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Schlagwort-Archive: P. L. Travers

Mary Poppins’ Rückkehr – Magisch, zauberhaft und herrlich bunt

Mary Poppins Returns

Kinostart: 20. Dezember 2018

Von Iris Janke

Fantasy-Komödie // An „Mary Poppins“ als schwebendes Kindermädchen mit Schirm erinnert sich wohl beinahe jedes Kind. Vor allem die über 40-Jährigen dabei vermutlich eher an die fünffach Oscar-gekrönte erste Kino-Umsetzung aus dem Jahr 1964 von Robert Stevenson mit Julie Andrews in der Titelrolle. Und auch, wer den Film nicht gesehen hat, hat vermutlich eines der Kinderbücher im Regal stehen, gelesen oder vorgelesen bekommen – der erste „Mary Poppins“-Roman der Australierin Pamela Lynwood Travers war 1934 veröffentlicht worden. Einem klassischen Märchen gleich werden die Bücher immer noch von Oma und Opa, Tante und Onkel oder von guten Kindermädchen selbst dem Nachwuchs geschenkt und vorgelesen.

Mary Poppins hat ein Auge auf die drei Banks-Kinder

2014 verkörperte Emma Thompson in „Saving Mr. Banks“ die störrische Romanautorin, mit der Tom Hanks als Walt Disney seine liebe Not bei hatte, seine Vision der Vorlage zu verwirklichen. Höchste Zeit also, dem magischen Kindermädchen Mary Poppins zu einem neuen Leinwandauftritt zu verhelfen. Inhaltlich ist „Mary Poppins’ Rückkehr“ von Regisseur Rob Marshall („Chicago“, „Into the Woods“) weder eine komplette Neuverfilmung noch schließt ihre Rückkehr nahtlos an die Story des 1964er-Films an. Allerdings ist im Film weit weniger Zeit vergangen als zwischen dem ersten und zweiten Teil in der Realität.

Das Kindermädchen schwebt wieder mit dem Schirm herbei

Ist „Mary Poppins“ in der britischen Hauptstadt wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg angesiedelt, spielt „Mary Poppins’ Rückkehr“ im London der 1930er-Jahre. In beiden Teilen steht die Familie Banks im Mittelpunkt. Doch während im ersten Teil die Eltern von Jane und Michael Banks selbst ein Kindermädchen suchen, schwebt in der Fortsetzung das Kindermädchen Mary Poppins (Emily Blunt, „Sicario“) unaufgefordert per Schirm herbei, um den inzwischen erwachsenen Geschwistern Jane (Emily Mortimer, „The 51st State“) und Michael Banks (Ben Whishaw) bei der Erziehung von Michaels eigenen Kindern zu helfen.

Der magische Papierdrachen hilft im Park

Michael Banks wirkt damit überfordert, nach dem Tod seiner Frau die drei Kinder Anabel (Pixie Davis), Georgie (Joel Dawson) und John (Nathanael Saleh) allein erziehen zu müssen. Die Katastrophe scheint zudem ihren Lauf zu nehmen, als das geliebte alte Haus im Kirschbaumweg 17 wegen Überschuldung an die Bank und deren bösen Boss Wilkens (Colin Firth, „Tatsächlich … Liebe“) zu fallen droht. Die Einzige, die die ausweglose Situation der Familie Banks anscheinend retten kann, ist Mary Poppins. Gemeinsam mit dem munteren Laternenanzünder Jack (Lin-Manuel Miranda) taucht sie in eine fantastische Märchenwelt ein, um dort sogar das Unmögliche möglich zu machen.

Emily Blunt verzaubert Jung und Alt

Dass Rob Marshalls neue Umsetzung überaus gelungen ist, liegt vor allem an Hauptdarstellerin Emily Blunt („Der Teufel trägt Prada“). Ganz wie ihre Vorgängerin Julie Andrews verzaubert die Britin Jung und Alt, singt, tanzt und wirbelt durch reale und bunt-animierte Kulissen. Dabei agiert sie als Kindermädchen gleichzeitig streng, wunderbar ironisch und immer bezaubernd.

In Mary Poppins’ bunter Fantasiewelt ist ein Hund der Kutscher

Regisseur Marshall gelingt dabei das Kunststück, sogar nicht dem Musical zugeneigte Filmgucker mit seiner wunderbar märchenhaften Kulisse zu faszinieren. Alles ist bunt, schnell, ein bisschen zuckerig, irgendwie unwirklich, aber immer vor Magie sprühend. Wenig verwunderlich also, dass irgendwann Meryl Streep als Mary Poppins’ magische Cousine Topsy Turvy auftaucht. Alles ist möglich …

Laternenanzünder Jack hat das richtige Gleichgewicht

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Emily Blunt und Meryl Streep sind in unserer Rubrik Schauspielerinnen aufgelistet, Filme mit Colin Firth in der Rubrik Schauspieler.

Mary Poppins hat viele Fans und wird auf Händen getragen

Länge: 130 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Mary Poppins Returns
USA 2018
Regie: Rob Marshall
Drehbuch: David Magee, nach den Vorlagen von P. L. Travers
Besetzung: Emily Blunt, Lin-Manuel Miranda, Ben Whishaw, Emily Mortimer, Julie Walters, Colin Firth, Meryl Streep, Dick Van Dyke, Angela Lansbury, David Warner, Pixie Davies, Joel Dawson
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Copyright 2018 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2018 © Disney Enterprises, Inc. All rights reserved.

 

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Saving Mr. Banks – Die störrische Mama von Mary Poppins

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Saving Mr. Banks

Von Volker Schönenberger

Kinostart: 6. März 2014

Melodram // Sie wollte den Schauspieler Dick Van Dyke nicht im Film haben, die Farbe Rot schon mal gar nicht – und erst Lieder? Um Gottes Willen! Die Schriftstellerin Pamela Lynwood Travers hatte einiges auszusetzen an Walt Disneys Plänen zum Film „Mary Poppins“. Zu klare Vorstellungen hatte sie von dem Kindermädchen mit den magischen Fähigkeiten, das sie für diverse Erzählungen geschaffen hatte. Doch obwohl Travers am Drehbuch mitgewirkt hatte, setzte Produzent Disney seine Vorstellungen letztlich durch. Das fertige Werk gefiel Travers dann beinahe zwangsläufig überhaupt nicht, die Autorin verweigerte daraufhin ihre Genehmigung zur Produktion weiterer „Mary Poppins“-Filme.

20 Jahre lang hatte Walt Disney versucht, Travers’ Zustimmung zur Verfilmung zu erhalten. Er hatte es seinen Töchtern versprochen, doch die Autorin verweigerte sich, bis sinkende Verkaufszahlen ihrer Bücher ihr einen finanziellen Engpass bescherten. Beim Verkauf der Filmrechte ließ sie sich 1961 vertraglich Mitspracherecht beim Drehbuch zusichern.

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P. L. Travers hat klare Vorstellungen

„Saving Mr. Banks“ erzählt, wie die in London lebende Travers (Emma Thompson) auf Einladung von Walt Disney (Tom Hanks) nach Hollywood reist, um dort an der Konzeption des Skripts mitzuwirken. Disney und die für die Filmmusik zuständigen Brüder Robert und Richard Sherman (B. J. Novak, Jason Schwartzman) haben es nicht leicht mit der resoluten Dame, die ganz genau weiß, was sie nicht im Film haben will – zum Beispiel Zeichentrick-Sequenzen. Nur gelegentlich bricht ihre harte Schale auf. Zu ihrem Fahrer Ralph (Paul Giamatti) fasst sie immerhin langsam Vertrauen.

Großes Plus des Films: Für die Produktion konnte auf Disneys Archivmaterial, Museen etc. zugegriffen werden. Zudem war der Komponist Richard Sherman als Berater aktiv – er und sein Bruder Robert hatten für den Soundtrack und einen Song aus „Mary Poppins“ Oscars erhalten. „Saving Mr. Banks“ spannt den Bogen bis zurück in die Kindheit der Autorin. Rückblenden (mit Colin Farrell sowie Ruth Wilson, „Lone Ranger“) zeigen, wie sehr ihr Aufwachsen die spätere Schöpfung der „Mary Poppins“-Bücher beeinflusst hat.

„Saving Mr. Banks“ ist ein sentimentales Vergnügen mit Schauspielern, die in ihren Rollen aufgehen und so die Glanzzeit der Traumfabrik aufleben lassen. Aus anderem Blickwinkel funktioniert der Film auch als Charakterstudie einer dickköpfigen Schriftstellerin, die sich aufgrund von Kindheitserfahrungen einen Schutzpanzer zugelegt hat, den sie nur langsam ablegt. Trotz Schwergewicht Tom Hanks in der Rolle des Schwergewichts Walt Disney legt der Film den Fokus ganz deutlich auf Travers. Umso wichtiger, dass sich Emma Thompson achtbar schlägt – aber das kann sie ja, es war sogar eine Golden-Globe-Nominierung wert.

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Walt Disney hat’s nicht leicht mit der Autorin

Ist all das authentisch? Nun ja – Tom Hanks durfte vor der Kamera nicht einmal rauchen, obwohl Walt Disney zwei Schachteln am Tag verqualmt hatte. Klar, dass der Disney-Konzern an einem schmeichelhaften Porträt des großen Produzenten interessiert war – das ist es auch geworden. Da P. L. Travers nach der Produktion von „Mary Poppins“ mit Hollywood nicht mehr viel zu tun haben wollte, ist zu vermuten, dass das Finale von „Saving Mr. Banks“ auch etwas geschönt ist. Aber es ist nun mal eine Traumfabrik, Hollywood darf sich das erlauben. Ob das deutsche Kinopublikum allerdings ausreichend Interesse an der Entstehung von „Mary Poppins“ aufbringt, um in Scharen in die Lichtspielhäuser zu strömen, wird sich zeigen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Tom Hanks sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 125 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Originaltitel: Saving Mr. Banks
USA/GB/AUS 2013
Regie: John Lee Hancock
Drehbuch: Kelly Marcel, Sue Smith
Besetzung: Emma Thompson, Tom Hanks, Colin Farrell, Ruth Wilson, Annie Rose Buckley, Paul Giamatti, Bradley Whitford, Jason Schwartzman
Verleih: Walt Disney Studios Motion Pictures

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Rückblende: das Mädchen und sein Vater

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Filmplakat & Fotos: © 2014 Disney Enterprises, Inc.

 

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Mary Poppins – Ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel

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Mary Poppins

Von Volker Schönenberger

Fantasy-Komödie // Ein fettes Jubiläum: Im August jährt sich zum 50. Mal die US-Kinopremiere des herzerwärmenden Musicals aus dem Hause Walt Disney nach der Literaturvorlage von P. L. Travers. Rechtzeitig vor dem Jahrestag erscheint „Mary Poppins“ in Deutschland erstmals auf Blu-ray. Der HD-Transfer überzeugt – Technicolor-Filme wie dieser sind offenbar ohnehin gut geeignet, auf Blu-ray in neuer Pracht zu erstrahlen. Das Bild ist scharf und nur minimal körnig, was angesichts des Alters kein Wunder und nicht als Manko anzusehen ist. Und diese Farben – herrlich!

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Mary Poppins kommt herangeschwebt

1965 gab’s fünf Oscars für „Mary Poppins“: für die Musik, den Filmsong „Chim Chim Cher-ee“, den Schnitt, die visuellen Effekte und für Hauptdarstellerin Julie Andrews in ihrer ersten Kinorolle. Damit markiert der Film den mit den meisten Oscars prämierten Disney-Film. Julie Andrews spielt die Titelfigur, die 1910 als Kindermädchen mit ihren ungewöhnlichen Erziehungsmethoden das Leben der wohlhabenden Familie Banks gehörig durcheinanderwirbelt und ihr letztlich die Bedeutung der Familienwerte vor Augen führt. Dafür nutzt Mary Poppins nicht zuletzt ihre magischen Fähigkeiten. Bleiben will sie bei den beiden Banks-Kindern Jane (Karen Dotrice) und Michael (Matthew Garber) so lange, bis der Wind sich dreht.

Die Figurenkonstellation ist bemerkenswert: David Tomlinson gibt Familienvater George Banks, einen etwas steifen Bankier, der am Ende aber selbstverständlich bemerkt, was im Leben wirklich wichtig ist. Seine Ehefrau Winifred (Glynis Johns) engagiert sich derweil als Suffragette für das Frauenwahlrecht. Gern mischt sich auch Bert (Dick Van Dyke) ein, ein alter Freund von Mary Poppins.

Die Inszenierung wirkt heute etwas naiv und angestaubt, aber vielleicht ist diese Sicht auch nur dem Zustand unserer heutigen Gesellschaft – oder dem Zynismus des Rezensenten – geschuldet. Den beiden sechsjährigen Töchtern des Verfassers jedenfalls hat „Mary Poppins“ sehr viel Spaß bereitet, insbesondere die vielen Lieder und die Zeichentrick-Sequenzen. So oder so: „Mary Poppins“ ist als nostalgisch-prachtvolles Disney-Musical auch heute überaus sehenswert – angestaubt hin oder her.

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Pinguine – der Menschen beste Freunde

P. L. Travers, Autorin der literarischen Vorlage, war mit dem fertigen Film nicht einverstanden. Besonders missfielen ihr die Zeichentrick-Sequenzen. Sie hatte aber keine Möglichkeit, die Produktion zu beeinflussen. Das Zustandekommen des Films kommt nun selbst ins Kino: „Saving Mr. Banks“ mit Tom Hanks in der Rolle von Walt Disney und Emma Thompson als P. L. Travers startet am 6. März in den deutschen Lichtspielhäusern.

Ergänzung: Die beiden Mädchen haben noch Tage später geäußert, wie toll sie „Mary Poppins“ fanden.

Veröffentlichung: 20. Februar 2014 als Blu-ray

Länge: 139 Min.
Altersfreigabe: FSK freigegeben ohne Altersbeschränkung
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Russisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch, Portugiesisch, Russisch
USA 1964
Originaltitel: Mary Poppins
Regie: Robert Stevenson
Drehbuch: Bill Walsh, Don DaGradi, nach den Vorlagen von P. L. Travers
Besetzung: Julie Andrews, Dick Van Dyke, David Tomlinson, Glynis Johns, Elsa Lanchester, Reginald Owen, Ed Wynn
Zusatzmaterial: So wird man Mr. Sherman, Mary-Oke, Disney am Broadway, Backstage Disney, Ein magisches musikalisches Treffen mit Julie Andrews, Dick Van Dyke und Richard Sherman, zusätzliches Lied: Chimpanzoo, Disney Liederauswahl (Ein Löffelchen voll Zucker, Fröhlicher Ferientag, Supercalifragilisticexpialigetisch, Ich lach’ so gern, Lied der Vogelfrau, Chim-Chim-Cheri, Schritt und Tritt, Drachensteigen), Kurzfilm „Die Katze, die den König ansah“, Audiokommentar von Julie Andrews, Karen Dotrice, Richard Sherman & Dick Van Dyke, Trailershow
Vertrieb: Walt Disney

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Durch den Schornstein aufs Dach – kein Problem

Copyright 2014 by Volker Schönenberger
Fotos & Packshot: © Disney

 

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