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Planet der Affen – Revolution: Kein Frieden mit den Menschen

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Dawn of the Planet of the Apes

Von Simon Kyprianou

SF-Action // Bevor die titelgebende Revolution losbricht, nimmt sich Regisseur Matt Reeves viel Zeit, um die Lebensbedingungen der Affen und der Menschen zu untersuchen. Zehn Jahre nach Ende des ebenfalls schon sehr guten Vorgängers angesiedelt, hat eine Affengrippe die Menschheit nahezu vollständig dahingerafft. Angeführt von Caesar (Andy Serkis), leben die Affen mittlerweile in einer autarken Kolonie – auf etwa mittelalterlichem Niveau. Auch die Menschen leben nur noch in kleinen Kolonien, eine davon in direkter Nachbarschaft zu den Affen, angeführt von Dreyfus (Gary Oldman).

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Die Annäherung ist schwierig, die Vorbehalte zwischen den Gruppen sind groß

Annäherung voller Misstrauen

Reeves wirft einen intimen Blick gleichsam auf die Lebenswirklichkeiten der Menschen wie der Affen, arbeitet die Familienstrukturen und Hierarchien heraus. Er zeigt, wie ähnlich die Affen und die Menschen einander ironischerweise doch geworden sind. Als die Elektrizität der Menschen knapp wird, bricht Malcolm (Jason Clarke) mit dem Stillschweigen zwischen den Gruppen und versucht die Affen davon zu überzeugen, einen Staudamm auf deren Gebiet nutzen zu dürfen. Caesar ist innerlich zerrissen, noch immer fühlt er sich den Menschen verbunden, und so lässt er sie zum Missfallen einiger Affen gewähren.

Dann wird Reeves Blick ein politischer, er zeigt, wie kleine radikale, rassistische und faschistische Gruppierungen innerhalb der verschiedenen Lager den Frieden verhindern, einen Krieg geradezu heraufbeschwören. Der Affe Koba (Toby Kebbell) entmachtet Caesar und ein Krieg wird provoziert, den niemand will (das lässt einen direkt an reale politische Ereignisse denken).

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Dennoch findet man langsam zueinander

In der zweiten Filmhälfte, wenn die Revolution beginnt, wird „Planet der Affen – Revolution“ zu einem fantastischen Action-Abenteuer, mit einer beeindruckend inszenierten Schlacht um die Siedlung der Menschen und einem Affenkampf zwischen Caesar und Koba zum Finale.

Grandios: Motion Capture und Performance Capture

In beinahe jeder Kritik wird sie angemerkt: die Technik. In der Tat ist sie sehr gut, das Motion- bzw. Performance-Capture-Verfahren lässt die Affen grandios, lebendig und dynamisch wirken, das Zuschauen ist ein Genuss. Ebenfalls sehr gut sind die Schauspieler, allen voran der große Gary Oldman als Anführer der Menschen mit einem sehr nuancierten Spiel, ihm gegenüber Motion-Capture-Profi Andy Serkis als grolliger, dominanter Affen-Chef. Caesar jedenfalls steht Serkis’ beeindruckenden Darbietungen als Gollum und King Kong in nichts nach.

Das Ende stellt die Weichen für Teil drei. Vorfreude darauf ist reichlich vorhanden, denn „Planet der Affen – Revolution“ ist kluges, wunderbar inszeniertes Blockbuster-Kino, von dem man sich definitiv mehr wünscht.

Zur Rezension anlässlich des Kinostarts geht’s hier. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Keri Russell haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Jason Clarke, Gary Oldman und Kodi Smit-McPhee unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 5. Dezember 2014 als Blu-ray 3D, Blu-ray und DVD sowie als Blu-ray bzw. DVD-Box mit „Planet der Affen – Prevolution“

Länge: 130 Min. (Blu-ray), 125 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch u. a.
Originaltitel: Dawn of the Planet of the Apes
USA 2014
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback, Rick Jaffa, Amanda Silver
Besetzung: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell, Kodi Smit-McPhee, Kirk Acevedo, Nick Thurston, Karin Konoval, Terry Notary
Zusatzmaterial: Andy Serkis Verkörpert erneut Caesar, Bildergalerie, Original Kinotrailer, Einblicke in „Exodus – Götter und Könige“, nur Blu-ray: entfallene Szenen mit Kommentar von Matt Reeves (Zeremonie der Affen, Malcolm führt die Affen zum Staudamm, Caesar und die Affen eskortieren die Menschen ins Camp), Die Darsteller, Der Stil des Films, Die Gemeinschaft der Affen, Das Performance-Capture-Verfahren, Die visuellen Effekte, Der finale Kampf zwischen Caesar und Koba, Audiokommentar von Matt Reeves, Die Hintergründe zum Film
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

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Die Affen greifen an, der Krieg beginnt

Copyright 2014 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshot: © 2014 Twentieth Century Fox Home Entertainment

 

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Planet der Affen – Revolution: Der Mensch im Affen oder der Affe im Menschen?

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Dawn of the Planet of the Apes

Kinostart: 7. August 2014

Von Volker Schönenberger

SF-Action // Hm – ist „Planet der Affen – Revolution“ nun einfach ein sehr guter Action-Blockbuster? Oder zählt er gar zu den Kinohöhepunkten des Jahres oder der vergangenen Jahre? Schwer zu sagen, ich kann das noch nicht entscheiden. Da hilft wohl nur eine zweite Sichtung.

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Begegnung im Wald: Mensch trifft Affe

Die Menschheit ist am Boden. Das Virus hat sich um den Erdball verbreitet, die Affengrippe genannte Krankheit weite Teile der Bevölkerung aller Länder dahingerafft. Zehn Jahre ist das nun her, vor zwei Jahren haben die Affen um ihren Anführer Caesar (Andy Serkis) zuletzt menschliches Leben erblickt. Das Affenvolk hat sich in den Wäldern unweit der Ruinen von San Francisco eine Heimat geschaffen. Durch die seinerzeit entwickelte Substanz genetisch mutiert, sind die hochintelligenten Affen zu komplexer Zeichensprache und rudimentärer Sprache fähig.

Affen und Menschen – keine Chance auf friedliches Miteinander?

Eines Tages dringen doch wieder Menschen ins Refugium der Affen ein: Eine Gruppe Überlebender um Malcolm (Jason Clarke) und Ellie (Keri Russell) will einen nahe gelegenen Staudamm wieder in Betrieb nehmen, um für San Francisco Strom zu produzieren. Dort lebt eine Kolonie unter der Führung von Dreyfus (Gary Oldman). Sie alle sind immun gegen den Affengrippe-Erreger, dennoch leben sie in großer Angst vor den Affen. Auch die Primaten fürchten die Menschen, einige – wie der aus einem Versuchslabor entkommene Koba (Toby Kebbell) – hassen sie gar voller Inbrunst. Das gegenseitige Misstrauen zwischen Menschen und Affen ist groß, zu groß für Frieden. Obendrein gilt ein Problem der Menschen auch für Primaten: Nicht nur der Mensch ist des Menschen Wolf, auch der Affe ist des Affen Wolf.

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Kann Malcolm das Vertrauen der Affen gewinnen?

Wie die Computertechnik vorangeschritten ist, ist atemraubend. „Planet der Affen – Revolution“ traut sich, ganz nah an die Gesichter der Affen heranzugehen. Motion Capture und Performance Capture sind mittlerweile so perfekt, dass man als Zuschauer tatsächlich der Illusion erliegt, es mit sprechenden Affen zu tun zu haben. Das ist überaus beeindruckend. Auch die übrigen visuellen Effekte stehen dem in nichts nach, etwa Totalaufnahmen vom in Trümmern liegenden San Francisco.

Würdiges Sequel mit ein paar Mängeln

Hinter solch bahnbrechender Technik steht die Geschichte in manch einem Blockbuster gern mal zurück. Tatsächlich habe ich mich während der Pressevorführung des Films mehrmals dabei ertappt, das Visionäre zu vermissen, das den Vorgänger „Planet der Affen – Prevolution“ so ausgezeichnet und zu einem der herausragenden Kinoerlebnisse des jungen Jahrtausends gemacht hat. Allerdings ist das „Planet der Affen – Revolution“ gegenüber etwas unfair, kann der Film doch nichts dafür, dass die Vision bereits im Vorgänger entworfen worden ist.

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Starker Anführer: Caesar

Sieht man beide Filme als Teil eines Gesamtkonzepts, bewegt sich Teil 2 jedenfalls auf dem Niveau von Teil 1. Vision, Tricktechnik, Geschichte – das passt. „Rise of the Planet of the Apes“, so der Originaltitel des ersten Films, war ruhiger, legte den Fokus stark auf die Forschung und auf die Beziehung zwischen Affe Caesar und seinem von Jess Franco gespielten menschlichen Ziehvater und Freund. Die Fortsetzung „Dawn of the Planet of the Apes“ (Originaltitel) fährt deutlich mehr Action auf – fulminante Action. Das mag auf den ersten Blick zu Lasten der Story gehen, aber letztlich fügt sich die Action schlüssig in die gesamte Geschichte ein.

Science-Fiction als Kommentar zum Weltgeschehen

Natürlich kann der Film als Kommentar zu aktuellen Konflikten der Menschheit verstanden werden. Wenn sich Menschen und Affen von Angst, Hass und Misstrauen erfüllt gegenüberstehen, erinnert das sicher nicht zufällig an Ukrainer und Russen, an Israelis und Palästinenser, um nur die zwei derzeit das Weltgeschehen am meisten beherrschenden Konfliktherde zu nennen. Man will nicht zusammenleben, und muss es doch tun, um nicht unterzugehen. Zu intelligenter Science-Fiction in Film und Literatur gehört ohnehin der Bezug zum echten Leben – das ist hier gegeben. Der Aufruf zum friedlichen Miteinander und zur Menschlichkeit ist zwar nicht unbedingt subtil inszeniert, aber er funktioniert – wir fühlen mit.

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Eine Waffe – das sieht Caesar gar nicht gern

Ist „Planet der Affen – Revolution“ perfekt? Sicher nicht. Die Besetzung der menschlichen Hauptrollen ist suboptimal ausgefallen und bietet wenig Identifikationspotenzial. Über Gary Oldman freuen wir uns immer, obwohl seine Rolle vielschichtiger hätte sein können. Dieses bei Oldmans Figur gar nicht mal übermäßige Manko lässt sich letztlich für diverse Figuren beider Arten feststellen: Sie sind recht eindimensional geraten. Und wann endlich verbreitet mal jemand in Hollywood die Erkenntnis, dass pathetische Streichmusik nervt? Speziell einige ruhige Sequenzen mit emotional gemeinten Momenten geraten so etwas unfreiwillig komisch. Hin und wieder ein paar Minuten völlig auf Musik verzichten – ist das zu viel verlangt?

Großes Kino

Zwei Kritikpunkte, die durchaus Gewicht haben, dennoch: „Planet der Affen – Revolution“ ist großes Blockbuster-Kino, dem zwar etwas die Tiefe des Vorgängers fehlt, das aber etwas mehr als zwei Stunden lang blendend unterhält und in einer Gesamtbetrachtung mit Teil 1 aus der Masse der großen Hollywoodfilme herausragt.

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Zu Pferd in die Schlacht – ist der Krieg unausweichlich?

Ein Kommentar zur dritten Dimension: Muss man den Film in 3D schauen? Nein.

Regisseur Matt Reeves hat zuvor unter anderem den Found-Footage-Monsterfilm „Cloverfield“ und das Vampirfilm-Remake „Let Me In“ inszeniert. Er ist auch für den dritten Teil der „Planet der Affen“-Saga als Regisseur gebucht, der 2016 in die Kinos kommen soll. Wir freuen uns drauf!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Keri Russell haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Jason Clarke, Gary Oldman und Kodi Smit-McPhee unter Schauspieler.

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Koba hasst die Menschen

Länge: 127 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: Dawn of the Planet of the Apes
USA 2014
Regie: Matt Reeves
Drehbuch: Mark Bomback, Rick Jaffa, Amanda Silver
Besetzung: Andy Serkis, Jason Clarke, Gary Oldman, Keri Russell, Toby Kebbell, Kodi Smit-McPhee, Kirk Acevedo, Nick Thurston, Karin Konoval, Terry Notary
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2014 by Volker Schönenberger

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2014 Twentieth Century Fox

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2014/08/05 in Film, Kino, Rezensionen

 

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