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Ma – Kein Alkohol ist keine Lösung

Ma

Kinostart: 30. Mai 2019

Von Philipp Ludwig

Horrorthriller // Teenager Maggie (Diana Silvers) ist genervt. Nachdem die Ehe ihrer Eltern in die Brüche ging, zieht es ihre Mutter Erica (Juliette Lewis) von San Diego zurück in ihr Heimatkaff in Ohio – und Maggie muss mit, ob es ihr passt oder nicht. Einer Kleinstadt, in der so gar nichts Aufregendes passiert, wie ihr ihre neu gewonnenen Freundinnen und Freunde an der Highschool unverblümt mitteilen. Mit der Clique um Hayley (McKaley Miller) und dem potenziellen Love-Interest in spe, Andy (Corey Fogelmanis) geht Maggie daher der anscheinend einzig sinnvollen örtlichen Freizeitbeschäftigung nach – einem ordentlichen Besäufnis im zum Party-Zimmer umgestalteten Van oder in einer abgelegenen Bauruine. Frei nach Karl Dalls Gassenhauer und Sonderzug-Evergreen: „Heute schütten wir uns zu, denn wir haben ja allen Grund dazu.

An ihrer neuen Schule schließt Maggie (r.) schnell Freundschaften

An den harten Stoff zu kommen, stellt die jugendlichen Freunde allerdings immer wieder vor große Herausforderungen. Da kommt die liebevoll anmutende Sue Ann (Octavia Spencer, „Hidden Figures“) genau richtig. Die Tierarzthelferin führt gerade einen ihrer in diesem Fall nicht mehr ganz vierbeinigen Patienten Gassi, als sie von Maggie nach Unterstützung beim Alkoholkauf gebeten wird. Lehnt sie zunächst noch entrüstet ab, kommt sie dann doch den umfangreichen Wünschen der Teenies nach und kauft ihnen eine stattliche Spirituosen-Sammlung, die sich sehen lässt. Nicht lange dauert es danach, bis aus diesen wiederholten Gefälligkeitskäufen das Angebot entsteht, den Van und die örtlich bekannte Bauruine als Party-Location gegen Sue Anns geräumigen Keller in ihrem abgelegenen Haus zu tauschen. Einzige Regeln der Gastgeberin: kein Fluchen, der Fahrer bleibt nüchtern und der Rest des Hauses ist absolute Tabuzone. Nach einigen gestalterischen Anpassungen entwickelt sich der Keller innerhalb kürzester Zeit zum heißesten Party-Spot für die örtlichen Teenagermassen, die Sue Ann allesamt nur liebevoll „Ma“ nennen. Doch ist es für Maggie und ihre neuen Freunde tatsächlich ratsam, diese scheinbar so liebenswürdige wie einsame Dame in ihr Leben zu lassen? Schließlich hat diese aus eigener Schulzeit noch eine alte Rechnung mit deren Eltern offen. Und eins ist klar: So schnell wieder los wird man die beeindruckend feierfreudige Sue Ann nicht mehr.

Ein Projekt unter Freunden

Regisseur Tate Taylor und Hauptdarstellerin Octavia Spencer sind seit ihren gemeinsamen WG-Zeiten vor 25 Jahren nahezu unzertrennliche Freunde und haben bereits bei dem hochgelobten „The Help“ (2011) in dieser Konstellation zusammengearbeitet. Als Taylor über die Story-Idee zu „Ma“ von Scotty Landes (Autor bei Comedy Centrals „Workaholics“) stolperte, wusste er sofort, dass er diese zu einem Film mit seiner Freundin als Idealbesetzung in der Hauptrolle umsetzen will. Und gerade Spencer ist es dann auch zu verdanken, dass sich diese filmische Umsetzung zumindest noch gerade so einigermaßen sehen lässt.

Liebenswürdig bietet Sue Ann den trinkwütigen Teenagern ihre Hilfe an

Denn wie die populäre US-Amerikanerin (die für ihre Leistung in „The Help“ immerhin mit dem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet wurde) die Hauptfigur Sue Ann, respektive „Ma“, darstellt, ist eine wahre Freude. Zunächst noch als knuffige und absolut liebenswerte nette Tante angelegt, merken wir schnell, dass an dieser Fassade nur wenig Wahres ist und unter der Maske Abgründe schlummern. Unterstützt durch Rückblenden wird deutlich, dass Sue Ann in ihrer eigenen Schulzeit einiges durchmachen musste und die Eltern unserer jugendlichen Protagonisten daran nicht ganz unschuldig waren. Die schauspielerische Klasse von Spencer und ihre große darstellerische Bandbreite sind wirklich beeindruckend – zudem kann sie entgegen ihres etablierten Rollenprofils hier als Darstellerin auch einmal ihre dunkelsten und mörderischsten Seiten präsentieren. Spencer selbst wollte unbedingt an dem Projekt ihres Freundes mitwirken. Nicht auszudenken, was aus „Ma“ ohne ihr Mitwirken geworden wäre.

Doch ist ihre Gastgeberin wirklich so nett, wie sie vorgibt? Maggie (l.) kommen erste Zweifel

Trotz einer netten Grundidee und einem recht vielversprechendem Beginn gelingt es dem renommierten Regisseur Taylor leider nicht, mit „Ma“ einen überzeugenden Film zu liefern. Die durch umfangreiche Werbemaßnahmen erzeugte Erwartungshaltung kann er, mit Ausnahme der Besetzung von Spencer, somit leider zu keiner Zeit gerecht werden. Stattdessen bietet die One-Woman-Show ihr größtes Unterhaltungspotenzial neben seiner irren Hauptfigur höchstens noch in den ausgiebig dargestellten Saufgelagen und Party-Sessions in Sue Anns Keller, die im Grunde wie eine nicht enden wollende 80er-Jahre-Party anmuten. Auch ist der Alkohol- und Drogenkonsum der Teenies hierbei schon beachtlich und vielleicht erklärt sich dadurch auch ihr oft idiotisches und unlogisches Verhalten, wer weiß? Denn mit der Logik nimmt es Taylor in seinem Psycho-Horrorthriller nun gewiss nicht allzu genau, wie auch Scotty Landes im Drehbuch. Dabei wurde mit dem Produktionsstudio Blumhouse Productions von Jason Blum ein Partner an die Hand genommen, die mit dem Überraschungserfolg „Get Out“ (2017) bereits gezeigt haben, zu was sie filmisch in diesem Genre fähig sind. Warum also kann „Ma“ nicht an diesen Hit anknüpfen?

Faule Drehbuchautoren?

Bereits in meiner kürzlich erschienenen Rezension zum inhaltlich recht ähnlich angelegten Thriller „Greta“ hatte ich angemerkt, dass im Sinne der „Suspension of Disbelief“ Logikschwächen und Plotholes nicht zwingend ein Ausschlusskriterium für das Gelingen eines filmischen Werkes darstellen müssen. Kritisch wird es jedoch, wenn diese ein Ausmaß annehmen, das eine Toleranz ihnen gegenüber schwermacht. Bei „Ma“ ist dies leider, zumindest bei mir, ausgiebig der Fall gewesen. Ob platte, stereotype Figuren am laufenden Band, mitunter sinnlose Schockmomente oder ein halbherziger, ziemlich aus der Luft gegriffener und überzogener Rachefeldzug der Protagonistin Sue Ann – bei „Ma“ gibt es ob des Dargebotenen viel zu oft Grund zu gelangweiltem Kopfschütteln. So haben wir es mit einer erstaunlich langen Expositionsphase als Einführung in die Geschichte zu tun, die nur halbherzig durch wahllos eingestreute Spannungs- und Schockmomente den Thriller-Charakter des Films erhalten soll. Nur, um dann zum Ende hin urplötzlich in den Wut-Modus von Sue Ann zu wechseln, wonach dann alles erstaunlich schnell vonstattengeht und ehe man sich’s versieht auch schon der Abspann über die Leinwand läuft. Die unglaubwürdigen Handlungsweisen der meisten Figuren sowie die mitunter hanebüchenen Plot-Twists erwecken den Eindruck, als seien die Drehbuchverantwortlichen ein wenig faul gewesen und hätten keine anderen Möglichkeiten gefunden, sich aus ihren vielen Story-Sackgassen auf andere Weise befreien zu können.

Ein paar Worte zum Trailer

Es ist natürlich immer schwierig, die Schwächen im Skript zu thematisieren, ohne Gefahr zu laufen, dem Spoiler-Teufel anheimzufallen. Wer sich nur ungern schon im Vorhinein vom Inhalt des Films „Ma“ zu viel verraten lassen will, sollte dringend Abstand vom Trailer halten – zeigt dieser doch nahezu den gesamten Plot sowie beinahe sämtliche interessanten Schock- und Gewaltelemente. Wer beim Kinobesuch erwartet, dass dies nur die Appetizer waren und es im Film mehr in diese Richtung geben wird, dürfte bitter enttäuscht werden. So misslingt es Taylors neuestem Werk nicht nur aufgrund uninspirierter, starrer Treue gegenüber den Genre-Konventionen, für Überraschungen zu sorgen – den Betrachtern des Trailers wird er erst recht nichts Unerwartetes oder gar Schockierendes zu bieten haben. Was zur Folge hat, dass „Ma“ als Horrorthriller natürlich noch weniger funktioniert, stellen diese Elemente doch Kernelemente des Genres dar. Leider erahnt man so aber bei einer stattlichen Zahl an Szenen bereits im Vorfeld meilenweit, was als Nächstes passieren wird. Den Sinn hinter derartigen Trailern werde ich zumindest nicht mehr verstehen.

Einmal Bully, immer Bully? Welche Rolle spielte Ben (r.) in Sue Anns Vergangenheit?

Ist Octavia Spencer als Sue Ann zwar der größte Pluspunkt, den „Ma“ zu bieten hat, so ist diese starke Fokussierung auf die Hauptfigur auch gleichzeitig eine der weiteren großen Schwächen des Films. Die übrigen Figuren bleiben dagegen leider meist blass und klischeebeladen. Viele scheinen auch nur als Baustein im Genrebaukasten oder zum Voranbringen der Story zu fungieren, anders ist ihre Existenz sowie ihr mitunter seltsam anmutendes Verhalten nicht zu erklären. Demzufolge nutzt auch der restliche Cast nur wenige Gelegenheiten, aus den schwachen Rollen groß etwas herauszuholen. Gerade die eher unbekannten jungen Gesichter hinterlassen kaum besonderen Eindruck – am ehesten noch Diana Riggs („Glass“). Diese profitiert als rehäugige Maggie vor allem davon, dass wenigstens ihrer Figur dann doch etwas mehr emotionale Tiefe gegeben wurde. Den restlichen Mitgliedern ihrer Clique ist trotz aufkommender Bedenken gegenüber Ma dagegen stets nur der nächste Suff von Bedeutung – koste es was es wolle. Auch die älteren und etablierten Gesichter sind kaum imstande, mehr aus ihren Rollen herauszuholen, als ihnen diese dünnen Vorlagen bieten; 90er-Jahre-Kultfilm-Ikone Juliette Lewis („From Dusk Til Dawn“, „Natural Born Killers“) spielt Maggies Mutter Erica als toughe Version einer Single-Mom mit Hang zur Hysterie und „Hobbit“-Haudrauf Luke Evans gibt mit Ben – Vater von Maggies Freund Andy – einen Macho zum Besten, der seit Teenie-Tagen nichts von seiner Arschlochattitüde eingebüßt hat. Allison Janney („I, Tonya“) knüpft als zynische und notorisch-griesgrämige Tierärztin nicht nur an ihre Oscar-prämierte Rolle als Tonya Hardings Rabenmutter an, sie darf sich ebenso wiederholt herrlich amüsant über Sue Anns mangelnden Arbeitseifer echauffieren – „Ma“ wirkt somit durch sie sogar ein klein wenig selbstreferenziell, spiegelten doch diese Charaktereigenschaften ihrer Rolle meine Laune mit zunehmendem Verlauf der Sichtung des Films ziemlich treffend wider.

Finger weg von „Ma“

Zum Abschluss lohnt sich der Vergleich mit dem oben bereits erwähnten, erst kürzlich im Kino erschienenen Thriller „Greta“. Teilt dieser mit „Ma“ nicht nur einen Plot um junge Menschen, die sich mit scheinbar netten und einsamen alten Menschen einlassen und diese dann nicht mehr loswerden – beide Filme vereint auch ihre ärgsten Schwächen: Obwohl von renommierten Filmemachern kreiert, bieten sie durch ihr starres Festhalten an etablierten Erzählweisen des Thriller-Genres nur wenig Überraschungspotenzial und sind nicht in der Lage, diesem neue Elemente beizusteuern. Gepaart mit der fehlenden narrativen Tiefe, blassen Figuren wie auch zahlreichen Logikschwächen dürften derartige Werke nur wenig Potenzial bieten, Besucher hinter dem Ofen hervorzulocken. Filmschaffende sollten sich dringend einmal hinterfragen, ob Filme wie „Greta“ oder „Ma“ tatsächlich die Zukunft sein sollen oder ob sie damit nicht noch mehr Zuschauerinnen und Zuschauer an häufig deutlich ansprechendere Serienproduktionen verlieren werden. Zwischen ewig gleichen Erzählmustern und dem x-ten Superheldenspektakel sollte der Kinofilm auch weiterhin versuchen, kreativ und mutig zu sein. „Ma“ ist leider weder das eine noch das andere. Kommt mein obiger Rat für die jugendlichen Helden im Film bereits zu spät, so kann ich zumindest euch Leserinnen und Leser dieser Rezension dazu anhalten, im Kino einen Bogen um diesen ziemlich lahmen Horrorthriller zu machen und euch stattdessen lieber in netter Gesellschaft ein nettes Tröpfchen zu gönnen. Aber wer weiß – vielleicht steigt mit zunehmendem Alkoholpegel auch das Unterhaltungspotenzial von „Ma“?! Zum Wohl!

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Juliette Lewis und Octavia Spencer sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgeführt, Filme mit Luke Evans unter Schauspieler.

„You can dance, if you want to.“ Sue Ann zeigt den Kids von heute, wie man richtig feiert

Länge: 99 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Ma
USA 2019
Regie: Tate Taylor
Drehbuch: Scotty Landes
Darsteller: Octavia Spencer, Diana Silvers, Juliette Lewis, Luke Evans, McKaley Miller, Missi Pyle, Corey Fogelmanis, Gianni Paolo, Dante Brown, Allison Janney
Verleih: Universal Pictures Germany GmbH

Copyright 2019 by Philipp Ludwig

Filmplakat & Trailer: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH,
Szenenfotos: © 2019 Universal Pictures Germany GmbH. All rights reserved.

 

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Die Bestimmung – Allegiant: Trilogie in vier Akten

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The Divergent Series – Allegiant

Kinostart: 17. März 2016

Von Iris Janke

SF-Abenteuer // Es hätte so schön sein können … Der erste Teil der dystopischen Trilogie „Die Bestimmung“ – Divergent“ kam 2014 ins Kino und überraschte ganz im Stil von „Die Tribute von Panem“. Damals wurde Protagonistin Tris (Shailene Woodley) als „Unbestimmte“ zur jugendlichen Heldin. Sie sprang auf fahrende Züge – und wieder runter. Sie hüpfte von Dächern und zeigte, dass nicht nur Jennifer Lawrence in „Die Tribute von Panem“ als Heldin aller Teenie-Mädchen und fast ebenso vieler Teenie-Jungs eine gute Figur machen kann.

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Lieben einander und kämpfen Seite an Seite: Four und Tris

Nach dem zweiten Teil „Die Bestimmung – Insurgent“ im Jahr 2015 kommt jetzt der dritte Teil der Bestseller-Jugendbuchtrilogie von Veronica Roth ins Kino. Wer mit diesem dritten Film-Teil des deutschen Regisseurs Robert Schwentke („R.I.P.D.“, „Die Bestimmung – Insurgent“) bereits mit einem krönenden Abschluss gerechnet hat, hat sich allerdings zu früh gefreut. Ganz den Vorbildern letzter Teile in Jugendbuch-Reihen („Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“, „Twilight“) folgend, ist auch der letzte Part von „Die Bestimmung“ in zwei Teile aufgeteilt.

Raus aus Chicago

Dabei ist der Inhalt schnell erzählt: Die Regierung der Stadt Chicago ist gestürzt, das System mit der Unterteilung der Bevölkerung in Fraktionen zusammengebrochen. Tris’ Freund und Mitstreiter Four (Theo James), ihre Freundin Christina (Zoë Kravitz), Buder Caleb (Ansel Elgort), der wankelmütige Peter (Miles Teller) und Tori (Maggie Q) fliehen und versuchen, die monströse Mauer zu überwinden, die die teilweise zerstörte Stadt umschließt. Doch entgegen allen Erwartungen, hinter der Grenzanlage endlich Frieden und eine neue Heimat zu finden, wartet dort auf Tris und ihre Freunde eine neue schockierende Welt …

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Durchsetzungsfähig: Fours‘ Mutter Evelyn

Zu offensichtlich ist – trotz glatter, zuweilen zugegeben auch ansprechender Film-Optik –, dass anscheinend lediglich versucht wurde, einfach das Doppelte an Gewinn aus der filmischen Umsetzung des dritten und damit letzten Buches zu pressen. Der erste Part dieses dritten Teils krankt besonders daran, dass die Story zu sehr ausgewalzt wurde, an den Haaren herbeigezogen und arg vorhersehbar wirkt. Eine eher düstere und damit attraktivere Variante hätte vermutlich eine erneute Verpflichtung von Neil Burger gebracht, der als Regisseur des ersten Teils „Die Bestimmung – Divergent“ eben jene Film-Finsternis nicht hat vermissen lassen.

Die Darsteller reißen’s nicht raus

Selbst das Darstellerteam um die zweifellos gute und erneut unaufdringlich agierende Hauptdarstellerin Shailene Woodley vermag da nicht viel zu reißen: Im Film-Team der Jugendidentifikationsfiguren kämpfen erneut der sicher nicht nur von Tris angeschmachtete Schönling Four (Theo James), Zoë Kravitz als Tris’ Freundin Christina und Ansel Elgort als Tris’ Buder Caleb. Das Film-Team „Eltern-Generation“ bilden diesmal Allzweckwaffe Jeff Daniels (zuletzt in „Der Marsianer – Rettet Mark Watney“ und „Steve Jobs“) als Anführer David und erneut Naomi Watts („The Impossible“) als Fours Mutter Evelyn sowie Octavia Spencer als Amite-Anführerin Johanna. Retten können leider selbst diese Routiniers den beinahe überflüssigen ersten Part vom letzten Teil der „Bestimmungs“-Saga nicht.

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Tris wandelt sich von der Amazone zur Kämpferin im kleinen Weißen

Insgesamt also eine durchaus beachtliche Darstellerriege, die sich eigentlich nicht verstecken müsste und die keineswegs schuld daran ist, dass dieser Teil eher enttäuscht. Trotzdem, um der um den vierten Teil künstlich erweiterten Film-Trilogie ihren hoffentlich würdigen Abschluss zu geben, werden sich die Fans vermutlich auch den letzten Teil geben oder auch gönnen – einfach der Vollständigkeit halber. „Die Bestimmung – Ascendant“ ist für den Juni 2017 angekündigt.

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Erst wohltätig, dann egoistisch: der undurchsichtige David

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Octavia Spencer haben wir in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Jeff Daniels unter Schauspieler.

Länge: 121 Min.
Altersfreigabe: FSK 12
Originaltitel: The Divergent Series – Allegiant
USA 2016
Regie: Robert Schwentke
Drehbuch: Noah Oppenheim, Adam Cooper, Bill Collage, nach einem Roman von Veronica Roth
Besetzung: Shailene Woodley, Zoë Kravitz, Naomi Watts, Jeff Daniels, Miles Teller, Octavia Spencer, Maggie Q, Ansel Elgort, Jonny Weston, Bill Skarsgård, Ray Stevenson
Verleih: Concorde Filmverleih GmbH

Copyright 2016 by Iris Janke

Filmplakate, Fotos & Trailer: © 2016 Concorde Filmverleih GmbH

 

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Halloween II – Rob Zombies Slasher-Befreiungsschlag

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Halloween II

Von Simon Kyprianou

Horror // Laurie Strode (Scout Taylor-Compton) wird nach ihrer Halloween-Horror-Nacht mit Michael Myers (Tyler Mane) ins Krankenhaus gebracht, Myers’ Leiche soll in die Gerichtsmedizin überführt werden. Doch der Killer ist ganz und gar nicht tot, und so geht die Jagd ein Jahr später weiter, denn Myers befindet sich auf einer Mission. Seine tote Mutter (Sheri Moon Zombie) erscheint ihm und befiehlt ihm, seine Arbeit zu Ende zu bringen. Gleichzeitig veröffentlicht Dr. Loomis (Malcolm McDowell) ein Buch über die Ereignisse ein Jahr zuvor, mit dem einige der Beteiligten ganz und gar nicht einverstanden sind.

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Die verstorbene Deborah Myers wirkt aus dem Jenseits

Wo Zombies erster „Halloween“ an allzu großer Ehrfurcht vor dem Original und Mangel an Zombies eigenem Stil gekrankt hat, kann er sich in „Halloween II“ emanzipieren, er befreit sich von den Zwängen der Vorlagen und dreht ein wahres Terrorfilm-Ungetüm. „Halloween II“ ist eine unfassbare Freakshow, ein sich unaufhörlich drehendes Gewalt-und-Sex-Karussell, ein halluzinatorisches Schnittgewitter, konzipiert als versiffter, höchst surrealer White-Trash-Albtraum. Zombie tauscht inszenatorische Harmonie gegen anarchisches Terror-Kino ein, das den eigenen Wahnsinn – inhaltlicher wie inszenatorischer Art – in jedem Moment frenetisch zelebriert. Nach dem steifen Vorgänger wirkt diese Fortsetzung wie ein Befreiungsschlag, ein Bekenntnis zum eigenen Stil. Auch in der Folge hat er sich ja mit „The Haunted World of El Superbeasto“ und „The Lords of Salem“ von Erwartungshaltungen freigemacht.

Sinnlich und tragisch

„Halloween II“ ist ein ungemein sinnlicher Horrorfilm. Sinnlichkeit ist anscheinend eine Qualität, die der Horrorfilm in den vergangenen Jahren oder gar Dekaden oftmals verloren zu haben schien; Sinnlichkeit scheint kaum noch erwünscht zu sein, überlegt man sich, dass Ti Wests Horror-Gemälde ein Nischendasein fristen. Zombie verleiht dem Killer eine tragische Tiefe, eine Todessehnsucht, eine Sehnsucht nach Familie und Zugehörigkeit und taucht diese Szenen in gleißend weißes Licht. Er schwelgt in bedrohlich düsteren Naturaufnahmen und fängt die letzten Blicke auf den Gesichtern der Sterbenden ein. Michael Myers als unnahbare Legende wird eingetauscht gegen eine tragische Killerfigur, deren innere Konflikte wir nachvollziehen können. Darum ist es auch nur konsequent, dass Zombie die Gesichtslosigkeit von Myers aufgibt.

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Möchten Sie diesem Herrn …

Die verschiedenen Schnittfassungen sind zu thematisieren. Im deutschen Handel ist der Director’s Cut in zwei verschiedenen Lauflängen zu finden – beide mit Zensurkürzungen. Die „unrated“ Fassung ist unter anderem in den USA und Österreich auf Blu-ray und DVD veröffentlicht worden und über die einschlägigen Online-Händler problemlos zu beziehen. Darunter sollte man es nicht machen.

Rob Zombies „Halloween II“ ist übrigens nicht als Remake der 1981er-Fortsetzung „Halloween 2 – Das Grauen kehrt zurück“ zu sehen, sondern aufgrund der völlig anderen Handlung als eigenständiges Sequel von Zombies erstem Teil. Nach John Carpenters wunderbarem ersten Teil ist es der wohl beste „Halloween“-Film.

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… im Dunkeln begegnen?

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Rob Zombie sind in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Octavia Spencer unter Schauspielerinnen, Filme mit Malcolm McDowell in der Rubrik Schauspieler.

Veröffentlichung: 2. Oktober 2014 als Collector’s Edition Blu-ray und DVD (FSK 18), 8. Oktober 2010 als Blu-ray und DVD (SPIO/JK)

Länge: 118 Min. (SPIO/JK-Blu-ray), 113 Min. (SPIO/JK-DVD), 116 Min. (FSK-18-Blu-ray), 111 Min. (FSK-18-DVD)
Altersfreigabe: SPIO/JK bzw. FSK 18
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch
Originaltitel: Halloween II
USA 2009
Regie: Rob Zombie
Drehbuch: Rob Zombie
Besetzung: Tyler Mane, Malcolm McDowell, Sheri Moon Zombie, Octavia Spencer, Brad Dourif, Scout Taylor-Compton, Tyler Mane, Caroline Williams, Dayton Callie, Richard Brake, Danielle Harris, Margot Kidder
Zusatzmaterial: Audiokommentar, Rob-Zombie-Special
Vertrieb: Tiberius Film

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Copyright 2015 by Simon Kyprianou
Fotos & Packshots: © 2015 Tiberius Film

 

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