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Logan – Letzte Klappe für einen echten Superhelden

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Logan – The Wolverine

Kinostart: 2. März 2017

Von Iris Janke

Fantasy-Action // Er ist alt und grau geworden, „X-Men“-Mutant Logan (Hugh Jackman) trägt jetzt T-Shirt und weite Hosen. Vergangen sind die hautenge sexy Lederkluft und der herausfordernde Blick. Ziemlich unmissverständlich wird gleich zu Beginn von Regisseur James Mangolds Film „Logan – Wolverine“ klar: Dies ist das letzte Abenteuer des Superhelden, er ist müde geworden, seine Superkräfte schwinden. Es ist unklar, ob und wie lange der Mann mit den Messerhänden nach seinen Verletzungen noch regenerieren wird.

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Logan (r.) und Charles sind zwei in die Jahre gekommene Helden

Die Story startet in der nahen Zukunft, im Jahr 2029: Der Himmel ist unheilschwanger in orange-rote Farben getaucht. Ein – vielleicht sogar DER – Untergang scheint kurz bevorzustehen. Mutant Logan sieht sich als letzter seiner Art und verdient sein weniges Geld als Limousinen-Chauffeur nah der mexikanischen Grenze. Sein selbst gewähltes Exil teilt sich er mit dem extrem sonnenempfindlichen Außenseiter Caliban (Stephen Merchant) und dem genialen Charles Xavier (Patrick Stewart). Charles, alias Professor X, ist inzwischen fast 90 Jahre alt und wird immer wieder von heftigen Krampfanfällen und dunklen Visionen erschüttert.

Mutantentrio im Silo

Das Trio versteckt sich in einem leeren alten Metallsilo. Der Behälter schützt sowohl Caliban vor Sonnenstrahlen als auch den Professor davor, sich und andere mit seinen Krampfanfällen in Gefahr zu bringen. Logans Versuch, sich selbst und den Professor länger in der Verborgenheit zu halten, endet abrupt, als Logan von einer Frau gebeten wird, das Mädchen Laura (Dafne Keen) in Sicherheit zu bringen. Ein Job, den Logan zunächst – trotz der scheinbar lukrativen Bezahlung – ausschlägt. Dann aber ändert er seine Entscheidung …

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Der gealterte Mutant soll Laura beschützen

Eine Vorahnung erhärtet sich, als sich Logan einem schlagkräftigen Kontrahenten (Hugh Jackman), gegenübersieht, der ihm selbst, samt seiner Adamantium-Klingenkompetenz, verblüffend ähnlich sieht – nur in einer jüngeren, gesunden Version. Logans junges Alter Ego ist die beste Waffe des fiesen Pierce (Boyd Hoolbrok) auf der Jagd nach der jungen Laura und anderen jungen Mutanten, die überlebt haben mögen.

Ein sehr menschlicher Superheld

Hugh Jackman ist es mit diesem offenbar letzten Part seiner Paraderolle gelungen, einem überirdischen Superhelden etwas zutiefst Menschliches zu verleihen. Ergebnis: ein opulentes, bildgewaltiges Spektakel, das Jackman als gealterten Helden würdig aus seiner spektakulärsten Rolle entlässt.

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Nah der mexikanischen Grenze sucht Logan Sicherheit

Im Gegensatz zu anderen „Marvel“-Superhelden-Episoden ist dieser letzte Wolverine-Auftritt von insgesamt acht Einsätzen in 17 Jahren nicht darauf ausgelegt, elf- oder zwölfjährige Jungs mit einer Cola ins Kino zu locken. Dieser Wolverine ist härter, voller blutiger Action und trotzdem mit vielen großen Emotionen gespickt. Regisseur James Mangold ist mit seinem zweiten Wolverine-Film nach „Wolverine – Weg des Kriegers“ (2013) ein Messerwetzen für Erwachsene gelungen.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von James Mangold haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgeführt, Filme mit Hugh Jackman und Patrick Stewart unter Schauspieler.

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Laura ist ein ganz besonderes Mädchen

Länge: 138 Min.
Altersfreigabe: FSK 16
Originaltitel: Logan – The Wolverine
USA 2017
Regie: James Mangold
Drehbuch: Michael Green, Scott Frank, James Mangold
Besetzung: Hugh Jackman, Doris Morgado, Dafne Keen, Boyd Holbrook, Patrick Stewart, Stephen Merchant, Elizabeth Rodriguez, Richard E. Grant, Eriq La Salle
Verleih: Twentieth Century Fox

Copyright 2017 by Iris Janke

Filmplakat, Fotos & Trailer: © 2017 Twentieth Century Fox

 

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Green Room – Garstiges Naziterror-Kino

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Green Room

Kinostart: 2. Juni 2016

Von Simon Kyprianou

Horrorthriller // Die mäßig erfolgreiche Punkband „Ain’t Rights“ (unter anderem: Anton Yelchin, Alia Shawkat) ist auf Tour, pleite und immer auf der Suche nach einem bezahlten Gig, um über die Runden zu kommen. Durch Zufall wird ihnen einen Auftritt in einem ländlichen Laden vermittelt. Schnell merkt die Gruppe, dass es dort vor Neonazis wimmelt – und entscheidet sich, als ersten Song den Dead-Kennedys-Klassiker „Nazi Punks Fuck Off“ zu spielen. Das kommt eher mittelgut an. Nach dem Gig wird die Band durch einen unglücklichen Zufall Zeuge eines Mordes der Neonazis. Als Zeugen müssen sie nun beseitigt werden. Dieses Problems nimmt sich der Besitzer des Ladens an: Darcy (herrlich fies: Patrick Stewart) geht es um die große Sache, er hat eine knallharte Nazi-Organisation hinter sich, inklusive Kursen in Rassenhygiene, und ist nicht gewillt, die Punks entkommen zu lassen. Die haben sich mittlerweile mit Amber (Imogen Poots), einer Freundin der Ermordeten, im „Green Room“ verbarrikadiert.

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Auf Tour und abgebrannt: „Ain’t Rights“

Zum Heimkino-Start des hervorragenden „Lethal Warrior“ hat Rajko Burchardt kürzlich auf Moviepilot einen sehr lesenswerten Text über Gewalt im Action-Kino als Folge gescheiterter Kommunikation verfasst und wie „Lethal Warrior“ jenes Scheitern der Kommunikation reflektiert, das in Gewalt als ultima ratio mündet. Jeremy Saulniers „Green Room“ geht ähnliche Wege: Da sich die Punks einen Großteil des Films über im titelgebenden Green Room verbarrikadiert haben, verläuft die Kommunikation mit den Nazis durch die verschlossene Tür. Die Nazis haben natürlich ohnehin Böses im Sinn, wollen die Punks allerdings in Sicherheit wiegen, aus dem Raum locken, um sie dann möglichst leicht beiseitezuschaffen.

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„Nazi Punks Fuck Off“ ist keine ungefährliche Titelwahl, wenn man von Nazis umringt ist

Versucht die junge Gruppe von Musikern anfangs noch alles, um die Situation im Gespräch zu bereinigen, so wird mehr und mehr deutlich, dass Kommunikation mit der anderen Seite nicht möglich ist, ja mehr noch, dass die andere Seite die Kommunikation nutzen will, um der Punks habhaft zu werden. Die Kommunikation scheitert und weicht einem Vorstoß der Punker, die schließlich verzweifelt im Angriff ihre Verteidigung suchen.

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Die Band nistet sich im „Green Room“ ein …

„Green Room“ ist bitteres und bedrückendes Terrorkino. Aber es ist auch ein zärtlicher Film, der von Jugendlichen handelt, ihren Unsicherheiten, ihrer bedingungslosen Liebe zur Musik und ihren „Einsame-Insel-Bands“. Saulnier rückt seinen Film in die Nähe von Ti West („The Innkeepers – Hotel des Schreckens“) und Adam Wingard („You’re Next“, „The Guest“), zwei künstlerisch und freundschaftlich miteinander verbundene Regisseure, die hochinteressantes Genrekino liefern – West hat „Green Room“ dann auch bei Twitter empfohlen.

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… und geht dann zum Angriff über

Es ist ein sehr Genre-bewusstes Kino, das seine Genreanleihen lebt (im Falle von Wests klassizistischem Kino auch wiederbelebt) und nicht etwa nur ausstellt oder postmoderne Spielchen treibt. Nein, „Green Room“ ist garstiges, hervorragendes Terrorkino, das erfreulicherweise einen ungekürzten deutschen Kinostart bekommen hat. Den sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

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Rädelsführer: Darcy will die Zeugen mit allen Mitteln töten

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme mit Patrick Stewart und/oder Anton Yelchin sind in unserer Rubrik Schauspieler aufgelistet.

Länge: 95 Min.
Altersfreigabe: FSK 18
Originaltitel: Green Room
USA 2015
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
Besetzung: Anton Yelchin, Imogen Poots, Patrick Stewart, Alia Shawkat, Callum Turner, Kasey Brown, Eric Edelstein
Verleih: Universum Film / 24 Bilder

Copyright 2016 by Simon Kyprianou
Filmplakat & Fotos: © 2016 Universum Film / 24 Bilder

 

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