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The Equalizer 2 – Denzel räumt auf

The Equalizer 2

Von Volker Schönenberger

Actionthriller // Einst ein Elitesoldat des US Marine Corps und Topagent des Militärnachrichtendienstes Defense Intelligence Agency, lebt Robert McCall (Denzel Washington) mittlerweile in Boston und verdingt sich als Lyft-Fahrer (ein US-Wettbewerber von Uber). Nebenbei betätigt er sich als „Equalizer“, als einer, der für Ausgleich sorgt. So reist er in die Türkei, um die von ihrem Vater (Adam Karst) entführte Tochter (Rhys Olivia Cote) der Buchhändlerin Grace Braelick (Tamara Hickey) zurückzuholen, bei der er seine Lektüre kauft.

Als in Brüssel der US-Agent Calbert (Antoine de Lartigue) und seine Ehefrau (Abigail Marlowe) ermordet werden und die Täter die Tat wie einen erweiterten Suizid des Mannes aussehen lassen, reist McCalls alte Weggefährtin Susan Plummer (Melissa Leo) mit ihrem Kollegen – und McCalls ehemaligem Partner – Dave York (Pedro Pascal) in die belgische Hauptstadt, um den Fall zu untersuchen. Kurz darauf ist sie tot. Als Susans Ehemann Brian (Bill Pullman) McCall die Nachricht übermittelt, kennt der kein Halten mehr.

Der Equalizer gegen die Bösen

In „The Equalizer“ (2014) legte sich Denzel Washington in der Titelrolle mit der russischen Mafia an. Und auch im ersten Sequel wird von Anfang an deutlich, dass Robert McCall es einzig auf Schurken und Superschurken abgesehen hat. Wer sich mit ihm anlegt, bekommt auf schmerzhafte bis tödliche Weise zu spüren, dass es nicht ratsam ist, sich dem Equalizer in den Weg zu stellen.

Agentin Plummer und ihr Ex-Kollege

Antoine Fuqua inszeniert das stilsicher und mit ruhiger Hand, lässt seinen gewohnt starken Hauptdarsteller wirken. Der Regisseur und Denzel Washington kennen einander seit „Training Day“ (2001), zwischen „The Equalizer“ (2014) und „The Equalizer 2“ (2018) haben die beiden auch bei „Die glorreichen Sieben“ (2016) kooperiert. Diese Erfahrung zahlt sich aus – und auf den zweifachen Oscar-Preisträger Washington („Glory“, „Training Day“) ist ohnehin Verlass. Er bewegt sich in dem spannungsgeladenen Plot traumwandlerisch sicher, auch in ein paar für die Haupthandlung irrelevanten Nebensträngen. Diese sind eher Dreingaben, um McCalls Berufung zu unterstreichen. Einschränkend ist noch anzumerken, dass die Rolle Washington auch nicht unbedingt fordert. Robert McCall ist keine vielschichtige Figur, sondern ein Mann klarer Prinzipien – stets bereit, den Zweck die Mittel heiligen zu lassen und mit Selbstjustiz Gerechtigkeit zu üben. Das erste Sequel fügt dem Vorgänger dann auch keine neuen Facetten hinzu. Was „The Equalizer“ auszeichnet, sind die sorgfältig eingebauten Actionsequenzen, präzise und mit feiner Spannungsschraube inszeniert, auch wenn die Auflösung vorhersehbar daherkommt und der Ort des ausgiebigen Showdowns willkürlich gewählt wirkt. Immerhin entfesselt die Szenerie mit einem herannahenden Hurrikan einmal mehr große Spannung.

Nebenfiguren mit wenig Profil

Als weiterer negativer Aspekt seien die blassen Nebenfiguren erwähnt. Oscar-Preisträgerin Melissa Leo („The Fighter“) kann zwangsläufig keine Akzente setzen, dafür ist Susan Plummer zu schnell tot. Bill Pullman („Lake Placid“) ist komplett verschenkt und von Pedro Pascal („The Mandalorian“, „Game of Thrones“) hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Zu gefallen weiß immerhin ein Nebenplot um den Nachbarsjungen Miles Whittaker (Ashton Sanders) – McCall nimmt den Teenager unter seine Fittiche.

McCall muss erneut zu den Waffen greifen

An den Kinokassen spielte „Equalizer 2“ seine Produktionskosten von etwa 62 Millionen Dollar locker wieder ein, am Ende standen weltweite Einnahmen von mehr als 190 Millionen Dollar zu Buche. So kommt die zweite Fortsetzung „The Equalizer 3 – The Final Chapter“ (2023) nicht überraschend. Es überrascht sogar eher, dass mit dem Titelzusatz des letzten Kapitels ein Schlussstrich gezogen wird.

Auch für „John Wick“-Fans

Ob man die ebenfalls 2014 begonnene, noch actionlastigere und weitaus märchenhaftere „John Wick“-Reihe mit Keanu Reeves bevorzugt oder Denzel Washingtons Auftritten als „The Equalizer“ mehr abgewinnen kann, bleibt eine Frage des Geschmacks, wobei nichts dagegen spricht, an beiden Figuren Gefallen zu finden. Stil haben der eine wie der andere.

Alle bei „Die Nacht der lebenden Texte“ berücksichtigten Filme von Antoine Fuqua haben wir in unserer Rubrik Regisseure aufgelistet, Filme mit Melissa Leo unter Schauspielerinnen, Filme mit Pedro Pascal, Bill Pullman und Denzel Washington in der Rubrik Schauspieler.

Showdown

Veröffentlichung: 17. Dezember 2018 als UHD Blu-ray (inkl. Blu-ray), Blu-ray und DVD

Länge: 121 Min. (Blu-ray), 116 Min. (DVD)
Altersfreigabe: FSK 16
Sprachfassungen: Deutsch, Englisch u. a.
Untertitel: Deutsch, Englisch u. a.
Originaltitel: The Equalizer 2
USA 2018
Regie: Antoine Fuqua
Drehbuch: Richard Wenk
Besetzung: Denzel Washington, Pedro Pascal, Ashton Sanders, Orson Bean, Bill Pullman, Melissa Leo, Jonathan Scarfe, Sakina Jaffrey, Kazy Tauginas, Garrett Golden, Adam Karst, Tamara Hickey, Rhys Olivia Cote, Antoine de Lartigue, Abigail Marlowe
Zusatzmaterial: „Sekunden bis zum Tod – Action unter der Lupe“ (5:03 Min.), „Aus Atoines Blickwinkel: Die Besetzung“ (6:27 Min.), NBA-Promolangfassung (3:05 Min.), „Der Pitch“ (1:26 Min.), nur UHD Blu-ray und Blu-ray: entfallene und längere Szenen (23:18 Min.)
Label: Sony Pictures Entertainment
Vertrieb: Plaion Pictures

Copyright 2023 by Volker Schönenberger

Szenenfotos & Packshots: © 2018 Sony Pictures Entertainment

 

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