RSS

Schlagwort-Archive: No One Lives

Das Filmjahr 2013 – meine Top 15 (I)

Es hat Vorteile, seinen Filmkonsum schriftlich festzuhalten – vor allem, wenn man im Vergleich zu durchschnittlichen Filmguckern weit mehr Streifen sichtet. Die Zahl werde ich hier allerdings nicht veröffentlichen, sonst hält man mich am Ende für einen Nerd. Wie auch immer – nach Durchsicht der Liste „Filmkonsum 2013“ haben sich 15 Favoriten herauskristallisiert, die ich in einem Countdown über drei Tage hier präsentiere. Zwei davon stammen aus der Zeit vor Bestehen des Blogs, weshalb ich bei den beiden nicht auf eine Rezension bei „Die Nacht der lebenden Texte“ verweisen kann.

Jeder Titel ist gleichzeitig Verlinkung zur Rezension zwecks weiterführender Lektüre in diesem Blog, bei den beiden Filmen ohne Rezension zur IMDb.

War es ein gutes oder ein schlechtes Filmjahr? Darüber gibt es an dieser Stelle von mir keine Einschätzung. Ich finde für mich immer eine Reihe sehenswerter Filme. Wer mich kennt, weiß, dass ich Fan von Genrefilmen sowie B- und C-Movies bin. Da mag es überraschen, dass es zwei Arthaus-Produktionen in meine Top Fünf geschafft haben.

Generell lässt sich sagen, dass das große Hollywood mit seinem Hang zum Auswalzen von Franchises immer langweiliger wird. Eine Superhelden-Fortsetzung jagt das nächste Sequel von Reihe xy. Das ist alles technisch ausgereift produziert und unterhaltsam, löst aber keine Begeisterungsstürme aus. Was hat mich in den vergangenen Jahren an Großproduktionen mit offenem Mund in den Sitz gepresst (wie es sein sollte)? „Inception“ (2010) und „Planet der Affen – Prevolution“ (2011) fallen mir ein, bei letztgenanntem freue ich mich sogar auf die Fortsetzung. Einige Regisseure geben immerhin Anlass zur Hoffnung, etwa Christopher Nolan, Neill Blomkamp und Guillermo del Toro, obwohl Nolans „The Dark Knight Rises“ und del Toros „Pacific Rim“ die Vorschusslorbeeren meiner Ansicht nach nicht einlösen konnten.

Erläuternd sei angefügt, dass die ersten fünf Plätze einigermaßen problemlos zu finden und zu platzieren waren. Ab Rang 6 fiel es mir dann schwerer, die Reihenfolge zu fixieren. In einer Woche mag sie schon wieder anders aussehen, aber belassen wir’s dabei. Genug der einleitenden Worte, los geht’s:

15. Frances Ha

Es hilft ja nichts – auch wenn ich damit meinen Ruf als Liebhaber gewalthaltiger Rabaukenfilme und derbster Metzeleien zerstöre: „Frances Ha“ ist einfach schön, ein lebensnahes Kleinod des Independent-Kinos.

14. Feuchtgebiete

feuchtgebiete_juri_873094

Feuchtgebiete, © 2013 Peter Hartwig / Majestic

Aber sicher! Selten ist ein Film von so vielen Personen in Grund und Boden verdammt worden, ohne dass sie ihn gesehen haben – sinngemäß mehrfach selbst gelesen: Den Dreck schaue man sich nicht an. Klar, dass das mehr über die Verdammenden aussagt als über den Verdammten. Wer sich auf die Verfilmung des Charlotte-Roche-Romans eingelassen hat, musste einige eklige Szenen ertragen, kam dann aber in den Genuss einer leichtfüßigen, durchdachten und visuell ansprechenden Komödie, die inhaltlich durchaus in die Tiefe ging – was man von vielen deutschen Komödien nicht behaupten kann.

13. Zero Dark Thirty

Die filmisch herausragende Aufarbeitung der Jagd auf Osama Bin Laden wirft Fragen nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel – Stichwort Folter – auf, ohne eindeutig Stellung zu beziehen. Das tut der Debatte aber eher gut. Der Showdown der Stürmung von Bin Ladens Versteck beweist, dass man auch ohne Score-Untermalung Hochspannung erzeugen kann. Merk’s dir, Bruckheimer!

12. Wolverine – Weg des Kriegers

DF-09527rv3_A4

Wolverine – Weg des Kriegers, © 2013 Twentieth Century Fox

Ab und zu überzeugt mich auch eine der von mir kritisierten Reihen. Die Saga um die X-Men gehört dazu. War „X-Men Origins – Wolverine“ 2009 eher ein Schnellschuss von durchschnittlicher Qualität, so hat mich das in Japan angesiedelte 2013er-Abenteuer des Mannes mit den Adamantium-Klingen und dem guten Heilfleisch als rasantes Popcorn-Spektakel mit Tiefgang begeistert. Meine Gastautorin Anja Rohde hat das ebenso gesehen.

11. No One Lives

Der beinharte und doppelbödige Schocker lief im März bei den Fantasy Filmfest Nights – zu früh, um ihn für „Die Nacht der lebenden Texte“ zu rezensieren. Eine Bande ruchloser Ganoven entführt ein Pärchen und findet zu spät heraus, was für einen gnadenlosen Killer sie sich da ins Haus geholt hat – das ist Gewaltkino ohne Kompromisse. Der Film bot zudem mit Luke Evans („Fast & Furious 6“) einen charismatischen neuen Star, den auch schon Peter Jackson entdeckt hat: Er holte ihn für „Der Hobbit – Smaugs Einöde“ und „Der Hobbit – Hin und zurück“ ins Boot. Im kommenden Jahr wird Evans in „Dracula Untold“ den walachischen Pfähler Vlad Tepes spielen. Merkt euch den Namen, merkt euch das Gesicht!

Der japanische Regisseur Ryûhei Kitamura hatte in seiner Heimat bereits mit „Versus“ (2000) und „Azumi“ (2003) auf sich aufmerksam gemacht und 2008 mit „The Midnight Meat Train“ mit dem unverwüstlichen Vinnie „Die Axt“ Jones für Furore gesorgt, der Verfilmung einer Clive-Barker-Kurzgeschichte.

Mittlerweile ist „No One Lives“ auf Blu-ray und DVD erschienen, in Deutschland aber nur um einiges beschnitten. Finger weg! In Österreich gibt’s die ideenreiche Metzelei in ungeschnittener Pracht, der einschlägige Onlinehandel liefert auch nach Deutschland.

Rang 15 bis 11
Rang 10 bis 6
Rang 5 bis 1

Copyright 2013 by V. Beautifulmountain

 
3 Kommentare

Verfasst von - 2013/12/29 in Film, In eigener Sache

 

Schlagwörter: , , , , , ,

 
%d Bloggern gefällt das: