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The Forest – Verlass nie den Weg: Vor Geistern und Selbstmördern wird gewarnt

The Forest

Von Volker Schönenberger

Horrordrama // Eine Frau läuft um Hilfe schreiend durch den Wald – der Albtraum lässt Sara (Natalie Dormer) hochschrecken. Sie packt ihre Sachen und fliegt nach Tokio, um ihre Zwillingsschwester Jess zu finden, die dort als Lehrerin arbeitet. Das unsichtbare Band zwischen den beiden Eineiigen lässt sie ahnen, das etwas mit Jess nicht in Ordnung ist. Tatsächlich wird ihre Schwester vermisst. Zuletzt wurde sie gesehen, als sie im berüchtigten Aokigahara-Wald den Weg verließ und im Gehölz verschwand. Die Polizei macht Sara wenig Hoffnung: Den Wald würden Menschen aufsuchen, um dort Selbstmord zu begehen. Nach 48 Stunden hätten sie ihr Vorhaben meist ausgeführt.

Sara traut sich in den Aokigahara-Wald

Sara bricht zum Aokigahara-Wald auf, wo ihr wiederholt eingeschärft wird, dort niemals den Weg zu verlassen. Im Hotel trifft sie den Journalisten Aiden (Taylor Kinney), der vorhat, mit einem einheimischen Führer in den Wald zu gehen, und ihr anbietet, sie mitzunehmen. Der Führer Michi (Yukiyoshi Ozawa) warnt Sara davor, den Wald zu betreten. Sie sei traurig, das sei gefährlich. Die junge Frau lässt sich jedoch nicht beirren.

Serbischer Wald als Aokigahara

Das sparsame Setting und das kleine Ensemble ermöglichen trotz geringen Budgets einen wertigen Look, zumal sich Waldaufnahmen gut für stimmungsvolle Atmosphäre eignen – als Aokigahara diente beim Dreh ein Wald in Serbien. Jason Zada inszenierte sein Langfilm-Regiedebüt als ruhigen, bisweilen bedächtigen Grusler, in welchem er schöne Naturaufnahmen einsetzt. Dabei sehen sich Sara und damit das Filmpublikum mit einigen Finten konfrontiert, die die Handlung schlägt. Ein paar Jump-Scares lassen hochschrecken, glücklicherweise setzt Zada sie nicht inflationär ein.

Die 1982 im englischen Reading geborene Natalie Dormer machte erstmals als Anne Boleyn in der Fernsehserie „Die Tudors“ (2007–2010) auf sich aufmerksam, bevor sie mit ihrer Rolle als Margaery Tyrell in „Game of Thrones“ und als Cressida in „Die Tribute von Panem – Mockingjay (1)“ und „Die Tribute von Panem – Mockingjay (2)“ zum Star aufstieg. Zwar muss sie „The Forest – Verlass nie den Weg“ nicht allein stemmen, aber von ihrer Präsenz hängt doch einiges ab. Glücklicherweise gelingt es ihr, Sara Profil zu verleihen.

Die Geister des Selbstmörderwalds

Den Selbstmörderwald Aokigahara am Fuß des Fuji gibt es wirklich. Ihm wird auch nachgesagt, dort würden Yūrei umgehen, missgestimmte Geister von Kleinkindern und Greisen, die dort von ihren Angehörigen während Hungersnöten zum Sterben ausgesetzt worden seien – eine als Ubasute bekannte japanische „Tradition“, besser wohl: Legende. Besonders traurige Menschen seien in Gefahr, weil die Yūrei das ausnutzen würden.

Gelegentlich hängt ein Selbstmörder am Baum

Die Mythen um den Aokigahara dienen seit jeher als Inspiration für Mangas, Romane und Videospiele. Filmisch hat sich beispielsweise Gus Van Sant 2015 mit „The Sea of Trees“ mit Matthew McConaughey und Ken Watanabe des Themas angenommen. „The Forest – Verlass nie den Weg“ ist sogar höher einzuschätzen als Van Sants Drama, auch wenn das Horrordrama unspektakulär daherkommt und es etwas an Pep mangeln lässt.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Dormer sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet.

Veröffentlichung: 26. August 2016 als Blu-ray im Steelbook, 3. Juni 2016 als limitiertes Mediabook (Blu-ray & DVD), Blu-ray und DVD

Länge: 94 Min. (Blu-ray), 90 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Originaltitel: The Forest
USA 2016
Regie: Jason Zada
Drehbuch: Nick Antosca, Sarah Cornwell, Ben Ketai
Besetzung: Natalie Dormer, Taylor Kinney, Yukiyoshi Ozawa, Eoin Macken, Rina Takasaki, Stephanie Vogt, Noriko Sakura, Yûho Yamashita
Zusatzmaterial: B-Roll, Interview mit Natalie Dormer, Featurette „Exploring the Forest“, Motion Poster, Originalteaser, zwei Originaltrailer, Trailershow, nur Mediabook: Booklet
Label: splendid film
Vertrieb: WVG Medien GmbH

Copyright 2018 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshot Steelbook: © 2016 splendid film / WVG Medien GmbH

 
 

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Game of Thrones – Die komplette fünfte Staffel: Tanz der Drachen

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Game of Thrones

Von Andreas Eckenfels

Fantasy-Serie // Vor fast genau einem Jahr schrieb ich in meiner Rezension zur vierten Staffel, dass es George R. R. Martin wahrscheinlich 2015 schafft, den sechsten Band seiner „Das Lied von Eis und Feuer“-Saga endlich zu vollenden. Doch weit und breit ist noch immer nichts von „The Winds of Winter“ zu sehen. Zwischenzeitlich hieß es in der Gerüchteküche, Martin leide an einer Schreibblockade, deshalb würde ihn Autorenkollege Neil Gaiman („Sandman“) bei seiner Arbeit unter die Arme greifen. Doch zumindest das wurde von Gaiman persönlich dementiert. Offiziell heißt es nun, dass das neue Buch Ende 2016, vielleicht auch erst Anfang 2017 veröffentlicht wird. Fans müssen also weiter warten bis sie endlich frischen Lesestoff aus Westeros erhalten.

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Tyrion ist auf der Flucht

Immerhin spricht es für Martin, dass er trotz seines Erfolgs seine Seiten nicht einfach schnell runterschreibt und sich von niemandem hetzen lässt. Nur so ist es möglich, gleichbleibende Qualität abzuliefern. Ebenso handhaben es die Macher der preisgekrönten HBO-Serie, die auch in der fünften „Game of Thrones“-Staffel am Zehn-Episoden-Prinzip festhalten und nicht den Fanwünschen nach mehr Folgen nachgeben. Auch wenn es uns Serienjunkies schmerzt, es ist die richtige Entscheidung, es nicht zu übertreiben.

Jagd auf den Königsmörder

„Game of Thrones“ ist keine Serie, in die man bei einer beliebigen Staffel einfach einsteigen kann. Allein die Vielzahl an Figuren, ihre Beziehungen zueinander und die zahlreichen Schauplätze kann man nur ansatzweise überblicken, wenn man von Anfang an dabei ist. Und selbst dann fällt es nach einem Jahr Pause zwischen den Staffeln schwer, alle Gesichter sofort zuzuordnen. Somit wird der Text größenteils spoilerfrei bleiben, aber die vergangenen vier Staffeln setze ich als bekannt voraus. Den massiven Inhalt werde ich ohnehin nur auszugsweise wiedergeben.

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Margaery ist Cersei ein Dorn im Auge

Ganz Westeros sucht nach dem Königsmörder: Tyrion (Peter Dinklage) ist nach dem Mord an seinem Vater Tywin (Charles Dance) auf der Flucht. Während sein Bruder Jamie (Nikolaj Coster-Waldau) ihn ungesühnt ziehen lässt, hat Schwester Cersei (Lena Headey) ein hohes Kopfgeld auf den Zwerg ausgesetzt. Nach Tywins Tod formieren sich neue und alte Feinde gegen Cersei. Margaery (Natalie Dormer) wickelt den jungen Tommen (Dean-Charles Chapman) problemlos um ihren Finger. Eine religiöse Gruppierung unter Führung des Hohen Spatzen (Jonathan Pryce) setzt Cersei zunehmend unter Druck.

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Ihre Untertanen sind mächtig sauer auf Daenerys

Nach dem Sieg über Manke Rayder (Ciaran Hinds) und dessen Wildling-Armee an der Mauer stilisiert sich Stannis Baratheon (Stephen Dillane) zum neuen König von Westeros. Als Anführer der Nachtwache muss Jon Schnee (Kit Harington) schwere Entscheidungen treffen, von denen seine Männer alles andere als begeistert sind. Arya (Maisie Williams) trifft in Bravoos auf einen alten Freund (Tom Wlaschiha) und geht bei ihm in die Lehre, um eine „Gesichtslose“ zu werden. Sansa (Sophie Turner) gerät in die Fänge des Fieslings Ramsay (Iwan Rheon). In Meeren muss Daenerys (Emilia Clarke) ihren Eroberungsfeldzug unterbrechen. Ihre Untertanen sind mit ihrer Herrscherin nicht glücklich und auch ihre Drachen proben den Aufstand gegen ihre Mutter.

Skandal in Dubrovnik

Über die Vorzüge der HBO-Serie brauche ich keine Superlative mehr verlieren. Auch im fünften Jahr begeistert „Game of Thrones“ wie zurzeit keine andere TV-Serie. Neben Island, Nordirland und Kroatien wurde erstmals auch in Spanien gedreht. In Sevilla wurde das Königreich Dorne zum Leben erweckt. Zu den Höhepunkten der fünften Staffel zählt das erste Aufeinandertreffen der beiden Fanlieblinge Tyrion und Daenerys, welches in den Büchern noch nicht stattgefunden hat. Cerseis „Walk of Shame“, der während der Dreharbeiten in Dubrovnik einen kleinen und teuren Skandal (Spoiler im Link!) verursachte, ist brillant gespielt von Lena Headey. Erstmals fühlt man so etwas wie Mitleid für diese durch und durch durchtriebene Figur.

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Sansa wird von Kleinfinger an einen vermeintlich sicheren Ort gebracht

Natürlich darf auch ein großer Kampf nicht fehlen: In Folge 8 bekommen es Jon und seine Mannen mit der Macht der Weißen Wanderer zu tun. Wenn der Nachtkönig die Toten auferstehen lässt, ist das einer der gruseligsten Momente der Staffel. Das große Finale schockt zudem mit dem vermeintlichen – oder tatsächlichen? – Tod einer Hauptfigur, der die Diskussionen in den Internetforen am Laufen hielt. Meine Vermutung: Die Figur wird als eine modifizierte Version von Lady Stoneheart – Buchleser wissen, von wem ich spreche – zurückkehren.

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Der Nachtkönig gebietet über die Weißen Wanderer

Ob ich mit dieser Vermutung Recht behalte, zeigt sich ab dem 24. April, wenn Staffel 6 auf HBO und einen Tag später auch bei Sky Atlantic HD startet. Die Zeit bis dahin kann man sich mit dem Bonusmaterial der fünften Staffel vertreiben. Besonders interessant ist das Special zur Finalfolge „Anatomie einer Episode: Die Gnade der Mutter“ in dem der Zuschauer mal wieder einen tollen Einblick darüber erhält, welche Arbeit auch das Spezialeffekte-Team von „Game of Thrones“ bewältigen muss, um etwa einen Drachen zum Tanzen zu bringen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Dormer, Carice van Houten und Sophie Turner sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Nikolaj Coster-Waldau, Kit Harington und Jonathan Pryce unter Schauspieler.

Veröffentlichung: 17. März 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 559 Min. (Blu-ray), 537 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK ab 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch u. a.
Untertitel: Englisch für Hörgeschädigte, Deutsch, Dänisch, Französisch u. a.
Originaltitel: Game of Thrones
USA 2015
Regie: D. B. Weiss, Alex Graves, Michelle McLaren u.a.
Drehbuch: David Benioff, D.B. Weiss u.a. nach den Romanen von George R. R. Martin
Besetzung: Peter Dinklage, Lena Headey, Kit Harington, Emilia Clarke, Nikolaj Coster-Waldau, Natalie Dormer, Gwendoline Christie, Maisie Williams, Sophie Turner, Carice van Houten, Jonathan Pryce
Zusatzmaterial: Anatomie einer Episode: Die Gnade der Mutter, Die wahre Geschichte hinter Game of Thrones, Ein Tag im Leben, Neue Charaktere und neue Orte, 12 Audiokommentare, 4 nicht verwendete Szenen. Blu-ray exklusiv: Der Tanz der Drachen, Episodenführer, Legenden und Überlieferungen
Vertrieb: Warner Home Video

Copyright 2016 by Andreas Eckenfels

Fotos, Packshot & Trailer: © 2016 Warner Home Video

 
 

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