RSS

Schlagwort-Archive: Natalie Portman

Auslöschung – Die Farbe aus dem All

Annihilation

Von Volker Schönenberger

SF-Horror-Abenteuer // Eine Frau (Natalie Portman) sitzt in einem abgeschlossenen Raum. Durch große Scheiben wird sie von in weißen Kitteln gekleideten Menschen beobachtet, ein Mann (Benedict Wong) im Schutzanzug steht vor ihr und verhört sie. Offenbar war sie Teil einer Gruppe, der etwas zugestoßen ist. Er fragt sie nach verschiedenen Namen. Was weiß sie?

Unter scharfen Quarantänevorkehrungen wird Lena verhört

Im Anschluss sehen wir einen kleinen Meteoriten in unmittelbarer Nähe eines Leuchtturms einschlagen – ein Ereignis, das offenbar eine ganze Weile vor obigem Prolog stattfindet. Und wir lernen die Frau kennen: Sie heißt Lena und ist Professorin für Zellbiologie. Lena lebt in Trauer, immer noch unfähig, für Freizeitspaß unter die Leute zu gehen. Doch dann steht aus heiterem Himmel ihr Mann Kane (Oscar Isaac, „Ex Machina“) im Heim der beiden, der Soldat galt seit einem geheimen Einsatz vor einem Jahr als verschollen (bis zu seinem Auftauchen dachte ich für ein paar Momente, er sei tot und Lena Witwe).

Der Schimmer breitet sich aus

Weil Kane plötzlich Blut zu spucken beginnt, ruft Lena den Notarzt. Im Krankenwagen werden die beiden allerdings von Soldaten überrascht, die sie in eine streng geheime Einrichtung bringen. Dort erfährt Lena von der Psychologin Dr. Ventress (Jennifer Jason Leigh, „Hitcher – Der Highway Killer“) Beängstigendes: Ein Meteoriteneinschlag im Nationalpark Blackwater hat ein Phänomen verursacht, das „Schimmer“ genannt wird. Dorthin ausgesandte Expeditionen kehrten nicht zurück – mit Ausnahme von Kane. Der Schimmer breitet sich langsam, aber stetig aus. Noch befindet er sich auf spärlich besiedeltem Gebiet, das problemlos evakuiert wurde. Doch nicht mehr lange, und er wird Städte erreichen …

Ihr verschollener Ehemann Kane ist wie aus dem Nichts zurückgekehrt

Unter der Führung von Dr. Ventress bricht ein fünfköpfiges Team in die Region auf. Der Sanitäterin Anya Thorensen (Gina Rodriguez, „Deepwater Horizon“), der Physikerin Josie Radek (Tessa Thompson, „Avengers – Endgame“) und der Geomorphologin Cass Sheppard (Tuva Novotny, „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“) schließt sich auch Lena an. Das rein weibliche Quintett dringt in eine Gegend ein, in welcher der Schimmer sonderbare Mutationen bei Flora und Fauna ausgelöst zu haben scheint.

Zweite Regiearbeit nach „Ex Machina“

In seinem Regiedebüt „Ex Machina“ (2015) beschäftigte sich der britische Roman- und Drehbuchautor Alex Garland („The Beach“, „28 Days Later“) mit der Frage, ob künstliche Intelligenz ein Bewusstsein entwickeln kann. Mit dem Nachfolger „Auslöschung“ bleibt er der Science-Fiction zwar treu, wechselt darin aber das Themengebiet und fügt eine gehörige Dosis an Horrorelementen hinzu. Garland schickt Protagonistinnen und Publikum auf eine so reizvolle wie mysteriöse Reise in eine visuell betörende Welt, die uns einige Konzentration abverlangt und am Ende vielleicht nicht alle Fragen beantwortet.

Das Quintett der Frauen bricht ins Ungewisse auf

Mit Survival-Abenteuer scheint sich die Handlung oberflächlich schnell kategorisieren zu lassen, aber „Auslöschung“ bietet doch viel mehr als das. Zwar kommt es zügig zu einer Actionszene in Form einer ersten Attacke auf den kleinen Forscherinnentrupp, doch insgesamt inszeniert Garland das Vordringen der Expedition als ruhigen Trip ins Ungewisse. Die Frauen haben ihre Aufgaben und Qualifikationen, lassen sich auch nicht von einem zügig einsetzenden Gedächtnisverlust ins Bockshorn jagen. Unvermeidlich auftretende Konflikte wirken keinesfalls aufgesetzt, sondern schlüssig, und bei aller Fantastik wahrt „Auslöschung“ auch die innere Logik der wissenschaftlichen Prämissen, soweit ich das beurteilen kann.

Surreale Bilderpracht

Die Veränderungen, die der Schimmer verursacht, bekommen wir in überraschender Farbigkeit zu sehen, geht der Trend in der Science-Fiction allgemein doch eher in die Richtung düsterer Endzeitstimmung mit herabgesetzter Farbsättigung. Hier wird es bisweilen geradezu bunt und surreal, als habe man Halluzinogene eingeworfen. Zwischendurch erfahren wir in Rückblenden mehr über die Beziehung zwischen Lena und Kane. Wirklich bedeutsam fürs Gesamtgerüst schien mir das nicht zu sein, bringt aber immerhin Vertrautheit mit den Figuren. Das kleine Ensemble trägt die Story gemeinsam, die schauspielerischen Leistungen sind über Zweifel erhaben.

Ein Krokodil weist bizarre Mutationen auf

Der Regisseur schrieb auch das Drehbuch, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Jeff VanderMeer, der Teil 1 der „Southern Reach Trilogy“ des US-Schriftsteller bildet. Garland nahm sich offenbar Freiheiten – ich habe den Roman nie gelesen. Der Filmemacher arbeitete bereits an dem Projekt, bevor die beiden Folgebände erschienen. Nachdem VanderMeer sie veröffentlicht hatte, verzichtete Garland bewusst auf die Lektüre, um zu vermeiden, sein Skript anpassen zu müssen. Daher kann es sein, dass die Kino-Adaption von Band 2 („Autorität“) gewisse Schwierigkeiten mit sich bringen wird, sofern sie beizeiten jemand in Angriff nimmt, der an „Auslöschung“ andocken will. So oder so scheinen mir Buch und Film zumindest in Grundzügen von H. P. Lovecrafts 1927 geschriebener und veröffentlichter Kurzgeschichte „Die Farbe aus dem All“ („The Colour Out of Space“) inspiriert zu sein.

Netflix statt Kino

Nach dem Kinostart in den USA und Kanada im Februar 2018 blieb Garlands Regiearbeit in den meisten übrigen Ländern die Auswertung in Lichtspielhäusern verwehrt, stattdessen konnte „Auslöschung“ seit März 2018 über den Streaminganbieter Netflix geschaut werden – immerhin ein Jahr vor der Veröffentlichung auf Blu-ray und DVD. Das kann bedauern, wer bildgewaltige Science-Fiction gern auf der großen Leinwand schaut, um im dunklen Kinosaal ganz in die Handlung einzutauchen, entscheidend ist aber, dass diese Perle überhaupt das Licht der Welt erblickt hat. Für mich hält „Auslöschung“ das hohe Niveau von „Ex Machina“. Mit Alex Garland scheint sich ein neuer visionärer Filmemacher eine Nische zu bilden, die er hoffentlich bald mit weiteren Regiearbeiten füllt.

Die Situation gerät bedrohlich …

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Jennifer Jason Leigh und Natalie Portman haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Oscar Isaac unter Schauspieler.

… und immer bizarrer

Veröffentlichung: 14. März 2019 als Blu-ray und DVD

Länge: 115 Min. (Blu-ray), 110 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Annihilation
GB/USA 2018
Regie: Alex Garland
Drehbuch: Alex Garland, nach einem Roman von Jeff VanderMeer
Besetzung: Natalie Portman, Jennifer Jason Leigh, Oscar Isaac, Tessa Thompson, Benedict Wong, Sonoya Mizuno, David Gyasi, John Schwab, Gina Rodriguez, Tuva Novotny, Sammy Hayman, Josh Danford
Zusatzmaterial: Featurettes („Entstehungsgeschichte und Casting“, „Aufnahmen am Drehort“, „Visuelle und Spezialeffekte“, „Zum Leuchtturm“)
Label: Paramount Home Entertainment
Vertrieb: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & deutscher Packshot: © 2019 Paramount Home Entertainment

 

Schlagwörter: , , , , , , , ,

Jane Got a Gun – Natalie Portman wehrhaft im Westen

Jane_Got_a_Gun-Packshot

Jane Got a Gun

Von Volker Schönenberger

Western // Irgendwo im Territorium New Mexico, wir schreiben das Jahr 1871: Jane Hammond (Natalie Portman) ist mit ihrer Tochter und dem Ehemann Bill (Noah Emmerich) sesshaft geworden. Doch als Bill von Kugeln durchlöchert das Heim erreicht, wird klar, dass die Vergangenheit sie eingeholt hat. Die Bande von John Bishop (Ewan McGregor) hat sie aufgespürt – sieben Jahre, nachdem die drei deren Fängen entkommen waren. Jane bittet ihren ehemaligen Verlobten Dan Frost (Joel Edgerton) um Hilfe gegen Bishop und seine Männer.

_DSF0065.RAF

Jane muss ihren schwerverletzten Ehemann versorgen

Laut IMDb basiert „Jane Got a Gun“ lose auf dem 1972er-Western „In einem Sattel mit dem Tod“ („Hannie Caulder“) mit Raquel Welch, Robert Culp, Ernest Borgnine und Christopher Lee. Vergleiche kann ich mangels Sichtung des älteren Films nicht ziehen. „Jane Got a Gun“ hat eine lange Entstehungsgeschichte hinter sich. Anfangs war Lynne Ramsay („We Need to Talk About Kevin“) als Regisseurin vorgesehen, sie wurde aber kurz vor den Dreharbeiten durch Gavin O’Connor („Warrior“) ersetzt. Unter den Namen, die im Lauf der Zeit auf der Besetzungsliste auftauchten und verschwanden: Michael Fassbender, Jude Law, Bradley Cooper, Tobey Maguire, Joseph Gordon-Levitt, Tom Hiddleston und Jake Gyllenhaal. Mal waren dem Vernehmen nach Querelen zwischen Beteiligten Ursache, mal Terminschwierigkeiten aufgrund des aufgeschobenen Drehstarts. Gedreht wurde schließlich 2013, in die Kinos kam der Film sogar erst knapp drei Jahre später.

DSCF5174.RAF

John Bishop (r.) ist hinter den Hammonds her

Die Internet Movie Database listet in den Credits sage und schreibe 31 Namen als Producer, Associate Producer oder Executive Producer auf, darunter Natalie Portman als Produzentin. Verderben viele Köche den Brei? Auch wenn kein großer Wurf herausgekommen ist, hat das Hin und Her „Jane Got a Gun“ überraschend wenig geschadet. Zerfahren wirkt die Inszenierung jedenfalls zu keiner Zeit, im Gegenteil: Wir haben es mit einem grundsoliden Westerndrama und einer im positiven Sinne einfachen Story zu tun. Ein paar Rückblenden geben Aufschluss über die Vorgeschichte, ohne den Roten Faden zu stören. Natalie Portman überzeugt als starke Frau, ohne klischeehaft die toughe Revolverschwingerin zu geben. Im Moment der Schwäche und Angreifbarkeit holt sie sich eben Hilfe. Das kann man als emanzipatorischen Ansatz sehen, gehört für mich aber nicht zur Essenz des Films.

DSCF5114.RAF

Gegen die Bishop-Bande …

So viel zur Habenseite. Was fehlt, ist eine eigene Handschrift, eine Dramaturgie, die „Jane Got a Gun“ zum originellen und originären Genrebeitrag macht. Mit „Slow West“, „The Salvation – Spur der Vergeltung“ und dem sperrigen „The Homesman“ gab’s zuletzt Western, die sich mehr getraut haben. Deren Niveau erreicht „Jane Got a Gun“ nicht. Die Visualisierung in gedämpften Brauntönen unterstreicht die Kargheit des Daseins in New Mexico, das hat Tommy Lee Jones mit „The Homesman“ aber konsequenter umgesetzt.

DSCF0609.RAF

… holt sich Jane …

Portmans Schauspielkollegen verblassen da teilweise. Ewan McGregor, den ich an sich mag, setzt als Schurke keine Impulse – er tut eben Böses, das macht ihn böse. Noah Emmerich ist letztlich Staffage, da er ausschließlich als Schwerverletzter zu sehen ist. Bleibt als starke Figur Joel Edgerton, der mit Regisseur Gavin O’Connor bereits „Warrior“ gedreht hat. Sein Dan Frost, Revolverheld und Ex-Love-Interest von Jane, ist der Titelfigur ebenbürtig inszeniert und gespielt.

_TFJ0082.NEF

… Hilfe von Dan Frost …

Als Westernfan freue ich mich immer, wenn ich der Western-Rubrik von „Die Nacht der lebenden Texte“ auch neue Filme hinzufügen kann und nicht nur alten Stoff. Glücklicherweise erweist sich das oft totgesagte Genre als nicht so einfach totzukriegen. „Jane Got a Gun“ setzt keine neuen Impulse, ist aber auch kein Sargnagel, sondern ein anständiger Beitrag.

DSCF3261.RAF

… der mit Widersachern nicht zimperlich umgeht

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Portman sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Ewan McGregor in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 13. Mai 2016 als Blu-ray und DVD

Länge: 98 Min. (Blu-ray), 94 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Jane Got a Gun
USA 2016
Regie: Gavin O’Connor
Drehbuch: Brian Duffield, Anthony Tambakis, Joel Edgerton
Besetzung: Natalie Portman, Ewan McGregor, Joel Edgerton, Noah Emmerich, Boyd Holbrook, Rodrigo Santoro, Sam Quinn, James Burnett, Jenny Gabrielle, Alex Manette
Zusatzmaterial: Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Universum Film / SquareOne Entertainment

Copyright 2016 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2016 Film / SquareOne Entertainment

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith: Das Ende der Jedi-Ritter

Star_Wars-Episode-III-Cover-SB

Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith

Von Andreas Eckenfels

SF-Abenteuer // Am 19. Mai 2005 war es soweit: Der finale „Star Wars“-Teil der zweiten Trilogie startete in den weltweiten Kinos. Nach dem viel gescholtenen „Kinderkram“ aus „Episode I – Die dunkle Bedrohung“ und der „Schmonzette“ aus „Episode II – Angriff der Klonkrieger“ sollte nun der wohl bekannteste Spoiler der Filmgeschichte vollendet werden: die Verwandlung von Anakin Skywalker (Hayden Christensen) zu einer der ikonischsten Filmfiguren der Kinogeschichte: Darth Vader. Und die grantelnden Fans sollten diesmal nicht enttäuscht werden.

Star_Wars-Episode-III-13

Im Orbit von Coruscant wütet eine gigantische Raumschlacht

„Krieg!“ heißt es kurz und nüchtern gleich zu Beginn von „Episode III“ im ersten Satz des berühmten Roll-over-Vorspanns. Und wenn wir uns der letzen Worte Yodas aus „Episode II“ erinnern, wissen wir auch, dass eben jene von ihm vorhergesagten Klonkriege in vollem Gange sind. Knapp drei Jahre dauern die Kämpfe zwischen der galaktischen Republik und der Konföderation unabhängiger Systeme schon an. Zu allem Überfluss befindet sich Kanzler Palpatine (Ian McDiarmid) in den Klauen von Count Dooku (Christopher Lee) und General Grievous, einem bösartigen Cyborg. Und während der Text langsam im schwarzen Sternenhimmel verschwindet, reißt uns George Lucas mitten rein in die rasante, knapp zwanzig Minuten andauernde Anfangssequenz.

Die dunkle Seite wird stärker

Im Orbit von Coruscant wütet eine gigantische Raumschlacht. Große und kleine Schiffe liefern sich ein höllisches Gefecht. Mittendrin Obi-Wan Kenobi (Ewan MacGregor) und Anakin, der sich inzwischen zum Jedi-Ritter gemausert hat. Die beiden sollen den entführten Kanzler befreien. Ihnen hilfreich zur Seite steht R2-D2 – der rollende Droide mit Persönlichkeit hat hier einige witzige Szenen. Es werden die einzigen Lacher in „Episode III“ bleiben, denn sobald Anakin dem diesmal unterlegenen Count Dooku nicht nur – wie „Star Wars“-üblich – die Hände absäbelt, sondern auch noch dessen Kopf vom Rumpf trennt, nimmt Anakins düsteres Schicksal seinen Lauf. Stärker denn je rückt er der dunklen Seite der Macht entgegen. Kanzler Palpatine, den dreckigen Verräter, freut’s gewaltig.

Star_Wars-Episode-III-05

General Grievous schlägt mit gleich vier Lichtschwertern zu

Auch „Die Rache der Sith“ kann aufgrund der genutzten Blue-Screen-Technik seine etwas sterile Videospiel-Optik nicht abschütteln. Da wurde gleich zu Beginn beim Kampf zwischen Anakin und Obi-Wan Kenobi mit Count Dooku der Kopf des zum Drehzeitpunkt 82-jährigen Christopher Lee häufig digital eingebaut, damit Dooku leicht und filigran sein Lichtschwert schwingen kann. Später verfolgt Obi-Wan ebenfalls digital den stets hustenden General Grievous auf dem Echsenwesen Boga. Auch nicht das Gelbe vom Ei.

Star_Wars-Episode-III-06

Die dunkle Seite hat Anakin fest im Griff

All diese Szenen wirken jedoch schon etwas flüssiger als noch 2002 in „Episode II“, wenn Anakin seine Reitkünste auf der grünen Weide seiner Padmé (Natalie Portman) darbietet. Da hatte sich die Technik zwischen den Teilen wohl schon ordentlich weiterentwickelt. Und die großen am Computer entstandenen Bauten, Wesen und Landschaften sehen trotz allem wieder einmal wunderbar fantasievoll aus. Allerdings wirken all die Tricks – und die noch immer miesen Dialoge – auch diesmal nicht ganz so störend, da die Geschichte ohne große Längen einfach bis zum Ende mitreißend erzählt ist.

Ein echtes Heldenduo

Was außerdem gleich auffällt: Anakin und Obi-Wan sind im Gegensatz zu „Episode II“ zu einem eingespielten Heldenduo zusammengewachsen. Nichts scheint mehr übrig von dem vorlauten Bengel, der sich den Befehlen seines Meisters widersetzt und stets Widerworte gibt. Anakin weiß sich unterzuordnen und nimmt auch Ratschläge an. Im anfänglichen Raumkampf retten sich die beiden gegenseitig die Hintern, wenn sich etwa die neuen, ganz coolen „Buzz-Droiden“ über den Raumgleiter von Obi-Wan hermachen wollen.

Star_Wars-Episode-III-02

Kämpfen Yoda auch muss

Doch ihre gemeinsame Zeit ist erst mal nicht von langer Dauer: Ebenfalls wie bei „Star Wars“ üblich, gehen die Helden nach der Befreiung des Kanzlers getrennte Wege – nur um im großen Finale zum ultimativen Endduell wieder aufeinanderzutreffen. Diesmal als Feinde auf dem Vulkanplaneten Mustafar.

Angst um Padmé

Wie Kanzler Palpatine die Gedanken des jungen Jedi-Ritters beeinflusst – ja, so stellt man sich diese verführerische dunkle Kraft vor. Schleichend macht der Kanzler und Sith-Lord Anakins Geist wirr: Seine Freunde – Obi-Wan, Yoda und Mace Windu (Samuel L. Jackson) – würden nichts Gutes von ihm wollen; sie würden ihn nur an seinem Fortschritt hindern. Er müsse alle Seiten der Macht studieren – auch die dunkle. Wie eine Schlange setzt Palpatine dem verwirrten Anakin die Flausen in den Kopf.

Star_Wars-Episode-III-15

Doch der Sith-Lord ist ein harter Gegner

Besonders Anakins Angst um die schwangere Padmé (Natalie Portman) macht den Auserwählten leicht für Palpatines Worte empfänglich. Padmé soll es nicht so ergehen, wie seiner Mutter, die er nicht vor dem Tod retten konnte. Schon damals gab Anakin zu, auf Tatooine nicht nur die Peiniger seiner Mutter vor Rache und Wut getötet zu haben, sondern auch Frauen und Kinder. In „Episode III – Die Rache der Sith“ wird er auch vor jungen Padawanen nicht Halt machen. Damit besiegelt er das Ende der Jedi-Ritter. Die wenigen Überlebenden werden sich für viele Jahre ins Exil flüchten. Damit enden die Klonkriege. Das Imperium übernimmt die Herrschaft. Die Galaxis wird sich für lange Zeit verdunkeln.

Der beste Teil der neuen Trilogie

George Lucas hat es doch noch geschafft und seine viel gescholtene zweite Trilogie zu einem mehr als gelungenen Abschluss gebracht. Wenn am Ende das Atmen von Darth Vader erstmals seit langer Zeit zu hören ist, bekommen nicht nur eingefleischte Fans Gänsehaut. Lucas ist es gelungen, die meisten offenen Fragen der „Star Wars“-Gemeinde zu beantworten. Wie konnte es mit Anakin so weit kommen? Wie hat der Sith-Lord sein vernarbtes Gesicht erhalten? Wie kam Luke Skywalker nach Tatooine? Und warum kann sich C3PO in „Episode IV“ nicht an die vergangenen Ereignisse erinnern?

Star_Wars-Episode-III-03

Auf dem Vulkanplaneten Mustafar kommt es zum Duell zwischen Anakin und Obi-Wan

Außerdem setzt Lucas nicht zu stark auf den Nostalgiewert der Saga. Nur wenn man genau hinschaut, kann man nach der Schlacht von Coruscant bei der Ankunft der Jedi-Ritter im Regierungsviertel den „Millennium Falcon“ entdecken. Und auch Chewbaccas Heimatplanet Kashyyyk wird zum Schauplatz einer der letzten Kampfhandlungen der Klonkriege, bei dem der berühmte Wookie an der Seite der Jedis kämpft. Das Wiedersehen mit Chewbacca könnte der Grund sein, dass Obi-Wan in „Episode IV“ der Zwei-Mann-Crew des „Millennium Falcon“ sein Vertrauen schenken wird.

George Lucas‘ letzter Film?

Kaum zu glauben, aber George Lucas hat seit „Die Rache der Sith“ bei keinem Film mehr Regie geführt. Das ist nun zehn Jahre her. Der öffentlichkeitsscheue Filmemacher hat sich zurückgezogen. Hat ihm die Fankritik an seinen drei neuen „Star Wars“-Teilen so zugesetzt, dass er keine Lust mehr aufs Filmemachen hat? Natürlich hat Lucas durch die „Star Wars“-Saga ausgesorgt – gerade auch durch den Verkauf an Disney. Er braucht nicht mehr zu arbeiten. Seine Milliarden will er größtenteils spenden, angeblich plant er den Bau eines Kunstmuseums in San Francisco. Dennoch würde sich doch jeder „Star Wars“-Fan wünschen, noch einmal einen neuen Film von ihm zu sehen. Vielleicht kann er ja doch noch einmal die Magie so entfachen, wie in seiner Original-Trilogie. Möge die Macht mit ihm sein!

Star_Wars-Episode-III-12

Anakins Wandlung zu Darth Vader ist vollendet

Den „Krieg der Sterne“ haben wir in unserer Rubrik Filmreihen aufgelistet. Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Natalie Portman sind unter Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Samuel L. Jackson, Christopher Lee und Ewan McGregor in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichungen Blu-ray: 9. November 2015 im Steelbook, 12. Oktober 2015 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Der Anfang Episode I-III“, 12. Oktober 2015 und 12. September 2011 als Teil der „Star Wars: The Complete Saga“
Veröffentlichungen DVD: 11. Oktober 2013 als Teil der „Star Wars: Trilogie – Der Anfang Episode I-III“, 14. September 2006 als Doppel-DVD, 23. Mai 2005 als DVD, 17. September 2004 als Doppel-DVD

Länge: 140 Min. (Blu-ray), 134 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith
USA 2005
Regie: George Lucas
Drehbuch: George Lucas
Besetzung: Hayden Christensen, Natalie Portman, Ewan McGregor, Christopher Lee, Ian McDiarmid, Jimmy Smits, Samuel L. Jackson
Zusatzmaterial: Audiokommentar von George Lucas, Rick McCallum, Rob Coleman und weiteren Mitgliedern der Filmcrew, Audiokommentar aus Interviews mit Darstellern und Filmcrew
Vertrieb: Twentieth Century Fox Home Entertainment

Copyright 2015 by Andreas Eckenfels

Star_Wars-The_Complete_Saga-Packshot-Neu Star_Wars-Episode-I-II-III-Packshot-BR

Packshots: © Twentieth Century Fox Home Entertainment
Fotos: © Lucasfilm Ltd. & TM. All rights reserved. Used with permission.

 
 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: