner Mutter. Nachdem Andy Buddi aktiviert hat, will er ihm einen Namen geben, doch die Puppe missversteht ihn und nennt sich nun selbst Chucky. Natürlich schließt er den Jungen in sein elektronisches Herz und will ihn vor Unbill bewahren. Das bekommt als erstes Lebewesen Andys Katze Mickey Rooney zu spüren, nachdem sie Andy einen Kratzer verpasst hat …

Isaac Asimovs Robotergesetze lassen grüßen

Oben erwähnte Sicherheitsprotokolle der „Buddi“-Puppen sind offenkundig inspiriert von den vom Science-Fiction-Visionär Isaac Asimov formulierten Robotergesetzen, wonach Roboter so zu konstruieren sind, dass sie Menschen keinerlei Schaden zufügen dürfen. Dieser philosophische Aspekt der künstlichen Intelligenz spielt allerdings in der Folge keine Rolle mehr, geht es doch fortan nur noch darum, dass Chucky seine Funktion als bester Freund und Beschützer von Andy auf mörderische Weise überinterpretiert. Erwähnt sei dazu noch, dass dies natürlich einen entscheidenden Unterschied zu den sieben Filmen der „Chucky“-Reihe ausmacht. Waren zuvor magische bis dämonische Kräfte am Werk, haben wir es beim 2019er-Chucky einzig mit den Tücken der Robotik zu tun. Und nicht nur das – die „Buddi“-Puppen der multinationalen Kaslan Corporation lassen sich mit allen Gerätschaften des Technologie-Konzerns verbinden, die sich im jeweiligen Haushalt befinden. Sie sind auch als satirische Anspielung auf aktuelle technische Gadgets zu verstehen, die heute schon unsere eigenen Haushalte „bereichern“. Hat da jemand Alexa gerufen? Eine clevere Modernisierung des Franchises, wie ich finde.

Chucky und Andy werden …

Chuckys Prozessoren müssen natürlich Wissen aufnehmen, damit die Puppe richtig funktionieren kann. Und so lernt Andys neuer Spielgefährte auch schnell, nimmt aber bisweilen das Gelernte nicht ganz korrekt auf. Wenn Andy mit seinen zwei neuen Freunden Falyn (Beatrice Kitsos) and Pugg (Ty Consiglio) „The Texas Chainsaw Massacre 2“ anschaut und sich die drei darüber beömmeln, dass Leatherface einem seiner Opfer die Gesichtshaut abzieht, schließt Chucky daraus, das sei wohl eine gute Sache …

Wer mag den neuen Chucky?

Ob einem das Design des neuen Chucky gefällt oder nicht, erscheint mir als reine Geschmackssache. Mir jedenfalls ist es völlig gleichgültig. Der Ur-Chucky war an Bosheit nicht zu überbieten, immerhin eine starke Emotion, wenn man so will. Chucky 4.0 ist frei von Gefühlen, da er ein technisches Gerät ist. Das wird manchen Fans der Mörderpuppe sauer aufstoßen, anderen womöglich gefallen. Wenn Chucky erst richtig loslegt, bekommen wir ein paar originelle und blutige Tötungssequenzen zu sehen, die Freude bereiten. Weniger Freude bereitet die Tatsache, dass „Child’s Play“ zügig auf die Logik der eigenen Geschichte pfeift, damit sich Chuckys mörderisches Treiben noch eine Weile fortsetzen kann. Andy ist an sich ein cleverer Junge und riecht den Braten zügig, dennoch lässt er seine Puppe viel zu lange gewähren. Später gibt es einen total bescheuerten Handlungsstrang um ein in Geschenkpapier eingewickeltes Paket, dessen Inhalt ich nicht spoilern will. Immerhin hat der schmierige Hausmeister Gabe (Trent Redekop) eine Überraschung parat. Und etwas schwarzen Humor bekommen wir auch geboten.

… vermeintlich gute Freunde

Zum Finale kündigt sich ein infernalisches Gemetzel im Warenhaus an, wo etliche Kunden auf den Startschuss für den Verkauf von „Buddi 2“ warten – ein schöner Seitenhieb auf unseren Konsumwahn. Leider bleibt es bei der Ankündigung, das Gemetzel ist schneller vorüber, als es begonnen hat. Schade drum, das hätte dem Showdown den nötigen Pfiff gegeben. Dass Chucky in diesem finalen Abschnitt plötzlich physische Fähigkeiten hat, die man einer mechanischen Puppe nicht zutraut, sei da mal einfach hingenommen, sonst könnte man den Knilch am Ende gar zu schnell bezwingen.

Reboot oder Remake – mir latte

Ich war nie ein Fan der „Chucky“-Reihe, habe auch gar nicht alle sieben Teile gesehen. „Chucky und seine Braut“ (1998) hat mir ganz gut gefallen, stellt für mich aber keinen Pflichtfilm für mein Horrorregal dar. Das gelingt auch dem Reboot „Child’s Play“ nicht. Für anderthalb Stunden Horror-Kurzweil ist die Neuauflage gut, ich hege aber Zweifel, ob sie Chucky-Fans zufriedenstellen wird. Vielleicht gelingt das ja der von Don Mancini und David Kirschner mitverantworteten Serie. Den Status eines Klassikers des Remake-Wesens (oder -Unwesens) wird „Child’s Play“ nicht erlangen.

Länge: 90 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Child’s Play
F/KAN/USA 2019
Regie: Lars Klevberg
Drehbuch: Tyler Burton Smith
Besetzung: Aubrey Plaza, Mark Hamill (Originalstimme), Gabriel Bateman, Brian Tyree Henry, Tim Matheson, Trent Redekop, Beatrice Kitsos, David Lewis, Ty Consiglio, Hannah Drew
Verleih: Wild Bunch Germany / capelight pictures

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Filmplakate, Szenenfotos & Trailer: © 2019 Wild Bunch Germany / capelight pictures, Szenenfotos: Eric Milner

 

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Curse of Chucky – Die Mörderpuppe ist wieder da

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Horror // Seit 1988 treibt die hässliche Mörderpuppe Chucky ihr filmisches Unwesen. Außerhalb der Horrorfangemeinde mögen die mit eher schmalem Geldbeutel abgedrehten Streifen nur wenig Anklang finden, viele Horrorfans mögen die Reihe aber offenbar – sonst gäbe es kaum sechs Teile. Der blutrünstige Chucky stand bisweilen im Mittelpunkt von Kontroversen, in denen den Filmen vorgeworfen wurde, sie würden Jugendliche zu Gewalttaten verleiten. Das gilt besonders für „Chucky 3“, der Anfang der 90er-Jahre gar für zwei Morde in England verantwortlich gemacht werden sollte.

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Per Paket kommt eine sonderbare Puppe ins Haus

In „Curse of Chucky“ gelangt Chucky per Paket zu der im Rollstuhl sitzenden Nica (Fiona Dourif). Kurz darauf stirbt Nicas Mutter, anscheinend ein Unfall. Die liebe Familie rückt an, um Nica zur Seite zu stehen und sich ein Stück vom Erbschaftskuchen zu sichern. Nicas Nichte Alice (Summer H. Howell) schließt Chucky sogleich ins Herz, nicht ahnend, dass die vermeintlich harmlose Puppe ein psychopathischer Killer ist.

Die in den USA als „unrated“ vermarktete härteste Fassung von „Curse of Chucky“ kommt in Deutschland auf Blu-ray und DVD ungeschnitten mit einer 16er-Altersfreigabe daher. Das ist auch völlig in Ordnung. In der ersten Hälfte des Films passiert ohnehin wenig, und die durchaus vorhandenen blutigen Effekte in der zweiten Hälfte sind auszuhalten. Splatterfans werden womöglich eher enttäuscht sein, auch wenn die eine oder andere nette Idee zu sehen ist. Da beispielsweise Rollstuhlfahrerin Nica in ihren Beinen nichts spürt, kann sie damit einen gepflegten Axthieb aushalten.

Für den sechsten Teil der Reihe gilt vermutlich das Gleiche wie für die Vorgänger: „Curse of Chucky“ wird außerhalb der Horrorgemeinde niemanden zum Fan der Mörderpuppe mutieren lassen, innerhalb aber seine Anhänger finden. Hochklassig ist anders, der Film passt sich dem eher durchschnittlichen Niveau der Reihe an. Sofern einem Chucky-Freund nun ob der Verwendung der Vokabel „durchschnittlich“ vor Zorn der Kamm schwillt, darf der „Die Nacht der lebenden Texte“ gern verdammen, sich aus Trotz den Film zulegen – und wird den Kauf vermutlich nicht bereuen. Zugegeben: Im einigermaßen gut sortierten Horrorregal des Bloggers befindet sich überhaupt kein Chucky-Film. Die Prämisse der Puppe mit mörderischem Eigenleben ist einfach nicht jedermanns Sache – und meine schon mal gar nicht. Insofern ist das Fazit „braucht man nicht“ am Ende subjektiver als bei manch anderer Rezension in diesem Blog.

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Chucky findet neue Opfer

In der Original-Sprachfassung leiht wie gewohnt Brad Dourif („Einer flog übers Kuckucksnest“) der Mörderpuppe die Stimme. Fiona Dourif, die Darstellerin der Nica, ist seine Tochter. In einer in Schwarzweiß inszenierten Rückblende gegen Ende des Films taucht Dourif als Psychopath Charles Lee Ray gar in persona auf, und wir erfahren, wie es seine Seele in eine hässliche Puppe verschlagen hat. Diese Sequenz gehört zu den Höhepunkten des Films.

Chuckys Filmographie:

1. Chucky – Die Mörderpuppe (1988)
2. Chucky 2 – Die Mörderpuppe ist wieder da (1990)
3. Chucky 3 (1991)
4. Chucky und seine Braut (1998)
5. Chuckys Baby (2004)
6. Curse of Chucky (2013)

Veröffentlichung: 24. Oktober 2013 als Blu-ray und DVD

Länge: 97 Min. (Blu-ray), 93 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, nur Blu-ray: Französisch, Spanisch, Italienisch, Japanisch, nur DVD: Türkisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
USA 2013
Regie: Don Mancini
Drehbuch: Don Mancini
Besetzung: Chantal Quesnelle, Fiona Dourif, Danielle Bisutti, A Martinez, Brad Dourif
Zusatzmaterial: Unveröffentlichte Szenen, Gag Reel, Making-of, Chucky wird zum Leben erweckt, Chuckys Vermächtnis, Storyboard-Vergleich
Vertrieb: Universal Pictures Home Entertainment

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain
Fotos & Packshot: © 2013 Universal Pictures Home Entertainment

 

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