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The King’s Choice – Angriff auf Norwegen: Haakons Nein

Kongens nei

Von Volker Schönenberger

Kriegsdrama // In der Nacht zum 9. April 1940 startete die deutsche Wehrmacht das Unternehmen Weserübung – den Angriff auf Dänemark und Norwegen. Als Vorwand diente die angeblich bevorstehende Besetzung der beiden Länder durch die Westmächte, speziell das Vereinigte Königreich. In diplomatischen Noten wurden die beiden skandinavischen Länder aufgefordert, keinen Widerstand zu leisten, dann bliebe ihre Souveränität unangetastet. Während Dänemark nach kurzen Kampfhandlungen kapitulierte, leistete Norwegen heftigen Widerstand, der erst gebrochen wurde, als die Alliierten ihre Expeditionsstreitkräfte aus Narvik abzogen, weil sie bei der Schlacht um Frankreich dringend benötigt wurden. Die Deutschen konnten so trotz schwerster Verluste in der Schlacht um Narvik die norwegische Kleinstadt mit ihrem wichtigen Hafen erneut besetzen. Soweit in aller Oberflächlichkeit der historische Abriss.

König Haakon steht vor einer schweren Entscheidung

Die Besetzung Dänemarks ist 2015 in dem dänischen Kriegsdrama 9. April – Angriff auf Dänemark filmisch aufgearbeitet worden. Nur ein Jahr später entstand der norwegische Beitrag „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“, Originaltitel: „Kongens nei“, zu Deutsch: „Des Königs Nein“. Der König, das ist Haakon VII. (Jesper Christensen), der 1905 als Prinz Carl von Dänemark aufgrund einer Volksabstimmung zum norwegischen Monarchen ernannt worden war. Das Kriegsdrama legt den Fokus dann auch stark auf Haakon und sein schweres inneres Ringen: Soll er die Forderungen des Deutschen Reichs erfüllen? Damit würde er zweifellos Blutvergießen verhindern, zumindest spürbar verringern. Oder soll er dem Aggressor die Stirn bieten und Norwegen als souveränen Staat positionieren, der sich nicht widerstandslos annektieren lässt? Der Konflikt des Königs wird jederzeit nachvollziehbar.

Der deutsche Gesandte Bräuer (r.) erhält Anweisungen

Haakons Antagonist auf deutscher Seite wird ähnlich differenziert porträtiert: Den deutschen Gesandten Curt Bräuer verkörpert Karl Markovics ebenfalls glaubwürdig. Den Schauspieler kennen hierzulande noch einige aus der österreichischen Krimiserie „Stockinger“ (1996–1997). Bräuer gibt sich zwar dienstbeflissen als treuer Reichsbürger samt Hitlergruß, ringt aber dennoch darum, Blutvergießen zu vermeiden. Das mag in Wirklichkeit ebenso gewesen sein, kann hier aber nicht vertieft werden.

Auch junge Rekruten ziehen in den Krieg

Kriegs-Action und Gewalt gibt es nur punktuell zu sehen, immerhin ansprechend inszeniert. „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ ist eben kein wuchtiger Kriegsfilm, sondern setzt mit minutiöser Inszenierung auf Dialoge und Figuren. Das diplomatische Moment ist dem norwegischen Regisseur Erik Poppe („Tausendmal gute Nacht“) wichtiger als soldatische Auseinandersetzungen. Die FSK hat das Kriegsdrama ab 12 Jahre freigegeben – das blaue FSK-16-Logo resultiert vermutlich aus Trailern mit 16er-Altersfreigabe. Nach und nach schließen sich die weißen Flecken auf der Landkarte, was die cineastische Umsetzung des Zweiten Weltkriegs angeht. Nun hat auch Norwegen sein Epos. Wer „The King’s Choice – Angriff auf Norwegen“ als historischen Abriss der Ereignisse sichtet, bekommt mehr als zwei Stunden packende Kriegsdramatik geboten.

Der Wald bietet keinen Schutz vor den deutschen Bombern

Veröffentlichung: 14. April 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Sprachfassungen: Deutsch, Norwegisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Kongens nei
NOR 2016
Regie: Erik Poppe
Drehbuch: Harald Rosenløw-Eeg, Jan Trygve Røyneland
Besetzung: Jesper Christensen, Anders Baasmo Christiansen, Karl Markovics, Tuva Novotny, Katharina Schüttler, Juliane Köhler, Andreas Lust
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Pandastorm Pictures

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Pandastorm Pictures

 
 

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Gewinnspiel: 3 x House – Willkommen in der Hölle auf Blu-ray

Verlosung

Zwei Wehrmachtssoldaten und ihr Gefangener müssen sich im norwegischen Schnee des Kriegsjahrs 1942 mit unheimlichen Vorkommnissen in einem verlassenen Haus herumplagen. Vom Low-Budget-Horrorfilm „House – Willkommen in der Hölle“ von 2016 hat uns donau film drei Blu-rays zum Verlosen gestiftet. Dafür vielen Dank im Namen der kommenden Gewinnerinnen und Gewinner.

Wer will norwegischen Horror gewinnen?

Zwecks Teilnahme am Gewinnspiel begebt Ihr euch zu meiner Rezension des Films und beantwortet dort bis Mittwoch, 19. April 2017, 22.30 Uhr, im Kommentarfeld die Frage am Ende des Textes.

Könnt Ihr sie mangels Einblick ins nordische Genrekino nicht beantworten, so schreibt das einfach hin. Alle veröffentlichten Antworten landen im Lostopf. Nicht verzweifeln, wenn Ihr euren Kommentar nicht sogleich erblickt – aus Sicherheitsgründen schalten wir ihn erst frei. Das ist aber Formsache.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

Teilnahmeberechtigt sind alle, die eine Versandanschrift innerhalb Deutschlands haben oder bereit sind, die Differenz zum Inlandsporto zu übernehmen. Für Transportverlust übernehme ich keine Haftung (verschicke aber sicher verpackt und korrekt frankiert, bislang sind noch alle Sendungen bei den Empfängern eingetroffen). Aufgrund von Erfahrungen mit vorherigen Gewinnspielen gilt: Gewinnerinnen oder Gewinner, die sich fünf Tage nach meiner zweiten Benachrichtigung nicht gemeldet haben, verlieren den Anspruch auf die Blu-ray. In dem Fall lose ich unter den leer ausgegangenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen neuen Namen aus.

Autoren von „Die Nacht der lebenden Texte“ sowie deren und meine Familienmitglieder dürfen leider nicht mitmachen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werde ich im Lauf der Woche nach Ende der Frist bekanntgeben, indem ich diesen Text um einen Absatz ergänze, und sie auch per E-Mail benachrichtigen.

Gewonnen haben

– Dirk,
– Lilly,
– Mohrli.

Glückwunsch! Ihr erhaltet auch eine E-Mail.

Nachtrag, 30. April: Dirk hat leider eine nicht erreichbare E-Mail-Adresse hinterlassen und auch nicht auf meine Antwort unter seinem Kommentar reagiert. Daher verfällt sein Gewinn. Nun kommt zum Zuge:

Michael Behr. Glückwunsch! Ich maile dich an.

Meine Rezension von „House – Willkommen in der Hölle“ findet Ihr auch hier.

Copyright 2017 by Volker Schönenberger

 

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House – Willkommen in der Hölle: Spukhaus im norwegischen Schnee

Huset

Von Volker Schönenberger

Horror // Im Kriegsjahr 1942 hat der Winter Norwegen fest in seinem eisigen Griff. Die beiden Wehrmachtssoldaten Kreiner (Mats Reinhardt) und Fleiss (Frederik von Lüttichau) stapfen mit ihrem norwegischen Gefangenen Max (Espen Edvartsen) durch den Wald. Ihr Ziel, ein Fjord, wo sie deutsche Kriegsschiffe erwarten, ist weit. Ein verlassenes Haus erscheint als willkommene Unterkunft für eine Rast. Doch bald merkt das Trio, dass es in dem Gebäude nicht mit rechten Dingen zugeht.

Ein verlassenes Haus erscheint als akzeptabler Unterschlupf

Norwegen, Nazis, Schnee – da war doch was?! Richtig: „Dead Snow“ (2009) nebst Fortsetzung „Dead Snow – Red vs. Dead“ (2014) avancierten unter Horrorfans zu absoluten Lieblingen. „House – Willkommen in der Hölle“ wird dazu nicht ganz aufschließen, so viel sei schon jetzt verraten. Das liegt aber keinesfalls daran, dass wir es im Gegensatz zum „Dead Snow“-Franchise nicht mit einem Zombiefilm zu tun haben; auch das Haunted-House-Sujet erfreut sich ja großer Beliebtheit.

Billige Machart, dennoch spannend

Ehrenwert ist der Versuch, die gesprochenen Sprachen korrekt abzubilden, weshalb es auf der Blu-ray und DVD auch nur eine Sprachfassung gibt: Die deutschen Soldaten sprechen Deutsch miteinander, der Gefangene brabbelt im Selbstgespräch Norwegisch vor sich hin, zwischen den Nationen wird Englisch gesprochen. Leider krankt die Tonspur daran, dass sie sich billig anhört. Es gibt ein paar Versuche, mit Toneffekten Horror-Atmosphäre zu schaffen, auch das wirkt etwas amateurhaft. Aber sei’s drum, bei Low-Budget-Filmen wie diesem kann man über ein paar technische Unzulänglichkeiten durchaus hinwegsehen. Die Story ist interessant genug und mit ein paar Wendungen gespickt, sodass wir gern dranbleiben. Manche gruselige Ereignisse im Haus erschließen sich dem Zuschauer erst später.

Die Wehrmachtssoldaten wissen nicht, wie ihnen geschieht

Drehbuchautor und Regisseur Reinert Kiil war für die beiden oben genannten Zombiefilme immerhin im Art Department aktiv. Seine Regisseurs-Filmografie ist überschaubar, „House – Willkommen in der Hölle“ ist sein erster Film, der es nach Deutschland schafft. Kein außergewöhnliches Werk, aber eine annehmbare Gruselgeschichte. Welche Horrorfilme aus Skandinavien könnt Ihr empfehlen?

Im Haus spielt sich Rätselhaftes ab

Veröffentlichung: 24. März 2017 als Blu-ray und DVD

Länge: 88 Min. (Blu-ray), 85 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch/Englisch/Norwegisch (die englischen und norwegischen Passagen sind Deutsch untertitelt)
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Huset
NOR 2016
Regie: Reinert Kiil
Drehbuch: Reinert Kiil
Besetzung: Mats Reinhardt, Frederik von Lüttichau (als Frederik Wolf), Espen Edvartsen
Zusatzmaterial: Originaltrailer, Hinter den Kulissen, Trailershow, Wendecover
Vertrieb: Al!ve AG

Copyright 2017 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © 2017 Al!ve AG / donau film

 
 

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